Rasmus Paludan (Quelle: dpa/Philip Davali)
Bild: dpa/Philip Davali

Islamfeindliche Aktion in Neukölln geplant - Dänischer Rechtsextremist bei zweitem Einreiseversuch in Berlin festgenommen

Der dänische Rechtsextremist Paludan ist in Berlin festgenommen worden. Er wollte in Neukölln eine islamfeindliche Aktion starten. Am Dienstag war er zurückgeschickt worden, am Mittwoch versuchte er erneut, über den Flughafen Tegel einzureisen.

Der dänische Rechtsextremist Rasmus Paludan von der Splitterpartei "Stram Kurs" ist auch mit einem zweiten Versuch, über Tegel nach Berlin einzureisen, gescheitert. Nachdem ihm die Einreise bereits am Dienstag verwehrt worden war, nahm ihn die Polizei bei einem weiteren Versuch am Mittwochnachmittag fest. Weil er trotz Verbots erneut eingereist sei, habe Paludan sich nach dem Aufenthaltsgesetz strafbar gemacht, teilte die Innenverwaltung mit.

Plante Paludan eine Koran-Verbrennung in der Sonnenallee?

Einem Bericht des "Tagesspiegel" zufolge hatte Paludan für diesen Mittwoch über Facebook eine Demonstration im Bereich der auch muslimisch geprägten Sonnenallee in Neukölln angekündigt. In dem in dänischer Sprache verfassten Aufruf werde er zitiert: "Wir glauben, dass das deutsche Volk wissen sollte, was der Islam ist! Das zeigen wir ihnen am Mittwoch. Dann werden wir alle sehen, ob es wirklich die Religion des Friedens ist! Wir bringen den Koran mit!" Dazu sei in dem Post das Foto eines brennenden Fahrzeugs zu sehen.

Die Senatsinnenverwaltung bestätigte rbb|24 diesen Bericht: "Die in den sozialen Netzwerken angekündigten Aktionen sind den Sicherheitsbehörden bekannt", so der Behördensprecher. Von der Berliner Polizei hieß es auf rbb|24-Anfrage, es liege keine Anmeldung für eine solche Veranstaltung vor.

Ähnliche Aktionen in Dänemark und Schweden

Paludan hatte im April 2019 bei einer islamophoben Demonstration im Kopenhagener Stadtteil Nørrebro einen Koran verbrannt, wie der Tagesspiegel weiter schreibt. Daraufhin sei es zu tagelangen Ausschreitungen von mehrheitlich muslimischen Einwohnern des Bezirks der dänischen Hauptstadt gekommen. Die Splitterpartei bekam bei der jüngsten Wahl in Dänemark 1,79 Prozent der Stimmen und ist nicht im Parlament vertreten.

Auch im südschwedischen Malmö kam es Ende August in Zusammenhang mit Paludan und "Stram Kurs" zu Gewalt. Nachdem die schwedischen Behörden dem islamfeindlichen Politiker aus Dänemark die Einreise verwehrt hatten, wurde dagegen gewaltsam protestiert. Es gab Festnahmen und mehrere verletzte Polizisten. In Malmö wurden an diesem Tag wie schon zuvor in Kopenhagen Korane verbrannt. Paludan wollte an dieser Veranstaltung teilnehmen.

Einreiseverweigerung am Dienstag im Flugzeug überreicht

Zu dem Einreiseversuch vom Dienstag hatte die Innenverwaltung mitgeteilt: "Dies haben wir ihm verweigert. Noch im Flugzeug sitzend wurde ihm von der Bundespolizei die Einreiseverweigerung des Landesamtes für Einwanderung übergeben."

Paludan habe das Flugzeug nicht verlassen und sei am Dienstagnachmittag nach Kopenhagen zurückgeflogen. Bis zum 31. Oktober 2020 erhielt Paludan demnach ein Einreiseverbot. Gegen das er bereits einen Tag später verstieß.

29 Kommentare

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  1. 28.

    Total dämlich? Rechtsextremes Kalkül! So wie "Bürgerwehren" o.ä.

  2. 27.

    Das jemand auf die Sonnenallee sowas abziehen will - mutig. Frage mich jedoch, was er damit bezwecken will, außer Hass zu schüren. Total dämlich.

