Symbolbild/Archiv - Ein Radfahrer fährt zwischen Autos auf der Leipziger Straße in der Berliner Innenstadt (Bild: imago images/Marius Schwarz)
Audio: Inforadio | 22.09.2020 | Interview mit Regine Günther | Bild: imago images/Marius Schwarz

Autofreier Tag am 22. September - Die Verkehrswende kommt, langsam

Erstmals beteiligt sich Berlin am autofreien Tag. 24 Nebenstraßen werden für ein paar Stunden zu Spielstraßen. Symbolpolitik, sagen Umweltvereine. Und ziehen eine ernüchternde Bilanz aus vier Jahren Verkehrspolitik unter Senatorin Günther. Von Birgit Raddatz

Eigentlich ist es eine dauerhafte Kritik an dem Vorgehen der Berliner Verkehrsverwaltung: Zu langsam geht den Vereinen Changing Cities und der Deutschen Umwelthilfe die Umsetzung des Mobilitätsgesetzes voran. Die Teilnahme Berlins am autofreien Tag an diesem Dienstag ändere daran wenig. Denn auch, wenn temporär ein paar Straßen gesperrt seien, wie auch bereits ein Abschnitt der Friedrichstraße, so führe das noch nicht dazu, dass Berlin seinem Ziel, autofreier zu werden, näherkomme, kritisiert Dorothee Saar von der Deutschen Umwelthilfe.

Schleppender Ausbau beim Radverkehr

Da ist zum einen der im Gesetz angekündigte Ausbau des Radverkehrs. Denn weil der Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs schon per se lange braucht, wäre es sinnvoll, hier kräftig zu investieren, damit mehr Menschen ihr Auto stehen lassen. Das sieht auch das Mobilitätsgesetz vor. Immer noch fehle aber für eine konkrete Umsetzung der Radverkehrsplan, so Ragnhild Sørensen von Changing Cities. "Den braucht es, sonst haben die Planer in den Bezirken und im Senat keine Vorgaben für die Radwege. Und wenn sie die nicht haben, dann machen sie auch nichts." Der Plan regelt unter anderem die Breite der Radwege und bis wann welche Maßnahmen umgesetzt werden müssen. Bis Ende des Jahres soll er nun kommen, bei Changing Cities ist man gespannt.

Immerhin: Die Pop-up-Radwege bezeichnet Ragnhild Sørensen weiterhin als Erfolg – und als Zeichen, dass es auch schnell gehen könnte mit der Verkehrswende. Dass Kritik daran laut wird – wie zuletzt in Form einer AfD-Klage – sei normal, so die Aktivistin. Sie hofft, dass die Pop-up-Radwege dauerhaft bleiben dürfen.

Luftreinhalteplan sieht weniger Parkplätze für Autos vor

Etwa drei Viertel der Stickstoffdioxidbelastung in Berlin stammen laut Verkehrsverwaltung von Pkw und Lkw mit Verbrennungsmotoren. Weniger motorisierter Verkehr in der Stadt würde auch eine bessere Luftqualität bedeuten. Im vergangenen Sommer hat Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) den Luftreinhalteplan vorgestellt. Eine versprochene Maßnahme: Parkraum soll umgewidmet werden. Passiert ist bisher wenig, so Dorothee Saar. "Dabei ist das ein gutes Instrument, um den Autoverkehr insgesamt zu reduzieren."

Erst auf massives Drängen der Deutschen Umwelthilfe hatte Berlin die im Plan festgehaltenen, einzelnen Fahrverbote für Straßen und Tempo-30-Zonen schneller als angekündigt auf den Weg gebracht.

Auch SPD hat Mobilitätsgesetz unterschrieben

Nun ist die Verkehrssenatorin nicht ganz allein für die Verkehrswende zuständig. Die Bezirke spielen bei vielen Entscheidungen, etwa bei der Parkraumbewirtschaftung, eine zentrale Rolle. Und auch der Koalitionspartner SPD ruderte zuletzt beim Mobilitätsgesetz eher zurück, als progressiv nach vorne zu gehen.

Das Maßnahmenpaket der Verkehrsverwaltung, um den ausgerufenen Klimanotstand zu beenden, wollen die Sozialdemokraten nur unter Auflagen mittragen. Man merke, dass sich die Parteien nun für das Wahljahr 2021 in Stellung bringen, so Saar. "Die SPD tut derzeit so, als ob das Mobilitätsgesetz noch verhandelbar wäre, ich finde diese Diskussionen belasten, wenn sie zu Lasten der Berlinerinnen und Berliner gehen."

