Globaler Klimastreik unter dem Motto keingradweiter im rahmen von Fridays For Future am 25. September 2020 in Berlin (Bild: imago images/JeanMW)
Video: Abendschau | 02.10.2020 | T. Schmutzler | Bild: imago images/JeanMW

Einheits-Wochenende - Wo in Berlin am Wochenende demonstriert wird

Am Einheits-Wochenende wird in Berlin fast rund um die Uhr protestiert. Unter anderem haben Corona-Leugner, Rechtsextreme und Linksautonome Demos in der Hauptstadt angemeldet. Eine Übersicht.

Rund um den Tag der Deutschen Einheit, den 3. Oktober, sind in Berlin zahlreiche Demonstrationen geplant.

Kundgebung auf der Bundestagswiese am Freitag

Schon am Freitag, den 2. Oktober, hatten unter anderem Kritiker der Corona-Politik und Verschwörungsideologen ab 15 Uhr zu einer Kundgebung am Platz der Republik auf der Bundestagswiese aufgerufen. Anmelder war die "Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand", auch Mitglieder der "Querdenken"-Bewegung nahmen teil. Weil sich die Teilnehmer wiederholt nicht an Corona-Auflagen wie Mund-Nasen-Bedeckung und Mindestabstand hielten, löste der Veranstalter auf Hinweis der Polizei die Versammlung frühzeitig auf.

Die linke Szene hatte derweil unter dem Motto "Reclaim Rosa-Luxemburg-Platz" zu Gegenprotesten aufgerufen.

Ebenfalls am 2. Oktober wollten Linksautonome ab 18 Uhr ab dem S-Bahnhof Frankfurter Allee in Friedrichshain unter dem Motto "Deutschland ist Brandstifter" grundsätzlich gegen die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit demonstrieren. Hier waren 400 Teilnehmer angemeldet.

Die Fahnen der Anti-Corona-Demos erklärt

Am Einheitstag wird überall in der Stadt demonstriert

Den Einheitstag selbst nutzten Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei "Der III. Weg" für einen Aufmarsch in Hohenschönhausen für ihre Sache. In der Vergangenheit sind sie vor allem durch einzelne Aufmärsche mit Trommeln, Fackeln und uniformierter Kleidung aufgefallen. 100 Teilnehmer hatte ein Anmelder aus dem sächsischen Plauen zunächst angekündigt.

Es wollten aber noch weitere Gruppen am 3. Oktober in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren. Ein Anmelder namens "Messias" hatte ab 12 Uhr auf dem Platz der Republik zu einer Demonstration aufgerufen, die die Frage beinhaltet, ob Deutschland "souverän" sei. Angemeldet sind 100.000 Teilnehmer.

Ab 14 Uhr will dann auch ein Aufzug mit angemeldeten 1.000 Teilnehmern von Alexanderplatz bis ins Regierungsviertel ziehen. Angemeldet hat die Demonstration eine Polizei-bekannte Privatperson. Unter dem Motto "Frieden, Freiheit, Wahrheit" soll gegen die Corona-Regeln protestiert werden.

Gegenproteste und linke Demos

Den rechten Aufmärschen stellte sich am 3. Oktober Protest entgegen: In Hohenschönhausen sowie in Lichtenberg, in Köpenick, Pankow, Spandau und Friedrichshain sind zig kleinere und größere Demonstrationen gegen Rassismus, Neonazis und auch konkret gegen den "III. Weg" angemeldet.

Am Abend des Einheitstages wollen dann Linke und Linksautonome in Friedrichshain "Chaos stiften": Von Samariterplatz bis Margarete-Sommer-Straße soll ab 21 Uhr gegen die Räumung des besetzten Hauses "Liebig 34" demonstriert werden, die für den 9. Oktober angesetzt ist. Dieser Protest soll auch am Sonntag weitergehen. Von 11 bis 23 Uhr ist für die Rigaer/Liebigstraße eine Versammlung mit 500 angemeldeten Teilnehmern angemeldet. Mit dabei: eine Bühne samt Lautsprecheranlage.

Straßensperrungen sind nach Polizeiangaben möglich - und wahrscheinlich.

Korrektur: In einer ersten Version des Textes haben wir berichtet, dass die Polizei Berlin den Aufmarsch der Organisation "Der III. Weg" abgesagt habe. Diese Information war nicht korrekt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Sendung: Radioeins, 04.10.2020, 08:40 Uhr

29 Kommentare

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  1. 29.

    @ Rene: Die Angst ist nicht unberechtigt. Es gibt nur welche, die Dinge anscheinend entweder nicht umfassend verstehen oder sie Dinge nicht bis zum Ende durchdenken können oder wollen, Es sollte nicht einmal zur Diskussion stehen ob die ganzen Maßnahmen sinnvoll sind. Denn das sind sie, jawohl, nicht nur wegen Corona übrigens. Da sind sie bei der Regierung oder auch bei anderen an der falschen Adresse um einfach mehr Freiheit zu fordern, was jetzt übrigens eine unbegründete Forderung ist. Da gibt es Leute, die genau SIE durch Maskentragen und Abstandhalten schützen, SIE wollen das aber im Gegenzug für die andere nicht tun? Warum?. Bitte besprecht das doch mit dem Virus direkt, vielleicht hat es ja Einsicht. So viele Tote, und es wären viel, viel mehr, wenn die Maßnahmen nicht getroffen worden wären. Es könnte Ihren Opa, Oma, Mama, Papa, lieben Freund oder Freundin oder sogar Sie selbst treffen.

  2. 28.

