Archivbild: Generalsekretaerin Linda TEUTEBERG und Bundesvorsitzender Christian LINDNER 70. Ordentlicher Bundesparteitag der FDP. (Quelle: dpa/S. Simon)
Video: Brandenburg Aktuell | 17.08.2020 | M. Schon | Bild: dpa/S. Simon

Brandenburger Parteivorsitzende - Teuteberg soll Posten als FDP-Generalsekretärin abgeben

Nicht einmal eineinhalb Jahre ist Linda Teuteberg im Amt der FDP-Generalsekretärin, nun soll sie den Posten auf Drängen von Parteichef Christian Lindner wieder räumen. Der durch die Brandenburgerin erhoffte Effekt bei Wahlen blieb aus. Eine Neuaufstellung soll es richten.

Obwohl Linda Teuteberg ihren Rücktritt als FDP-Generalsekretärin bisher nicht angeboten hat, will Parteichef Christian Lindner den Posten auf dem Parteitag im September mit Volker Wissing neu besetzen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag am Rande der FDP-Gremiensitzungen, später gab Lindner seinen Vorschlag auf Twitter bekannt. "Die Lage im Land hat sich geändert - deshalb muss sich auch die Team-Aufstellung der FDP ändern", heißt es dort.

Teuteberg sagte, sie wolle der Partei eine Hängepartie ersparen. Sie sei aber nicht zurückgetreten. Am Montagabend entgegnete sie Lindner: "Um das Amt der Generalsekretärin erfolgreich für eine Partei ausüben zu können, ist neben der demokratischen Legitimation durch den Bundesparteitag auch der Rückhalt und das Vertrauen des Vorsitzenden erforderlich."

Die gebürtige Brandenburgerin war im April 2019 gewählt worden. Ihre Amtszeit läuft offiziell zwei Jahre, also bis zum Parteitag im Mai 2021. Die studierte Juristin gilt zwar als ausgewiesene Fachfrau, aber als zu zurückhaltend für den Posten der Generalsekretärin einer Partei in der Opposition.

Auch andere Posten sollen neu besetzt werden

Lindner will seine Partei aber offensichtlich schon beim Parteitag im September und damit rund ein Jahr vor der Bundestagswahl 2021 neu aufstellen. Wissing ist derzeit in einer Ampelkoalition mit SPD und Grünen in Rheinland-Pfalz Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Er war zuvor im Bundestag und profilierte sich dort als Fachmann in den Bereichen Finanzen und Wirtschaft.

Neben Wissing als Generalsekretär soll der frühere SPD-Politiker Harald Christ, der erst im März zur FDP kam, neuer Schatzmeister werden. Er löst den langjährigen Schatzmeister Hermann Otto Solms ab. Christ soll ebenfalls schon auf dem Parteitag im September in sein neues Amt gewählt werden. Damit könne sich die FDP auf die Wahlen im September 2021 optimal vorbereiten und die Parteiführung frühzeitig die richtigen Weichenstellungen vornehmen, hatte Solms seinen Verzicht begründet.

Christ bringt Erfahrung unter Steinmeier mit

Der frühere SPD-Mittelstandsbeauftragte Christ war im Dezember wegen des Linkskurses der neuen SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans aus seiner alten Partei ausgetreten. Der 48-jährige Christ ist Inhaber einer Kommunikationsberatung. 2009 war er im Schattenkabinett des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier als potenzieller Wirtschaftsminister angetreten.

Bei der Vorstandssitzung am Montag stellte Frank Sitta dem Vernehmen nach seinen Beisitzerposten im Präsidium zur Verfügung. Bettina Stark-Watzinger habe ihre Kandidatur angekündigt, hieß es.

Junge Liberale kritisieren Lindner

Teuteberg, die im vergangenen Jahr als Nachfolgerin von Nicola Beer mit großer Mehrheit zur Generalsekretärin gewählt war, sollte der FDP Stimmen im Osten sichern. Damals standen mehrere Wahlen in den neuen Bundesländern an: In Brandenburg verpasste die FDP mit 4,1 Prozent der Stimmen allerdings den Einzug in den Landtag, mit 4,5 Prozent ebenso in Sachsen. Die umstrittene Wahl von FDP-Politiker Thomas Kemmerich mit Stimmen von AfD und CDU zum Ministerpräsidenten in Thüringen löste im Februar eine Regierungskrise aus und schwächte die Partei zusätzlich.

