Der Platz der Republik (Quelle: rbb|24/Winkler/ dpa/Haeckel)
Bild: rbb|24/Winkler/ dpa/Haeckel

Vorher-Nachher-Bilder | Teil 2 - Wie sich Berlin innerhalb eines Jahrhunderts verändert hat

Mit dem Groß-Berlin Gesetz vor 100 Jahren wurde Berlin zu der Metropole, wie wir sie heute kennen. rbb|24 zeigt in Bildern die Veränderung seither. Mit einem Schieberegler können Sie zwischen damals und heute wechseln. Teil 2 eines Streifzugs. Von Caroline Winkler

Mit einem Stapel Fotografien aus dem Jahr 1920 hat sich Caroline Winkler auf die Suche nach den Bildmotiven von vor 100 Jahren gemacht. An manchen Orten war der Zugang unmöglich, an anderen stand aus dieser Zeit kein Gebäude mehr, an vielen aber existieren noch die Zeugen der 1920er Jahre.

Mit dem Schieberegler in der Mitte der Bilder können Sie zwischen den historischen Fotos und den aktuellen Aufnahmen wechseln.

Dies ist Teil 2 eines Streifzugs durch Berlin. Teil 1 können Sie hier sehen.

Falls Sie die untenstehenden Bilder nicht sehen können, klicken Sie bitte hier.

Stromlinienautos, konstruiert 1921-23 von Paul Jaray (1889-1974) um 1921 auf dem Pariser Platz in Berlin; im Hintergrund das Brandenburger Tor. (Quelle: dpa/akg-images) Das Brandenburger Tor am 28.08.2020. (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)

Das Brandenburger Tor wurde 1789-1793 nach Entwürfen von Carl Gotthard Langhans erbaut und ist das einzige von 18 Berliner Stadttoren, welches noch erhalten ist. 1921 nutzte der österreichische Erfinder Paul Jaray den Pariser Platz, um seine aerodynamisch optimierten "Stromlinienautos" zu präsentieren. Das Brandenburger Tor stand nach dem Mauerbau unmittelbar an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Nach dem Mauerfall wurde das Brandenburger Tor unter Jubel von rund 100.000 Menschen am 22. Dezember 1989 wiedereröffnet. Der Pariser Platz ist seit 2002 Fußgängerzone mit eingeschränktem Fahrverbot (Ausnahmen: Fahrräder, Taxis und Anlieger). (historisches Foto: dpa/akg-images)

Archivbild: Blick vom Rathausturm um 1910 nach Südwesten auf die Nikolaikirche. Im Hintergrund die Petrikirche. (Quelle: dpa/Gebrüder Haeckel) Blicka auf das Nikolaiviertel vom Roten Rathaus am 31.08.2020. (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)

Das Nikolaiviertel ist das älteste Siedlungsgebiet der Hauptstadt. Bis zum Zweiten Weltkrieg war das Viertel von Gasthöfen, Läden und Handwerksbetrieben geprägt. Künstler wie Kleist, Ibsen oder Lessing lebten hier. Bombenangriffe zerstörten das Viertel im Jahr 1944 weitgehend. 1980–1987 wurde es im Auftrag des Magistrats von Ost-Berlin wiederaufgebaut. Rund um die rekonstruierte Nikolaikirche entstand auf annähernd mittelalterlichem Grundriss ein Ensemble aus historischen Bürgerhäusern und Plattenbauten. (historisches Foto: dpa/Gebrüder Haeckel)

Der Hochbahnhof Möckernbrücke am Landwehrkanal um 1920, Fotopostkarte. (Quelle: dpa/akg-images) Die Möckernbrücke am Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg am 27.08.2020. (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)

Der Hochbahnhof Möckernbrücke wurde 1902 für die ersten Berliner U-Bahnlinie in Richtung Charlottenburg in Betrieb genommen. Schon 1880 hatte Werner Siemens erste Ideen für eine Reihe von Hochbahnhöfen entwickelt, die er später verwirklichte. 1920 hatte Berlin 3,9 Millionen Einwohner. Ab 1929 wurden die Menschen dann von der neu gegründeten BVG durch die Stadt befördert, man war mobil. 1984 führte das Grips-Theater das Stück "Linie 1" zum ersten Mal auf. Es handelt von einem Mädchen vom Lande, das auf der Suche nach ihrem Märchenprinzen, einem Rockmusiker, in der U-Bahn einer Vielzahl an Charakteren von West-Berlin begegnet. Das Stück wird bis heute gespielt. (historisches Foto: dpa/akg-images)

