Symbolbild/Archiv - Kinder spielen auf der ersten temporären Spielstraße in Berlin. (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Autofreier Tag am 22. September - Berlin macht 24 Orte zu temporären Spielstraßen

Rollern, rennen, Rad schlagen: Am Dienstag werden 24 Straßenteile in Berlin für vier Stunden zu temporären Spielstraßen. So beteiligt sich die Hauptstadt am globalen autofreien Tag. Die Koalitionsfraktionen fordern für jedes Jahr eine derartige Aktion.

Am globalen autofreien Tag, der alljährlich am 22. September stattfindet, beteiligt sich Berlin in diesem Jahr mit temporären Spielstraßen. Diese würden in acht Bezirken an zwei Dutzend Orten für mehrere Stunden am Nachmittag auf Nebenstraßen eingerichtet, hieß es vom Senat. Insgesamt handelt es sich um drei Kilometer Straße.

Günther eröffnet temporäre Spielstraße

Die Bewohner Berlins seien an diesem Tag dazu aufgerufen, auf das Auto zu verzichten, sagte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne). So solle ein Zeichen für Klimaschutz, für eine menschengerechte, lebenswerte Stadt und für die Mobilitätswende gesetzt werden.

"Wenn wir unsere Städte neu denken und planen, dann sollten wir Kindern viel mehr Raum geben. Sie sollen sich direkt vor ihren Häusern und Wohnungen auf der Straße gefahrlos ausprobieren und spielen können.", sagte Günther. Solche Freiräume zu schaffen sei auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Die Verkehrssenatorin wird am Dienstag, den 22. September 2020, ab 14 Uhr die Spielstraße in der Rüdesheimer Straße vor der Grundschule am Rüdesheimer Platz eröffnen.

Koalitionsfraktion will kontinuierliche Beteiligung

Der globale autofreie Aktionstag findet seit den 1980er Jahren statt. In einem Antrag für das Abgeordnetenhaus fordern die Koalitionsfraktionen SPD, Linke und Grüne, dass sich Berlin ab jetzt jedes Jahr mit verschiedenen Aktionen beteiligt.

Erster Schritt in diesem Zusammenhang soll demnach ein "fahrscheinloser Tag" sein, an dem die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nichts kostet, damit die Leute ihr Auto stehen lassen. In dem Antrag wird der Senat aufgefordert, Konzepte zu erarbeiten. Er wird am Donnerstag im Abgeordnetenhaus beraten und voraussichtlich auch beschlossen.

Temporäre Spielstraßen am 22.9.2020

Folgende Straßenabschnitte werden am 22. September 2020 in der Zeit von 14 bis 18 Uhr als Spielstraßen genutzt:

Charlottenburg-Wilmersdorf

  • Rüdesheimer Straße, zwischen Wiesbadener- und Laubenheimer Straße
  • Babelsberger Straße, zwischen Badensche- und Waghäuseler Straße
  • Sigmaringer Straße, zwischen Wegener- und Gasteiner Straße
  • Windscheidstraße, vom Stuttgarter Platz bis zum Ende des Stadtbahntunnels

Friedrichshain-Kreuzberg

  • Dresdener Straße, zwischen Adalbertstraße und Erkelenzdamm
  • Kinzigstraße, zwischen Weser- und Scharnweberstraße
  • Simplonstraße, zwischen Helmerdinger- und Matkowskystraße
  • Waldemarstraße, zwischen Adalbertstraße und Leuschnerdamm

Mitte

  • Freienwalder Straße, zwischen Soldiner Straße und Friedhof
  • Große Hamburger Straße, zwischen Oranienburger- und Krausnickstraße

Neukölln

  • Anzengruberstraße, zwischen Donaustraße und Sonnenallee
  • Neckarstraße

Pankow

  • Bötzowstraße, zwischen John-Schehr- und Danziger Straße
  • Gneiststraße, zwischen Greifenhagener Straße und Schönhauser Allee
  • Göhrener Ei
  • Jacobsohnstraße, von Nr. 1 bis Nr. 17
  • Tassostraße, zwischen Pistorius- und Charlottenstraße
  • Templiner Straße, zwischen Zionskirch- und Schwedter Straße

