Stadt Nauen in Brandenburg (Quelle: rbb/Oliver Soos)
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Video: rbb|24 | 05.08.2020 | Stefan Oberwalleney, mit Archivmaterial | Bild: rbb/Oliver Soos

Fünf Jahre nach Brandanschlag in Nauen - Als wäre nichts passiert

Vor fünf Jahren brannte in Nauen eine Turnhalle, die eigentlich eine Flüchtlingsunterkunft werden sollte. Es war der Höhepunkt einer Serie von fremdenfeindlichen Anschlägen. Fünf Jahre später spricht man darüber in Nauen nicht mehr so gern. Von Oliver Soos

Nauen ist mit seiner schick restaurierten Altstadt, den vielen Fachwerkhäusern und dem schönen Kirchvorplatz ein richtiges Vorzeigestädtchen kurz hinter dem Berliner Speckgürtel. Vor fünf Jahren brachte es der 18.000-Einwohner-Ort in ganz Deutschland zu einiger Bekanntheit: Damals brannte in Nauen eine Turnhalle, die eigentlich eine Flüchtlingsunterkunft hätte werden sollen.

Fragt man die Nauener heute danach, antworten die meisten distanziert. "Über den Turnhallenbrand redet man gar nicht mehr, das ist abgehakt", sagt ein Passant auf der Straße. Ein Verkäufer in einem Geschäft rollt mit den Augen: "Wir waren schon genug in den Medien. Die Stadt muss endlich zur Ruhe kommen." Ein Rentner macht eine vielsagende Andeutung: "Wer traut sich denn heute überhaupt noch etwas zu sagen?"

Ex-Bürgermeister Fleischmann in der neuen Turnhalle (Quelle: rbb/Oliver Soos)
Detlef Fleischmann, ehemaliger Bürgermeister von Nauen | Bild: rbb/Oliver Soos

Schauten die Nauener weg?

Nauen musste sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, dass damals weggeschaut wurde und dass es zum Teil auch eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung gegeben habe. Eine, die diesen Vorwurf erhebt, ist die Linken-Landtagsabgeordnete Andrea Johlige. Nauen gehört zu ihrem Wahlkreis Havelland I, in Nauen hatte Johlige damals ihr Bürgerbüro. "Es gab 2015 diverse Anschläge auf unser Büro, mit Farbbeuteln und mit Bruteiern, in denen schon Küken drin waren. Die Türen wurden verklebt, zweimal wurden die Scheiben eingeschlagen. Außerdem wurden die Autos eines Polen und eines Linken-Kommunalpolitikerpaares angezündet und beim Auto eines Vereins, der sich für Flüchtlinge engagiert, wurden die Reifen zerstochen", erzählt Johlige.

Die Stimmung in der Stadt habe dazu beigetragen, dass sich die Neonazis zu ihren Taten ermutigt fühlten, sagt die Landtagsabgeordnete: "Die fühlten sich wie die Vollstrecker des Volkswillens, nach dem Motto: Hier sind eh alle irgendwie gegen Ausländer und finden es schlimm, dass die Flüchtlinge kommen. Also tun wir etwas." Laura Schenderlein vom Mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Potsdam hat in Nauen damals viel Gleichgültigkeit wahrgenommen: "Die meisten wirkten so, als ob es sie nichts anginge." Und die wenigen engagierten Nauener seien durch die Anschlagsserie eingeschüchtert worden, meint Schenderlein.

Die Anschlagserie hatte ihren Vorlauf im Februar 2015. Damals lief eine Stadtverordnetenversammlung in Nauen aus dem Ruder, in der es um den Standort einer Flüchtlingsunterkunft ging. Der damalige SPD-Bürgermeister Detlef Fleischmann erinnert sich an aufgeheizte Stimmung in dem mit 200 Menschen voll besetzten Saal: "Befürworter des Flüchtlingsheims konnten nicht ausreden, sie wurden angeschrien und ausgebuht."

Vor dem Saal stand der NPD-Stadtverordnete Maik Schneider mit rund 50 aufgebrachten Personen. Sie brüllten "Nauen will kein Asylantenheim" und "Wir sind das Volk", und sie traten und hämmerten mit den Fäusten gegen die Glaswand des Saals. "Ich dachte, wenn da jetzt die Scheiben zerbersten, dann gibt’s Verletzte, wenn nicht Schlimmeres", erzählt Fleischmann.

