Dilek Kalayci (SPD), Berliner Gesundheitssenatorin, kommt zur Pressekonferenz nach der Sitzung des Berliner Senats. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

BerlinTrend - Zwei Drittel mit Berliner Corona-Politik zufrieden

Die Maßnahmen des Senats in der Corona-Pandemie werden von den Berlinerinnen und Berlinern überwiegend positiv bewertet. Gegenüber dem Frühjahr ist die Zufriedenheit sogar gestiegen. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede nach Partei-Präferenz.

Gut zwei Drittel der Berlinerinnen und Berliner sind zufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement der rot-rot-grünen Regierung. Das geht aus einer Umfrage hervor, die Infratest Dimap im Auftrag der rbb Abendschau und der "Berliner Morgenpost" durchgeführt hat.

Demnach bewerteten 65 Prozent der Befragten die Maßnahmen des Senats positiv: ein Zuwachs um drei Prozentpunkte gegenüber Ende April, als die Erhebung letztmals durchgeführt worden war. Ein Drittel der Befragten zeigte sich hingegen unzufrieden, was einem Minus von drei Prozentpunkten entspricht. Zwei Prozent sagten "weiß nicht" oder machten keine Angaben.

Maßnahmen nur von AfD-Anhängern mehrheitlich negativ bewertet

Ob die Maßnahmen angenommen oder abgelehnt werden, kann eindeutig mit den politischen Präferenzen der Befragten in Verbindung gebracht werden. Hohe zustimmung erfahren die Maßnahmen unter Anhängern der SPD und der Linken (jeweils 79 Prozent), der Grünen (75 Prozent) und der CDU (70 Prozent).

In der Frage gespalten sind die Anhänger der FDP (55 Prozent). Mehrheitlich abgelehnt werden die Corona-Maßnahmen von den Anhängern der AfD, von denen 71 Prozent angaben, "weniger" oder "gar nicht zufrieden" zu sein.

Höchste Zustimmung bei Alten und Jungen

Die stärkste Unterstützung erfährt der Senat unter den befragten Senioren ab 65 Jahren. Hier sagten 70 Prozent der Befragten, sie seien "zufrieden" oder gar "sehr zufrieden".

Die niedrigsten Werte wurden unter den 40- bis 64-Jährigen ermittelt. Hier sagten 59 Prozent, sie seien insgesamt "zufrieden".

Höher war die Zustimmung wieder bei den jungen Berlinerinnen und Berlinern zwischen 18 und 39 Jahren. 69 Prozent der Befragten aus dieser Altersgruppe waren "zufrieden".

Kaum Unterschiede beim Bildungsgrad

Zwischen den Geschlechtern konnten nur marginale Unterschiede festgestellt werden. Auch beim Blick auf den Bildungsgrad der Befragten sind die Unterschiede gering, wenn auch sichtbarer.

Unter Befragten mit Volks- oder Hauptschulabschluss werden die Maßnahmen des Senats zu 64 Prozent positiv bewertet, 33 Prozent waren "weniger oder "gar nicht zufrieden", die Übrigen zeigten keine Haltung.

Befragte mit mittlerer Reife oder einem POS-Abschluss waren zu 61 Prozent "zufrieden" oder "sehr zufrieden" und zu 37 Prozent "weniger oder "gar nicht zufrieden".

70 Prozent der Befragten mit Abitur oder einem Hochschulabschluss bewerteten die Maßnahmen positiv, 29 Prozent negativ.

BerlinTrend September 2020, Corona-Management des Senats (Quelle: rbb/Infratest dimap)

Die Umfrage wurde von Infratest Dimap zwischen dem 15. und 19. September durchgeführt. 1.001 Personen wurden befragt, bei dieser Stichprobe handelt es sich um eine repräsentative Zufallsauswahl. Die möglichen Antworten auf die Frage nach der Zufriedenheit waren "sehr zufrieden", "zufrieden", "weniger zufrieden" und "gar nicht zufrieden".

Sendung: Abendschau, 24.09.2020, 19:30 Uhr

40 Kommentare

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  1. 40.

    Wenn die Meteo-ro-logen
    und egal ob schreibende oder nicht
    Wetterfrösche wären,dann würden sie ja wettermäßig an der Quelle sitzen
    und könnten uns das Wetter allemal komplett treffsicher verkünden.
    Da sie es aber nicht sind sehen wir ihnen nach das Wetter nicht 100 % - ig
    vorhersagen zu können.
    Und was Corona betrifft so gibt es immer noch die objektive Realität als die Natur der Dinge.
    Es verlangt aber Niemand,dass sich alle darin auskennen !

  2. 39.

    65 Prozent sind übrigens knapp zwei Drittel und nicht "Gut zwei Drittel".
    Ebenso könnte man auch "Ein Drittel mit Corona-Politik unzufrieden" als Überschrift benutzen.