Steglitz-Zehlendorf

  • Baseler Straße, zwischen Ringstraße und Kadettenweg

Tempelhof-Schöneberg

  • Barbarossastraße, zwischen Goltz- und Karl-Schrader-Straße
  • Goltzstraße (Lichtenrade), zwischen Haeseler- und Rehagener Straße
  • Niedstraße, Nr. 1 – 2 (am Breslauer Platz)
  • Steinmetzstraße zwischen Bülow- und Alvenslebenstraße

Treptow-Köpenick

  • Krüllsstraße, zwischen Schmollerplatz und Karl-Kunger-Straße

Sendung: Inforadio, 21.09.2020, 15:25 Uhr

60 Kommentare

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  1. 60.

    Feuerwehr, Notarzteinsätze, Polizei, Pflegepersonal, die alte und/oder kranke Menschen versorgen, Menschen mit körperlichen Einschränkungen, Lieferverkehr für Geschäfte, Bauarbeiter*innen - die alle werden von uns Lots*innen natürlich reingelassen! Auch alle, die raus wollen/müssen, werden raus gelassen. Immer begleitet und im Schritttempo.
    Ausserdem handelt es sich um wenige Stunden (3-5 Stunden, je nach Spielstrasse) an einem Tag in der Woche (bisher waren es Sonntage), an denen diese Spielstrassen für den Autoverkehr gesperrt werden. Ganz ehrlich: in einer Großstadt mehr Platz für Kinder und zwischenmenschliche Begegnung zu schaffen, sollte doch ausser Frage stehen?! Es gibt doch auch zig Baustellen, die den Weg versperren. Ausserdem entsteht mehr Interaktion und Kooperation in der Nachbarschaft zwischen Erwachsenen, Älteren, Jüngeren, Geschäftstreibenden - über die Spielstrassen hinaus. Das ist toll!

  2. 59.

    Ja die linksgrünen Kommunisten schicken Kinder vor, die selbstverständlich vor lauter Bolschewismus und stalinistischer Gängelung so verblödet und mechanisiert sind, dass sie eine temporäre Spielstrasse, oder die Demo auf einer Strasse nicht von einer durch Autoverkehr genutzte unterscheiden können.

    Das Schlimme ist Herr Heinz, Sie glauben ihre verquere Perspektive auf Kinder, Ihre wenig schlauen bis absurden Argumente tatsächlich selbst. Haben nicht einmal eine Ahnung davon, welche Zeitverschwendung in Diskussionen Sie selbstverständlich beanspruchen.
    Dabei sollte man Ihnen schon mal die KFZ-Fahrerlaubnis entziehen. Sie erfüllen die Grundvoraussetzungen für ihre Erlangung nicht. Die setzt ein Mindestmass an Verständnis dafür voraus, dass öffentliches Verkehrsland von unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern genutzt wird. Sie fahren und benutzen besser schienengebundene Fahrzeuge. Da sind weniger andere auf Ihrer Spur unterwegs.

  3. 58.

    Vielleicht ein nicht ganz ungefährliches Spiel mit dem Leben der Kinder. Wer immer wieder Kinder auf regulären Straßen spielen lässt, muss einkalkulieren, sie könnten den Respekt vor den Gefahren verlieren. Schon am Wochenende durfte man sich die Augen reiben, als kleine Kinder vorgeschoben wurden, für mehr Radwege für Kinder zu fordern. Kinder des gezeigten Alters, gehören lt. StVO auf Gehwege, Frau Bundesministerin, lieber ADFC!

  4. 57.

    Ja das ist natürlich geradezu ein Skandal. Martina gibt Widerworte. So haben wir uns Meinung, Demokratie und das Aushandeln aber nicht vorgestellt! Da muss die Martina natürlich irgendwie unecht sein. Die Begründung ist zwar nicht schlüssig. Aber egal: Ergebnis zählt.

