anziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, stellt am 07.07.2020 Ergebnisse der Jugendbefragung "Aufwertung sozialer Berufe" auf einer Pressekonferenz in ihrem Ministerium vor. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Video: Abendschau | 07.08.2020 | Tobias Schmutzler | Bild: dpa/Kay Nietfeld

Plagiatsaffäre - Giffeys Doktorarbeit: Gutachten hält Rüge für unzulässig

Dass Bundesfamilienministerin Giffey in ihrer Doktorarbeit Plagiate nutzte, ist bewiesen. Die FU Berlin erkannte ihr den Titel jedoch nicht ab, sondern sprach nur eine Rüge aus. Das war unzulässig, so ein neues Gutachten. Die Opposition spricht von Bevorzugung.

Die Freie Universität Berlin hätte der SPD-Politikerin Franziska Giffey für ihre fehlerhafte Doktorarbeit keine Rüge erteilen dürfen. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten des Wissenschaftlichen Parlamentsdienstes des Berliner Abgeordnetenhauses, das dem rbb vorliegt. Zuerst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Rüge laut Gesetz gar nicht vorgesehen

In dem Gutachten, das die AfD-Fraktion beim Wissenschaftlichen Parlamentsdienst in Auftrag gegeben hat, heißt es: Eine Rüge, wie sie Bundesfamilienministerin Giffey für ihre Doktorarbeit von der FU Berlin erhielt, sähen weder das Berliner Hochschulgesetz noch die Promotionsordnungen der Unis vor. Die Einschätzung ist allerdings nicht neu, sie wurde zuvor bereits in Wissenschaftskreisen kritisch diskutiert.

Dennoch dürfte das Gutachten nun die Diskussion über die Arbeit von Franziska Giffey neu entfachen. Der Vorsitzende des Wissenschaftsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus, Martin Trefzer (AfD), warf der FU Berlin im Gespräch mit der FAZ vor, eine "rechtswidrige Rüge" erfunden zu haben. Er brachte einen Untersuchungsausschuss ins Gespräch, um den Fall zu untersuchen.

CDU-Generalsekretär Stefan Evers erklärte, es müsse nun aufgeklärt werden, warum die SPD-Ministerin bevorzugt wurde und ob politischer Druck auf die Universität ausgeübt worden sei. "Es war eine 'Lex Giffey' und nichts anderes", so Evers.

Sendung: Abendschau, 07.08.2020, 19 Uhr 30

38 Kommentare

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  1. 37.

    Ja,sehe ich auch so.
    Aber bitte ohne Herrn Saleh als Anhängsel.
    Das kann sie alleine besser und mir fällt nichts ein,was ihn für den Job befähigt.

  2. 36.

    Liebe Paula W.
    Sie sprechen die charakterliche Eignung hier besonders an und die hat nach meinem Empfinden Frau Giffey. Doktorarbeit hin oder her. Und wissen Sie noch was, ich wünsche mir Frau Giffey sogar als die neue Bürgermeisterin von Berlin. Da wird es jetzt aber hier Moder und Gezeter geben unter den ach so aufschäumenden Bürgern, die meinen der RRG Senat muß endlich weg.

  3. 35.

    Lieber Lothar,
    Sie haben meine volle Zustimmung. Man braucht keinen Titel um gute und ehrliche Arbeit abzuliefern oder um zu scheitern, es geht auch um die charakterliche Eignung.
    Das gilt auch ganz besonders für Politiker/ innen.
    Zu dem Rest dieser Diskussion hatte ich mich ja schon unter 6. und 26. geäußert.
    Ich hoffe sie macht weiter und wünsche Ihnen einen
    schönen Sonntag.


  4. 34.

    Wir haben doch genug andere Probleme als Frau Giffey ständig anzuklagen. Doktortitel hin - oder her ist doch so unwichtig! Es geht um den Einsatz ihrer Arbeit und der ist gut. Ich wünsche mir sehr, dass Frau Giffey den langen Atem hat das durchzustehen und nicht aufzugeben!

  5. 33.

    Werter Herr Krüger. Ich gestehe bei nur „einer“ recht komplizierten Matheaufgabe bei der schriftlichen Gesellenprüfung geschummelt zu haben. Aber erstens wurde ich dabei nicht erwischt und zweitens habe ich Jahre später meinen Beruf sowieso gewechselt um bei der Deutschen Post meinen Dienst anzutreten. Dabei benötigte ich nicht einmal den besagten Gesellenbrief. Frau Giffey wurde bestimmt nicht deshalb Politikerin, weil sie einen Doktortitel hat. Sie hat sich für diesen Weg so oder so entschieden. Dazu bedarf es keinen Titel vor den Namen. Jetzt muß sie aber zusehen, wie sie aus dieser Zwickmühle herauskommt. Eine Möglichkeit wäre wie gesagt ihr Rücktritt, was ich persönlich bedauerlich fände, denn sie macht bisher einen guten Job. Der andere ist der, sie sitzt es aus und macht einfach weiter wie bisher. Als Wähler zählt für mich zuerst eimal die Leistung einzelner Politiker*innen u.nicht etwa weil da ein Doktortitel vor den Namen steht.

  6. 32.

    Es mag Ihnen nicht schmecken, aber die AfD ist nunmal die einzige Partei, die dem Altparteienklüngel nicht unterworfen ist, und die auch hier in der Causa Giffey den Stein ins Rollen brachte. Und das ist nunmal Aufgabe einer funktionierenden parlamentarischen Oppositon, derartige Vorgänge zu thematisieren.