Von der mentalen Beanspruchung und vom Stress her war 2015/16 die deutlichste Herausforderung, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Detlef Fleischmann, ehem. Bürgermeister von Nauen

Neonazis bedrohten den Bürgermeister

Ihren Höhepunkt fanden die Anschläge im Sommer mit dem Angriff auf die Turnhalle des Oberstufenzentrums. Die Halle brannte, bevor die Flüchtlinge ankamen. Die Täter hatten Gas ins Gebäude geleitet. Der ehemalige Bürgermeister erinnert sich noch genau an die frühen Morgenstunden des 25. August 2015: "Der Stadtbrandmeister hat mich um 03:04 Uhr angerufen. Ich glaube, 48 Stunden habe ich dann nur noch funktioniert. So einen Medienauflauf habe ich noch nicht erlebt. Alles, was man sich in dieser Welt vorstellen kann, war hier", erzählt Fleischmann.

Die Medien berichteten vom engagierten Bürgermeister, der dagegenhält. Der SPD-Politiker wurde auch selbst von den Neonazis bedroht. Anfang 2016 erlitt er zwei Herzinfarkte. Anfang 2018 gab er sein Bürgermeisteramt auf, nach 16 Jahren. "Von der mentalen Beanspruchung und vom Stress her war 2015/16 die deutlichste Herausforderung, um es mal vorsichtig auszudrücken", sagt Fleischmann.

Urteil gegen Turnhallenbrandstifter hatte Signalwirkung

Der NPD-Aktivist Maik Schneider wurde nach dem Turnhallenbrand durch Spuren überführt. Er gestand die Brandstiftung und zeigte keine Reue. Der Prozess wurde zur Bühne für die Rechtsextremisten. Zeugen aus der Szene, die aussagen wollten, wurden bedroht. Am Ende gab es harte Urteile. Schneider wurde zu insgesamt neun Jahren Haft verurteilt, ein Mittäter bekam sechseinhalb Jahre, drei weitere Männer Bewährungsstrafen.

Seit diesen Ermittlungserfolgen ist Nauen nicht mehr durch rechte Gewalttaten aufgefallen, meint Laura Schenderlein vom Mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Potsdam. Das Urteil habe eine Signalwirkung gehabt, sagt sie: "Selbst Leute, die etwas gegen die Flüchtlingsunterbringung hatten, begriffen, dass der Turnhallenbrand zu heftig war." Außerdem sei mit Maik Schneider die Leitfigur der Nauener Neonaziszene aus dem Verkehr gezogen worden. Laura Schenderlein beschreibt ihn als einen charismatischen Anführer und Macher. Schneider war von Beruf Erzieher. Er war in der NPD und in der gewaltorientierten rechtsextremen Vereinigung "Freikorps Havelland" gut vernetzt.

"Nauen war in den 90ern als Nazihochburg bekannt"

In Nauen konnte Schneider etwa ein Dutzend Männer, zwischen Mitte 20 und Anfang 30, rekrutieren. "Der Prozess war bemerkenswert, weil man da als Beobachterin viel über die Stimmung in der Stadt gelernt hat", erzählt Schenderlein. So seien die Taten vor allem in einer Facebookgruppe und bei Kneipenabenden im "Karpfen" geplant worden. Die Mitglieder stammten zum Teil aus dem Drogenmilieu, zum Teil wurden sie auf den damals regelmäßig stattfindenden "Nein zum Heim"-Demonstrationen angesprochen.

Entscheidend sei in diesem Zusammenhang auch eine Kontinuität, die sich aus der Neonazikultur der 90er Jahre ergebe, so die Linken-Politikerin Andrea Johlige. "Nauen war in den 90er Jahren bekannt als Nazihochburg, und die Nazischläger der 90er wohnen immer noch in Nauen, sie haben halt jetzt eine bürgerliche Existenz. Es gibt nur eine schwache Zivilgesellschaft und wenig Kultur und damit auch wenige Möglichkeiten für Jugendliche, sich dem Rechtsextremismus komplett zu entziehen", erklärt Johlige.