Beitrag von Birgit Raddatz

80 Kommentare

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  1. 80.

    Der Vergleich der Mittlere Weglänge mit Berlin ergibt eben das Berlin keinesfalls die Hauptstadt der Kurzstrecken ist.
    Sie sollten doch ihre eigen Ratschläge beachten. Zitat "Alles als Fake News abzutun was Ihnen nicht passt ohne selber Quellen zu bringen kommt nicht gut an."

    JuliaMittwoch, 23.09.2020 | 13:53 Uhr
    Antwort auf [Steffen] vom 23.09.2020 um 12:09
    ..... Das sieht man an anderen Städten, die die Infrastruktur gefördert haben.
    Keine Quellen von ihnen

    Mittlere Weglänge in Berlin sind 5.9km, also rund 20 Minuten mit dem Fahrrad. Läuft bei mir schon unter "Kurzstrecke". ......

    https://www.berlin.de/sen/uvk/_assets/verkehr/verkehrsdaten/zahlen-und-fakten/mobilitaet-in-staedten-srv-2018/berlin_steckbrief_berlin_gesamt.pdf

    Ihrer Quelle ist nicht zu entnehmen das "Berlin ist eine Hauptstadt der Kurzstrecken. ".

    Keine Zeichen mehr ihnen

  2. 79.

    Wenn viele Städte ähnliche Werte wie Berlin haben liegt das vielleicht auch einfach daran, dass die meisten Städte "Städte der kurzen Wege" sind und man in den meisten Städten ganz gut ohne Auto auskommt. Sie können gerne andere Quellen als die Verkehrsdaten des Senats verlinken, aber einfach alles als Fake News abzutun was Ihnen nicht passt ohne selber Quellen zu bringen kommt nicht gut an.

  3. 78.

    Um Gottes Willen, wie kommen Sie denn darauf? Sie lesen hier wohl noch nicht lange mit, oder? Nee, der gute Mann hasst mich wie die Pest! Wahrscheinlich haben Sie meinen Post falsch aufgefasst? Ich bin weit näher an Ihrer Meinung als bei den Radfahrern. Ungeachtet dessen bin ich aber der Meinung, dass es durchaus Berliner Autofahrer gibt, die das Auto zumindest zeitweise aus reiner Bequemlichkeit nutzen und dadurch mehr PKW als nötig unterwegs sind. Ich würde aber nie jemanden vorschreiben wollen, das Auto stehen zu lassen, derjenige darf sich dann nur nicht über Stau aufregen, soweit der nicht durch politische Schikane verursacht wurde. So ehrlich muss man auch sein.

  4. 77.

    Bitte informieren Sie sich doch bitte über Verkehrsplanung. So wäre es Vorteilhaft wenn Sie sich beschäftigen würden mit der Berechnung "Mittlere Weglänge in Berlin sind 5.9km". Gut jetzt wird es ein wenig komplex. Die Zahl ist schon fast so was wie statischer Witz, da sehr viele Städte eine mittlere Weglänge wie Berlin haben. Der Vergleich der Zahlen mit Berlin ergibt eben das Berlin keinesfalls eine Hauptstadt der Kurzstrecken ist. War eben eine Fake-News von dem "2-radmechaniker".

  5. 76.

    Sind Sie "2-radmechaniker"? Die Radfahrer-Lobby fordert nur ständig. Aber träumen Sie ruhig weiter. Ich als Fußgänger sponsere denen die BVG. In der Biologie wird so was Schmarotzer genannt.

  6. 75.

    Grundsätzlich stimme ich mit Ihnen überein. Nur muss man aufpassen, wenn man mit kurzen Wegen argumentiert. Das sind ja nicht nur Pendler, von denen nutzen auf so kurzen Strecken die Wenigsten das Auto, weil sich dafür das "Aufgeben" des mühsam gefundenen Parkplatzes gar nicht lohnt. Kurze Wege sind oft Einkaufswege, die mit dem PKW absolviert werden. Dafür werden dann aber auch gleich Großeinkäufe getätigt. Kann man zwar auch mit dem Rad erledigen, kostet dann aber ein Vielfaches an Zeit und die ist den meisten Menschen kostbarer, als die Umweltbelastung. Pendler sind auf kurzen Strecken mit dem ÖPNV jetzt schon i.d.R. genau so schnell, wenn er denn angeboten wird. An vielen Stellen ist das Netz noch nicht dicht genug, gerade in den Außenbezirken. Von Ausbau wird zwar viel geredet, wirklich passieren tut aber auch unter RRG nichts, keine echten Planungen, keine nennenswerten Ausschreibungen.
    P.S.: Kopenhagen hat meines Wissens sogar einen höheren MIV-Anteil als Berlin!

