Archivbild vom 03.12.2016 - Friedrike Schwebler, Renate Künast, Ramona Pop (Senatorin für Wirtschaft) und Dirk Behrendt (Senator für Justiz) (v.l.n.r.), sprechen auf der Landesdelegiertenkonferenz von Bündnis90/Die Grünen. (Bild: imago images/IPON)
Audio: Inforadio | 01.09.2020 | Ute Schuhmacher | Bild: imago images/IPON

Partei-interne Befragung unter Amtsträgern - Berliner Grüne bestehen zu 80 Prozent aus Akademikern

In einer internen Umfrage der Berliner Grünen haben gut 80 Prozent der Befragten angegeben, einen Universitätsabschluss zu haben. Das zeigt das Ergebnispapier "Plural nach vorne", dass die Grünen-Landesvorsitzende, Nina Stahr, am Dienstag in der Parteizentrale vorstellte. Außerdem bezeichneten sich knapp 80 Prozent als "weiß", mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, weiblich zu sein und mindestens rund ein Drittel, dass sie mindestens in zweiter Generation einen Migrationshintergrund haben.

Partei-interne Befragung nach Vielfalt

Das Ziel der Landespartei war es, herauszufinden, wie vielfältig die Grünen in der Hauptstadt sind. Dazu befragte sie ihre Abgeordneten, Senatsmitglieder, Bezirksverordnete und Parteifunktionäre. Von insgesamt 358 Befragten machten 252 Personen Angaben zu ihrer Identität, die Teilnehmerquote lag demnach bei rund 70 Prozent.

Zwar würden die vielen Akademiker die Partei nicht überraschen, aber diesen Punkt würden die Grünen ändern wollen. Deswegen wollen sie unter anderem ihre Politik "allgemeinverständlicher" erklären, sagte Stahr. Inhaltlich mache die Partei, aus Sicht der Landesvorsitzenden, auch Politik für Nichtakademiker.

Ein Viertel der Umfrage-Teilnehmer bezeichnete sich zudem als LGBT, also schwul, lesbisch, bi, trans oder nicht-binär. Hierunter sind mehr schwule Männer vertreten als lesbische Frauen - zwei Prozent bezeichneten sich als trans oder nicht-binär.

Sendung: Inforadio, 01.09.2020, 17:00 Uhr

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18 Kommentare

  1. 17.

    Vom alleinigen Grund sprach ich in der Tat nicht. Vielmehr geht es mir unter anderem darum, auch "blinde Flecken" zu benennen. Mit den berühmt-berüchtigen Wutbürgern hat das erstmal nichts zu tun, sondern mit einer grün zugewandten Wählerklientel, die andere Möglichkeiten hat, sich Gehör zu verschaffen. Sowohl parteiinern als auch extern mit Hilfe von Rechtsanwälten.

    "Warum braucht man alleine dafür 3 Jahre ! ?"

    Zu Ihrer letzten Frage kommt sicherlich das Unvermögen von Behörden mit dazu. Das liegt m. E. an den penibel abgegrenzten Kompetenzen, mithin dem Nachbarbereich nicht ins Gehege zu fahren. Sie ist ja jedesmal die Begründung dafür, Dinge elendig lang auf dem Schreibtisch liegen zu lassen. Wirkliche Teamarbeit sähe anders aus.

    Geht es um Verantwortung dafür, weshalb bestimmte Vorhaben bislang nicht zustande kommen, würde ich aus meiner (Außen-) und sehr begrenzten Binnensicht mehrere Antworten geben. Das grüne Klientel, um das es hier ja geht, ist eine Antwort dabei.

  2. 16.

    Das sagt aber leider garnichts über die Fähigkeit der Betroffenen in der Politik aus.

  3. 15.

    Sie versuchen zum wiederholten mal als alleinigen Grund für die zum Teil starken Verzögerungen von Bauprojekten insbesondere bei der Straßenbahn einige 1000 Wutbürger und deren gute Rechtsanwälte verantwortlich zu machen aber das ist sehr einfach gedacht und entspricht nicht den Tatsachen das hier wie dort 8 , 10 oder 12 Jahre Planungszeit ins Land gehen . Das war im übrigen auch nicht der alleinige Grund das es bei der Dresdner Bahn 20 Jahre gedauert hat . Auch dort hatten Bahn und Politik gehörigen Anteil an den jahrelangen Verzögerungen . Man könnte für jedes Projekt sicher noch ein Dutzend andere Gründe aufführen die zumindest zum Teil vermeidbar währen bei entsprechender Organisation und Zielstrebigkeit . Um zum Beispiel die Vorzugsvariante für die Tram Verbindung zum Hermannplatz zu bestimmen wurde im April 2018 mit der Planung begonnen und wenn alles gut geht werden wir im kommenden Frühjahr also 2021 dann endlich ein Ergebnis haben . Warum braucht man alleine dafür 3 Jahre ! ?