    ...wäre alles kein Problem mit den Demos, hielten sich ALLE Demonstranten auch an die Regeln wie: genügend Abstand + Mundnasenschutz vor allem beim sprechen, rufen, singen und wenn's enger wird.
    Und dann sollte man vielleicht auch hin und wieder schauen ob "Rechts" mit an der eigenen Seite geht - dann wäre aller-größter Abstand geboten - aber nur nach meiner Ansicht. Schönen Tag noch allen.

  3. 27.

    Du solltest weniger Medien wie diese konsumieren. Dann hast du auch nicht so viel unberechtigte Angst.

  4. 26.

    Das nennt man Demokratie. Eine Demo mit Abständen und Masken, ist nicht gefährlicher als Einkaufen oder Bahn fahren. Was hat das mit Absurdistan zu tun?Wäre es nicht so gut geschützt, das demonstrationsrecht, könnte man ansonsten jegliche Demos immer verbieten, mit den Fadenscheinigsten Begründungen.

  5. 24.

    Wenn das so weitergeht in Berlin mit den ganzen Demos und Partys dann werden andere Bundesländer ganz Berlin als Risikogebiet einstufen. Bisher sind es zwei Bundesländer die Mitte und Kreuzberg-Friedrichshain als Risikogebiet einstufen. Was das heißt weiß jeder. Keine Einreise aus diesen Gebieten oder Quarantäne.
    Es sind bald Herbstferien!!

  6. 23.

    Wenn überhaupt sollte man endlich "Maske" klar definieren: Mundschutz Maske Schutzmaske 3-Lagig aus Vlies (Disposable Protective MasK) und nicht einen Mode-Lappen aus Unterhosen-Tshirt-Stoff. Die Typen mit den stinkenden Masken kotzen mich echt an.

  7. 22.

    Dann sollten Sie im Home Office arbeiten. Niemand wird gezwungen, Maske zu tragen, da für aber die Konsequenzen.

  8. 21.

    Komme gerade von einer mehrtägigen Dienstreise aus Baden-Württemberg zurück und habe dort eine Maskendisziplin erlebt, echt klasse! Aber es wurde eben auch kontrolliert, Securitydienste in der Straßenbahn, Polizei in der Stadt. Das wünschte ich mir auch für Berlin!

  9. 20.

    Ich arbeite in einer Mall und fühle mich allmählich fast "bedroht": ungefähr jeder zweite Kunde trägt die Maske nasenfrei als Kinn-und-Mundlappen, und die neueste Mode ist es, das Ding auch noch vom Mund wegzuziehen, während man spricht. Sagt man etwas, wird man fast immer angepöbelt, und offizielle Kontrollen finden einfach nicht statt. Kein Geld, kein Personal? Keine Ahnung. Malls jedenfalls sind SUPERSPREADER. Ebenso ÖPNV und Regionalbahnen. Wozu Bußgelder "verhängen", wenn sie niemals und nirgendwo, wirklich nirgendwo, irgendjemand zahlen muss?

  10. 18.

    Dies ist eine antidemokratische Äusserung. Ist aber von der Meinungsfreiheit gedeckt. Insofern, bitte ziehen Sie doch weg!

  11. 17.

    Das geht uns auch so..Dieses Nichtstun der Regierung ist fürchterlich...Demos erlaubt, es wird gefeiert das die Balken sich biegen, ohne Konsequenz, Maskenpflichtverstösse werden nicht geahndet, in den Schulen steigen auch die Zahlen und trotzdem gibt es keine Filteranlagen. Man versteht es einfach nicht bei den steigenden Zahlen.

  12. 16.

    Am Sonntag ist übrigens wieder die Motorrad Mahn- und Gedenkfahrt.

  13. 15.

    So ist das nun mal, früher war es Bonn und jetzt Berlin. Wir sind Haupt und Regierungsstadt seit der Wende, schon vergessen. Es bringt ja nichts, wenn die Demos auf einem Dorf stattfinden.

  14. 13.

    Ich soll meine persönlichen Begegnungen einschränken, aber Demos und Fußball und Großhochzeiten dürfen stattfinden.
    Was soll das?
    Der Sent ist nicht in der Lage das zu verbieten?
    Unmöglich.

    Ist d

  15. 12.

    Auch mir ist es unverständlich, dass es nicht möglich ist Demos ganz einfach mal zu verbieten.
    Manchmal denke ich, wir leben in "Absurdistan" ...
    Zum Thema "Absurdustan" noch eine absurde Entscheidung in einem Landkreis in Bayern: Meine Schwester betreute als Hebamme eine kurz vor der Entbindung stehende Frau in der dortigen Klinik, welche einen positiven Covid-19-Test hatte ... Sofort wurde meine Schwester in Quarantäne geschickt, die Auflage erhielt sie sowohl mündlich von der Klinik als auch als amtlichen Bescheid vom Gesundheitsamt. Sie hatte zuhause zu bleiben und das Grund stück nicht zu verlassen ... Da aber andere Hebammen im Urlaub waren und die noch diensthabenden sich überfordert fühlten, strengte man nach dem ersten Test (drei waren geplant) eine neue Verfügung an: die Hebamme habe zum Dienst zu erscheinen und ansonsten die 14 Tage zuhause zu bleiben, nicht einzukaufen usw. Mir hat es (ich bin selbst Ärztin) die Sprache verschlagen ... Absurdistan eben ...

  16. 11.

    Oh, das tut uns leid. Bei uns funktioniert es problemlos. Wo lesen Sie denn den Artikel? In der App? Falls ja, könnte es helfen, den Artikel nochmal im Browser aufzurufen.

  17. 10.

    Das meinte ich auch, aber zumindest bei mit werden die anderen Bilder nicht angezeigt.

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