  7. 74.

    Es ging nicht darum 100% der Menschen für alle Wege unter 5km aufs Rad zu zwingen, sondern darum, dass Alisa behauptete Berlin sei keine Hauptstadt kurzer Wege. Viele Wege sind kurz und ein größerer Teil der kurzen Wege würde mit dem Fahrrad passieren wenn die Infrastruktur besser wäre. Das sieht man an anderen Städten, die die Infrastruktur gefördert haben.

    Die Leute, die dann ihre 10km zum Büro nicht mit dem Fahrrad fahren wollen haben freiere Bahn, wenn statt 27% der Wege zwischen 1 und 3km nur noch 15% mit dem Auto absolviert werden. Anders als hier in der Kommentaren oft propagiert wird, ist das politische Ziel nicht, dass es überhaupt keine Autos mehr auf den Straßen gibt, sondern dass der Straßenraum sinnvoller aufgeteilt wird, wie das zum Beispiel in Kopenhagen und Amsterdam in den letzten Jahrzehnten sehr erfolgreich passiert ist und weiter passiert. Eine Stärkung des ÖPNV ist übrigens natürlich auch geplant.

  8. 73.

    Grundsätzlich haben Sie recht, es ist aber eine Illusion zu glauben, der MIV könnte vollständig durch den ÖPNV ersetzt werden. Es wir immer Fälle geben, in denen das Auto die einzige sinnvolle Alternative bleibt. Allein schon aus ökonomischen und ökologischen Gründen stößt ein hochgetaktetes ÖPNV-Angebot in Rand- und Nachtzeiten an die Grenzen der Zumutbarkeit. Es ist nicht sinnvoll, ständig überall regelmäßig Busse und Bahnen leer durch die Gegend fahren zu lassen. Unsere moderne Gesellschaft verlangt aber hohe Mobilität. Daher kann das Ziel eben nicht die Abschaffung des MIV sein sondern die Reduzierung möglichst nah an das absolut erforderliche Minimum. Viele Berliner praktizieren das jetzt schon so, aber es gibt noch Verbesserungspotential. Egal was kommen wird, die Gesellschaft wird deutlich höhere Kosten für die Reduzierung des MIV zahlen müssen, wenn sie dieses Ziel wünscht.

  9. 72.

    Sie können aber auch nicht automatisch von sich auf alle anderen schließen. Für viele Menschen ist ein Strecke über 3 Kilometer per Rad nicht akzeptabel. Niemand möchte verschwitzt auf der Arbeit erscheinen, wenn er/sie zum Beispiel Kundenkontakte pflegt. In den wenigsten Firmen gibt es Duschmöglichkeiten oder es fehlt schlicht die Zeit dafür. Daher ist ein Zwang zum Fahrrad eben keine echte Alternative. Natürlich müssen trotzdem Radwege ausgebaut werden, um Kurzstrecken mit dem PKW überflüssig zu machen. Für viele ist und bleibt es aber ein Fortbewegungsmittel in der Freizeit und entlastet damit trotzdem den motorisierten Verkehr enorm. Wer aber heute schon lange Strecken in Berlin pendelt, für die das Rad in aller Regel nicht in Betracht kommt, braucht einen besseren ÖPNV als Alternative. Das sind doch heute die Pendler mit PKWs, die eben auch künftig nicht aufs Rad umsteigen können. Auf Kurzstrecken pendelt meiner Erfahrung nach schon jetzt kaum jemand mit dem Auto.

  10. 71.

