Streik des Deutschen Beamtenbundes im Januar 2019 in Mecklenburg-Vorpommern (Bild: dpa/Bernd Wüstneck)
Audio: Inforadio | 19.09.2020 | Oliver Soos | Bild: dpa/Bernd Wüstneck

Zweite Tarifrunde hat begonnen - Tarifgespräche für öffentlichen Dienst auf Sonntag vertagt

Mindestens 150 Euro mehr im Monat und eine Angleichung der Wochenarbeitszeiten in Ost und West: Mit diesen Forderungen gehen die Gewerkschaften in die zweite Runde der Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst. Ein Angebot der Arbeitgeber steht noch aus.

Auch in der zweiten Tarifrunde für Angestellten des Bundes und der Kommunen zeichnet sich bislang keine Annäherung ab. Es gebe zunächst kein Arbeitgeberangebot, die Positionen der Tarifparteien lägen weit auseinander, sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Ulrich Mädge, am Rande der Verhandlungen am Samstag in Potsdam. Die Gespräche wurden auf Sonntag vertagt.

Die Gewerkschaften Verdi und Deutscher Beamtenbund fordern für die Angestellten 4,8 Prozent höhere Löhne, monatlich jedoch mindestens 150 Euro mehr Geld. Zudem verlangen die Gewerkschaften eine Kürzung der längeren ostdeutschen Wochenarbeitszeit um eine Stunde und damit eine bundesweite Angleichung.

Verhandelt wird in Potsdam für insgesamt 2,3 Millionen Tarifbeschäftigte, davon 126.000 beim Bund. Die erste Tarifrunde am 1. September blieb zunächst ergebnislos und ohne Arbeitgeberangebot.

Arbeitgeberseite lehnt Forderungen bislang ab

Vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen haben die Arbeitgeber die Forderung der Gewerkschaften nach deutlichen Tarifsteigerungen abgelehnt. "Wertschätzung zeigt sich nicht immer durch Entgeltsteigerungen, sondern eben auch durch einen sicheren Arbeitsplatz", sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Ulrich Mädge (SPD), der Zeitung "Die Welt" am Freitag. Im öffentlichen Dienst müsse anders als in der Privatwirtschaft niemand befürchten, arbeitslos zu werden.

Mädge sagte mit Blick auf die erhöhten Anforderungen in der Coronakrise etwa für Mitarbeiter in Gesundheitsämtern und Krankenhäusern, zur Wahrheit gehöre auch, dass nicht alle Beschäftigtengruppen im öffentlichen Dienst während des Lockdowns gleichermaßen stark belastet gewesen seien. "Einige haben gar keine Arbeitsleistung erbracht, waren sie doch bei vollen Bezügen bezahlt freigestellt - andere haben aufgrund unseres Tarifvertrags zur Kurzarbeit 95 Prozent ihres Nettoentgelts erhalten." Das alles müsse berücksichtigt werden.

Berlin zahlt Corona-Prämie, Brandenburg nicht

Das Land Berlin hat bereits im Mai beschlossen, seinen 25.000 Beschäftigten eine Corona-Prämie von bis zu 1.000 Euro pro Person auszahlen. Das Geld soll an Menschen gehen, die in der Corona-Krise Außergewöhnliches leisten und in vielen Fällen einer besonderen Gesundheitsgefahr ausgesetzt sind. Zu den Begünstigten sollen neben Ärzten und Pflegern der landeseigenen Krankenhauskonzerne Vivantes und Charité unter anderem auch Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter zählen, aber auch Mitarbeiter der Gesundheitsämter, Erzieherinnen und Erzieher im Notbetrieb in städtischen Kitas und Horten und Mitarbeiter der Jobcenter.

Die rot-schwarz-grüne Landesregierung in Brandenburg plant keine formelle Prämie für in der Corona-Krise besonders geforderte Landesbeschäftigte. Laut Regierungssprecher Florian Engels gebe jedoch sowieso die Tradition, Beschäftigten zum Jahresende eine Prämie auszuzahlen, die über das vergangene Jahr besonders beansprucht gewesen seien und über das allgemeine Maß herausragende Leistungen erbracht hätten.

Sendung: Inforadio, 19.09.2020, 7 Uhr

39 Kommentare

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  1. 39.

    Na, da gönne ich Ihnen doch jeden € ! Wünsche immer unfallfreie Fahrt und immer doch ein bissel Freude an der Arbeit.

  2. 38.

