Bildungsministerin Britta Ernst (Quelle: rbb)
Bild: rbb

Start ins neue Schuljahr - Brandenburg stellt Rekordzahl von Lehrkräften ein

Für das in wenigen Tagen beginnende Schuljahr sind in Brandenburg 1.544 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt worden. Trotz Corona sollen die Schulen im Regelbetrieb starten, kündigte Bildungsministerin Ernst an - mit entsprechenden Schutzmaßnahmen.

Zum Beginn des Regelbetriebs in den Brandenburger Schulen unter Corona-Bedingungen startet eine Rekordzahl von neuen Lehrern. Für das am Montag beginnende neue Schuljahr seien 1.544 Lehrkräfte unbefristet neu eingestellt worden, berichtete Bildungsministerin Bitta Ernst (SPD) am Donnerstag in Potsdam.

"Das ist seit der Wiedervereinigung die höchste jemals pro Jahr erreichte Zahl im Land Brandenburg", sagte Ernst. Damit gebe es 19.506 Stellen für Lehrkräfte, 216 mehr als im Vorjahr. Die zusätzlichen Stellen würden insbesondere wegen steigender Schülerzahlen benötigt. Im neuen Schuljahr sind es rund 294.000 Schüler, darunter 23.400 Erstklässler.

Maskenpflicht und Test-Angebote

Das Land habe das Covid-19-Infektionsgeschehen im Blick, betonte die Ministerin. "Schutzmaßnahmen sind deshalb unverzichtbar", sagte Ernst. Am Mittwoch hatte das Ministerium bereits eine Maskenpflicht für Schulen angekündigt, die jedoch nicht in Klassenräumen und auf Schulhöfen gelten soll. Zusätzlich gebe es bereits seit längerer Zeit Hygienekonzepte, betonte die Ministerin.

Dem gesamten Schulpersonal werde angeboten, sich bis November im Zwei-Wochen-Abstand insgesamt sechsmal kostenlos auf eine mögliche Coronavirus-Infektion testen zu lassen, sagte Ernst. Dafür würden Berechtigungsscheine ausgegeben.

Unterricht in den Ferien

Wegen möglicher Bildungslücken bei den Schülern behält sich Ernst vor, für die Osterferien kommenden Jahres Pflichtunterricht anzuordnen. Es gebe auch durch die Einschränkungen
im vergangenen Schuljahr sicherlich Nachholbedarf, sagte Ernst. Daher solle in den ersten drei Wochen des neuen Schuljahres der Lernstand der Schüler in den Kernfächern ermittelt werden.

Nach der Auswertung Mitte September soll zunächst entschieden werden, ob es in den Herbstferien freiwillige Angebote gibt und ob Unterricht an Samstagen erforderlich ist. Bis Ende November werde dann Klarheit herrschen, ob Pflichtunterricht in den Osterferien notwendig sei - insbesondere für die Klassen, die vor einem Schulabschluss stehen. Ernst bat die Eltern, Entscheidungen über eventuelle Urlaubspläne bis dahin zu verschieben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.08.2020, 19.30 Uhr

19 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 19.

    Frau Ernst, die Ehefrau von Olaf Scholz, ist gelernte Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft (und hat keine Kinder - sagt Wiki).

    Nun muss man natürlich keine Kinder haben, - aber alles in allem sind das nicht die besten Voraussetzungen für den Job, den sie zu machen hat.

    Als MinisterIn für xyz sollte man m.E. von der Materie selber Ahnung haben.

  2. 17.

    Entscheidungsträger sollten nicht jeden lauen Gedankenfurz publik machen, das ist unerträglich.

    Hin und Her, Ja und Nein, Heute oder Morgen, vielleicht auch nur freiwillig bis Mittwoch 12.45 Uhr ... Ätzend!!!

    Meine Tochter hat seit Jahren schrecklichen Unterricht, da wird ihr nun in der 12. Klasse bestimmt sehr geholfen sein, wenn am Samstag auch noch fade Beschäftigungstherapie verordnet werden sollte.

    Zu viele Lehrer haben den Beruf als Zweitwunsch gewählt und nicht aus Berufung ... Das ist ein großes Problem.

