(Quelle: rbb/Matthias Bartsch)
rbb/Matthias Bartsch
Video: rbb|24 | 25.09.2020 | Material: rbb/Vanessa Klüber | Bild: rbb/Matthias Bartsch

Bundesweiter Klimastreik - 10.000 Menschen folgen in Berlin Aufruf von "Fridays for Future"

Nach einer längeren Pause wegen der Corona-Pandemie sind Anhänger von "Fridays for Future" am Freitag erstmals wieder auf die Straße gegangen. Laut Polizei trotzten rund 10.000 Menschen in Berlin dem Regen und versammelten sich am Brandenburger Tor.

Am sechsten globalen Klimastreik haben sich am Freitag in Berlin erstmals wieder mehrere tausend vor allem junge Menschen beteiligt. Unter dem Motto "#Kein Grad weiter!" zogen bei regnerischem Wetter verschiedene Demonstrationszüge, darunter auch Fahrradfahrer, durch das Regierungsviertel.

Am Brandenburger Tor versammelten sich Menschen zu einer Mahnwache der Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" (FFF). Zudem starteten am Vormittag zwei Fahrraddemos am Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof und in der Ebertstraße und fuhren bis zum Brandenburger Tor. Für die beiden Fahrraddemos waren jeweils 4.000 Menschen angemeldet.

Für die Demonstrationen wurde am Mittag der Große Stern rund um die Siegessäule gesperrt, was zu Verkehrsbehinderungen führte, wie die Berliner Verkehrsinformationszentrale auf Twitter mitteilte. Die Straße des 17. Juni blieb bis 20 Uhr gesperrt.

FFF-Organisatoren: "Wir sind so unfassbar viele"

Auch aus anderen Teilen der Stadt wollten Klimaschützer mit dem Rad ans Brandenburger Tor kommen. Angemeldet war die Kundgebung und Demonstration am Brandenburger Tor für 10.000 Teilnehmer, laut Polizei waren 10.000 Menschen vor Ort, die Veranstalter sprachen von 21.000 Teilnehmern. Der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf sagte auf der Kundgebung, er sei "überwältigt, wie viele gekommen sind", obwohl der langersehnte Regen ausgerechnet zum Protesttag eingesetzt habe.

Auch die Organisatoren aus der "Fridays for Future"-Bewegung zeigten sich positiv überrascht, dass sich nach einem starken Temperatursturz und ausgiebigem Niederschlag so viele Menschen an den Protesten beteiligten. "Wir sind so unfassbar viele", sagte eine Sprecherin auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor: "Es ist wirklich krass."

Mehrere Personen nehmen an antikapitalistischen Klimaprotesten in Friedrichshain teil (Bild: rbb/Keuter)
Teilnehmer beim Klimastreik in Friedrichshain | Bild: rbb/Keuter

"Klimakrise ist dramatischer als Corona-Krise"

Die Coronakrise sei sehr groß, sagte Rahmstorf, der die Abteilung für Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung leitet. Die Klimakrise sei jedoch um ein Vielfaches dramatischer, betonte der Wissenschaftler. Sie werde die Erde noch über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg belasten. Selbst wenn der Kohlendioxidausstoß auf null reduziert werden könne, werde die nächste in rund 50.000 Jahren fällige Eiszeit ausfallen, weil selbst dann noch zu viel CO2 in der Atmosphäre sei.

Die Hauptorganisatorin der deutschen "Fridays for Future"-Bewegung, Luisa Neubauer, kündigte in ihrer Rede am Brandenburger Tor an, man werde trotz der Beschränkungen in der Corona-Pandemie weiter für die Ziele kämpfen. "Wir werden im nächsten Jahr alles was in unserer Macht steht dafür tun, dass diese Bundestagswahl die erste ist, in der jede demokratische Partei einen 1,5-Grad-Plan hat", sagte sie.

Die Demonstrationen sind Teil eines globalen Klimaprotesttags. FFF zufolge sind weltweit mehr als 3.000 "Klimastreiks" registriert, allein in Deutschland waren demnach an diesem Freitag mehr als 400 Demonstrationen geplant. Die Veranstalter hatten ein coronakonformes Hygieneschutzkonzept mit Mindestabständen und Maskenpflicht für die bundesweiten Aktionen vorgelegt. Ordner sollten die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

25.09.2020, Berlin: Teilnehmerinnen vom Bündnis Omas gegen Rechts sitzen im Regen auf Hockern auf der Straße des 17. Juni und warten auf den Beginn der Fridays for Future Demonstration (Bild: dpa/Kay Nietfeld)
Bild: dpa/Kay Nietfeld

Klima-Proteste auch in Brandenburg

An den Protesten von Fridays for Future haben sich am Freitag in Potsdam laut Veranstaltern rund 1.000 Klimaschützer beteiligt. Eine Sprecherin der Bewegung zeigte sich positiv überrascht, dass trotz Corona-Pandemie so viele Menschen auf die Straße gingen.

