Der russische Aktivist und Putin-Kritiker Alexej Nawalny. Quelle: Dpa/Tass
Bild: Maxim Grigoryev/dpa/TASS

Kreml-Kritiker in Berlin - Senat: Privatleute übernehmen Nawalnys Behandlungskosten

Die Kosten für die Behandlung des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny an der Charité werden nach Angaben des Berliner Senats von Privatleuten übernommen. "Es liegt eine Kostenübernahmezusage durch Privatpersonen vor", antwortete die Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung auf eine am Mittwoch veröffentlichte parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Gunnar Lindemann, die auf etwaige Kosten für Berliner Steuerzahler abzielte.

Mit "privater Hilfsmission" nach Berlin gebracht

Zur Höhe der angefallenen beziehungsweise erwarteten Behandlungskosten machte der Senat keine Angaben: Die Universitätsklinik sehe sich wegen der "spezifischen Umstände des Falles" sowie diagnostischer und therapeutischer Besonderheiten derzeit nicht in der Lage, dazu belastbare Aussagen zu treffen, hieß es. Der Transport des Patienten nach Berlin sei im Rahmen einer privaten Hilfsmission erfolgt, "die für die Kosten aufgekommen ist", erklärte die Senatskanzlei weiter. Zu diesen Kosten lägen keinerlei Informationen vor.

Nawalny war am 20. August bei einem Inlandsflug in Russland bewusstlos geworden, seit dem 22. August wird er in der Charité behandelt. Er wurde nach Angaben von Speziallaboren mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Der Russe war wochenlang in einem künstlichen Koma. Mittlerweile geht es ihm schon etwas besser. Russland behauptet, nicht in den Fall verwickelt zu sein, und fordert Beweise für eine Vergiftung. Ermittler der Berliner Staatsanwaltschaft sollen nun im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens aus Russland den Gesundheitszustand Nawalnys überprüfen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 16.09.2020, 19.30 Uhr

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19 Kommentare

  1. 19.
    Antwort auf [Bertram v. Regensburg] vom 17.09.2020 um 16:40

    Nochmals für alle, die gern auf russische Geheimdienstmethoden hereinfallen:

    1. Nobody's pervect! Auch nicht der russische Geheimdienst!

    2. Die von diesen "Skeptikern" verfolgte Theorie, jede Imperfektion spräche gegen Geheimdienstmothoden ist den Geheimdiensten sehr gut bekannt und wird von ihnen auch genutzt, indem auch absichtlich Spuren gelegt werden, mit denen man später gut behaupten kann: Wir können dies nicht gemacht haben, weil wir es perfekt gemacht hätten.

    3. Es geht der russischen Diktatur auch darum, dass eine Spur zu ihnen zeigt, damit die vermutete Täterschaft des russischen Geheimdienstes andere Oppositionelle abschreckt. Ein bloßer Unfall ohne Geheimdienstbeteiligung würde nicht so wirksam ängstliche Oppositionelle abschrecken.

    4. Die eindeutigen Täternachweise bei Litwinenko, Skripal und Tiergartenmord zeigen, dass der russische Geheimdienst genau so arbeitet wie bei Nawalny.

  2. 18.

    Kro:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 17.09.2020 um 01:36
    "Wer bekommt hier in Deutschland keine medizinische Vollversorgung? " Frage ist falsch. Wer bekommt ohne Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen eine medizinische Vollversorgung?"

    Jeder, wenn er entsprechende Zusatzversicherungen abschließt.

    Was verstehen Sie unter medizinischer Vollversorgung? Von allem das Beste und Teuerste? Oder das medizinisch Notwendige?

  3. 17.

    Wie aus den aktuellen Nachrichten zu hören war, wurde Nawalny in einem Hotel in Russland vergiftet ! Das war mir doch klar , aber viele hier im Chat anderer Meinung.

  4. 16.

    "Wer bekommt hier in Deutschland keine medizinische Vollversorgung? " Frage ist falsch. Wer bekommt ohne Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen eine medizinische Vollversorgung?

  5. 15.

    Ich denke da an die vielen Arbeitnehmer in Deutschland die sich keine neue Brille bzw. bessere Gläser, guten Zahnersatz oder sinnvolle Privatleistungen leisten können, weil sie den schlichtweg nicht finanzieren können.

    Und Geld sollte bei Lebensrettung eine Rolle spielen. Denn während einige lautstark in Deutschland darauf bestehen Migranten mit lebenslanger Vollversorgung aus Griechenland aufzunehmen, fehlt es den Menschen die es nicht bis Europa geschafft haben an Allem. In Afrika oder Afghanistan könnte ein Mensch mit 50 bis 100 Euro im Monat menschenwürdig leben, während in Deutschland mindestens 1.000 Euro im Monat notwendig sind. Aber warum sollte man 20 Menschen in Afrika helfen die man nicht kennt, wenn man einem medienwirksam in Deutschland helfen kann.

  6. 14.

    Eigentlich war die Anfrage ganz erhellend. Für Lindemann ist es wichtig zu wissen, ob lebensrettende Maßnahmen einen finanziellen Schaden am Steuerzahler verursacht haben könnten.