    Ich zweifel die Zahlen nicht an.
    Eine Bildergalerie mit den detaillierten Ergebnissen hätte nicht geschadet.

  3. 38.

    "Da wurden überhaupt keine Leute befragt.
    So was wird auf einen Wink von oben hin PR-mäßig verbreitet !"

    Sorry, das stimmt nicht. Die Befragung gab's schon - ich bin da auch im Lostopf gelandet und wurde angerufen - beim zweiten Anruf bin ich sogar rangegangen und hab' mich befragen lassen.
    Über die Repräsentativität solcher Umfragen lässt sich natürlich trefflich streiten, auch darüber, ob das Auswahlverfahren Sinn macht, ob die Fragen gut sind, wie die Ergebnisse präsentiert werden ...
    Mit ihrer Geschichte vom "Wink von oben" betreiben sie doch selber - wenig wahrheitsliebend - genau das, was sie anderen zu unterstellen versuchen - pure Meinungsmache. Funzt aber nicht.

    Bleiben sie gesund und munter!

  4. 37.

    Freiwllig war nur die Grippeimpfung.

    Zitat mdr.de
    "Seit den 1950er-Jahren setzte die DDR eine gesetzliche Impfpflicht durch, die immer umfassender wurde: gegen Pocken, Kinderlähmung, Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Tuberkolose und ab den 1970er-Jahren auch gegen die Masern. Empfohlen wurde, wie auch heutzutage, eine Grippe-Impfung. Bis zu ihrem 18. Lebensjahr bekamen Heranwachsende insgesamt 20 Schutzimpfungen - staatlich verordnet."

    Man mußte nicht mal zum Arzt gehen (außer Kleinkinder), die Impfungen fanden in den Kindergärten und Schulen statt.

  5. 36.

    Wir mit geringer Schulbildung und wir AFD - Mitglieder zählen Sie dann gerne mit zu dieser Gruppe.

  6. 35.

    Er meint sicher dichtere U-Bahn, S-Bahn-Takte auch die Straßenbahn müßte sich da anpassen. Dann könnte man eventuell den geforderten Abstand halten... ansonsten ist diese "Maßnahme" ein Witz!

  7. 34.

    Schauen Sie sich das aktuelle Infektionsgeschehen in Berlin an. Wenn die Politik damit etwas zu tun hätte, wäre sie, wie meist in Berlin, grottenschlecht. Schauen Sie sich das Infektionsgeschehen in Brandenburg an. Hätte die Politik damit etwas zu tun, dann wären sie echt gut, was sie aber auch ganz und gar nicht sind. Läufts gut, liegt es an der Politik. Wenn nicht, an euerm Versagen.

  8. 33.

    Stimmt, impfen gehörte zur normalen Gesundheitsvorsorge und war freiwillig, aber es wurde keiner dahin geprügelt, wenn er nicht wollt.

  9. 32.

    Danke an alle, die meine Schlüsse zwischen dem Ergebnis der Befragung und den Kommentaren so zahlreich bestätigt haben.

  10. 31.

    Ich muss Ihnen überhaupt nicht antworten, ich habe meine Meinung geschrieben, wie Sie Ihre und da Sie hysterisch aufgeschriehen haben, lag ich wohl nicht so ganz falsch.

  11. 30.

    Die Erfahrung lehrt den Menschen, dass die Erfahrung den Menschen nichts lehrt.
    Eine kräftige Portion Egoismus obendrauf. Daher funktioniert Freiwilligkeit leider nicht.
    Die Intensivbettenbelegung ist unverändert, aber die Krankenhauspatienten haben sich in den letzten Wochen verdoppelt. Ich sehe da schon eine ansteigende Dynamik. Insofern keine Panik, aber erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksicht sind meiner Meinung nach dringend notwendig.

  12. 29.

    Der Punkt mit dem Impfen kam mir auch schon in den Sinn. Das würde dann vielleicht auch das West-Ost-Gefälle erklären, da ja Impfen in der DDR keine freiwillige Angelegenheit war.

  13. 28.

    Lieber RBB

    Wie sehen die Werte aus, wenn man die Altersgruppen in 18-30, 30-65 und ü65 einteilt?

    Die schlechteste Zustimmung ist ja bei der mittleren Alteragruppe zu finden, d.h. die, die im Arbeitsleben stehen. Daher würde mich sehr interessieren, ob die 30-40jährigen eher sehr positiv wie die jüngeren oder eher kritischer wie die 40-65jährigen gestimmt haben.

  14. 27.

