Mädchen sitzt mit Tablet-PC am Schreibtisch (Bild: imago images/Bernd Feil)
Audio: Inforadio | 24.08.2020 | Dirk Stettner im Interview | Bild: imago images/Bernd Feil

Digitale Bildung - CDU fordert 200.000 Tablet-PCs für Berliner Schulen

Die CDU im Berliner Abgeordnetenhaus fordert mehr Tablets für die Schulen. Der stellvertretende Fraktionschef Dirk Stettner sagte am Montag im Inforadio, die bisher angeschafften knapp 10.000 und die in Aussicht gestellten 40.000 reichten bei weitem nicht aus. Es gebe fast 400.000 Menschen im Berliner Schulbetrieb, die ausgestattet werden müssten, so Stettner.

Rechne man die 170.000 Grundschüler heraus, bei denen digitales Lehren und Lernen nur bedingt möglich sei, blieben immer noch 230.000 Menschen übrig. "Wir müssen da endlich mal einen großen Schritt machen und sollten jetzt 200.000 Geräte kaufen", forderte der CDU-Politiker. Der Berliner Senat solle das Geld lieber in die Bildung als in Immobilienankäufe stecken, so Stettner.

Tablet-PCs mit Datentarif als Überbrückung

Außerdem forderte Stettner mehr Anstrengungen, die Schulen ans Breitband-Netz anzubinden. Das sei auch in einem Jahr zu schaffen statt der geplanten vier Jahre. "Wir brauchen an den Schulen eine WLAN-Versorgung, die es ermöglicht, dass auch 500 Schüler in die Schul-Cloud reingehen können", so Stettner.

Auch hier könnten Tablet-PCs eine sinnvolle Ergänzung und Überbrückung sein: "Solche digitalen Endgeräte mit Datentarif brauchen kein Breitband. Das kann als Übergang dafür sorgen, dass alle die Möglichkeit haben, ergänzend digital zu unterrichten und zu lernen", so Stettner.

Stoffers hatte 40.000 neue Geräte angekündigt

Berlins Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers (SPD) hatte am Wochenende weitere Anstrengungen zugesagt, um alle Schülerinnen und Schüler mit Tablets auszustatten. Dazu werde Berlin im September eine Initiative im Bundesrat starten, kündigte Stoffers am Sonntag im Inforadio vom rbb an. In Berlin lebe jedes dritte Kind in Armut - deshalb sei es wichtig, mobile Endgeräte über Sozialleistungen zu finanzieren.

Seit Beginn der Corona-Krise seien bereits 9.000 Tablets für sozialbedürftige Kinder angeschafft worden. Aus Bundesmitteln sollten nun demnächst weitere 40.000 Schüler-Tablets bestellt werden, so die Staatsekretärin.

Sendung: Inforadio, 24.08.2020, 6:45 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Natüüürlich wird es eine laaange Ausschreibungsphase geben, muss es auch nach Vergabeordnung! Programme? Hä? Sind doch vorinstalliert: netflix, WhatsApp und vor allem ticktock, alles genau zugeschnitten auf die Schüler. Oooder meinten Sie etwa Lernapps? Öhm... Nee sowas gibt es nicht. Wird für 20 Mio. von SAP und Telekom entwickelt. Die haben ja Erfahrung *lach*

  2. 7.

    Die Lehrer sind doch garnicht in der Lage, diese Dinger zu bedienen. Außerdem gibt es kein WLAN in den Schulen und zuhause müßten die Kinder auch WLAN haben, was nicht immer der Fall ist. Die Software muß auch angeschafft werden. Lehrer und Schüler geschult werden. Also liebe CDU, nicht solche großkotzigen Forderungen, wenn ihr noch nicht mal was für die Grundlagen tut.

  3. 6.

    Wie sieht die Finanzierung für die Anschaffung der Tablets aus? Wer wird sie bauen? Gibt es erst wieder eine Ausschreibung? Und sind die Programme dann auch für die Schule und Schüler zugeschnitten?

  4. 5.

    Wofür brauchen die Schüler die Geräte? Zum Netflix schauen beim erneuten Lockdown? Solange auf der anderen Seite (Schule, Lehrer) nix läuft, braucht kein Schüler sowas. Um schlechte Arbeitsblätter auszudrucken, die händisch ausgefüllt werden müssen, brauchen die ELTERN Tintenpatronen und Nerven. Aber kein Tablett...

  5. 4.

    Es erinnert mich etwas an die Entwicklungshilfe für Afrika. Man haut mit einer großen "Sachspende" (immerhin einige zig Mio. nur für Berlin)auf ein vermeintliches Problem drauf ohne auch nur irgendein Konzept dahinter! Die Leidtragenden sind dann letztendlich unsere Kinder, die ohnehin schon viel zu lange die krank machende Geräte verwenden!

  6. 3.

    Sind die Kulturminister vom Schlaf erwacht , wenn ich mir die ganzen verantwortlichen Politiker aller Partei anschaue sie müssten den jüngeren Platz machen nur dann geht es voran

  7. 2.

    Die Tablets werden die verfehlte Bildungspolitik nicht richten. Dazu gehören dann noch: schnelles Internet, vernünftiges W-LAN, Mittel für Lizenzen, ein Medienwart und nicht zuletzt genügend gut ausgebildete Lehrkräfte. Kleinere Lerngruppen würden zur weiteren Effizienz beitragen. Mit Hardware allein ist es lange nicht getan. Das wissen die Macher aber sicherlich.

  8. 1.

    Was macht denn dann mit diesen Geräten? Weiß die CDU das auch?

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