Die Fremdenfeindlichkeit ist nicht verschwunden

Beim Gang durch die Altstadt fällt ziemlich schnell auf, dass es in Nauen Fremdenfeindlichkeit gibt. Einige Passanten reden abfällig über die Flüchtlinge in der Stadt. "Es ist wirklich schlimm geworden. Wie sie einen immer angucken, wenn sie an einem vorbeilaufen, diese Blicke", sagt eine junge Frau mit einem Kleinkind. Sie traue sich abends nicht mehr mit ihrem Sohn nach draußen. Ein Rentner behauptet: "Das sind keine Flüchtlinge, das sind Arbeitssuchende, die hier besser leben wollen als zu Hause". Der Rentner findet, dass die Strafe für den Neonazibrandstifter Schneider zu hart gewesen sei. "Eine Turnhalle anstecken, das macht man nicht, aber wenn ein Flüchtling eine Oma vergewaltigt oder ermordet, dann wird er freigelassen", sagt der Rentner.

Andere Passanten äußern sich weniger feindselig. Eine Frau sagt, sie habe nichts gegen die Flüchtlinge, aber integriert seien sie nicht: "Sie laufen nur in Gruppen durch die Stadt, das hat nichts mit Integration zu tun." Ein Mann erzählt, er habe schon mal Flüchtlinge am Bahnhof angesprochen und eine nette Unterhaltung mit ihnen gehabt. Eine Rentnerin gibt zu, dass sie am Anfang große Angst hatte. Die habe sich mittlerweile aber gelegt.

37 Helfer unterstützen Flüchtlinge in Nauen

Vier junge Männer aus Pakistan und Afghanistan, die durch die Altstadt laufen, sind auch bereit für ein Interview und bleiben freundlich lächelnd stehen. Sie erzählen, dass sie seit fast zwei Jahren in Nauen wohnen und sich wohlfühlen. "Ich würde sagen die Hälfte der Menschen ist freundlich, die andere Hälfte nicht, aber das gibt es in jeder Stadt", sagt ein Pakistani. Ein Afghane erzählt, er habe einige Nauener kennengelernt, auch Familien.

Es gibt engagierte Nauener wie Volker Müller vom "Humanistischen Freidenkerbund Havelland", einem Verein für Jugend- und Sozialarbeit. Als Müller 2015 die Willkommensinitiative für Flüchtlinge gründete, engagierten sich gut 150 Personen. Mittlerweile ist die Gruppe auf einen harten Kern zusammengeschrumpft. "Wir haben im Moment 37 aktive Helfer, die durch Patenschaften, Sprachkurse, Hausaufgabenhilfe oder Kinderbetreuung unterstützen. Sie machen das ganz still und ohne Medienaufmerksamkeit."

Die meisten Flüchtlinge sind nicht mehr in Nauen

Wie viele Flüchtlinge seit 2015 in Nauen aufgenommen wurden und was aus ihnen geworden ist - dazu gibt es keine genaue Statistik. Volker Müller schätzt, dass knapp 100 Flüchtlinge in Nauen Wohnungen gefunden haben, meist als Familie oder in Zweier-WGs. Einige dieser Menschen arbeiten - vor allem in kleineren Handwerksbetrieben.

Doch die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge ist gar nicht mehr in Nauen – viele wurden abgeschoben, andere zogen zu Familienmitgliedern in andere Bundesländer oder in andere Städte des Landkreises, wie Rathenow oder Premnitz. Denn dort gibt es mehr freie Wohnungen als in Nauen.

In der Nacht zum 25. August jährt sich der Anschlag von Nauen zum fünften Mal.
Dieser Beitrag wurde erstmals am 5. August im Rahmen der rbb|24-Serie "Fünf Jahre Wir schaffen das" veröffentlicht.

Sendung: Inforadio, 05.08.2020, 09:25 Uhr

Beitrag von Oliver Soos

53 Kommentare

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  1. 53.

    Bevor Sie wieder nichts wissen um was es geht, um den Wikipedia-Eintrag von Mahlow dem Dorf geht es.

  2. 52.

    Danke für Ihren Beitrag, da er genau das offenbart (wenn sicher auch unabsichtlich)was eben in Nauen und vielen andern Regionen im Osten fehlt. Eine breite Ablehnung der Straftaten und vorgehen gegen solche widerliche Gerüchte-verbreiter wie in Mahlow.

  3. 51.