    Und das ist auch gut so! Wir müssen schließlich 3-Schicht und bei Personalmangel außerdem noch unregelmäßige Dienste arbeiten, haben manchmal nur einen tag frei, müssen früh raus, die halbe Nacht nachhause, haben den den halben Bekannten- und Verwandtenkreis verloren und keinen scheinheiligen Sonntag im Park zum rumlungern und keine Zeit für Demos.
    Die Bezahlung bei der BVG "passt" schon, je nach Beruf und Schichtzulagen. Das Gehalt schwankt wegen der rückwirkend gezahlten Nachtstunden und Zuschlägen, die nicht immer gleich ausfallen.
    Nur die unterschiedlich-langen Arbeitszeiten müssen EBEN weg. Meinetwegen würde ich statt 36,5h wieder 38h arbeiten damit die "Neulinge" statt 39h auch 38h Stunden arbeiten können. Eigentlich pille-palle. Verdi ist da ehrlich gesagt ein bisschen blöd drauf. Ein Streik ist hier überflüssig. Solidarität wäre gefragt!

  3. 37.

    Hallo "Fee" !
    Bei BVG Straßenbahn und Bus werden auch Fahrerinnen gesucht. Wie überall im öffentlichen Dienst und öffentlichen Betrieben, werden Bewerbungen von Frauen, Diversen und Behinderten mit entsprechender Eignung bevorzugt. Einstellungsvorrausstzungen sind Lesen, Schreiben, Arbeitsmedizinische Tauglichkeit, Fahrerlaubnisklasse B und die Bereitschaft zur Wechselschichtarbeit. Nach bestandenem Eignungstest und Vertragsunterzeichnung erfolgt die Ausbildung mit Lohngruppe 4 und nach erfolgreicher Fahrprüfung die Weiterbeschäftigung mit Lohngruppe 5. Ich wünsche ihnen viel Erfolg und angenehme Fahrgäste im neuen Beruf !

  4. 36.

    Gehälter im ÖD sind kein Geheimnis. 50% der Beschäftigten erhalten zwischen 2.636 € und 4.194 €.

  5. 35.

    Kaum behauptet ein ARBEITGEBER - VERTRETER die Arbeitsplätze sind SICHER, geht wieder die NEIDDEBATTE los.
    - Ein jeder Freiberufler, Halbtags-Zuhausebleiber, Studien- Indielängezieher ist sofort Willkommen !
    365 Tage / 24 Stunden - ja, auch während der Schlafperiode, Sportschau-Zeit, während der Morgen-Mittag-Spät-Abend-Nacht-Früh-Messe, Sonntag, Feiertag, Mutter-Tag, Vatertag für Jung-Nicht-Väter ab 16 Jahre !
    - Und überlegt mal wie Sicher 1989-90-91 Arbeitsplätze im Öffentlichen Dienst wahren, als eine Komplette Armee, eine Kriegsmarine und eine Luftwaffe abgewickelt wurden, Bahn-Post-Polizei-Zivilschutz, allein die wiedervereinigten BerlinerVerkehrsBetriebe von 28000 auf 15800. - Arbeitsplätze sind NIE sicher, können niemals sicher sein.
    - Deshalb Lohn rauf !
    WERTSCHÄTZUNG ist im Öffentlichen- und Systemrelevanten Bereich eine LEERE, HOLE Worthülse.

  6. 34.

    Wenn man das alles so liest, frage ich mich, warum jemand noch Polizist, Feuerwehrmann,Sanitäter werden will. Im Einsatz beschimpft, angegriffen und schlecht bezahlt. Und wenn es um mehr Gehalt geht geht (zumindest hier) das Gestänker los.
    Was machen wir wenn es keine Polisten, Feuerwehrmänner oder Sanitäter mehr gibt? Wer schützt unser Parlament vor Demonstranten, wer nimmt die Unfälle auf, wer sammelt die Verletzten ein und löscht die Feuer? Und wer schlichtet vor Gericht und spricht Recht? Etwa die Schlaumeier und Besserwisser aus den sozialen Medien?

  7. 33.

    Kurze Info
    Raucherpausen gehen von der Pause ab .

  8. 32.

    Genauso ist es und zwischendurch reicht das Wissen über den ÖD für Stammtischparolen.
    Als ich vor 42 Jahren im ÖD anfing wurde ich bemitleidet,Jahre später beneidet. Mitleid bekommt man geschenkt. Neid muss man sich verdienen.

  9. 31.

    So geht die "Gesellschaft" mit ihren Helden um. Gestern noch gefeiert als die Kacke am dampfen war und heute? Wenn ich hier einige Kommentare lese könnte ich kotzen. So viel Neid, Undank und Unkenntnis auf einem Haufen. Und die Arbeitgeber im Bund, Land und Kommune, auch nicht besser. Wenn diese in den Medien präsent sind , tolle Versprechungen von Prämien und bessere Löhne für die Corona Helden und dann ????

  10. 30.

    Pauschale Polarisierungen im Sinne eines cancel culture führen unsere Diskussionen in der Sache nicht weiter. Egal ob öffentlicher Dienst oder freie Wirtschaft, an allen Stellen gibt es Leistungeträger, die "brennen", gute Mitarbeiter, gute Vorgesetzte und auch exakt das Gegenteil davon. Auf den einzelnen Menschen und die Aufgabe kommt es an und ggf. was der Arbeitgeber aus einem macht. Ich kenne sowohl superfleissige Arbeiter und Handwerker als auch superengagierte Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes. Lasst uns wieder differenzieren.