Zu der Demonstration vom Potsdamer Landtag durch die Innenstadt kamen laut der Sprecherin etwa 800 Menschen, in Babelsberg hätten rund 200 Menschen für die Energiewende demonstriert. Das Motto der Protestzüge lautete: "Kein Grad mehr". Die Umweltschützer forderten, jede Krise wie eine Krise zu behandeln. Die Politik habe in der Pandemie gezeigt, dass Handeln möglich sei.

Zusätzlich gab es Aktionen in Templin, Finsterwalde, Neuruppin, Cottbus, Bernau, Eberswalde, Brandenburg/ Havel, Oranienburg und Schöneiche am Freitag.

"Ende Gelände" plant "zivilen Ungehorsam"

Genau wie die Corona-Krise treffe auch die Klimakrise vor allem diejenigen, die unter sozialen Ungerechtigkeiten litten, hatte Quang Paasch, Sprecher von "Fridays for Future", am Mittwoch erklärt. "Wir lassen das nicht zu. Wir gehen wieder auf die Straße, um für Klimagerechtigkeit zu protestieren."

Für das Wochenende sind weitere Protestaktionen geplant, wie "Fridays for Future", die Gruppe "Ende Gelände", die Initiative Tagebau-Betroffener "Alle Dörfer bleiben!" und die "Anti-Kohle-Kidz" am Mittwoch ankündigten. So plane "Ende Gelände" im Rheinland für das gesamte Wochenende Aktionen "zivilen Ungehorsams". Unter anderem sind Baggerbesetzungen angekündigt. "Alle Dörfer bleiben" und "Fridays for" Future haben für Samstag zu einer Demonstration am Tagebau Garzweiler (Nordrhein-Westfalen) aufgerufen.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 23.09.2020, 19:30 Uhr

176 Kommentare

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  1. 176.

    Fake-News verbreiten Sie, da es ein Fakt ist, dass viele Grüne gegen Freileitungen sind.
    Googeln Sie Sie gruene-niedersachsen und GRÜNE unterstützen Initiativen gegen Freileitungen.

  2. 175.

    Es klingt son bisschen wie "Ketzer", "Ungläubiger". Passt natürlich zum religiösen Unterton des Klimawahns. Vor allem ist es aber ne unzutreffende Beschreibung. Die so bezeichneten Menschen bestreiten nicht dass sich das Klima verändert.

    "Seit wann ist denn Klimawandelleugner ein Schimpfwort?"

  3. 174.

    Ich reklamiere dass das meine Worte waren :) Nämlich Kommentar #123 auf

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2020/09/berlin-senat-klima-umweltverwaltung-klimaschutz.html

    " "Der sog "Klimaschutz" ist ein gigantischer Schildbürgerstreich"! " Ja und zwar weil er eine enorme Belastung ist und nichts nützt:""

  4. 173.

    Verleumdung ist das was sie treiben. Verleumdung ist wenn anderen Personen unterstellt wird Dinge gesagt zu haben welche diese nicht gesagt haben. Diese ist eine Straftat! Ihre Unverschämtheiten werfen ein sehr schlechtes Licht auf die "Fridays for Future". Das habe ich eben nicht gesagt was Sie behautet haben.

    "Der sog "Klimaschutz" ist ein gigantischer Schildbürgerstreich"! " Ja und zwar weil er eine enorme Belastung ist und nichts nützt:"

  5. 172.

    Sie geben somit zu wenn ihnen Argumente fehlen, gehen sie in Diffamierungen und Beleidigungen über.

  6. 171.

    Ich verstehe nicht, was das mit Hetze zutun hat, wenn man sich Zitate bedient, die von handelnden Personen stammen. Natürlich hat dich die deutsche Sektion von XR distanziert -ändert das aber die Aussage des Holocaust-Relativierers Hallan? Machten Sie, Leopold (?) nicht auch tausende Demonstranten mit den Rechtsradikalen gleich, die am 29.08. demonstrierten und diffamieren Zehntausende? Ist Ihr Weltbild so simpel strukturierte, hier die Guten, da die Bösen? Anscheinend ja, denn Alle die Zweifel haben sind in Ihrer Blase Klimaleugner und)oder Rechtsradikale. Das ist weder sachlich noch intelligent. Und bitte, verbieten Sie keinem, an der Diskussion teilzunehmen, Sie haben nicht die Meinungshoheit.