    Frage:
    Woher kommt der Anspruch die Geduld seiner Mitmenschen mit den immer gleichen Argumenten zu strapazieren? Und sei es nur das einem der eine oder andere Senior oder Behinderte gerade dann einfällt, wird eine Strasse mal einen Tag für Kinder gesperrt. Wer darüber rumnölt - was kann man von dem in all den vielen anderen Fragen erwarten, die für unser Gemeinwesen auszuhandeln sind? Nun mal ehrlich in den Spiegel geguckt. Und dabei der notorischen schlechten Laune ins Auge geblickt.

    Die Stadt für Autos ist vorbei. Das ist halt so. Manche werden das vielleicht erst verstehen, wenn sie einmal gross sind.
    Was soll man denn da anderes sagen. Bin nicht Mami oder Papi mit endloser Geduld für pubertäre Bockigkeit.

  5. 56.

    Wie wäre es denn mit "Martina" zu diskutieren, indem sie die Argumente widerlegen? Achsoo, geht ja nicht, gegen Fakten ist schwer anzukommen.

    Dann versuchen es die schlichten Gemüter wie der Fuchs. Kennen sie die Fabel vom Fuchs und den Trauben?

    Weil man selbst keine Argumente hat und Gegen Fakten nicht ankommer, versucht man es mit Beleidigungen, dummen Unterstellungen und ... ja, die Trauben sind eh sauer.

    Oder mit ihren Worten: " Ihr zu antworten ist vertane Zeit."

  6. 55.

    Liebe Angela. Martina greift in sämtlichen Foren/Themen Leute an die anders ticken als sie. Ihr zu antworten ist vertane Zeit. So langsam bekomme ich den Eindruck das "Martina" nicht echt ist und nur dazu dient die Diskussionen so richtig anzufeuern. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen und angenehmen Tag.

  7. 54.

    Danke Reinickendorf *kotz*

  8. 53.

    "Aha - abgesehen von den Zerstörungen durchs Partyvolk" Äpfel mit Birnen. Außerdem möchte ich nicht wissen auf wieviele qm ihr " Partyvolk" und auf wieviele qkm (!) Straßen kommen.

    "Das wäre doch auch was feines. " Mit Sicherheit aber immer erst vor der Tür der Anderen kehren, nicht wahr?

  9. 52.

    Es gibt auch Anwohner, die oft mit dem Rad fahren und das Auto nur für lange Strecken nutzen. Die haben jetzt das Nachsehen in Gegenden in denen es kaum Parkplätze gibt mal eben umzuparken morgens wenn man eigentlich auf dem Weg zur Arbeit ist und keine Plätze frei sind zum Umparken, weil so eine Aktion über Nacht mit Zettelchen angekündigt wird. Wenn ihr was erreichen wollt, dann informiert die Leute rechtzeitig!!!

  10. 51.

    Über Nacht einen Zettel ans Auto hängen, dass nicht jeden Tag genutzt wird ist etwas wenig Vorlauf um das Auto noch umparken zu können. Eine frühere Ankündigung wäre schön.

  11. 50.

    Vielen Dank für die Erläuterung. Ich wäre auch für einen sachlicheren Ton in den Kommentierungen und auch hier für eine Rücksichtnahme und offenen Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven.

  12. 49.

    Sie scheinen viel Zeit zu haben. Überall Kommentare von Ihnen, BVG fahren, Fahrrad fahren. Rentner? Ohne Auto kostet mich alles mehr Zeit. Grüße aus dem Außenbezirk. Ich muss allerdings zur Arbeit in die Innenstadt. Mit BVG die doppelte Zeit. Und, wo bleibt das Angebot, damit ich auf das Auto verzichten könnte? Nichts.

  13. 48.

    Hallo Martina!
    Meiner Meinung nach ist Sarahs Einwand bezüglich älterer/ gehbehinderter Mitbürger, die aufs Auto angewiesen sind, nachvollziehbar. Warum greifen Sie sie denn so an? Und was wissen Sie von Sarah, möglicherweise ist sie ja selbst auch betroffen? Es geht auch gar nicht darum, Behinderten- oder Seniorengremien gegen den Aktionstag aufzubringen, sondern schlichtweg darum, dass Anwohner z.B. mit aG-Behinderung deswegen tatsächlich "festsitzen" könnten.
    Was den Punkt mit den Radlern angeht, habe ich soeben Sarahs Frage beantwortet: Die ugs. Spielstraße ist nicht die "echte" Spielstraße, und da echte Spielstraßen so gut wie nie vorkommen und man sie daher nicht unbedingt kennt, kann man die Frage nach dem Radverkehr ja durchaus stellen. Sich dafür gleich eine gemeine statt einer klärenden Antwort einfangen zu müssen, ist nicht in Ordnung. SIe haben ein beeindruckendes Ausdrucksvermögen, das sich interessant liest, aber bitte keine inadäquate Schärfe auf Kosten anderer User.

