Radverkehr Berlin Radfahrer auf Pop-Up Radweg, Autoverkehr, Tempelhofer Ufer (imago images/David Weyand)
Bild: imago images/David Weyand

Bezirksamt kündigt an - Kreuzberger Lindenstraße bekommt Pop-up-Radweg

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will einen neuen Pop-up-Radweg anlegen. Er ist in der Lindenstraße in Kreuzberg geplant, wie das Bezirksamt am Mittwoch mitteilte.

Noch in diesem Jahr sollen außerdem aus den bislang befristeten Radwegen mit einer Gesamtlänge von elf Kilometern dauerhafte werden. Das Bezirksamt begrüßte die Entscheidung des Berliner Oberverwaltungsgerichts vom Dienstag, dass die bisherigen Pop-up-Radwege vorerst bleiben dürfen.

In Friedrichshain-Kreuzberg wurden im Frühjahr und Sommer zehn solcher Radwege eingerichtet. "Wir werden unseren Bezirk weiter fahrradfreundlich und sicher gestalten", kündigte Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) an.

Pop-up-Radwege dürfen vorerst bleiben

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) hatte am Dienstag eine Entscheidung der Vorinstanz vorläufig wieder aufgehoben, wonach die provisorischen Radwege hätten beseitigt werden müssen. Die Richter am Verwaltungsgericht hatten im September Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Radwege vorgebracht. Sie dürften nur dort angeordnet werden, wo es konkrete Hinweise auf Gefahren im Verkehr gebe und sie zwingend notwendig seien.

Dagegen hatte der Berliner Senat im Eil-Verfahren Beschwerde eingelegt, über die das OVG noch entscheiden muss. Solange jedoch dürfen die Radwege bestehen bleiben, entschied das Gericht nun. Demnach habe der Senat inzwischen die erforderlichen Unterlagen nachgereicht. "Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts sei unter Berücksichtigung dieser Unterlagen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Ergebnis fehlerhaft", teilte das OVG am Dienstag mit.

Im April hatten Senat und Bezirke damit begonnen, Pop-up-Radwege auf Parkstreifen oder Autospuren zu markieren. An vielen Stellen wurden die Wege mit Warnbaken abgetrennt. Begründet wurde das mit der Corona-Pandemie. Viele Berliner hätten kein Auto und in Bussen und Bahnen sei es zu eng. Gegen acht kurzfristig angelegte Fahrradwege in mehreren Bezirken hatte der AfD-Abgeordnete und Verkehrspolitiker Frank Scholtysek geklagt.

Sendung: radioeins, 07.10.2020, 21 Uhr

27 Kommentare

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  1. 27.

    Radfahrer beanspruchen für sich 1,5 Meter halten aber selber zu uns Fußgänger selbst bei hoher Geschwindigkeit oft keine 0,5 Meter ein.

  2. 25.

    Und sie sind die Mehrheit? Kennt man ja auch von dem "Wir sind das Volk" Geblöke wenn sich Rechtsextreme zusammenrotten.

  3. 24.

    Man sieht einen Radfahrer und viele Autos im Stau. Die Mehrheit will das nicht. Wie auf dem Foto.

  4. 23.

    Da radfahrerende Menschen die Straßen, Kommunen und auch nachweislich das Gesundheitssystem ENTlasten, müßten Radfahrer sogar noch Geld bekommen.

    Wie wäre es mit einer Kaufprämie für ein neues, modernes Rad? So wie Autofahrer gepampert werden sollten diese froh sein, dass sie den allergrößten Teil der Kosten den sie verursachen weiter von ALLEN Steuerzahlern schmarotzen dürfen.

    Das fängt schon mit dem gesponsorten Parkplatz an. Ich wäre für das Tokioter Modell, jeder der ein KfZ um- oder anmeldet hat einen privat finanzierten Parkplatz vorzuweisen.

  5. 22.

    "Versicherung" und "Steuern"?, Nannic, die Versicherung müssen die bezahlen, die entsprechende Schäden verursachen, welche die Privathaftung überschreiten dürften. Weil Autofahrer offensichtlich beträchtliche Schäden verursachen, ist eine KFZ-Versicherung Pflicht, während Fahrradfahrer für ihre - statistisch ziemlich geringen - Schäden selbst haften. Ist doch eigentlich ziemlich klar, oder?
    Gäbe es eine Fahrradsteuer für die Benutzung der Radwege und der Radabstellbügel, müsste der Preis dann auch im Vergleich zu den durch den Radverkehr entstehenden Kosten stehen. Insofern wäre ich gerne bereit, die vermuteten montlichen 2,20 € zu zahlen, bezahle sie aber wie jeder von uns über die Steuern.