  7. 13.

    Finde ich gut, dass Herr Lindemann nachfragt und etwas Unruhe stiftet. Sonst würden wir ja auch gar nicht merken, dass die überhaupt was machen, die von der AfD... wenigstens quengeln können sie, wie auch bei den Pop-up-Radwegen. Produktives erwarte ich schon gar nicht mehr bei denen...

  8. 12.

    Ist es Ihrer Ansicht nach verboten, die Übernahme der Kosten zu klären? Oder kommt Ihre Empörung nur davon, dass es ein Mitglied der AFD war? Und zu #1: alle gewählten Abgeordneten verursachen Kosten für den Steuerzahler, ob Ihnen die Partei passt oder nicht. Demokratie? Schon mal gehört?

  9. 11.

    Georg Meir:
    "Die werden dann von Steuer abgeschrieben und so zahlt der deutsche Staat auch einen Teil"

    Wer schreibt hier was von der Steuer ab?
    Ich glaube nicht, dass Nawalny in Deutschland Einkommensteuer zahlt, also kann er in Deutschland auch nichts von der Steuer absetzen!

  10. 10.

    Sandra:
    "Geld scheint bei vielen, so wie bei Ihnen, keine Rolle mehr zu spielen, aber es wächst tatsächlich nicht auf den Bäumen und muss von Menschen teilweise hart erarbeitet werden, die später keine auskömmliche Rente erhalten werden bzw. schon jetzt keine medizinische Vollversorgung bekommen."

    Wer bekommt hier in Deutschland keine medizinische Vollversorgung?

    Sandra:
    "Die Kostenfrage sollte eigentlich selbstverständlich sein."

    Die Kostenfrage sollte bei Lebensrettung nicht die wichtigste Frage sein!

  11. 9.

    Herr Lindemann wollte wohl eher "Stänkermatierial" für seinen komischen Verein sammeln. Nee, schon klar, die Afd sorgt sich um Regimegegner - und die Sonne geht im Norden auf. Die "Anfrage" ging wohl eher nach hinten los.
    Dank an die Privatière, die die Kosten für Rettung eines Menschenlebens übernehmen.

  12. 8.

    Es ging primär um die Rettung eines Menschenlebens unabhängig von den Kosten. Auch ein angeschossenes kriminelles Clanmitglied ohne Krankenversicherung wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln behandelt. Dem Herrn Lindemann scheint die Kostenfrage mindestens genau so wichtig zu sein, wie die humanitäre Frage.

  13. 7.

    Normalerweise, aber was ist in Deutschland noch normal. Es ist schon verwunderlich das Sie die AfD anscheinend negativ bewerten, aber bereit gewesen wären die Kosten für einen ausländerfeindlichen Nationalisten aus Russland aus Steuergeldern zu tragen.

  14. 6.

    Die werden dann von Steuer abgeschrieben und so zahlt der deutsche Staat auch einen Teil

  15. 5.

    Er ist doch bestimmt Privatpatient. Ich muss dann auch die Kosten selbst tragen,also ist das selbstverständlich. Das hat mit AfD nichts zu tun.

  16. 4.

    Ausländische Privatpatienten, sogenannte Selbstzahler sind ein stark umworbenes Klientel der Berliner Krankenhäuser. Insbesondere wohlhabende Russen. Da braucht sich Herr Lindemann wirklich keine Sorgen machen.

  17. 3.

    Wie unverschämt von Herrn Lindemann nachzufragen ob die Steuerzahler für medizinischen Transport per Flugzeug, Untersuchungen und wochenlanger Intensivbetreuung aufkommen müssen. Geld scheint bei vielen, so wie bei Ihnen, keine Rolle mehr zu spielen, aber es wächst tatsächlich nicht auf den Bäumen und muss von Menschen teilweise hart erarbeitet werden, die später keine auskömmliche Rente erhalten werden bzw. schon jetzt keine medizinische Vollversorgung bekommen. Die Kostenfrage sollte eigentlich selbstverständlich sein.

  18. 2.

    Sehr schön das die Kosten bezahlt werden, freuen sich hier alle!
    Falls es zum scheitern von nordstream kommt, fallen zwar Milliarden an Strafzahlungen an aber hauptsache wir kaufen von den ´korrekten´ Amerikanern unser Gas!
    Ach übrigens, wer immer noch zweifelt für wen Herr N. arbeitet:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Alexei_Anatoljewitsch_Nawalny
    Absatz: Konstatierte Nähe zum Nationalismus 2011, letzter Satz: Der Spiegel berichtete im Jahr 2020, dass bei Nawalny – „bis auf die Forderung nach freiem Waffentragen“ – „vom Nationalisten und Fremdenfeind wenig geblieben“ sei.[27]
    Sich für das Recht nach freiem Waffentragen einsetzen, ist natürlich höchst demokratisch. Funktioniert in den USA auch super!
    Sozusagen mehr Waffen für die Russen gleich mehr Demokratie für Russland!

  19. 1.

    Ja, das ist natürlich die größte Sorge der AfD. Nur, welche Kosten verursacht denn dieser Lindenmann für den Berliner Steuerzahler?

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