    Dass die Internetseite von Mahlow gemeint war ist doch klar. Da steht eben nichts. Dass dem Opfer die Schuld gegeben wird ist ihnen auch kein Wort wert. Aber ihrer Meinung nach sind Skinheads / Neonazis ein Erfindung der DDR.
    Rechte gab es in Ost und West, seit beginn beider Staaten. Wobei der Westen einen erblichen Einfluss auf die Entwicklung im Osten hatte. So waren beim Überfall an der Zionskirche damals etliche aus dem Westen als Täter. Was leider heute zu gern vergessen wird zu erwähnen. Da dies nicht Youtube wo jeder Hirni irgendwas dazugibt wie Sie sagen, wird eine Antwort von Ihnen sehr aufschlussreich werden. Ich gebe zu das ich Youtube nicht beurteilen kann. Sie kennen sich da aber offenbar sehr gut aus. Zugute werde ich ihnen halten, dass Sie vor der Wende scheinbar im Osten lebten und dort von Informationen über die rechten und antisemitischen Straftaten im Westen sich nicht informieren konnten.

  4. 50.

    Die DDR pflegte ihre eigenen Neonazis zu haben. Nur durfte nicht sein, was nicht sein durfte und deswegen guckte sogar Horch & Guck weg.

    https://www.deutschlandfunk.de/die-ddr-und-ihre-neonazis-real-existierender.862.de.html?dram:article_id=460746

    "Ehemalige NSDAP-Mitglieder traten auch in andere in der DDR zugelassene Organisationen ein, darunter die zur „Nationalen Front“ zählende Blockpartei National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD). [...] Olaf Kappelts Braunbuch DDR – Nazis in der DDR von 2009 listete 1000 vormalige NSDAP-Mitglieder namentlich auf, die der DDR dienten."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextremismus_in_der_DDR

  5. 49.

    Nein, weil ihr die Verbrechen nicht aufklärt und mit Nazis symphatisiert. Und nein, ich meine nicht die Arbeit der Gerichte.

    Warum sind in Nauen die Nazis so stark?

    "Nauen musste sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, dass damals weggeschaut wurde und dass es zum Teil auch eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung gegeben habe."

  6. 48.

    Sie erwähnen Solingen. Ich sage noch Mölln--- und stimme Ihnen im übrigen zu.
    Was wird konkret getan? Wie aufgeklärt, wie vorgebeugt?
    Sehr guter Kommentar auch von "Besorgter." Gerade die Userin Alisa ("Es gibt nicht mal einen Wikipedia-Eintrag zu Mahlow", "Die DDR-Neonazis haben ihre Ansichten aus dem Westen übernommen, das ist Tatsache")) scheint mir so jemand zu sein, der die Zeit der deutschen Teilung nicht miterlebt hat und wahrscheinlich von Noel Martin auch das erste Mal nicht aus der damaligen Tagespresse, sondern der von ihr angesprochenen Youtube-Doku gehört hat... Mitreden wollen ist das eine. Das ist hier aber nicht Youtube mit seiner Kommentarspalte, wo jeder Hirni irgendwas dazugibt, hier wird eine erwachsene Diskussion geführt und die Argumente sollten Substanz haben!

  7. 47.

    Was für ein Quatsch, an könnte ja mal den Namen des Opfers eingeben, und siehe da, da haben Sie Ihren Wikipedia-Eintrag.
    Aber ganz ehrlich, dass "kein EIntrag bei Wikipedia" heutzutage Maßstab ist, für wie (un)wichtig Dinge oder Personen genommen werden, ist erschreckend. Denn dass bei Wikipedia jeder etwas reinschreiben kann, ist Ihnen hoffentlich klar.
    Das ist keine Quelle, die ich zu irgendwas als belastbar heranziehen würde.

  8. 46.

    "Schreckliche Menschen haben vor 5 Jahren etwas schreckliches getan, ist das jetzt eine Jubiläimsausgrabung vom rbb. "

    Falsch. Lesen hilft. "Als wäre nichts passiert" Fett als Überschrift. Extra für Leute wie sie, die mit "schrecklichen Menschen" sympathisieren.

    "Das sehr hübsche Städtchen" bräuchte nur seine jüngere Geschichte aufarbeiten und etwas gegen die noch immer starken Nazis in der Gegend tun.

  9. 45.

    So jemand,der solch eine Straftat begangen hat und so viel Hass im Herzen trägt wurde tatsächlich auf Kinder los gelassen?!Damit der da den Hass weiter trägt?!schlimm...mein kind wäre dort definitiv nicht lange gewesen...

  10. 44.

