Historische Aufarbeitung (Quelle: Memorial)
Bild: Memorial

Dahme/Mark - Brandenburg würdigt erstmals Stalinismus-Opfer mit Gedenktafel

Nach Vorbild der Stolpersteine für NS-Opfer soll in Brandenburg erstmals eine Gedenktafel an ein Opfer des Stalinismus erinnern.

Das Gedenkzeichen der Kampagne "Die letzte Adresse" wird dem Lehrer Ludwig Kracke (1884-1952) gewidmet, der 1950 in Potsdam von einem sowjetischen Militärtribunal zu langjähriger Zwangsarbeit verurteilt wurde. Die Gedenktafel solle am Freitag an seinem letzten Wohnort in Dahme/Mark angebracht werden, teilte die brandenburgische Aufarbeitungsbeauftragte Maria Nooke am Mittwoch mit.

Kracke sei damals vorgeworfen worden, einer illegalen Organisation anzugehören, hieß es. 1995, 43 Jahre nach seinem Tod in Sibirien, wurde er in der Russischen Föderation als Opfer politischer Repression rehabilitiert.

Mehr als 800 Tafeln stehen bereits in Osteuropa

Mit der Anbringung der Tafel werde an politisches Unrecht erinnert, das nicht vergessen werden dürfe, betonte Nooke. Die Tafeln der "Letzen Adresse" sollen an Menschen erinnern, die unschuldig dem stalinistischen Terror zum Opfer fielen, betonte Anke Giesen, Vorstandsmitglied des Vereins "Memorial Deutschland". Dafür wird an den Häusern, in denen sie zuletzt gewohnt haben, eine Gedenktafel angebracht.

Ziel der Initiative "Die letzte Adresse" ist nach Angaben von "Memorial Deutschland" die Bewahrung des Andenkens an die Opfer politischer Repressionen der Sowjetunion. Das Projekt wurde 2013 in Moskau ins Leben gerufen. Die Gedenktafeln sollen an Menschen erinnern, die zwischen 1918 und 1991 durch politische Verfolgung schuldlos ihr Leben verloren. Inzwischen seien mehr als 800 Tafeln in Russland, der Ukraine, Moldawien, Tschechien und Georgien angebracht worden.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Dann bin ich ja mal gespannt. Ob die da länger heil bleiben, als die Stolpersteine. Vermutlich schon....
    Auf jedenfall eine gute Idee!

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