Archivbild: 06.07.2020, Brandenburg, Eberswalde: Sichergestellte Waffen, Telefone und Materialien liegen bei einem Pressetermin im LKA Brandenburg auf einem Tisch nach einer Razzia gegen die Neonazi-Gruppe "Freie Kräfte Prignitz" (Bild: dpa/Jens Kalaene)
Audio: Inforadio | 30.07.2020 | Björn Haase-Wendt | Bild: dpa/Jens Kalaene

Nach Ermittlungen des Staatsschutzes - Rechtsextreme "Freie Kräfte Prignitz" erklären Selbstauflösung

Die rechtsextreme Organisation "Freie Kräfte Prignitz" hat sich offenbar selbst aufgelöst. Das geht einer veröffentlichten Mitteilung in den sozialen Netzwerken hervor. Die Gruppierung reagiert damit auf Ermittlungen der Polizei und auf eine Razzia Anfang des Monats, wie sie selbst auf ihrer Facebookseite darstellt.

Die Brandenburger Polizei ermittelt jedoch weiter gegen die Rechtsextremisten. "Nur weil jemand seine Auflösung bekannt gibt im Internet, ändert das für kriminalpolizeiliche Ermittlungen gar nichts", sagte Polizeisprecher Mario Heinemann. Auch der Verein "Opferperspektive" geht davon aus, dass die Gruppierung weiter aktiv sein wird - die Selbstauflösung sei zunehmend ein Mittel der rechtsextremen Szene, um einem Verbot zu entgehen, hieß es.

Anfang Juli Durchsuchungen bei Mitgliedern der Gruppe

Die Polizei war Anfang Juli gegen die Neonazi-Gruppe vorgegangen und hatte bei Durchsuchungen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Datenträger sichergestellt. Außerdem wurden scharfe Munition, Nazi-Devotionalien und Propagandamaterial gefunden.

Nach bisherigen Ermittlungen hatten sieben Männer im Alter zwischen 32 und 40 Jahren einen Brandanschlag mit einem Molotow-Cocktail auf einen Gebetsraum in Wittenberge (Prignitz) geplant. Außerdem hätten sie vorgehabt, Geschäfte von Inhabern mit Migrationshintergrund anzugreifen. Auch soll die Gruppe Polizisten ausgespäht und dabei Daten etwa zu familiären Verhältnissen gesammelt haben.

Laut Brandenburger Verfassungsschutzbericht war die Gruppe 2014 gegründet worden. Ihr gehören demnach etwa zwölf Personen an. Die führenden Mitglieder seien seit vielen Jahren tief in der rechtsextremistischen Szene verwurzelt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 30. 7. 2020, 7 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Dass es sich dabei höchstwahrscheinlich um Modeschmuck für die Vitrine handelt, dürfte Ihnen eigentlich klar sein. Neonazis sind sehr waffenaffin und schmücken ihre Behausungen und Treffpunkte gerne mit Replika von Kriegswaffen aus.

    Und ja, die "Auflösung" dieser Kameradschaft ist so durchschaubar wie irrelevant. Diese Taktik rechtsextremer Vereinigungen zieht sich ja mittlerweile bis in parlamentarische Kreise.

  2. 3.

    Wo sind denn Handgranaten auf dem Foto her? Wurden die bei den Rechten gefunden?

  3. 2.

    E-ben. ... außerdem, was nutzt das solange deren parlamenatrischer Arm noch aktiv ist. Das ist dann wie mit der Hydra.

  4. 1.

    Neuer Namen und weiter geht's.....

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