Archiv - Sawsan Chebli, Staatssekretärin und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister unterhalten sich in der Bundesratssitzung am 21.09.2018 (Bild: dpa/Wolfgang Kumm)
Video: Abendschau | 28.10.2020 | Dorit Knieling, rbb Landespolitik, im Gespräch | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Charlottenburg-Wilmersdorf - Müller setzt sich bei SPD-Befragung für Bundestagswahl durch

Der Weg für eine Bundestagskandidatur des Berliner Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) ist frei. Bei einer Mitgliederbefragung im SPD-Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf setzte er sich gegen Staatssekretärin Sawsan Chebli durch.

Der Berliner Regierungschef Michael Müller (SPD) hat das Rennen um die SPD-Bundestagskandidatur im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gewonnen. Wie der Kreisverband am Mittwochabend bekanntgab, setzte er sich bei einer Mitgliederbefragung gegen seine Konkurrentin Sawsan Chebli durch. Auf Müller entfielen demnach 58,4 Prozent der Stimmen, auf Chebli 40,2 Prozent. Auf Instagram bedankte sich Müller bereits für seine Wahl mit den Worten "Ich bin Euer Kandidat für die #bundestagswahl2021. Vielen Dank für Euer Vertrauen."

Chebli sagt Müller Unterstützung zu

Sawsan Chebli, die Verliererin des Votums, sagte Müller noch am Mittwochabend ihre Unterstützung zu: "Jetzt kommt es darauf an, dass unsere Partei geschlossen und mit großem Einsatz in den Wahlkampf zieht. Ich werde Michael Müller voll unterstützen, damit unser Bezirk wieder von einem direkt gewählten Kandidaten der SPD im Bundestag vertreten wird."

Indes verteidigte Chebli die Mitgliederbefragung in Charlottenburg-Wilmersdorf: "Ich bin überzeugt, dass der faire demokratische Wettbewerb, den wir in den letzten Wochen geführt haben, der SPD nicht geschadet hat, im Gegenteil: Er stand unserer Partei gut zu Gesicht", sagte sie der Deutschen Presseagentur.

Müllers Bundestagsdirektmandat noch nicht sicher

Endgültig aufgestellt wird der SPD-Kandidat erst auf einer Wahlkreiskonferenz im November, das Ergebnis des Mitgliedervotums ist formal nicht bindend. Es gilt aber als Vorentscheidung, und es ist davon auszugehen, dass Müller als Kandidat gekürt wird. Sicher ist ein Bundestagsdirektmandat für ihn indes nicht. Zuletzt obsiegte in dem bürgerlich geprägten Wahlkreis die CDU mit ihrem Kandidaten Klaus-Dieter Gröhler, der im kommenden Jahr wieder antritt.

Deshalb ist nicht unwichtig, auf welchen Platz der SPD-Landesliste Müller kommt. Als Regierendem Bürgermeister gebühre ihm Platz 1, sagten etliche in der SPD. Damit wäre sein Einzug in den Bundestag auch dann gesichert, wenn es mit dem Direktmandat nicht klappt. Es gibt aber auch andere Stimmen, die Müller nicht automatisch auf Platz eins sehen. Ihre Landesliste will die SPD am 19. Dezember wählen.

Kühnert tritt in Tempelhof-Schöneberg an

Müller hatte im August bekanntgegeben, dass er 2021 in den Bundestag wechseln und im Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf kandidieren will. Dort hatte zuvor bereits Chebli Interesse signalisiert, die Müller 2016 als Staatssekretärin in seine Senatskanzlei holte.
Deshalb ließ die SPD ihre rund 2.500 Parteimitglieder in dem Kreisverband zwölf Tage lang abstimmen.

Erste Wahl für Müllers Bundestagskandidatur wäre möglicherweise der Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg gewesen. In diesem Berliner Bezirk hat er seine familiären Wurzeln und trat wiederholt bei Wahlen zum Abgeordnetenhaus an. Allerdings kam ihm Juso-Chef Kevin Kühnert zuvor, als er öffentlich verkündete, dort anzutreten.

31 Kommentare

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  1. 31.

    Gute Entscheidung ,es gibt dann weniger Fehlentscheidungen im städtischen Bereich !

  2. 30.