  6. 21.

    Die Rückfallebene heißt "Zufußgehendenweg" früher auch bekannt als Fußgängerweg oder Bürgersteig. - Der nächste Winter kommt bestimmt und Alle Radfahrer steigen ins Auto.

  7. 20.

    Unter die Erde, lieber Detlef, im Sinne von tief vergraben, gehören solche Sechzigerjahre-Vorstellungen von einer Welt, deren Oberfläche dafür gedacht ist, von Autos befahren zu werden - und der Rest gehört unter die Erde.
    Aber jetzt sind wir, die Mehrheit der Nicht-und-Selten-Autofahrer dran. Wir lassen uns nicht mehr von euch die Straßen wegnehmen, die Luft verpesten, durch eure Fahrfehler schädigen; wir haben keinen Bock mehr, dass unsere Kinder nicht mehr draußen unterwegs sein wollen, weil ihr gerne in eurem Blechkasten von Köpenick nach Spandau fahren möchtet und es euch total egal ist, das dazwischen Menschen wohnen.
    Vielleicht gibt es ja irgendwann noch ein paar hässliche Städte voller Hochstraßen, Krach, Gestank, wo ihr hinziehen könnt. Wir Innenstadt-Berliner haben jedenfalls keinen Bock mehr auf euer unsoziales Getue und eure Protzkarren. Aus.

  8. 19.

    Besser: Wenn sich Autofahrer an Regeln...
    Soviele Rotlichtfahrer wie in Berlin...
    Soviele tote Radfahrer wie in Berlin....

  9. 18.

    Liebe/r User/in, in Ihrem Kommentar heißt es "nix zahlen" und "Fahrradsteuer???". Dazu haben wir einen sehr informativen Beitrag veröffentlicht: https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/09/berlin-fragen-antworten-fahrrad-steuer-radweg.html
    Mit freundlichen Grüßen, rbb|24

  10. 17.

    Warum verlangen Radfahrer eigentlich immer das man auf Sie Rücksicht nimmt?? Nehmen aber auf keinen anderen Verkehrsteilnehmer Rücksicht?
    Nix zahlen(Fahrradsteuer?? Versicherung?? Usw.), Rücksichtslos fahren aber am liebsten die ganze Straße (inkl. Gehweg) für sich beanspruchen wollen. Jup das ist Berlin!!!

  11. 16.

    Senat auflösen? Könnte euch so passen. Der nächste Senat wird wieder RRG. Sagen zumindest die Umfragewerte.

  12. 15.

    Löst endlich sofort diesen Senat auf, hier werden Steuergelder verschwendet. Erstens wird gerade bei Gericht geklärt ob diese Radwege überhaupt zulässig sind und dann fängt man zu einer Zeit an wo die Radfahrerzahlen, schon wegen dem Wetter, zurückgehen (werden). Wenn sich Radfahrer an die STVO halten würden, dann hätten Sie auch Zukunft im aktuellen Strassenverkehr Chancen. Wenn dann noch der ÖPNV weitgehends unter der Erde stattfindet ist auf den Strassen mehr Platz.

  13. 14.

    Na zum Glück macht die CDU/CSU keine Klientelpolitik für die Autofahrer

  14. 13.

    Alles haben wollen,aber nix dazu beitragen!!(nur auf Kosten der PKW Steuer )
    keine Haftpflicht, kein Sehtest,keine STV Schulung...prima jaaa...wie dreißt ist das denn??
    wann endlich werden die Autofahree wach!!

  15. 12.

    Suuuper! Endlich! Und bitte nun nicht aufhören. Wir brauchen mehr solcher geschützten Fahrradwege. Viel mehr! Straßen sollten geteilt werden. Halber Platz für Räder, andere Hälfte Autos. Dann sind die Bürgersteige auch wirklich nur noch für Fußgänger da.
    Doch solange LKWs ohne Umsicht fahren, PKWs gern mal den Abstand vergessen, wechsle ich weiter an engen Stellen auf den Bürgersteig um mein Leben zu retten.

  16. 11.

    Wahrscheinlich das nächste Mal wenn getagt wird. Vielleicht auch schon vorher, in Ausschüssen.

  17. 10.

    Ja, Danke. Bitte noch mehr davon. Gerne auch den Vorrang des ÖPNV voranbringen, z.B. durch Busspuren.

  18. 9.

    Bitte erst mal das Urteil abwarten. Aber nein Grüne und Linke fühlen sich schon als Sieger. Wie im Kindergarten.

  19. 8.

    Wann treffen in Berlin wieder Politiker mit einem gesunden Verstand Entscheidungen?

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