  4. 14.

    Was die Straßenbahn über die Oberbaumbrücke angeht, denke ich, dass sich da die Szene auch selber gegenseitig "nicht grün" ist. Die einen, die von der Falckensteinstraße, fürchten um das Leben ihrer Kinder, wenn das Verkehrsmittel, das sie überall sonst favorisieren, ausgerechnet durch ihre Straße fährt; andere, Radfahrende eben, wollen auf Deubel kumm raus einen so breiten Radweg selbst zu Lasten des Straßenbahnprofils auf der Oberbaumbrücke, die dafür nun einmal nicht so viel Platz lässt. Dies, um sich anständig zu überholen.

    Grüne Funktionsträger, so mein Eindruck von außen, hängen da zwischen Baum und Borke. - Das war übrigens schon in Hamburg so beim Versuch einer Gemeinschaftsschule. Da stand nicht nur Poppenbüttel u. Blankenese vor, auch die grünen Eltern, die ihre Kinder zusätzlich in einen Musikunterricht und Kunstunterricht schicken, waren nicht gerade Feuer & Flamme dafür, "ihre Kids" länger als nötig "mit den anderen" zusammenzuwissen.

  5. 13.

    Die Anbindung an den BER hamse ooch nich geschafft. Die ist seit 2011 fertig, außerdem liegt sie in Brandenburg.

  6. 12.

    Leider ist der Straßenbahnausbau nur Stückwerk. In Kreuzberg warten wir seit der Öffnung der Oberbaumbrücke in den 90ern auf eine Straßenbahn Anbindung, die vielleicht 2030 erfolgt ;) Wenn ein berlinweites Netz angestrebt wird, wäre "Backplanning" hilfreich (wie beim Hausbau). Leider ist der realpolitisch betrachtete Zeithorizont dafür zu kurz "Nahverkehrsplan 2019-2023 erstmals auch einen langfristigen [äh?!] Zeithorizont bis zum Jahr 2035".
    PS: Vielfältigere Grüne können vielleicht auch Politik für weniger Privilegierte machen statt z.B. gegen Arme (ALG II).
    www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/oepnv/nahverkehrsplan/index.shtml
    www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/oepnv/netzplanung/download/tram_hermannplatz_auswertung_beteiligung.pdf

  7. 11.

    Projekte wie die S21 oder U5 laufen nun schon seit Ende der 90er oder Anfang der 2000er und haben mit der aktuellen Debatte um die verkehrswende rein gar nichts zu tun! Aber richtig in der Amtszeit der Grünen ist bis auf „corona bedingte“ Pop up Radwege nichts passiert! Ich würde sogar sagen letztens im rbb gelesen zu haben das der RRG Senat irgendwas um die 500 m neue Busspuren in Berlin geschaffen hatte! Nun neu die Anbindung an den BER ! Aber spannender würde ich es auch finden in welchen Themen da so ein Abschluss erwirkt wurde und in welcher Beziehung das zu einem praktischen umsetzten im Leben geführt hat! Was nützt die höchste Ausbildung wenn ich zum Beispiel nicht mal mit Messer und Gabel essen kann! Das war immer so ein Spruch meines Großvaters den ich jetzt nicht auf die Parteigenossen der Grünen beziehen möchte. Aber ja viele Politiker aller Parteien sind hoch studierte Menschen wissen aber am Ende nicht was der kleine Mann so macht. Leider. Ein Monat Praktikum im Jahr wäre doch mal spannend für jeden Politiker! Zb ein Grünen Politiker steigt mal mit auf einen Bagger in der Lausitz und ein AFD Politiker arbeitet mal in einem Erstaufnahmelager so gegensätzlich wie möglich um mal über den Tellerrand zu schauen!

  8. 10.

    Ihre Statistik stimmt natürlich. Gleichwohl gilt es den letzten Absatz doch noch einmal richtig einzuordnen: 1. Ist es nicht eine Stadt, sondern ein Land und zwölf Städte. Und zweitens ist der allergrößte Teil dieser Leute ehrenamtlich unterwegs: Unter den Befragten waren die 12*4-7 Kreisvorstände, die 20*2-5 Sprecher*innen der Landesarbeitsgemeinschaften sowie die 21 Mitglieder des Landesparteirates. Mindestens diese Leute machen ihre Arbeit in der Freizeit und voller Überzeugung. Eine Parteiensumpftheorie ist dort völlig fehl am Platz.

  9. 9.