    Es fehlt halt schlicht an wirklichen Argumenten, deshalb muss er sich so krampfhaft an meinem kleinen vergessenen Wort "Berliner HAUSHALTE" hochziehen. Die Statistik stammt ja vom Senat. Was mich einfach nur annervt, ist dieses ständige Spaltenwollen in Rad- und Autofahrer, als wären sie im Straßenverkehr unvermeidliche Gegner. Wie soll da jemals ein sinnvolles Miteinander stattfinden? Die Mehrheit der Berliner nutzt eben nun mal auch den PKW und will nicht gänzlich drauf verzichten. Deshalb werden diese Menschen aber noch lange nicht zu Feinden. Man sieht doch jetzt schon, dass mit besseren Alternativen zum PKW immer mehr Menschen überlegen, ob für den jeweiligen Weg der PKW wirklich das beste Mittel ist und auch umsteigen. Es können und wollen aber nun mal nicht alle aufs Rad umsteigen. Dafür gibt es viele gute Gründe. Deshalb muss ein vernünftigerer Verkehrsmix her, mit so wenig PKW-Verkehr wie möglich, aber trotzdem so viel wie nötig.

  11. 70.

    Aber wenn es nach RRG geht sollen alle ihr Auto abschaffen, ja? Das ist Bevormundung und ich denke kein Mensch lässt sich dazu zwingen das Auto abzugeben. Schon mal darüber nachgedacht wieviel an Steuergelder, die ja sehr üppig sind, dann wegfallen? Nicht nur bei der Autoversicherung sondern auch beim Tanken. E-Autos sind alles andere als umweltfreundlich, das wollen die Befürworter dieser Kisten aber nicht sehen. Wie die Batterien von diesen Autos entsorgt werden sollen ist auch noch nicht klar. Jeder Schrottplatzbetreiber schlägt die Hände über den Kopf zusammen und verwehrt die Annahme. Ach so, die vollen öffentlichen Verkehrsmittel stellen also keine Gefahr dar sich an Corona anzustecken? Da gibt es keine Probleme? Aha, der Anstieg der Ansteckungen ist dann wohl nur der Partyszene zuzuschreiben? Ich glaube nicht das mit Solardächern und Windräder der Strombedarf gedeckt werden kann. Das sind utopische Phantasien.

  12. 69.

    Mittlere Weglänge in Berlin sind 5.9km, also rund 20 Minuten mit dem Fahrrad. Läuft bei mir schon unter "Kurzstrecke". Der Ausbau der Fahrradinfrastruktur zielt darauf ab, dass mehr von den Wegen zwischen 1 und 5km mit dem Fahrrad absolviert werden.

    https://www.berlin.de/sen/uvk/_assets/verkehr/verkehrsdaten/zahlen-und-fakten/mobilitaet-in-staedten-srv-2018/berlin_steckbrief_berlin_gesamt.pdf

  13. 68.

    Die faktenfernen Fake-News verbreiten Sie. Beispiel die Statistik welche Sie angaben und "Berlin ist eine Hauptstadt der Kurzstrecken. "

  14. 67.

    Mit dem falschen Fuß aufgestanden? Es geht doch nicht darum den MIV und Straßen abzuschaffen, sondern auf das notwendige Minimum zu reduzieren. Dazu zählen Taxis, Ride-Sharing, Polizei, Ärzte, Lieferverkehr und der Individualverkehr, der sich nicht effektiv mit ÖPNV/Rad bewältigen lässt.

    Corona: Die Züge und Busse sind seit... April/Mai wieder voll und das scheint kein echtes Problem zu sein. Zumindest mit Masken.

    E-Autos: Werden mit steigender Stückzahl und den Jahren günstiger. Ein 4K-Fernseher hat auch mal 10.000+ Euro gekostet und "konnte sich niemand leisten".

    Strom: Wenn die Bundesregierung sich endlich mal durchringt "Bürgerstrom" nicht mehr künstlich unattraktiv zu machen, es sich also auch finanziell für Mieter und Vermieter lohnt Solaranlagen aufs Dach zu packen, wäre schon viel gewonnen.

  15. 66.

    Ich schicke mein Kind doch heute nicht auf die Straße, damit es morgen denkt es wäre immer so und vors Auto läuft. Das weicht ja alles auf, was man den Kindern mühevoll eingetrichtert hat.
    Mal wieder denkt RRG nicht an die Folgen von dem was sie anstellen.

    @57: es gibt 1,22 Mio in der Stadt Berlin zugelassene Pkw (Tendenz steigend und ohne FirmenPkw oder in anderen Städten zugelassene aber hier "lebende" und Leihdienste) und 1,9 Mio Wohnungen. Damit verfügen mindestens 2/3 der Haushalte also rund 66% über ein Auto. Was meinen Sie, wem diese ganzen Dinger auf den Straßen gehören?
    Also vor meinem Haus mit 8 Parteien stehen 6 Autos. Und das geht die ganze Straße so. Tagsüber parken hier die Angestellten der umliegenden Firmen + Krankenhaus + Besucher/Patienten und ab Nachmittags/Nachts die Anwohner.
    Von jedem Auto profitiert die ganze Familie. Kinder, Einkauf, Arbeitsweg, Urlaub, Besuch. Durch jedes "gekillte" Auto sind also mehrere Betroffene sauer.