  7. 170.

    Seit wann ist denn Klimawandelleugner ein Schimpfwort? Es triffte eben auf Leute wie sie zu, wenn sie den menschgemachten Klimawandel leugnen, behaupten dagegen könne man nicht machen usw. usf.

    Ihre Worte: "Der sog "Klimaschutz" ist ein gigantischer Schildbürgerstreich"! " Ja und zwar weil er eine enorme Belastung ist und nichts nützt:" Und weitere Verschwörungstheorien der Klimawandelleugner.

  8. 169.

    Womit sie sehr treffend die Autofanatiker, Klimawandelleugner und sonstige Spinn, äh... Verschwörungstheoretiker hier beschrieben haben, danke Namensvetter!

    Nicks klauen kann auch mal nach hinten losgehen! :-D

  9. 168.

    „ Die Politik habe in der Pandemie gezeigt, dass Handeln möglich sei.“
    Ich finde, die Politik handelt in Deutschland schon ganz schön viel, sie muss aber auch ein ganzes Land am Laufen halten.
    Kümmert Euch mal um die Krisenländer.

  10. 167.

    ......
    Wenn Argomente fehlen, muss man das mit Diffamierungen und Beleidigungen überspielen.

  11. 166.

    Es war schon zu allen Zeiten so, dass die Folgegeneration die Fehler und Unzulänglichkeiten ihrer Eltern ausmertzen mussten, z.B. die der Weltkriege. Also seit nicht so arrogant, hinterher ist man immer klüger, ihr werdet auch Fehler machen und Eure Kinder werden sich bei Euch „bedanken“.

  12. 165.

    Nun, dass es Sie stutzig gemacht hat, zeugt eher vom Gegenteil.
    Honnecker und die Medien in der DDR haben ganz bestimmt nicht für z.B. die Montags-Demonstrationen geworben. Ich glaube, das sehen praktisch alle außer Ihnen ganz genau so.

  13. 164.

    Ferien sind ja vorbei oder vielleicht doch Corona ?

  14. 163.

    Daß der politmediale Komplex derart FÜR Demonstrationen wirbt, hat man zuletzt unter Honecker erlebt. Menschen mit Kognition sollte so etwas stutzig machen.

  15. 162.

    Beleidigung wie "Klimawandelleugner" anstatt Argumente von ihnen, dass sagt uns viel über sie selbst. Wo steht den nun das Wort "Auto" ?

  16. 161.

    Gibt es das auch an Schulen?
    "Ich gehe arbeiten, aber es gibt auch so was wie Urlaubstage, Freistellungen, Überstunden, unbezahlter Urlaub usw., um zu tun, was einem wichtig ist."

  17. 160.

    "Die gegen Freileitungen sind, sind keine Grünen."
    Falsch
    Googeln sie doch bitte:
    Bürgerproteste gegen Hochspannungsleitungen: Gesellschaftliche Akzeptanz ist die vielleicht wichtigste Ressource für das Gelingen der Energiewende

  18. 159.

    War da mal vorige Woche in Dresden fragen, wie die sich die Welt von morgen vorstellen."
    Beim Lesen Ihres Beitrages kam mir unweigerlich der Gedanke, daß es ab und an doch besser ist, wenn man nicht alles so einfach ungefiltert ins Netz schreibt.

  19. 158.

    Wieso durften diese Personen demonstrieren zum Teil ohne Einhaltung der Hygiene Regeln und von den Verantwortlichen wurde dagegen nichts unternommen wird hier mit zweierlei Maß gemessen frage ich mich. So viel zur Bekämpfung des Corona Virus auch diese Demos hätte man auflösen müssen und bei den Verstößen die Daten feststellen müssen.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  20. 157.

    Wieso durften diese Personen demonstrieren zum Teil ohne Einhaltung der Hygiene Regeln und von den Verantwortlichen wurde dagegen nichts unternommen wird hier mit zweierlei Maß gemessen frage ich mich. So viel zur Bekämpfung des Corona Virus auch diese Demos hätte man auflösen müssen und bei den Verstößen die Daten feststellen müssen.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

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