    Warum werde wir Neuner laufend stigmatisiert? Bloß weil wir nicht permanent im Büßerhemd herumlaufen?
    Uns verantwortlich zeigen für eine kleine Minderheit und nicht permanent mit l?selbstgebemalten Schildchen demonstrieren?
    Es gab Prozesse, bei denen die Schuldigen schuldig gesprochen wurden.

  11. 43.

    "viele wurden abgeschoben". Nach den aktuellen Zahlen wurden wenig abgeschoben. Die offiziellen 270000, die nicht abgeschoben werden, sprechen eine andere Sprache. Dabei ist das nur die offizielle Zahl. Würde mich nicht wundern, wenn es eine Million tatsächlich sind.

  12. 41.

    Na klar. Kritisch sein, heißt für sie afd wählen? Oder was? Rumpöbeln? Sie kritisieren Ostklisches, zurecht, benutzen dafür aber Westklisches....

  13. 40.

    Die Meinung in einigen Kommentaren ist für mich einfach erschreckend. Bei einigen Schreibern, die sich über die DDR äußern habe ich das Gefühl, dass sie bei den drei Buchstaben im Lexikon nachschauen müssen um zu verstehen was das mal war. Die meisten haben in diesem Staat nie gelebt, haben keinerlei Kenntnisse oder Erfahrungen machen aber dicke Backen.

  14. 39.

    Die ersten Ausländer feindlichen Ausschreitungen fanden Mitte der 70er in der DDR statt, nicht im Westen. Bitte informieren Sie sich vorher, bevor sie hierzu einen solchen Unsinn schreiben.

  15. 38.

    ...und diese 1989 gewaltfrei gestürzt hat!
    Im Gegensatz zu den Westdeutschen, die einfach Glück hatten, im richtigen - von den Westalliierten besetzten - Teil Deutschlands zu leben und denen Freiheit und Demokratie "geschenkt" wurden!
    Wer in einer Diktatur gelebt hat und seit 30 Jahren glücklicherweise in einer Demokratie, hat die Möglichkeit!, aktuelle Missstände differenziert zu bewerten...(auch wenn dies natürlich nicht alle tun!).
    Ihnen geht - zumindest in dieser Problematik - diese Fähigkeit scheinbar völlig ab!

  16. 37.

    "eine kleine Gruppe eine spektakuläre Straftat begangen hat?"

    Reden sie hier gerade eine Aktion ihrer Kamerrreraden klein? Tse, tse... nicht dass sie Ärger mit ihren Kamerrraden bekommen. Ein shitstorm in ihrer whattsapp Gruppe wäre noch das kleinere Übel.

    Aber wie man aus der Geschichte weiß, schrecken solche Leute auch nicht vor Fememord zurück.

    Muß ich mir Sorgen machen?

  17. 36.

    Tja, was erwartet man denn auch von einem Teil der Bevölkerung Deutschlands, die von 1933 bis 1989 in Diktaturen gelebt hat?

  18. 35.

    So sind sie halt die Edeldeutschen vom Völk.

  19. 34.

    Es ist eben eine Tatsache, dass die Neonazis ihre Ansichten vom Westen übernommen haben. Aber sie meinen ja auch die Sache in Rostock sei reine Sache von Neonazis aus MeckPom gewesen.

  20. 33.

    Hier der Link zu Mahlow https://www.youtube.com/watch?v=ygMuXQdqZT0
    so ab 2:20 wird dem Opfer die Schuld gegeben.

  21. 32.

    Und wie erklärt sich dann der feige Mordanschlag damals in Solingen? Hört doch auf, das Neonaziproblem ständig irgendwo verorten zu wollen, solange es nur weit genug weg von der eigenen Heimatstadt ist! Dieses Gesocks gibt es überall und es gibt klare Erkenntnisse, wo die auch besonders stark und "erfolgreich" sind. Für Prävention mangelt es dort aber überall am Geld, weil keiner die Kosten dafür tragen will bzw. die Kommune es gar nicht kann. Es gibt nur wohlfeile Worte von "Bedauern" und "nie wieder", aber leider selten wirkliche Prävention.

  22. 31.

    "die geringe Produktivität und Arbeitszeiten im Osten"

    Die Ostler konnten nichts dafür, daß sie es waren, die die Rechnung des Hitler-Krieges bezahlen mußten und wegen eines von der Sowjetmacht aufgezwungenen Systems auch förderhin weiter bezahlen mußten.
    Als ehemaliger Bewohner der Westsektoren von Berlin ist mir noch gut erinnerlich, wie morgens auf der "Interzonenstrecke" in Potsdam schon dicht gedrängt die arbeitende Bevölkerung am Bahnsteig stand, wo paar Minuten vorher an der Strecke in Charlottenburg fast noch kein Mensch zu sehen war.