  16. 65.

    ...zum einen geb ich Ihnen recht, LKW und Radfahrer bei einen Unfall ist immer zum Nachteil des Radfahrer. und klar machen alle Verkehrsteilnehmer Fehler, egal ob Auto oder Rad oder Fussgänger etc.
    Was mich aber an Ihren Vergleich stört, LKW gehören nun mal zur Versorgung der Gesamtbevölkerung dazu. Wenn ich als Radfahrer neben einen LKW stehe und nicht weiß, ob ich gesehen werde, warte ich bis der LKW weg ist. Was nützt mir die Vorfahrt, wenn ich danach nicht mehr da bin. Ich bin Autofahrer und für kurze Erledigungen zu Fuß oder Rad, was ich aber als Autofahrer in meiner 45 Min Fahrt von Schöneberg nach 13055 sehe, sind in der Regel, mindestens 2 - 4 Radfahrer, die bei Rot fahren, sich eng durchschlängeln und beim freundlichen Ansprechen, meist noch den Mittelfinger zeigen. Mehr miteinander wäre schon ein großer Schritt..

  17. 64.

    Schade, dass Napp als Wohnort "Berlin-Mitte" angegeben hat - da wirkt das Geheule von den undenkbar weiten Entfernungen der Außenbezirke besonders glaubwürdig.
    Schön auch die Technik, wie die Stimmen der Nichtwähler automatisch als Unterstützer der eigenen Meinung gewertet werden. Auch unter den 42 % Nichtwählern dürften viele Auto-Kritiker sein, etwa die zahllosen nichtwählenden Kinder und Jugendlichen. So richtig gegen Fahrradverkehr sind ja seit der Fahrradbegeisterung der CDU ja nur noch FDP und AFD, die nach Nappscher Berechnung ungefähr 1.9 % ZUstimmung für die FDP und etwa 4 % für die AFD für sich beanspruchen können.

  18. 63.

    Hier können die mit ~7% gewählten Grünen („ehrliche Wahlergebnis“ mit 42,0 % Nichtwähler) endlich sehen was die Bevölkerung außerhalb Friedrichshain-Kreuzberg/Mitte davon hält: NICHTS.
    Die genannten Bezirke haben Glück (oder auch Pech) dicht auf einander zu hocken und alles schön Fußläufig zu haben.
    Die Bevölkerung in den umliegenden Bezirken jedenfalls wollen auch mobil sein und zwar mit dem Auto, Fahrrad ist undenkbar wegen der Entfernungen, sie haben schließlich nicht grün gewählt. Somit fällt grüne Ideologie einfach mal flach.

  19. 62.

    Zum restlichen Beitrag von Ihnen kann man natürlich diskutieren. Fakt bleibt aber, dass zwar eine Minderheit ein Auto besitzt, eine knappe Mehrheit ein solches aber zumindest gelegentlich benutzt. Die Kinder lassen sich ja auch sehr gern durch die Gegend fahren, dürfen aber naturgemäß noch keins besitzen. Genau so macht ein Besitz mehrerer KFZ pro Haushalt selten Sinn und ist in Berlin eher was für Vermögende.
    Die Infrastruktur müsste man ach für weit weniger Autos nahezu unverändert aufrecht erhalten, man muss ja überall hin kommen. Lediglich Parkplätze könnten wegfallen. Damit aber eben leider auch Einnahmen für die Bezirke in nicht unerheblicher Höhe, ganz neben verringerten Einnahmen aus der Energie- und der zugegebenermaßen vernachlässigbaren Kfz-Steuer. Das heißt dann aber auch, dass die allgemeine Steuerlast noch weiter steigt. Ganz so einfach ist das Ganze dann eben doch nicht.

  20. 61.

    Sie haben Recht, das habe ich auch gemeint. Offenbar war mein Fehler und die eigentlich gewollte Aussage aber doch so offensichtlich, dass Sie es korrekt korrigiert haben. Ich habe schlicht das Wort Haushalte vergessen zu schreiben. Danke!

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