  11. 29.

    Habe guten Blick auf den Parkplatz der Gemeindeverwaltung; also Hintereingang. Kenne von einigen Mitarbeitern nun schon den Raucherpausenabstand. Meist sind es 2 oder 3 und es wird gequatscht. Ab und an hat man da ja auch etwas zu erledigen; bekommt Einblick. Emsig arbeiten wie ein Fliesenleger oder Tischler ? Fehlanzeige. Einer bringt aber abends "Geld"-der Knöllchenverteiler vom Ordnungsamt. Vor dem Gebäude stehen auch junge Bäume; da mal eine Kanne Wasser rauf geht nicht. Unkraut um die Baumscheiben so 60 cm; kürzlich erst weggemäht. Eine junge Linde hat kaum noch Blätter. Allerdings ist kein Mitarbeiter verdurstet bei der Hitze und Trockenheit. Bald wird wieder im Blauen Salon geraucht; oberhalb des Fensters erkennen auch Unkundige wo sich der befindet . 150-, mehr ? Wofür ?

  12. 28.

    Da muss ich Sie leider korrigieren. Ein Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst kann maximal 3 Tage ohne"Gelben" krank sein. Das kann er nicht unbegrenzt wiederholen. Sondern einmal im Jahr
    Sind die Krankentage zu hoch, muss er ab dem ersten Tag einen " Gelben" abgeben.
    Sie brauchen nicht solch ein Unfug verbreiten, da hat Sie Ihre sichere Quelle schön geleimt.
    Eine Abwesenheit von mehr als 6 Wochen wird nicht nur durch einem erhobenen Zeigefinger "bestraft".
    Es kommt immer ganz darauf an, um was für eine Erkrankung es sich handelt und ob der medizinischen Dienst mit hinzu gezogen wird.

  13. 27.

    Da ist einer ziemlich klug und informiert. Sehr geehrte Dame, ganz ist es nicht so. Informieren sich bitte erneut über ihre Aussage bevor sie Sachen schreiben.

  14. 26.

    Sagen wir mal so, wird unsere Arbeit durch eine extreme Gehaltserhöhung in dieser Runde nicht anerkannt, dann muss halt durch die ganze Corona Mehrbelastung der Doc auch mal AU schreiben,,,, Hohe Belastungen machen ja bekanntlich sehr krank,,, ist doch logisch!!!!
    An alle scheinselbstständigen schwarzarbeitenden und steuerhinterziehenden Handwerker(die sich jetzt angesprochen fühlen) hier noch eine Frage: Habt ihr über die Corona Soforthilfe i.H.v min. 9000 Euro vom Staat auch so gemeckert, oder reicht der mentale Horizont einfach nur nicht weit genug..? Ach ja, Urlaubsgeld gibt es im ÖD nicht mehr wie ja jemand hier gemutmaßt hat,,, dafür aber eine Ausgleichszahlung bei AU, sofern man unstetige Bezüge etwa durch Wechselschicht erhält ;)

  15. 25.

    Wieder typische Debatte. Wenn es der Wirtschaft etwas schlechter geht, dann ist Neid auf den öD angesagt. Geht es der Wirtschaft gut und sie zahlt gut, dann sind die im öD die Trottel und keiner will dort arbeiten, weil der öD schlecht bezahlt. Erst wenn in der Freien Wirtschaft Arbeitslosigkeit droht wird der öD wieder interessant.

  16. 24.

    Sie sind nicht auf den laufenden, Urlaubsgeld gibt es bei einigen schon lange nicht mehr und auch das Weihnachtsgeld ist ein fester Betrag ( bei Krankheit wird dieser reduziert, sang der Gewerkschaften),welcher weit unter dem Lohn liegt und steuern muss man dafür auch zahlen.

  17. 23.

    Dann sollten sie sich Fragen, was kennen sie für Leute. Ich gehe jeden Tag auch trotz Coronazeiten zur Arbeit und mein Lohn ist nicht üppig,kann mir davon kein Haus leisten. Es ist doch klar, je höher die Position desto mehr müssen die Untergebenen arbeiten und die die Arbeit verteilen bekommen mehr Geld als welche die sie erledigen.

  18. 22.

    Lieber Rene, das Sie als Handwerker körperlich arbeiten müssen ist Voraussetzung in dieser Branche. Aber wie kommen Sie darauf, das Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten überbezahlt sind ? Ich würde mich freuen wenn Sie mir dass erklären, weil ich verstehe es nicht.

  19. 20.

    Oh hört hört ... wir können gerne einmal tauschen ... Ich bin seit 33,5 Jahren bei der Berufsfeuerwehr in Berlin...

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