  23. 30.

    Was so alles derweilen "passiert" ist, habe ich nicht verfolgt.

    Aber warum Deutschland bezüglich der Migration sich nicht eine Haltung wie Großbritanien, meiner früheren Heimat, erlauben darf, das habe ich nicht verstanden.

  24. 29.

    Nach 30 Jahren immer noch solche Kommentare über „den primitiven Osten“ zu lesen, kann nur von primitiven Menschen geschehen sein.

  25. 28.

    Ein wichtiger Bericht über mehr als die Straftat an sich, sondern darüber, was dieser vorausging, was sie entschieden begünstigte und wie verzweifelt sie nun von denselben Menschen verdrängt wird. Das lässt sich nahtlos auf andere Orte übertragen, etwa auf Freital, wo Journalist*innen nach der Verhaftung der Terrorist*innen um die sog. Gruppe Freital die Verharmlosung ihrer Mitglieder und Haltungen durch Ortsansässige belegten.

    Erschreckend ist aber, wie deutlich antidemokratisch und wie offen diese Haltungen noch heute hervortreten. Worte und Hassverbrechen begünstigen nachweislich andere Verbrechen auf Grundlage derselben Ideologie. Gewalt muss von Gewaltbefürwortenden nicht selbst unmittelbar ausgeübt werden.

    Mit einer lebendigen Zivilgesellschaft kann Rechtsextremismus bekämpft werden. Perspektivlosigkeit, Wendeverliertum, selbsterlernte Hilflosigkeit sind Ausflüchte für immer Illegitimes. Rechtsextreme sind nicht nur in strukturschwachen Regionen erfolgreich, s. Zossen.

  26. 27.

    Da musste nichts übernommen werden, es wartete nur auf den Startschuss. Und der war mit dem Vakuum, das 89/90 entstand gegeben. Oder wie erklären sie den Umstand, daß sämtliche Angriffe auf Ausländerwohnheime in massivster Form bis Okt 90 in MeckPom und Sachsen stattfinden?Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, die Bevölkerung der DDR war bis 89 das Sinnbild der Völkerfreundschaft bis zum letzten Einwohner, und 1 Jahr Kontakt mit irgendwelchen rechten Hetzern aus der Altrepublik reichte, um aus Menschenfreunden den Mob zu machen, der in Rostock und Hoyerswerda tobte?

  27. 26.

    Danke! Leider ist die Wahrheit die Sie aussprechen in Brandenburg sehr unpopulär.

  28. 23.

    Zitar: "Warum sollten die Nauener für Jahre nachdem ein politisch Verwirrter im Büßerhemd herum laufen. Die Tat wird gerichtlich aufgearbeitet.
    Gut ist's."

    Ja genau, ein einzelner "politisch Verwirrter" war Schuld - wie weiland Hitler, ne? Komisch nur, dass dieser 'gutbürgerliche' Erzieher eine kleine Armee hinter sich scharren konnte, und heute noch ein zufällig befragter Passant von angebl. Straffreiheit für vergewaltigende und mordende Flüchtlinge schwadroniert.

    Dieser Anschlag gehört ebenso zu Nauens Stadtgeschichte wie alles Positive, was dort stattgefunden hat. Deshalb muss niemand ein Büßergewand tragen oder sich einem "Schuldkult" unterwerfen. Eine "Mut zur Wahrheit" Auseinandersetzung mit dem Thema, wäre schon mal nicht das Schlechteste für die Nauener Zivilgesellschaft.

  29. 22.

    Mahlow ist halt überall. Bei Wikipedia wird der damalige Anschlag nicht erwähnt. Voll krass sind auch die Leute dort. Haben eben nach dem Konsumputsch 89 viele die Ausländerfeindlichkeit des Westens übernommen.
    youtube: "ARD Panorama: Zum Krüppel geschlagen" so ab 2:20 wird es abartig

  30. 21.

    Vielleicht begreifen einige Nauener die Verurteilung der Nazis als 2. Chance. Bald kommen sie wieder raus.

  31. 19.

    "Und Nauen hat sehr wohl mehr zu bieten"

    aber wären denn jetzt auch Flüchtlinge willkommen?

  32. 18.