    Wer als Akademiker in der Privaten Wirtschaft nichts wird geht in die Politik. Da ist er Sicher und kann sich ausschwafeln. Er muss da auch nichts erreichen nur diskutieren und Schuld sind immer die Anderen. Der Wähler will es anscheinend so sich Vollquatschen lassen.

  10. 7.

    " Was Sie offenbar wollen, ist obrigkeitsstaatliches Verhalten, ggf., um es dann hinterher wieder als solches zu kritisieren "

    NEIN das erwarte ich nicht und das ist auch nicht notwendig um Projekte etwas zügiger zu planen und zu bauen denn es gibt nicht nur Beispiele aus China sondern auch aus Westeuropäischen Staaten wo recht überschaubare Straßenbahnstrecken keine 8 bis 10 Jahre Planungszeit benötigen und soweit ich weiß handelt sich es auch dort um Demokratien . Wenn laut Koalitionsvertrag zum Ende des aktuellen RRG Senats Ende 2021 u.a. die Tram Strecken Ostkreuz , Mahlsdorf , Turmstraße I. und Wista II. fertig gestellt werden sollten von denen alle 4 nicht viel länger als 2 km sind und wahrscheinlich keine einzige 2021 komplett den Fahrgästen zur Verfügung stehen wird ist das ein Armutszeugnis erst recht und gerade im Zeichen der Verkehrswende . Zum Ende einer Regierungszeit eines Senats in der Regel nach 5 Jahren darf wohl jeder Wähler auch mal Ergebnisse erwarten !!

  11. 6.

    „Berliner Grüne bestehen zu 80 Prozent aus Akademikern“ — Das ist schon wieder Statistik-Müll von Akademikern ... Die Befragten waren *Amtsträger oder Funktionäre* und sind daher nicht repräsentativ für die Mitgliederstruktur. Außerdem haben 30 % nicht geantwortet, so dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich abweichen können:

    Wären die Nicht-Antworter alle Akademiker, läge die Akademiker-Quote unter den Funktionären bei knapp 90 %.

    Wäre keiner der Nicht-Antworter Akademiker, läge die Akademiker-Quote unter den Funktionären bei knapp 60 %.

    Aber man sieht immerhin, dass die Berliner Grünen mit rund 360 Amtsträger und Funktionäre in nur einer Stadt auch schon einen richtigen "Wasserkopf" haben ...

  12. 5.

    Was Sie offenbar wollen, ist obrigkeitsstaatliches Verhalten, ggf., um es dann hinterher wieder als solches zu kritisieren. Nicht nur, weil es Klagende mit langem Atem und einem halben Dutzend Rechtsanwälte gibt, ist eine gesunde Basis für Projekte nötig, sondern auch wegen deren langfristiger Tragfähigkeit. Das betrifft vor allem solche Projekte wie den Straßenbahn-Ausbau.

    Es ist vom Planungsablauf her gut eingetaktet. Und genau das haben alle Vorgänger-Senate bislang schleifen lassen. Deshalb waren alle vorherigen Projekte immer nur recht sprunghaft entstanden.

    Das Vermögen zu einem systematischen Denken und Handeln zahlt sich schon aus. Allerdings wäre es vermessen, aus der eigenen Sprache irgendwann nicht mehr herauszukommen.

  13. 4.

    Interessant wäre zudem eine Aufschlüsselung der akademischen Abschlüsse nach Fachgebieten: Wie viele wurden in Natur- und Ingenieurwissenschaften erworben und wie viele in Gender Studies und Postkolonialer Interkultureller Medienwissenschaft o.ä.?

  14. 3.

    Vielfalt sieht nach diesen Zahlen anders aus. Richtig

  15. 2.

    Genau deshalb kommt nichts gescheites bei den Grünen raus. Wir brauchen keine Akademiker in der Politik, wir brauchen endlich Kompetenz und Praktiker in der Politik

  16. 1.

    In der Regel erwartet man ja eigentlich von Leuten mit Universitätsabschluss eigentlich hier und dort schon etwas bessere und genauere Ergebnisse als von Leuten die nach der 7. oder 8. Klasse die Schule verlassen haben aber was insbesondere die Grünen in Sachen Verkehr und Umwelt in den letzten Jahren in Berlin geleistet haben oder besser gesagt NICHT geleistet haben ist schon ein Armutszeugnis !! Ich denke da an neue Bäume für die Stadt , an Straßenrückbau z.b. Unter den Linden oder der Leipziger Straße wie es vor 1934 schon der Fall war , endlich deutlich mehr sichere Fahrradwege , Ausbau der Straßenbahn was bis heute so gut wie gar nicht geschehen ist und vom S Bahn oder U Bahn Ausbau ganz zu schweigen denn das was da an sogenannter S 21 oder U 5 vor sich hin dümpelt kann ja wohl nicht ernsthaft was mit einer Verkehrswende zu tun haben .

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