  14. 47.

    Das liegt daran, dass die Bereiche zu sog. "echten Spielstraßen" erklärt werden (d.h., Verbot für Fahrzeuge aller Art).
    Was wir hier im Stadtgebiet üblicherweise haben, sind die verkehrsberuhigten Bereiche, die im Schrittempo von KfZ und Radfahrern befahren werden dürfen. Das, was nun stattfindet, ist aber sozusagen nochmal eine Steigerung dessen.
    Das Argument mit den gehbehinderten Personen, die aufs Fahrzeug angewiesen sind, kann ich aus familiären Gründen sehr gut nachvollziehen und nicht verstehen, warum Martina hier in den Kommentaren so hochgegangen ist und Ihnen so scharf entgegenschreibt...

  15. 46.

    Was passiert denn, wenn ein Anwohner den Notarzt rufen muss, ein Polizeieinsatz erforderlich wird oder ein Löschfahrzeug kommt? Dann müssen die spielenden Kinder aber ja wohl Platz machen, oder?
    MIr tun Leute leid, die im Vorfeld nicht Bescheid wissen, weil sie von außerhalb sind und z.B. per PKW die Große Hamburger lang zum Jüd. Friedhof wollen.
    14-18h ist schön im Feierabendverkehr, da kanns schnell richtig Kuddelmuddel bzw. Stau geben.

  16. 43.

    Nennen es die drei Damen Regieren(Pop,Herrman und Günther)?????? Die tun nun wirklich alles um Berlin zu zerstören.
    Kein wunder also das viele raus wollen aus Berlin.Würde es doch platz schaffen für nicht Berliner.
    In meiner Kindheit hatte man versucht die Kinder von der Strasse zu holen,und Spielplätze geschaffen.Heute ist es ja wohl umgekehrt.Die Regierung sollte lieber anständige Spielplätze schaffen ,aber dann müßten die Eltern ja Verantwortung übernehmen in dem sie mit den Kindern hingehen.Unter dm Schutzmantel Klimaschutz kann man eine ganze menge tun.
    Nur nicht Regieren.Es gibt bestimmt wichtigeres als zu tun als immer nur den Klimaschutz vor zuschieben.

  17. 42.

    Tolle Aktion! Ich freue mich darauf an stelle von bescheuerten Autos spielende Kinder zu sehen!

  18. 41.

    Ach Herr Stoll. Ihr ernst? Ich zum Beispiel verstehe - hat eine Senatorin 5 -6 Termine an ganz unterschiedlichen Orten in einer Stadt mit ca. 50 Km Durchmesser, eine ca. 50-60 Stunden Woche, so wird sie das kaum mit dem Fahrrad bewältigen können. Ausser wir stellen für jeden Senatsposten sozusagen eine Doppelspitze. Das wäre sicher schön. Wiese auch in die Richtung die einzuschlagen wäre: Warum haben wir allgemein höhere Produktivität, führte sie nicht zu mehr Zeit im Leben, die nicht für die Erringung von Stundenlohn, also bloß Geld verwendet werden muss. Aber ich nehme mal an Sie sind für solche Wirtschaftsziele die dem Menschen dienen nicht zu haben.
    Während ich also weiss, das manche Menschen Autos brauchen - die zunehmend und demnächst nicht bloss mehr Verbrenner des 19. Jahrhunderts sind - fahre ich zum Einkaufen mit dem Fahrrad. Oder mit ÖPNV durch die Stadt. Weils mit dem Auto eben Quatsch wäre. Weshalb sollte ich eine Senatorin beneiden, die es anders machen muss?

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