    Ja, Radfahrer, das schon, aber viel weiter als Ludwigsfelde ziehen die nicht. Schau mal entfernter als den Speckgürtel... da ist einfach der Arbeitsweg dann zu weit, ÖPNV-Infrastruktur gibt's nicht, keine Ärzte, keine Läden, keine Schulen. Total schön, total einsam. Und keiner unternimmt was dagegen...

  33. 17.

    Und wieder haben Rechte nur plumpe Versuche der Verharmlosung für die Erosion der Zivilgesellschaft übrig.

    "Seit diesen Ermittlungserfolgen ist Nauen nicht mehr durch rechte Gewalttaten aufgefallen, meint Laura Schenderlein vom Mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Potsdam. Das Urteil habe eine Signalwirkung gehabt, sagt sie: "Selbst Leute, die etwas gegen die Flüchtlingsunterbringung hatten, begriffen, dass der Turnhallenbrand zu heftig war." Außerdem sei mit Maik Schneider die Leitfigur der Nauener Neonaziszene aus dem Verkehr gezogen worden. Laura Schenderlein beschreibt ihn als einen charismatischen Anführer und Macher. Schneider war von Beruf Erzieher. Er war in der NPD und in der gewaltorientierten rechtsextremen Vereinigung "Freikorps Havelland" gut vernetzt."

    Wenn sich unsere Demokratie mit Hilfe der Justiz wehrhaft zeigt, dann zeigt das bei den Herrrschaften Wirkung.

  34. 15.

    "Brandenburg stirbt!" Sorry aber da bin ich anderer Meinung!
    Berlin bekommt sein Wohnungs- Verkehrsproblem nicht in den Griff, das Leben dort wird für viele Menschen, auch mit Kindern, immer problematischer. Also werden in den nächsten Jahren die Familien. die es sich leisten können, auf`s Land ziehen.

  35. 14.

    DAS ist das schlimme - es gab ja alles. Ich fahre oft in Michendorf an einer verlassenen Ferienhaussiedlung vorbei, wo Kinder im Sommer im Wald (neben Staatskunde auch) Spaß hatten, Ruhe, ich frage mich, warum ich dort nicht heute urlauben kann, in den Häuschen, 1995 einfach stehen gelassen, verfallend nun.

    Weil wir Wessis alles was auch nur ein bisschen "Ost" war sch... fanden und einstampfen wollten?
    Weil wir gelächelt haben über die "Kultur für Arbeiter", die es gab?
    Weil uns das "Miteinander" suspekt war?

    Aber warum hat sich keiner gewehrt gegen das "Abschaffen"? Wo waren da die Protestler von 1989? Fakt ist, es ist alles weg, mutwillig. Das ist eine Schande für GANZ Deutschland.

    Ich freue mich an dieser "altmodischen", leeren, ursprünglichen Landschaft, an den ruhigen Dörfern. Es ist eine Zeitreise für mich. Aber... Brandenburg stirbt!

  36. 13.

    Warum sollten die Nauener für Jahre nachdem ein politisch Verwirrter im Büßerhemd herum laufen. Die Tat wird gerichtlich aufgearbeitet.
    Gut ist's.

  37. 12.

    Ich kann diese ganze Diskussion nicht verstehen.Ich bin selbst in Nauen aufgewachsen und finde es schade wie man über eine Stadt herzieht. Sicherlich ist ein geringer Teil der Einwohner nicht das was man sich wünscht, aber diese Probleme gibt es in ganz Deutschland.

    Und nun eine Politikerin zu befragen bringt da sicherlich kein neutrales Bild.

    Und Nauen hat sehr wohl mehr zu bieten.

  38. 11.

    Was heißt denn schwache Zivilgesellschaft?
    Zivil ist nicht immer nur, alles zu dulden und schön zu finden.
    Die Berichte aus Brandenburg sind immer nur gruselig gemacht.
    Viele Flüchtlinge fühlen sich im Osten sogar sehr wohl, weil der Osten nicht so vermüllt ist.
    Und Sie sehen ja, dass durch harte Urteile auch Straftäter in Schach gehalten werden können.
    Auch Nauen will keine Nazis !
    Nicht linke Ideologie schützt vor Gewalt - sondern harte Justiz!
    Wäre schön, wenn bei Vergewaltigern und Regionalzugschlägern ebenso durchgegriffen würde.

  39. 10.

    "Rund um die Uhr malocht" ? Wer? Wo?