Blick vom Rathausturm auf die Marienkirche und den Neuen Markt um 1920. (Quelle: dpa/Otto Haeckel) Blick auf die Marienkirche und den Neptunbrunnen vom Roten Rathaus am 31.08.2020. (Quelle: rbb24/Caroline Winkler)

Die Marienkirche, erstmals 1292 urkundlich als Pfarrkirche erwähnt, baute Hermann Blankenstein von 1893 bis 1895 umfassend um. Direkt daneben wurde der Neue Markt ab 1900 zu einer Grünanlage umgestaltet. Er bot den Berlinern in den 1920er Jahren in verdichteter Umgebung etwas Erholung. Heute steht hier der Neptunbrunnen, der aber ursprünglich einen anderen Platz hatte: 1891 war er vor dem Berliner Stadtschloss aufgebaut worden. (historisches Foto: dpa/Otto Haeckel)

Einzug des dänischen Königspaares in Berlin am 24.2.1913 mit zahlreichen Schaulustigen vor der Siegessäule in Berlin-Tiergarten. (Quelle: dpa/Otto Haeckel) Blick auf den Berliner Reichstag am 27.08.2020. (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)

Direkt vor dem Reichstag liegt der einstige Königsplatz. Im Jahr 1864 bis 1873 wurde hier die, von Wilhelm I. beauftragte, Siegessäule von Heinrich Strack errichtet. Im Zuge der Weimarer Republik wurde der Platz in den Platz der Republik umbenannt. In den Jahren 1938–1939 wurde die Siegessäule von den Nationalsozialisten für die Umgestaltung der "Reichshauptstadt Germania" an den Großen Stern versetzt, ihrem heutigen Standort. Ab 1961 lief die Mauer direkt hinter dem Reichstag. Nach dem Mauerfall gestalteten Berliner Landschaftsarchitekten den Platz am ehemaligen Standort der Siegessäule neu. (historisches Foto: dpa/Otto Haeckel)

Blick vom Rathausturm auf Schloss, Dom und Unter den Linden, historische Aufnahme, ca. 1920. (Quelle: dpa/Siegfried Kuttig) Blick auf das Humboldtforum und den Dom vom Roten Rathaus am 31.08.2020. (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)

Der Historische Neubau des Berliner Doms wurde 1905 geweiht. Nachdem Berlin sich durch die zunehmende Industrialisierung zur Metropole entwickelte, wurde der "Alte Dom" als nicht mehr repräsentativ genug empfunden. Die Nationalsozialisten nutzten den Dom als Bühne für ihre Inszenierungen, Göring heiratete hier. 1944 brannte nach einem Bombenangriff die Kuppel ab, auch die Denkmalskirche wurde unter anderem zerstört. Erst 1984 konnte der Wiederaufbau abgeschlossen werden und erst nach der Wiedervereinigung wurden die Kuppelmosaiken rekonstruiert. (historisches Foto: dpa/Siegfried Kuttig)

Berlin Kreuzberg, Die Straflenseite des Anhalter Bahnhofes um 1920. (Quelle: imago images/Archivi) Der Anhalter Bahnhof in Berlin-Kreuzberg am 27.08.2020. (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)

1880 wurde das imposante Bahnhofsgebäude des Anhalter Bahnhof der jungen Industrie-Metropole eingeweiht. Der vorgelagerte Güterbahnhof stellte Berlins logistischem Herz dar. 1959 wurde die Ruine des Bahnhofsgebäudes nahe der Sektorengrenze gesprengt. Nur ein Rest der Eingangsfront blieb stehen und steht heute als Denkmal für die Schrecken des Krieges. Ab 1942 waren vom Anhalter Bahnhof knapp 10.000 Berliner Juden nach Theresienstadt deportiert worden. (historische Foto: imago images/Archivi)

Potsdamer Platz mit Verkehrsturm. (Quelle: imago images/Arckivi) Der Potsdamer Platz am 27.08.2020. (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)

In den 1920er Jahren brummte das Leben am Potsdamer Platz als beliebter Treffpunkt der politischenund kulturellen Szene Berlins. Kaufhäuser, Cafés und eine belebte Kreuzung prägten den Platz. Um den stetig wachsenden Verkehr zu regeln und den Personalbedarf zur Verkehrsregelung zu reduzieren, wurde hier 1924 Deutschlands erste Ampelanlage in Betrieb genommen. Der Potsdamer Platz wurde im Krieg weitgehend zerstört. Bis Mitte der 1970er Jahre entfernte man im östlichen Teil, im sogenannten Todesstreifen, nahezu alle übriggebliebenen Gebäude. Und auch im westlichen Teil riss man lieber ab, als zu sanieren. Ab 1990 wurde der Potsdamer Platz neu bebaut. 1997 enthüllt, erinnert eine Nachbildung des Verkehrsturms in vollkommen neuer Umgebung an die alte Kreuzung. (historische Foto: imago images/Archivi)

