Der abmotierte Schriftzug der Beuth-Hochschule am 09.09.2020. (Quelle: rbb/Andrea Huebers)
Bild: rbb/Andrea Huebers

Antisemitischer Namenspatron - Namensschriftzug der Beuth-Hochschule in Wedding demontiert

Der Schriftzug vor der Beuth-Hochschule für Technik in Berlin wurde demontiert, um Platz für ein neues Laborgebäude zu schaffen. Zugleich sind die Bauarbeiten Teil der geplanten Umbenennung. Historische Quellen haben gezeigt: Der Namenspatron war Antisemit.

Bauarbeiter haben vor der Beuth-Hochschule für Technik in Berlin-Wedding am Mittwoch den 43 Meter langen Namensschriftzug der Hochschule demontiert. Die insgesamt 173 Tonnen schweren Buchstaben müssen weichen, um Platz für ein neues Laborgebäude zu schaffen. Gleichzeitig sind die Arbeiten Beginn der geplanten Umbenennung der Hochschule, wie Sprecherin Monika Jansen rbb|24 am Donnerstag sagte.

Der Schriftzug der Beuth-Hochschule wird am 09.09.2020 abmontiert. (Quelle: rbb/Andrea Huebers)
Bild: rbb/Andrea Huebers

Baubeginn im Oktober geplant

Forscher hatten dem Namenspatron der Hochschule, Christian Peter Beuth (1781-1853), antisemitische Äußerungen und ein antisemitisches Wirken nachgewiesen. Die Akademische Versammlung der Hochschule stimmte darauf im Januar für eine Umbenennung. Mitte Juni entschied die Versammlung dann, von einem Personen-Namen im neuen Hochschulnamen Abstand zu nehmen [beuth-hochschule.de]. Einen neuen Namen gibt es bislang noch nicht.

Der nun demontierte Schriftzug der Hochschule aus 25 Betonbuchstaben, mit einer Höhe von 2,70 Metern, wurde im Jahr 2009 entlang der Luxemburger Straße errichtet. Die Buchstaben der Wörter "HOCH" und "TECHNIK" bleiben erhalten und werden später neben dem neuen Laborgebäude als Sitzmöbel platziert. Die Bauarbeiten für das Wedding Advanced Laboratories (WAL) sollen im Oktober beginnen.

Sendung: Inforadio, 10.09.2020, 15 Uhr

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13 Kommentare

  1. 13.

    Ja, auch den Säulenheiligen der neuartigen Bilderstürmer könnte es einst treffen.
    https://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Marx-war-Antisemit-und-Rassist-article20413046.html
    Die Revolution frisst oft ihre eigenen Kinder(in diesem Fall dann wohl die Ahnen).

  2. 12.

    " Wedding Advance Laboratories " -
    Hochzeit Fortschritt Labor -
    Früher hieß das Standesamt !

  3. 11.

    Ablenkung durch Nichtigkeiten...sieht diese Stadt nicht die echten Probleme?

  4. 10.

    Kulturstürmerei wie zu Maos Zeiten? Wann werden die Martin-Luther-Kirchen in Berli umbenannt? Er war schließlich auch Antisemit.

  5. 8.

    Alles wiederholt sich. Wir erleben eine neue Bilderstürmerei oder Kulturrevolution, die versucht die Vergangenheit umzuschreiben.
    Wen wird es als nächstes treffen?
    Auch Theodor Fontane war Antisemit. Er war Kind der Erziehung seiner Zeit und der damalige Antisemismus war
    religös geprägt.
    Wagner und Luther sind noch sakrosankt, fragt sich nur wie lange noch?

    Ich halte es mit Michael Ende - „Wer keine Vergangenheit mehr hat, der hat auch keine Zukunft. “

  6. 7.

    Karl Marx war auch ein großer Antisemit und Rassist! Warum haben wir noch eine Karl-Marx-Str. und Allee? Leider wird das von der Presse, Grünen und Linken all zu gerne unter dem Teppich gekehrt, weil es nicht in das Ideologische Weltbild passt.

  7. 5.

    Wenn der Name Beuth getilgt wird ,weil Antisemit, was ist mit Richard Wagner?

  8. 4.

    Das ist sowas von political (in)correct !
    Der Mann ist 1853 gestorben, da war man vom Antisemitismus der 1930er und folgenden Jahre noch weit entfernt.

    Antisemitismus war zu seiner Zeit eine bürgerlich hinnehmbare Geisteshaltung.
    Ihn mit Nazis, KZs und dem Holocaust in Verbindung zu bringen, grenzt an Geschichtsverklärung.

    Da müssten auch alle Christen, ob evangelisch oder katholisch, aus der Geschichte verbannt werden, schließlich war Martin Luther auch nicht als Judenfreund bekannt.
    Aber er war katholischer Geistlicher und später Begründer der evangelischen Kirche...

  9. 3.

    Nieder mit dem Lutherdenkmal vor der Frauenkirche in DD!!!!!...und wo sie noch so stehen. Traut sich keiner ran, wa?

  10. 1.

    Wie wäre es mit Lenin- Hochschule. Er war jedenfalls kein Antisemit.

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