  7. 31.

    Den Engländern kommt das Griechisch vor, weshalb alle 1 : 1 Übersetzungsprogramme regelmäßig scheitern.
    Dann wären wir schon beim nächsten Thema, ob Lesen tatsächlich mit hintergründigem Verstehen einhergeht. Das meine ich nicht gegen Sie, sondern ganz allgemein.

  8. 30.

    Um den Gedankengang mal weiterzuführen:
    Rückwirkende Aberkennung des Gesellenbriefs. Rückwirkende Annulierung sämtlicher Leistungen, die auf der Basis eines nicht rechtmäßig zustandegekommenen Gesellenbriefs entstanden sind und Wandlung bzw. Rückerstattung des Geldes. Zum Zwecke des Letzteren kurzzeitige Wiedereinführung der D-Mark, um dieses Rückabwicklungsgeschäft original in Szene zu setzen ...

    Ich will die Sache mit den Plagiaten nicht ins Lächerliche ziehen, dennoch ist das Ausmaß m. E. entscheidend. Studierende müssen heutzutage ein sehr umfangreiches Quellenverzeichnis nachweisen. Da werden Quellenverzeichnisse einfach per Copy-Taste rüberzogen, ohne auch nur eine einzige Zeile davon gelesen zu haben. Jede/r weiß das und keine/r bestreitet das von Grund auf.

    Die Diskussion wäre darum viel grundsätzlicher zu führen, ohne aufgebaute Buhmänner und -frauen.






  9. 29.

    Abwarten und Tee trinken. Noch hat die werte Frau Giffey das letzte Wort.

  10. 28.

    Ist das vielleicht eine Verunglimpfung der Spanier. Stattdessen z. B. kommt mir merkwürdig vor.

  11. 27.

    It´s time to say good bye.

  12. 26.

    Man darf ja nicht vergessen,dass das hier auch eine politisch motivierte Diskussion ist,die schon mal abgeschlossen war und nun wieder aufgewärmt wurde. Fr.Dr.Giffey hatte selbst die Überprüfung ihrer Doktorarbeit erbeten und sofern das Ergebnis negativ ausfällt, hatte sie Konsequenzen angekpndigt:
    15.08.19 | 18:32 Uhr rbb24:
    "Bundesfamilienministerin Giffey hat ihren Rücktritt in Aussicht gestellt, sollte sie ihren Doktortitel verlieren."
    Auch auf die Kanditatur in Berlin würde sie dann verzichten.
    Diese Diskussion zur Rüge wurde auch bereits geführt:"Die Freie Universität Berlin hätte der SPD-Politikerin Franziska Giffey für ihre fehlerhafte Doktorarbeit keine Rüge erteilen dürfen. " Gibt es nun auch Konsequenzen für die Beteiligten an dem abgeschlossenen Prüfverfahren oder lastet man das auch Fr.Dr.Giffey an. Eine sehr durchsichtige Motivlage,zumal seit es auch um die Neubesetzung des Bürgermeisterposten in Berlin geht.

  13. 25.

    Wie man weiß oder wissen sollte und wie es auch im Text steht, verläuft eine Promotion nach einem bestimmten rechtlich festgelegten Verfahren, der Promotionsordnung. Daran haben sich alle Seiten zu halten. Hinzukommen natürlich entsprechende Hochschulgesetze. Es geht also nicht um irgendwelche Gefälligkeiten oder Abwägungen bei einzelnen Verstößen.
    Man kann aber grundsätzlich fragen, ob nach einem abgeschlossenen Verfahren, etwas auch mal als abgeschlossen zu betrachten ist.
    Wer alles während einer Prüfung beim Schummeln erwischt wird, dürfte kaum nur mit einer Rüge davonkommen.

  14. 24.

    Nehmen Sie sich ein Beispiel an Frau Lompscher und legen Sie ihr Amt nieder, sehr geehrte Frau Giffey.

  15. 23.

    Auch wieder wahr. Wenn ich an meine Gesellenprüfung zurückdenke, da habe ich auch bei einer Matheaufgabe geschummelt. Wird mir jetzt dadurch mein Gesellenbrief wieder weggenommen?

  16. 21.

    Aktuelles Beispiel Abipruefung

    XY wird beim abschreiben vom Spickzettel erwischt.
    Der Lehrer erteilt ihm ein Ruege .......

  17. 20.

    Bleibt abzuwarten, ob Frau Giffey soviel Anstand und Charakter hat und jetzt zurück tritt.
    Allein, mir fehlt der Glaube, scheint sie doch so etwas wie ein Licht an Ender des Tunnels der untergehenden SPD zu sein.
    Leider aber besteht die Gefahr, dass diese Person die nächste Bürgermeisterin von Berlin zu werden.
    Das sollten wir Wähler verhindern.

  18. 19.

    Also das diese Ministerin nach den massiven Vorwürfen noch an ihrem Stuhl festhält, ist mir rätselhaft:

    "Auf 76 von 205 Seiten Plagiatsfundstellen dokumentiert."
    "Dies entspricht einem Anteil von 37.1 % aller Seiten."
    "Davon enthalten 11 Seiten 50 % - 75 % Plagiatstext und 1 Seiten mehr als 75 % Plagiatstext."

    Vor allem der letzten Absatz mit dem massiven Plagiatseinsatz auf einzelnen Seiten ist für jeden echten Akademiker skandalös!
    Schon irre was die Gutachter haben da durchgehen lassen.

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