    Ein guter Pädagoge kann sinnvoll Stoff raffen und findet Wege, Versäumtes auf nette Weise nachzuholen. Leider gibt's davon zu wenig.

    Furchtbar, wie in der deutschen Bildungspolitik mit Kindern rum experimentert werden darf.

  3. 16.

    Bitte um Aufklärung - was heißt Regelbetrieb? Was ab Montag durchgeführt werden soll ist auf alle Fälle kein bisher üblicher Schulbetrieb - das verstehe ich unter Regelbetrieb bzw. regulärerBetrieb. Masken, abstandhalten, Durchmischung der gab es im regulären Betrieb nicht. - Warum verstehe ich die Politiker nicht mehr?

  4. 15.

    Naja, die bieten ja auch ne große Angriffsfläche, leider erlebe ich sehr viele Peinlichkeiten mit Lehrern. Eigentlich sollten sie die Speerspitze des Bildungssystems sein, das leben leider viele nicht. Einige sind einfach nur überbezahlte, selbstgefällige Beamte.
    Wenn die freie Wirtschaft so arbeiten würde, ginge dieses Land schnell zu Grunde.
    Allerdings kenne ich auch ein paar Ausnahmelehrer, die mit ungeheuer viel Eigeninitiative und Interesse mit ihren Schülern arbeiten, auch wenn es sehr schwer ist.

  5. 14.

    Sie können ja noch frof sein in Berlin ist die Situation noch viel schlimmer.
    Noch weniger Lehrer aber noch mehr Schüler.

  6. 13.

    Man könnte Lehrpläne anpassen, z.B.Englischunterricht erst ab der dritten Klasse durchführen, wie in Sachsen. Auch andere Dinge könnten gestrafft werden. Die Frau Ministerin hatte vermutlich viele Monate Urlaub, ich kann das nicht anders interpretieren, wenn am 10. August die Schule beginnt und mir die Schule meiner Tochter sagt "Am Freitag kommt der Elternbrief, das wird grad alles minütlich wieder umgeschmissen ", was mit den Horten wird ist komplett unklar. Da ist ja Schülerdurchmischung. Wie soll das organisiert werden? Wie werden die Mittagspausen gestaltet? Das soll jede Schule allein entscheiden. Wozu halten wir uns eigentlich ein Bildungsministerium? Wir brauchen kleinere Klassen, kleinere Schulen, das ist menschenfreundlicher, da könnte die Corona-Zeit endlich Anstoß sein. Oder: Manche Kinder haben vormittags Schule und nachmittags Hort, andere vormittags Hort und nachmittags Schule. Oder so. Was wir nicht brauchen, ist: weiter wie bisher. Mehr ausgebildete Lehrer wären gut.

  7. 12.

    Interessant wäre es ja, wenn hier auch Zahlen genannt werden, wie viele Lehrer aus dem Dienst ausscheiden.
    Die 1.544 sind ja definitiv nicht zusätzlich.

  8. 11.

    Nicht gut recherchiert, ich hab mir die Pressekonferenz angesehen. Die sogenannten neuen Lehrer sind zum Großteil Entfristungen. Es sind lediglich 216 neue Stellen geschaffen worden, die aufgrund der steigenden Schülerzahlen bitter nötig sind. 34% sind Seiteneinsteiger, auch das halte ich für zu wenig, in der aktuellen Situation würde ich diesen Job auch nicht in Erwägung ziehen. Das Miniosterium hat sich auf ganzer Linie blamiert. Die Förderrichtlinie für die Endgeräte ist noch nicht fertig, geschweige denn, dass die Mittel abgerufen werden können, es liegen "nur" 133 Anträge auf die Bundesmittel vor, von denen ganze 21 bewilligt sind - was hat man denn in Potsdam gemacht? Man will die "Debatte zu Qualität des Unterrichts mit der Debatte um Digitralisierung verzahnen, ein Erstgespräch habe es gegeben" - Häää? Wo sind denn die Lösungen, die die Lehrkräfte und die Schüler unterstützen können? Kein Wort zu Fortbildungen, damit Distanzlernen auch seinen Namen verdient. Ich bin schockiert!

  9. 10.