  3. 26.

    Vermute mal aufgrund von § 47 Verbot und Beschränkung der politischen Betätigung Aufenthaltsgesetz.
    "Das Verbot und die Beschränkung der politischen Betätigung gelten unabhängig vom Aufenthaltsstatus des Ausländers. Die Einschränkung oder Untersagung ist nicht durch Bedingung oder Auflage zum Aufenthaltstitel, sondern durch selbständige Verfügung anzuordnen. Die Verfügung kann – auch ergänzend für bestimmte Zeiträume – mit dem Verbot des Aufenthalts an bestimmten Orten oder in bestimmten Gebieten verknüpft werden (vgl. § 12 Absatz 2 Satz 2, § 6 Absatz 1 Satz 3)." Vergleiche www.migrationsrecht.net

  4. 25.

    "Was der Islam ist", hätte der Provokateur mit seiner Bücherverbrennung nicht gezeigt. Dass es fanatische Muslime auch in Deutschland gibt, das schon, aber das dürfte der Bevölkerung selbst ohne die Opferzahlen wie in Frankreich bekannt sein.

    Da zum Gelingen der Provokation das planmäßige Mitwirken der Provozierten gehört, wäre kaum etwas leichter als solche Aktionen ins Leere laufen zu lassen. Muslimen von heute sollte klar sein, dass die Heiligkeit des materiellen Gegenstands Koran (anstelle des immateriellen Texts) eine Bedeutung in Zeiten hatte, in denen Bücher mühsam per Abschrift vervielfältigt wurden. Im Zeitalter der Druckerpressen und E-Books könnte der örtliche Imam eine Palette Korane mit dem Hinweis "Wenn's nicht reicht, wir können neue bestellen" vorbeibringen oder online dazu aufrufen, Paludan Koran-Spenden zuzusenden. Derartige "Coolness" statt des Verharrens in magisch-animistischer Überhöhung eines seriell herstellbaren Gegenstands wäre ein Ankommen in der Moderne.

  5. 24.

    Glückwunsch an die Ermittler,ein Irrer weniger in der Stadt.Schade das es nur in den seltensten Fällen so reibungslos mit der "Rückführung"funktioniert.

  6. 23.

    Wenn er 3 solcher Bücher zugleich verbrennen würde, wäre das eine nicht rechte Aussage.
    Oder nennt er sich "Christ"...?
    DNK ist in der EU, und hat eine Landgrenze zur BRD. Was hindert ihn daran es mit dem Auto zu machen...?
    Er könnte ein Fakevideo "in Berlin" machen. Aso vor Greenscreen etc.
    Oder ein ähnlich aussehender Deutscher macht es in Berlin, und man legt im Video fürs Internet noch sein Gesicht per DeepFake drüber.

    Als Linker teile Ich zwar nicht die Gesinnung, aber ich begrüße Aktionen die Reaktionäres Verhalten triggert, bis dieses Verhalten nicht mehr auftritt. Desensibilisierung.
    Egal ob es Islamisten, Christen (Verbot des Wizo-T-Shirt etc.), Verunglimpfung des Deutschen Staates und seiner Symbole (solange die Dt. Flagge schänden, bis es legalisiert wird!), Aufregung über Red-Dead-Redemption-Videos, Aufregung über YouTube-Videos zu Ego-Shooter in Reichstag-Map mit Computerfiguren ehcter Politiker (noch nicht passiert, aber hoffentlich irgendwann möglich) etc..

  7. 22.

    Welche Fanatiker meinen Sie denn? Die Islamisten, die christlichen Fanatiker oder die die islamophopen von Pegida oder sonstigen rassistischen Sekten? Nicht zu vergessen die zahlreichen Antisemiten in den aufgezählten Gruppierungen.

  8. 21.

    "Wie schade, dass es anderswo z.B. bei Anis Amri nicht so gut geklappt hat."

    Die Ermittler wurden abgezogen, man hielt es für wichtiger Hausbesetzer zu beobachten. Suchen sie mal im Netz nach "Die Rigaer, Anis Amri, das LKA und dessen fanatischer Hass auf Linke".