    Ja, das ist wohl so.
    Man kann sämtliches medizinisches Personal danken!
    Dass Politik die Lage nutzt, damit kann man leben, aber es wird auch viel verdreht, was Ursache und Wirkung sind.
    In Spanien haben alle Medien solange mitgeweint - bis man es so drehte, als verursache die Konservative Regionalregierung in Madrid das Chaos im Land.
    In Amerika ist exclusiv nur Trump Schuld - egal ob Demokraten-Gouverneure in Corona-Hotspots regieren.
    In Israel soll angeblich Nethanjahu an allem Schuld sein.
    Macron in Frankreich hingegen tut alles, was er kann - laut Medien.
    Boris Johnson wiederum fährt angeblich Zickzack-Kurs, während am Ende der Berichte die gleichen Bilder in London wie in FH-KB sieht.
    Niedrige Zahlen in Ungarn werden kaum erwähnt.
    Und zum Glück bleibt Italien aufgrund der neuen Regierung ein Medien-Bashing erspart.
    In Deutschland ist aber angeblich nur die Jugend oder Clubszene an steigenden Corona-Zahlen Schuld.
    Diese Stimmungsmache durchschauen doch die Leute.

  15. 26.

    Ich muss schon sehr staunen, wie positiv die Maßnahmen dargestellt werden. "Viele Junge und Alte sind für die bisherigen Maßnahmen " - welche jungen Menschen feiern denn dann die nicht erlaubten Partys? ...
    Schlimmer finde ich es allerdings, dass wenn ich die Cornamaßnahmen kritisch hinterfrage - ohne Verschwörungstheorien - werde ich als bildungsferner AFD-Wähler betitelt.
    Mit 18 intensivmedizinisch betreuten Patienten sind wir weit weg von einer kritischen Lagen, wie der Berliner Bürgermeister sich in der heutigen Abendschau äußerte.
    Das ist unnötige Panik mache.
    Die Hände meiner 12jährigen Tochter sind wundgewaschen, Kleidung wird beim der Betreten der Wohnung sofort abgelegt und der Waschung zugeführt. Sie wurde von der Panikmache so manipuliert, dass ein unbeschwertes Teenagerleben kaum möglich ist.
    Der gut gebildete Berliner kann im Übrigen sehr gut selbst denken.
    Ich möchte niemanden anstecken - ich möchte mich auch nicht anstecken, aber ich möchte, dass mir vertraut wird: verantwortungsbewusst und selbstbestimmt zu handeln.
    Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, ob die gute Impfbereitschaft der Deutschen auch ein Grund sein könnte, warum wir relativ wenig Fälle im Vergleich zu den anderen Ländern haben. Unser Immunsystem ist dadurch eventuell anpassungsfähiger als das der anderen Menschen? (Hypothese und überdenkenswert)

  16. 25.

    Ick mag Kekse xd









    Naja Leute bleibt geschmeidig und dreht nicht gleich durch nur weil andere Leute nicht eurer Meinung sind.

  17. 24.

    Sie können das bezeichnen wie Sie wollen das ist Ihre Angelegenheit. Für mich haben solche Aussagewerte überhaupt kein Bestand gegenüber der Mehrheit der Berliner/innen. Ich bin nicht mit diesem Senat zufrieden. Nicht mit den was vor der Pantemie war und jetzt schon gar nicht. Dieser Senat sitzt sich den Hintern breit und setzt das um was in anderen Bundesländern gemacht wird.

    Und damit ist für mich das Thema beendet.

  18. 23.

    Das wird so schon stimmen.... bei den Hochrechnungen bei Wahlen liegen solche Umfragen ja auch sehr dicht am Ergebnis und da werden auch nicht alle befragt.
    Kenn mich da nicht aus aber die scheinen ihr Handwerk zu verstehen.

    Es wird ja auch nur gefragt finden sie die Maßnahmen ok ?
    Es sind ja die netten kleinen Regeln .... an die sich eh keiner hält und dann kommt so ein Ergebnis bei raus.
    Was mich mal interessieren würde .... wie hoch ist denn die Zustimmung zu jedem der zu einem nach Hause kommt 1,5 Meter Abstand einzuhalten ..... die Mehrheit wird es nicht wissen und 2/3 Zustimmung würde ich anzweifeln.

    Aber es gibt ja neue Ideen .... in NRW überlegt man, das jede Feier über 50 Leute angemeldet werden muss....und ein verantwortlicher benannt werden muss..... da ist noch viel Luft nach oben.

  19. 22.

    Also Covidioten sind doch gerade die Menschen, die keine andere Meinung akzeptieren. Eine Überprüfung kann man immer fordern, aber nicht auf Grundlage von Verschwörungen, bei denen man gleich das Grundgesetz abgeschaffen will.

  20. 21.

    Ist repräsentativ, man muss halt verstehen wie Statistik funktioniert. Die Auswahl der 1001 Personen ist halt entscheidend, die muss prozentual nach Beruf, Alter, etc. der Bevölkerung von Berlin entsprechen.

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