    ...das ist mehr als bedauerlich. Da wird Müller für seine Feigheit, den Sch... gegen den Juso Kevin Kühnert einzuziehen, auch noch belohnt! Was für eine peinliche Nummer dieser angeblichen Volkspartei... Gute Nacht, SPD! So wird das nichts mit der Entwicklung in eine junge und dynamische Zukunft. Großartig, dass er sich weiterhin die Taschen mit fetten Diäten vollstopfen darf. Fürs bisherige und folgende Nichtstun überbezahlt. Ein ähnlicher Weg, wie ihn die ehemalige Bürgermeisterin Tiemann aus Brandenburg a. d. H. gegangen ist. Wenn die Landespolitik zu anstrengend wird, dann geht man zum Bund... Da kann man wunderbar abtauchen... Kein Wunder, dass immer weniger Menschen wählen gehen... Ich wünsche Frau Chebli, dass sie ihren Weg geht. Und das wird sie!

  3. 29.

    "Hier wurde unter den Mitgliedern nur zwischen Pest und Cholera ausgewählt, ein Dritter Kandidat wäre sicher mit einer Mehrheit gewählt worden."
    Sind bei ihnen 58,4% keine Mehrheit?

  4. 28.

    Eine richtige Entscheidung!

  5. 27.

    Nun, die Charlottenburg-Wilmersdorfer haben sich für die Cholera entschieden.

  6. 26.

    Lustig wäre, wenn sie jetzt als unabhängige Kandidatin in dem Wahlkreis anträte und die SPD besiegt.

  7. 25.

    Erstens hat er angekündigt, nicht mehr als Kandidat für einen Senatsposten anzutreten sondern in den BT wechseln zu wollen und zweitens kann man nicht Ministerpräsident eines Landes und zugleich aktives MdB sein,

  8. 24.

    Hier wurde unter den Mitgliedern nur zwischen Pest und Cholera ausgewählt, ein Dritter Kandidat wäre sicher mit einer Mehrheit gewählt worden.

  9. 23.

    Der jetzige Regierende Bürgermeister Michael Müller wird am kommenden Sonnabend den Parteivorsitz der Berliner SPD abgeben. Kandidaten für die Vorsitzenden (Doppelspitze) sind Franziska Giffey und Redh Salleh.
    Zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhaus im nächsten Jahr wird Franziska Giffey als Kandidatin für die Regierende Bürgermeisterin antreten. Michael Müller tritt dann nicht mehr als Regierender Bürgermeister an und er wird sich dann, falls er gewählt wird, ausschließlich seinem Bundestagsmandat widmen.

  10. 22.

    Ich frage mich nur, wer hat diese Frau überhaupt gewählt und den Müller kannst du ebenfalls in die Wüste schicken.

  11. 21.

    Das ist auch meine Meinung.Herr Müller hat nicht die Ausstrahlung wie ein Herr Wowereit, aber ich bin mit seiner Arbeit sehr zufrieden.

  12. 20.

    Nicht gerade berauschend, Müller im Bundestag.

  13. 19.

    In der "Zeit" (zeit.de) gibt es einen guten Kommentar dazu. Es heißt da etwa: Cheblis Auftritt bei Krömer offenbart ein programmatisches Nichts. Das wenige, das Müller zu bieten hat ist da halt qualitativ besser. Wenn Chebli aus dieser Niederlage nichts lernt, wird noch in 30 Jahren der hoffnungsvolle Nachwuchsstar mit dem Riesen-Ego sein.

  14. 18.

    Haben Sie den gesamten Absatz "Chebli sagt Müller Unterstützung zu" überlesen?

  15. 17.

    Eine höher datierte Altersversorgung sichern was sonst? Inhaltlich ist er eine Nullnummer.

  16. 16.

    ist ok. Frau Chebli wird ihren Weg auch jenseits von Charlottenburg machen, und Herr Müller weiss, dass er sich nächstens anstrengen muss... vor allem darf er sich nicht alles bieten lassen :-)

  17. 15.

    Herzlichen Glückwunsch an Michael Müller!
    Bei dieser Abstimmung hat Sachverstand gegen Glamourgirl, Bescheidenheit gegen Protz und Fleiß gegen Show gewonnen. Das lässt für die Zukunft der SPD hoffen.

  18. 14.

    Es ist sehr schade, dass Frau Chebli nicht gewonnen hat.
    Warum gibt es dafür noch keine Quote ?

  19. 13.

    Vor wenigen Tagen wäre der große Sozialdemkorat Dr. Kurt Schumacher 125 Jahre alt geworden. 11 der 12 Nazi-Jahre hat er im KZ gesessen. Er sagte, dass die SPD die Interessen der "deutschen arbeitenden Bevölkerung" vertreten muss. Wäre das nicht der Kurs für ein SPD auch heute?

  20. 12.

    Da bekommt der designierte ehemalige regierende Bürgermeister noch einen Druckposten zugeschoben.
    Das sagt alles über diese Partei.
    Mal sehen wie weit diese SPD noch in der Wählergunst sinkt.
    ByeBye SPD

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