    Wahrscheinlich sind ein Großteil der neu eingestellten Lehrer die, die sie vor den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit entlassen haben. Natürlich könnte man auf Fächer wie LER oder Ringelpietz verzichten. Oder unnötige Aufgabefelder aus den Lehrplänen streichen. Das wird wohl ein paar Jahre dauern.

  10. 9.

    Wieviel von den neu "fest"angestellten Lehrkräften war im letzten Jahr befristet bereits im Schuldienst tätig?

    Wie wäre es mit einer Entschlackung der Rahmenlehrpläne auf das Notwendigste. Wer wertete die Leistungsüberprüfung aus?, wenn es die Lehrkräfte machen, wer unterstützt sie vom Land dabei? Bei einer erneuten Schulschließung, wo kommt die Technik her um den Fernunterricht durchzuführen. Warum macht die Ministerin nicht beim Ministerpräsidenten eine halbe Million locker um die Schulen mit Hardware auszustatten. Kann ja den Kommunen als zinsloser Kredit angeboten werden, die ja dafür zuständig sind.

  11. 8.

    natürlich nicht, lesen Sie doch die Antwort von einem Ex-Lehrer aus Fürstenwalde :-)

  12. 7.

    als 1542 Neueinstellungen können nicht alles ausgebildete Lehrer sein. Wenn das Ministerium 216 Stellen für Lehrer mehr hat als im Vorjahr, bedeutet das nämlich eine Lücke von 1326 Lehrkräften, die gefüllt wurde. Und die ganzen Leute gibt der Markt her ? Lieber rbb24, traut euch doch einfach mal, solche Zahlen zu hinterfragen und nicht einfach nur zum Diktat bei Frau Ernst zu erscheinen !

  13. 6.

    Ich glaube, im Ministerium hat man nicht geschnallt, wie belastend Homeschooling ist! Dass Eltern NEBEN der Vollzeitarbeit mit Überstunden (die anderen sind ja in Kurzarbeit 0) noch in den Abend/Nachtstunden unterrichtet haben und wieder werden. Dass Schüler dann auch noch sowohl die Herbst- als auch die Osterferien gestrichen werden UND Samstags Schule ist, ist ja wohl der Hammer! Wofür haben wir da wochenlang Homeschooling gemacht, wenn DAS die Folge ist? Dann hätten wir auch den lieben Gott nen guten Mann sein lassen können und nix tun, MIR hätte das sehr geholfen und meinem Kind auch. ICH habe nämlich keinen Zusatzurlaub und konnte mich von dieser Homeschooling-Doppelschicht-Phase nicht erholen wie die Lehrer, 5,5 Wochen am Stück!
    Wir sollen die Urlaubsplanung bis dahin aussetzen. Jawoll Ma´m, ich glaube, bis dahin wechseln wir auf eine Berliner Schule!

  14. 4.

    Da haben Sie leider Recht. Die überwiegende Zahl werden wohl Seiteneinsteiger sein. Mehr oder weniger geeignet.
    Sicher ein guter Ansatz, aber solange Ü 60 mit voller Bezahlung zu Hause bleiben darf, egal ob mit oder ohne Vorerkrankungen, sehe ich den Regelbetrieb eher scheitern.
    Das mit den Osterferien begrüße ich, bin aber gespannt, was die Lehrer dazu sagen. Ich war selbst lange Zeit Lehrer und weiß, dass es Kandidaten gibt, die schon 14 Tage nach Ferienende stöhnen und auf die nächsten freien Tage warten.

  15. 3.

    Wo kommen die denn auf einmal her? Hoffentlich sind es keine LEERkräfte.

  16. 2.

    Lehrkräfte ja. Ausgebildete Lehrer - Nein.

  17. 1.

    Die spinnt. 216 zusätzliche Lehrer wegen steigender Schülerzahlen (der Rest ging in Rente und wurde ausgeglichen), aber KEIN Ersatz für die, die wegen Corinna daheim bleiben! Und in den Osterferien Schule? Die, die ganz bestimmt nicht kommen werden, sind die Lehrer, die haben ihren Urlaub schon gebucht.
    Bin gespannt, wer da kommen soll. Angeblich hat ja keiner was verpasst, wurde uns kommuniziert...

    Sie wird sich noch zig mal korrigieren müssen, bis dahin..

Das könnte Sie auch interessieren