Die Jungfernbrücke in Berlin-Mitte, Ansicht von Süden, um 1930. (Quelle: dpa/akg-images) Die Jungfernbrücke in Berlin-Mitte am 31.08.2020. (Quelle: rbb24/Caroline Winkler)

Die Jungfernbrücke ist die älteste erhaltene Brücke Berlins. Die Zugbrücke wurde in ihrem jetzigen Erscheinungsbild um 1798 gebaut. Der Verein "Flussbad Berlin" testet 2020 auf einem Kahn nördlich der Brücke eine natürliche Reinigung des Flusswassers. Die Berliner sollen wieder in der Spree schwimmen können. (historisches Foto: dpa/akg-images)

Mehr zum Thema

Logo: 100xBerlin - Die schönsten Kieze, Quelle: rbb
rbb

Ab 25.09.2015 | Vierteilige Reihe - 100xBerlin

Der rbb feiert 100 Jahre Groß-Berlin mit "100xBerlin": rbb Fernsehen und rbb 88.8 suchen den schönsten Kiez der Stadt. Die vierteilige Reihe ist ein Streifzug in alle Himmelsrichtungen Berlins - von Alt-Tegel im Norden bis zum Tempelhofer Hafen im Süden, von Friedrichshagen im Osten bis zum Wannsee im Westen.

Beitrag von Caroline Winkler

6 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 6.

    Heute schauen viele Menschen auch lieber auf das Handy. Sodass schöne Fassaden und Häuser gar keine Beachtung finden würden. ;-)

  2. 5.

    Dieser Vergleich zeigt sehr eindrucksvoll das Zerstörungspotential eines Krieges.

  3. 4.

    Ich denke einfach, der Unterschied besteht darin, dass die vorherige Bebauung aus der Sicht der natürlichsten Fortbewegungsart des Menschen, des zu Fuß Gehens, entstanden ist, allenfalls noch aus der Sicht langsam fahrender Pferdekutschen.

    Die neuere Bebauung nach dem Krieg wurde dann aus der so bezeichneten Windschutzscheibenperspektive und aus der Vogelperspektive entworfen - wobei das eklatante Missverständnis darin besteht, dass der Autofahrende kaum Zeit hat, überhaupt nicht links und rechts zu schauen und der Mensch eben schlichtweg kein Vogel ist. Auch das Aufsteigen mit Ballons und Flugzeugen dürfte beim Allgemeinbürger eher selten sein.

    So bleibt die Nachkriegs-Stadtperspektive merkwürdig fremd beim Menschen. Leider gibt es nur recht wenig Neubauten, die aus der Perspektive eines zu Fuß Gehenden entstanden sind.

  4. 3.

    Dit mit de Schieberegler funktioniert bei mir nich... :-((

  5. 2.

    Respekt an den Fotografen, die Bilder sind fast deckungsgleich.

  6. 1.

    Die Hässlichkeit entsteht eigentlich vor allem Dingen da, wo seit der Nachkriegszeit Hochhäuser als Betonklötze hingehauen wurden. Durch die Traufhöhe, durch Straßenlinien aber auch durch Varianten der Häuser und durch rundere Formen entsteht eine angenehme Einheit des Stadtbildes. In den alten Bildern sieht man die Mühe um das Ganze, die neue Stadtplanung drückt aus: 'Egozentriker machen das so, weil sie es können" Allerdings lieblos und in keiner Weise genial.

Das könnte Sie auch interessieren

Rotes Rathaus in Berlin-Mitte (Quelle: imago images/Sattler)
www.imago-images.de/Sattler

Teil-Lockdown in Berlin - Kontroverse Diskussion bei Senats-Sondersitzung erwartet

Der Berliner Senat kommt am Donnerstag zu einer Sondersitzung zusammen, um den von Bund und Ländern beschlossenen Teil-Lockdown zu diskutieren. Die Linke hat bereits Bedenken angemeldet. Am Sonntag folgt eine Sondersitzung des Abgeordnetenhauses.

rbb|24 streamt die Pressekonferenz des Senats am Donnerstagabend live.