Kai Wegner, Spitzenkandidat der CDU-Berlin. (Quelle: dpa/C.Soeder)
Video: Abendschau | 09.10.2020 | Sabrina Wendling | Gespräch mit Kai Wegner | Bild: dpa/C. Soeder

AGH-Wahl 2021 in Berlin - Kai Wegner positioniert sich als CDU-Spitzenkandidat

Es wurde bereits erwartet: Kai Wegner hat seine Kandidatur als Spitzenkandidat der Berliner CDU für die Abgeordnetenhauswahl im kommenden Jahr bekannt gegeben. Der 48-Jährige hat den Landesvorsitz inne - und keine ernsthaften Gegenspieler.

Der Berliner CDU-Landeschef Kai Wegner will nun auch offiziell Spitzenkandidat seiner Partei bei der Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2021 werden. Das kündigte der 48-jährige Bundestagsabgeordnete am Freitag auf einer Pressekonferenz an - in einem Hotel in Sichtweite zum Roten Rathaus. Er kämpfe dafür, dass die CDU stärkste Kraft werde und dafür, die rot-rot-grünen Regierung abzulösen.

"Ich will Regierender Bürgermeister werden", sagte Wegner. Nach 16 Jahren werde er nicht mehr für den Bundestag kandidieren, sondern wolle seine ganze Kraft an anderer Stelle für Berlin einsetzen. "Ich möchte diese besondere Stadt ins nächste Jahrzehnt führen."

Machtkampf mit Grütters für sich entschieden

Eine Überraschung war Wegners Ankündigung nicht. Der Spandauer, der den Vorsitz der Landes-CDU erst im vergangenen Jahr nach einem Machtkampf von Kulturstaatsministerin Monika Grütters übernommen hatte, galt bereits als Favorit für die Spitzenkandidatur bei der Wahl zum Berliner Landesparlament im Herbst nächsten Jahres. Ernsthafte Gegenspieler hat er in der Berliner CDU nicht.

In der Landespolitik ist er schon lange zu Hause: Der gebürtige Berliner war 1989 in die Junge Union eingetreten. Vor seiner Wahl in den Bundestag saß der gelernte Versicherungskaufmann von 1999 bis 2005 im Abgeordnetenhaus und war unter anderem stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Von 2011 bis 2016 war Wegner Generalsekretär der Berliner CDU, bevor er Grütters im Landesvorsitz ablöste.

Wegners Parteikollege Burkhard Dregger erklärte, er unterstütze "mit ganzem Herzen die Spitzenkandidatur von Kai Wegner". Mit einem starken gemeinsamen Team wolle er die Union in Berlin an die Spitze führen. Es gehe darum, die Stadt wieder zu einen. "Dafür brauchen wir Kai Wegner als Regierenden Bürgermeister."

"Keine Zusammenarbeit mit AfD und Linkspartei"

Wegner kündigte am Freitag außerdem an, einen Schwerpunkt auf die fünf Themen Wirtschaft, Sicherheit, Bauen, Bildung und Mobilität legen zu wollen, allerdings ohne jeweils tief ins Detail zu gehen. Seine Forderungen etwa nach Bürokratieabbau, schnellerer Digitalisierung der Verwaltung, mehr bezahlbaren Wohnungen, mehr Tempo beim Schulbau oder dem deutlichen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs dürften bei Wählern ganz verschiedener Parteien Konsens sein.

Auch dass er einen neuen Politikstil ankündigte, klang nicht so, als könnte es viel Widerspruch provozieren: Er wolle auf Zusammenhalt statt Streit, gesunden Menschenverstand statt Ideologie und Mut statt Angst setzen, betonte Wegner. Mit welchen Parteien er nach der Wahl zusammenarbeiten will, sagte er noch nicht, legte sich aber fest: "Keine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linkspartei." Entscheidend sei, zu einer anderen Politik zu kommen.

Dass laut aktuellem BerlinTrend von infratest dimap im September 61 Prozent der Berlinerinnen und Berliner angaben, ihn nicht zu kennen und nur neun Prozent, ihn für eine gute Wahl für das Rote Rathaus zu halten, kommentierte Wegner mit dem Hinweis: "Da ist noch Luft nach oben."

Grüne überraschten am Montag

Mit Wegners Ankündigung zeichnet sich zunehmend ab, wer an der Spitze der Parteien um die Gunst der Wählerinnen und Wähler in Berlin konkurrieren wird. Anders als bei der CDU hatte es bei den Grünen erst am Montag eine Überraschung gegeben: Nicht Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und auch nicht Fraktionschefin Antje Kapek, sondern die frühere Landesvorsitzende Bettina Jarasch wird Spitzenkandidatin.

Bei der SPD spricht viel für Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, die bereits angekündigt hat, für das Abgeordnetenhaus kandidieren zu wollen. Bei den Linken könnte es auf Kultursenator Klaus Lederer hinauslaufen. Wer von ihnen an der Wahlurne den größten Erfolg hat, entscheidet sich in rund einem Jahr.

Sendung: Inforadio, 09.10.2020, 13:30 Uhr

18 Kommentare

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  1. 18.