Die Vorsitzende der Jungen Liberalen, Ria Schröder, beklagte am Morgen im ARD-"Morgenmagazin" zur Debatte um Teuteberg: "Ich finde diese ganze Posse, die tut uns als Partei überhaupt nicht gut." Die Wähler hätten keine Lust darauf, eine Partei zu wählen, die sich ständig streitet. "Es ist an der Zeit, jetzt wirklich den Turbo anzuschmeißen, weil wir haben in gut einem Jahr eine Bundestagswahl." Lindner warf sie indirekt vor, Partei und Fraktion nicht breit genug aufzustellen.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 17.08.2020, 19:30 Uhr

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22 Kommentare

  1. 22.

    Lobbyismus + Chauvinismus = FDP...das war so, das ist so und daran wird sich auch zukünftig nichts ändern. Ich bin der Meinung einiger Vorredner, dass es nicht der Mühe wert ist, auch nur einen weiteren Gedanken an diese Partei zu verschwenden...Immer gerade so über der 5 % - Hürde und dennoch großspurig.

  2. 21.

    Herr Lindner soviel zu Gleichberechtigung in der Politik trifft woll nicht bei der FDP zu. Lehre Worte statt richtige Taten.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  3. 20.

    Lindners Fehlgriff wird sich bei den nächsten Wahlen rächen. Diese Partei ist so unnötig, wie ein Kropf!

  4. 19.

    Ich bin immer wieder beeindruckt, wie die FDP sich immer dann, wenn sie mal wieder ernst genommen werden könnte, ins Aus schießt.

    Und das alle paar Jahre mit schöner Regelmäßigkeit. Das geht seit 30 Jahren so. Nachlesbar in der Historie.

    Ich denke, man sollte sich mit der FDP nun endgültig nicht mehr befassen.

  5. 18.

    Müllhaufen oder Sumpf der Geschichte ? Sind das die Inhalte von denen Sie sprechen ? Ich hoffe, dass Sie sich mit der von Ihnen bevorzugten Partei mehr auseinandersetzen. Gibt's da mehr Inhalte ?

  6. 17.

    "Das Ergebnis muss rückgängig gemacht werden", gemeint ist eine rechtlich einwandfreie Wahl eines Ministerpräsidenten, sagte Merkel und Lindner parierte. Im ARD-"Morgenmagazin" sagte der neue Regierungschef auf die Frage, was Parteichef Lindner verlangt habe: "Ich war mit Christian Lindner permanent im Kontakt. Wir haben auch besprochen, was wir hier in Thüringen beschlossen haben. Er hat gesagt, die Entscheidung trifft letztlich der Thüringer Verband."

  7. 16.

    FDP und Inhalte? Das ist ja etwas völlig neues. FDP und Lobbyismus trifft es genau. Diese Partei der Großverdiener gehört in den Sumpf der deutschen Geschichte

  8. 15.

    Man merkt ihnen den Ärger über den mißlungenen Coup immer noch deutlich an.

    Es ist noch nicht lange her, dass Faschisten mit Hilfe bürgerlicher Parteien an die Macht kamen.

    "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch..."

  9. 14.

    Die FDP kann nur noch durch eine 3-fache berufstätige Mutter gerettet werden, die ordentlich Krawall macht und endlich die Belange von Eltern und Kindern wieder zur Sprache bringt. Oder einen Star / Schauspieler(in) mit eig. Firma oder sozialen Projekten.
    Riemann/Schweiger usw.

  10. 13.

    Es gibt eben zwei grundverschiedene Verständnisse von Freiheit:
    Das eine, sich sämtliche Alternativen vor Augen zu führen, ohne jegliche Scheuklappen, und dann hier so und dort anders zu handeln - je nach Umständen.
    Das zweite, dass etwas einmal Festgelegtes bis zum Exzess ausgelebt werden darf - in der Wirtschaft, auf der Fahrbahn bis zum Maximum an Geschwindigkeit, in puncto Verrechtlichung aller Lebensbereiche, folglich keine Realität sein könne, wo kein Paragraf dazu existiere. Das ist das System der Versicherungen und Rechtsanwälte.