  9. 20.

    Erschreckend, wie filigran die Behörden in D dann plötzlich arbeiten können und auch noch Hand in Hand mit der Exekutive.
    Wie schade, dass es anderswo z.B. bei Anis Amri nicht so gut geklappt hat.
    Würde mich brennend interessieren, mit welcher Begründung die Einreise nach Deutschland untersagt wurde, dass könnte ja dann in Zukunft für alle Extremisten herangezogen werden.

  10. 19.

    Wobei die meisten Rechtsaußen eher kognitiv zu früh abgebogen als mit dem Auto gegen eine Wand geknallt sein dürften.

  11. 18.

    wer einen glauben hat , soll gern behalten..ob es falsch oder richtig ist , dazu darf jeder was sagen ...wer glauben praktiziert , sollte sich nicht um negative meinung oder zeichnung irritiren lassen oder sich drum kümmern ,nur wer nicht sicher im glauben ist, wird verunsichert und handelt FALSCH ,ein überzogene glaube ist immer falsch ...und somit auch krank..macht euch frei und glaubt an welchen gott auch immer , dass andere ,darüber anders denken , ist eben freiheit...ich würde mir gedanken machen , warum glaube ich an etwas , was meine freiheit beschränkt..also mir nicht gut tut..wer hass mit sich trägt und das mit glauben manifestiert ..ist für mich irre !! und das schlimmst ist ,das die gut :) gläubigen , sich gegen diesen fanatismus nicht wehren und mit ihrer stimm enthaltung diese tolorieren...somit bekommt der galube sein negative seit!!

  12. 17.

    wer einen glauben hat , soll ihn auch gern tragen..ob es falsch oder richtig ist , dazu darf jeder was sagen ...wer glauben praktiziert , sollte sich nicht um negative meinung oder zeichnung irritiren lassen oder sich drum kümmern ...nur wer nicht sich im glauben ist, wird verunsichert und handelt FALSCH .. ein überzogener glaube ist immer falsch ...und somit auch krank..macht euch frei und glaubt an welchen gott auch immer ..das andere ,darüber anders denken , ist eben freiheit...ich würde mir gedanken machen , warum glaube ich an etwas , was meine freiheit beschränkt..also mir nicht gut tut..wer hass mit sich trägt und das mit glauben manifestiert ..ist für mich irre!! und das schlimmst ist ,das die gut gläubigen ,sich gegen diese irren nicht wehren und mit ihrer stimm enthaltung tolorieren...somit bekommt der galube sein negative seit!!

  13. 16.

    Vielleicht hätte er es geschafft ein Koran zu verbrennen, aber ob er es lebend aus Neukölln geschafft hätte, kann man bezweifeln.

  14. 15.

    So is dat halt, wenn die vormaligen Dorftrottel nicht nur im Netz, sondern dank der billigen Massenmobilität jetzt auch persönlich europaweit aktiv werden.

  15. 14.

    Die Fanatiker sind doch schon hier, seine Aktion hätte diese nur zum Vorschein gebracht und das wäre eine gute Sache! Damit die Menschen mal aufwachen und die Gefahr erkennen, die hier überall lauert. Wir brachen wohl selbst erst ein Paris und mal zu begreifen was wir hier haben, an einer gewaltbereiten Ideologie und Menschen die dieser blind folgen.

  16. 13.

    Karikaturen sind aber nach westlich-europäischer Einschätzung keine Schändung. Damit dürfte Ihre Frage hinreichend beantwortet sein.

  17. 12.

    "Eine Schändung religiöser Symbole darf niemals akzeptiert werden, egal ob Koran, Kreuz oder Tora."
    Das empfinden aber die Moslimen bei den Mohammed-Karikaturen von Charlie Hebdo. Was nun ?

  18. 11.

    Terroristen gehören eingeknastet, egal welcher Coleur! Menschen, die zum Rassenhass oder Religionshass aufrufen, ebenso! Beide Richtungen arbeiten nach dem gleichen menschenverachtenden Prinzip: Spaltung durch Provokation von Gewalt

  19. 10.

    Das kommt nicht durch die Prüfung, aber auf dem Foto ist er schon recht schräg festgehalten...

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