    Icke werde mir in den nächsten Wochen oder Monaten in aller Ruhe die Wahlprogramme durchlesen und dann meine Wahl treffen! Zwei lasse ich schon mal unter den Tisch fallen.

  2. 17.

    Herr Wegner ist wirklich ein exzellenter Vertreter des Berliner Landesverbandes der CDU. Seine Person und Politik entsprechen dessen Zustand sehr genau. Davon dass diese piefigen Hardcore-Westalgiker keinen anderen Spitzenkandidaten gefunden haben ganz zu schweigen.

  3. 16.

    Noch einer der große Worte spricht brauchen wir in dieser Stadt nicht. Die Parteien sollten endlich mal dem Wähler reinen Wein einschenken was sie besser machen wollen als die Versager von RRG woran diese dann gemessen werden können.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  4. 15.

    "Das dürfte die letzte Chance sein diesen linken Senat los zu werden."

    Wobei sie dann mindesten eine Partei (Grüne), wenn nicht gar zwei (Grüne und SPD) immer noch als Teile des Senats haben werden. Denn für Schwarz-Gelb wird es nicht annähernd reichen.

  5. 14.

    Mit 17 in die Junge Union eingetreten. Hatte er keine Spielkameraden?

  6. 13.

    Zum Glück hat die CDU ihn nominiert und nicht etwa einen sympathischen Typen, der auch was anderes kann, ausser das Tun der anderen Parteien zu kritisieren. Damit reiht er sich prima in die bisherigen CDU-Grossmäuler ein. Henkel, Dregger, Steffel... Keiner hat bisher die Rigaer oder Liebig geräumt, keiner was gegen kriminelle Grossfamilien-Clans. Nichts ausser Sprüche. Das wäre auch bei Wegener nicht anders. Kritik an Geisel ist manchmal berechtigt, aber man sieht auch, dass endlich was passiert in Punkto Sicherheit. Also bloss nicht CDU wählen, ausser man möchte das Diepgen-Landowski- Chaos zurück.

  7. 12.

    Komisch , mache ich auch und kenne noch ein paar mehr. Leider auch mit Bedenken , aber schlimmer kann es doch auch nicht mehr kommen.

  8. 11.

    Den wähle ich... hauptsache die Rechtsbrecher und Zerstörer von R2G kommen weg.

  9. 10.

    Ich werde Anbetracht der grünen und SPD Kandidatin erstmals die CDU wählen zumindest in Berlin.
    Wenn auch mit großen Bedenken.

  10. 9.

    wie kann ich denn CDU wählen (was ich gerne täte), ohne Herrn Wegner meine Stimme zu geben ?

  11. 7.

    Kai Wegner von der CDU ist ein wählbarer Kandidat für den Posten des Berliner Oberbürgermeister.

    Anders hingegen Frau Giffey, wo man noch auf die Konsequenzen wegen ihrer in Teilen kopierten Doktorarbeit.

    Beziehungsweise gegen die zugereiste Katholikin von den Grünen, die sich vehement für den Bruch des Berliner Neutralitätsgesetz, Paragraph 2, einsetzte.

  12. 6.

    Czaja wird niemals Regierender werden. Dann hat er viel zu tun, denn er braucht ein Jahr vor jeder Wahl ein passendes Volksbegehren, das er wieder für den eigenen Wahlkampf missbrauchen kann. ^^ Der Czaja, der für eine Baufirma tätig ist, die am BER beteiligt ist, in dessen Untersuchungausschuss er sitzt. Nächster Versuch.

  13. 5.

    Wenigstens stellt die CDU einen anständigen Kandidaten auf, der Berliner ist und sein Herz am richtigen Stelle hat. Von den Linken und Grünen Blendern sollte man sich nicht beeindrucken lassen, die haben genug Schaden angerichtet.

  14. 4.

    Habe bisher mit meinen über 50 Jahren noch nie CDU gewählt, aber aus Erfahrung der letzten 4 Jahre und speziell der letzten Monate wird mir leider nichts anderes bleiben als dies zu machen um endlich das chaotische 2RG los zu werden.
    Das dürfte die letzte Chance sein diesen linken Senat los zu werden.
    Ein hoher Einsatz, aber anscheinend unausweichlich.

  15. 3.

    Von der CDU hört man doch gar nichts.
    FDP und AfD werden viele Stimmen von der CDU abzweigen.
    Haben die keinen jüngeren in Angebot?
    Czaja (FDP) sollte Bürgermeister werden.

  16. 2.

    Schade CDU, mit einer Persönlichkeit an der Spitze hätte ich Euch gewählt ...

  17. 1.

    Ich hoffe, dass es Kai Wegner gelingt, ein überzeugendes Programm mit einem kompetenten Team zusammenzustellen. Wir brauchen dringend einen Gegenentwurf zu RRG. Und bitte auch klare Kante zeigen im Wahlkampf!
    Wenn die Grünen es mit ihrer sehr polarisierenden Politik schaffen, auf 26 Prozent zu kommen, sollte die CDU gleichermaßen die Interessen ihrer Wählerschaft knallhart vertreten und sich nicht mit weichgespülter Verkehrspolitik bei den Grünen anbiedern. Auch die Berliner Autofahrer brauchen eine wählbare Partei, es gibt nicht nur Radfahrer und Straßenbahnnutzer.

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