    Für die zweite Alternative steht lupenrein die FDP. Persönlich will ich das neurotische Freiheit nennen. Die erste ist die unbefangene, die offene, spontane. Das aber ist den Firmenschild-Freiheitlichen ein Gräuel.

  11. 12.

    Lindner muss eig. gleich mitgehen.
    Schade, ich finde seine Ansichten sehr gut, und er redet sehr gut.
    Aber eben nur reden reicht nicht, denn wer sich vor der Verantwortung drückt, den brauchen wir eig. nicht.

  12. 11.

    Besonders farblos war die FDP beim Thema Corona. Dabei hätte Sie mit dem "F" im Namen richtig glänzen können. Man hätte für die Einstehen können, die durch die Coronamaßnahmen in den Ruin getrieben wurden, für die strauchelnden Betrieben und für jene, die zum Teil bis heute Berifsverbot haben.
    Auch hätte man eine FDP nicht so schnell in die rechte Ecke stellen können oder als Verwörer abtun können.

    Aber nix war. Ein wachsweiches Rumgeeier. Das "F" der Partei scheint tot.

  13. 10.

    Die Nachrichten aus dieser komischen Splitterpartei kann man sich schenken. Wer braucht diesen komischen Haufen in der Politik? Diese Mehrheitsbeschaffer gehören seit den 80ern auf den Müllhaufen der Geschichte. Ich hoffe das erledigt sich langsam von selbst.

  14. 9.

    Was ist aus der FDP nur geworden??? Aber man sieht das einzelne, unfähige Personen den Laden so herunterwirtschaften können. Aber die Hauptsache diese sind von sich überzeugt. Mit Herrn Lindner wird das nix.

  15. 8.

    Da hat die FDP eine fähige und sehr kluge Person aufgestellt und sägen diese ab. Nur weil sie Lindner gefährlich werden könnte und Spielraum für Konsens lässt. Unglaublich von Hern Lindner und zeigt auf, dass der Mann gar kein Gespür für seine Partei und Ziele mehr hat. Herr Lindner sollte endlich in die Bedeutungslosigkeit gehen bevor er seine Partei noch ganz mit dahin nimmt.

  16. 7.

    Sie haben recht. BER Plakate reichen sicher nicht. Wenn man aber genau hinschaut ist es mit den Inhalten der anderen Parteien nicht besser.

  17. 6.

    Die jetzt von Lindner abgesägte Teuteberg hat es unbeabsichtigt auf den Punkt gebracht

    "Stehen für das Gegenteil der AfD". Deswegen ist die FDP in Brandenburg und in Sachsen draussen und in Thüringen wird sie demnächst auch draussen sein.

  18. 5.

    "In Thüringen ist ein fataler Fehler passiert"

    Nein, in Thüringen hätte die FDP richtig Fahrt aufnehmen können. So aber wird die FDP verschwinden. Welche Gründe soll es geben, den Umfaller Lindner nochmal zu wählen? Vorher hatte er noch getönt, ein Merkel Untersuchungsausschuss muss her. Da nützt auch der Austausch des Generalsekretärs nichts. Der Linder FDP fehlt ein Alleinstellungsmerkmal. Da kann man doch gleich irgendeine der Altparteien wählen, wenn man weiter die Zustände von Köln, Stuttgart, Frankfurt oder Den Haag haben will.
    .

  19. 4.

    "Die Wähler hätten keine Lust darauf, eine Partei zu wählen, die sich ständig streitet." Die Wähler haben wohl eher keine Lust darauf, eine rückgratlose politische Einmann-Show namens Lindner zu wählen, der sein Wimpelchen in Rekordzeit in den jeweils gerade blasenden Wind hält und damit nicht mehr erkennen lässt, wofür die FDP eigentlich stehen will. Lindner hatte seine Zeit, er hat sie zeitweise genutzt, letztlich aber seine Chance verspielt. Er sollte zurücktreten, wenn er seiner Partei einen Gefallen tun will und eine Mannschaft ans Ruder lassen, die für wirklich liberale Werte und Politik steht.

  20. 3.

    Ein Neuanfang kann nur ohne Lindner klappen! Die „Ein-Mann-Show“ muss endlich beendet werden! Sonst sehe ich schwarz für diese Partei!

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