    Du wirst doch nicht die ganzen "Arbeitsplätze "in der DDr meinen, wo man Leute eingestellt hat, um Seiten in einem Buch umzublättern, weil man nicht wusste, wohin mit den Leuten. Oder meinst du die geringe Produktivität und Arbeitszeiten im Osten?

    Und was hat das alles mit den widerlichen Relativieren zu tun? Anfang der 90er hat man doch auch die Pogrome gegen Ausländer bejubelt und bei Morden an Ausländern noch klatschend an der Seite gestanden.

  40. 9.

    Der Meinung bin ich auch. Schreckliche Menschen haben vor 5 Jahren etwas schreckliches getan, ist das jetzt eine Jubiläimsausgrabung vom rbb.
    Das sehr hübsche Städtchen jetzt sozusagen auf immer und ewig an den Pranger zu stellen finde ich niveaulos.

  41. 8.

    "Es gibt halt nix."
    Das stimmt. Ebenso stimmt aber auch, das es mal alles gab. Wo ist es hin? Wie hat es sich in nix verwandelt?

  42. 7.

    Großartige Leistung vom RBB. Was, außer wieder mal Stimmung gegen Ossis machen, soll denn dieser Artikel bezwecken? Kurz mal nach Nauen fahren und sich in seiner offensichtlich sowieso schon vorher feststehenden Meinung bestätigt sehen. Wer suchet der findet. Alle böse in Nauen. Richtig schön abledern gegen Leute, die sich nicht wie gewünscht äußern. Wohingegen die freundlich lächelnden Flüchtlinge alle supi nett sind. Einfach nur noch unfassbar. Aber Hauptsache anderen Spaltung vorwerfen und sich beschweren, wenn man diese tendenziöse Berichterstattung der ÖR nicht mehr ganz ernst nimmt. Aber wie man an Foristen wie Dinz und Lothar sieht, fällt das auch auf fruchtbaren Boden. Fahrt nicht nach Nauen, schließlich geißeln die sich ja nicht jeden Tag auf´s Neue, gelle? Da freuen sich doch alle Bewohner in Nauen.

    Danke Oliver Soos!

  43. 6.

    Opfer-Mythos der Ossis ?
    Opfer-Wirklichkeit der Ossis !
    Oder wie denn sonst konnte es passieren,dass ein Volk das flächendeckend rund um die Uhr malocht hatte ohne Geld da steht
    während
    den Wessis bis spätestens 1988 die Arbeit komplett genommen wurde sie aber trotzdem immer mehr und immer vollere Supermärkte hatten ?
    Wir empfehlen Ihnen sich korrektere Kenntnisse über das Zeitgeschehen anzueignen !

  44. 5.

    Was für einen Opfermythos meinen Sie denn bitte? Können Sie das mal etwas näher erklären?

  45. 4.

    "Es gibt nur eine schwache Zivilgesellschaft und wenig Kultur und damit auch wenige Möglichkeiten für Jugendliche, sich dem Rechtsextremismus komplett zu entziehen" - auch unter Auslassung des 2. Halbsatzes, also nur dem ersten Teil des Satzes, eine richtige Aussage.
    Es gibt halt nix. In den meisten Dörfern in Brandenburg nur Freiwillige Feuerwehr, Fußballverein. Kirche. Ende. Null Infrastruktur, noch weniger Bildungsmöglichkeiten. Der berühmte Tellerrand ist ungefähr kurz vor Polen...

    Von nix kommt nix. Oder nix Gutes.

  46. 3.

    Wenn ich diesen Artikel lese, fällt mir nur wieder ein, meide solche Orte und ignoriere sie auch weiterhin. Anscheinend wollen diese Leute einfach nicht verstehen. Selbst schuld, kann ich dazu nur sagen, wenn über die sogenannten Ossies weiterhin schlecht hergezogen wird.

  47. 2.

    Mir erschließt sich die Erwartungshaltung, die aus dem Beitrag spricht, nicht ganz. Sollen die Nauener jahrzehntelang im Büßergewand einhergehen, müssen sie alle die Zuwanderung begrüßen, weil vor ein paar Jahren eine kleine Gruppe eine spektakuläre Straftat begangen hat?

  48. 1.

    Als würde darüber irgendwo im Osten gern geredet. Passt halt nicht zum Opfermythos der gerade im Osten so gerne gepflegt wird. Schuld sind da immer die anderen.

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