Eine Lehrerin begrüßt die Schüler einer dritten Klasse im Klassenraum. Quelle: dpa/Jens Büttner
Bild: dpa/Jens Büttner

Trotz leichter Verbesserung - Brandenburg und Berlin bei Bildung weiter auf hinteren Plätzen

Die Qualität der Bildung hat sich in Berlin und Brandenburg leicht verbessert. Das geht aus dem Bildungsmonitor der arbeitgebernahen Initiative für Neue Soziale Marktwirtschaft hervor.

Danach belegt Berlin den 13. Platz, im vergangenen Jahr war die Hauptstadt noch Schlusslicht. Brandenburg verbessert sich um einen Platz und kommt auf Rang 14. Probleme sieht die Studie für Berlin bei der vergleichsweise hohen Zahl der Schulabbrecher. In Brandenburg beklagen die Experten einen schlechten Zugang zum schnellen Internet. Die ersten Plätze bei der Bildungsstudie belegen Sachsen und Bayern, auf dem letzten Platz steht jetzt Sachsen-Anhalt.

Hohe Schulabbrecherquote in Berlin

In dem am Freitag veröffentlichten Ranking [pdf: INSM-Bildungsmonitor 2020] sind zahlreiche Baustellen der Berliner Bildungslandschaft aufgelistet. Die betreffen nicht zuletzt die Schulen. So hätten die Berliner Neuntklässler 2018 bei Leistungstests in Mathematik und den Naturwissenschaften im Bundesvergleich schlecht abgeschnitten. Die Schulabbrecherquote von 9,6 Prozent im Jahr 2018 habe über dem Bundesdurchschnitt von 6,6 Prozent gelegen und sei der zweitschlechteste Wert aller Bundesländer.

Defizite gebe es auch bei der beruflichen Bildung - trotz Fortschritten in den letzten Jahren. Gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter seien 2019 weiterhin relativ wenige betriebliche Ausbildungsplätze angeboten worden. Die Quote lag demnach bei 53,7 Prozent, der Bundesdurchschnitt bei 68,1 Prozent. Das bedeutet: Letzter Platz.

Nach der Veröffentlichung der Studie übte der Vorsitzende der CDU Berlin, Kai Wegner, Kritik an der Bildungspolitik der rot-rot-grünen Regierungskoalition. Berlins Schüler seien "genauso fleißig, klug und motiviert" wie diejenigen in Sachsen oder Bayern. "Das fortgesetzt schlechte Abschneiden Berlins ist die Folge schlechter Politik", so Wegner. "Nach 24 Jahren SPD-Bildungssenatoren braucht Berlin einen echten Neustart in der Bildung."

Langsames Internet bremst Brandenburgs Bildungspolitik

Brandenburg hat sich um einen Platz nach vorne geschoben, liegt aber trotzdem nur auf Platz 14. Das Bundesland lässt nur Bremen und Sachsen-Anhalt hinter sich.

Mit Blick auf Brandenburg bemängelt die Studie den weiterhin großen Aufholbedarf beim Zugang zu schnellem Internet für den Fernunterricht in ländlichen Regionen. Ein Manko sei außerdem, dass das Bundesland beim Anteil der Hochschulabsolventen in Ingenieurwissenschaften sowie Mathematik und Naturwissenschaften unterdurchschnittlich abschneide. Dies liege aber auch daran, dass das benachbarte Berlin in diesem Bereich besonders gut sei.

Brandenburgs CDU-Fraktion sieht "eine ganze Menge Arbeit"

Positiv ist laut Initiative, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Brandenburg gering ist. Auf Schulebene erreichten "vergleichsweise viele Schüler die Mindeststandards in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften", heißt es.

Die CDU-Landtagsfraktion sieht nach zehn Jahren rot-roter Regierung "eine ganze Menge Arbeit" in der Bildungspolitik und verweist auf die gemeinsamen Pläne der rot-schwarz-grünen Koalition. "Wir haben deshalb im Koalitionsvertrag wichtige Maßnahmen festgeschrieben und werden mit aller Kraft dafür arbeiten, diese auch trotz der Corona-Herausforderung umzusetzen", hieß es in einer Stellungnahme. Darin sind zum Beispiel mehr Mittel für digitale Medien in Schulen vereinbart.

Sendung: Abendschau, 14.08.2020, 19.30 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Das war doch abzusehen.
    Wie immer auf einen der letzten Plätze, bei Allem.

  2. 1.

    In jedem Wahlprogramm der SPD im letzten Jahrzehnt war Bildung ein absoluter Schwerpunkt. Bei den Ergebnissen muss man Anspruch u und Leistung der Bildungspolitik der SPD sehr kritisch hinterfragt werden. Inzwischen haben mehrere Jahrgänge nicht die Bildung bekommen die moeglich warte und somit um Zukunfttschancen gebracht worden. Aber die SPD wird so weiter machen wie bisher. Konsequenzen Fehlanzeige

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