Eine mit einem Hakenkreuz geschändete Mesusah in der Synagoge Tiferet Israel Berlin (Bild: Privat)
Audio: Inforadio | 02.10.2020 | Ricardo Westphal | Bild: Privat

Berlin-Charlottenburg - Schriftrolle in Synagoge mit Hakenkreuzen beschmiert

Eine Schriftrolle im Eingangsbereich einer Berliner Synagoge ist herausgebrochen und mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Wie die "Jüdische Allgemeine" am Freitag berichtete, wurde in der Synagoge Tiferet Israel Berlin in Charlottenburg die Mesusa - ein beschriebenes Pergament, das in einer Kapsel im Türpfosten befestigt ist - herausgenommen und auf beiden Seiten mit Hakenkreuzen beschmiert.

Die antisemitische Tat soll sich zwischen den jüdischen Feiertagen Rosch Haschana (18.-20. September) und Jom Kippur (27./28. September) ereignet haben.

Die Berliner Polizei bestätigte am Freitag, dass die Schändung am Donnerstagabend gegen 20 Uhr von einem Mitglied der Jüdischen Gemeinde bemerkt wurde. Die Befestigung der Schriftrolle am Türpfosten sei aufgebrochen und falsch herum wieder angebracht worden. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt habe die Ermittlungen übernommen.

14 Kommentare

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  1. 13.

    Werter Lothar, Sie haben sich rein gar nichts vorzuwerfen oder müssen sich Gedanken machen. Der Kommentar, auf die Sie hier geantwortet haben, war nur ein untauglichen Versuch, Linksextremismus besser als Rechtsextremismus darzustellen und daraus abgeleitet einigen Nutzern hier, insbesondere mir vermute ich, die Ernsthaftigkeit des Geschriebenen abzusprechen. Kann man machen, muss man aber nicht. Gleichzeitig wird damit versucht, den linken Antisemitismus unter den Tisch zu kehren, als ob Hass auf Juden besser wäre, wenn er aus dieser Richtung kommt. So kann der Nutzer sich elegant der eigenen Verantwortung entziehen, weil Judenfeinde ja per se rechts sind. Ich verstehe ehrlich gesagt diesen Judenhass überhaupt nicht, egal ob er sich gegen die Religion an sich oder gegen Israel richtet, und das obwohl ich die Politik Israels durchaus kritisiere. Das ist aber ein Unterschied zum Judenhass.

  2. 12.

    Da stimme ich Ihnen zu. Jede Arten Extremismus ist abzulehnen. Jeder soll seinen Glauben leben dürfen. Ich wage aber zu sagen, niemand soll anderen seinen Glauben als den einzig Richtigen aufdrängen, so funktioniert, denke ich, Toleranz.

  3. 11.

    Ich kann Sie sehr gut verstehen. Doch was soll ich Ihrer Meinung nach sonst noch schreiben, um meine Abscheu zu solch einer Tat kundzutun? Als Nicht-Jude trage ich eine Halskette mit Davidstern um meine Solidarität zu zeigen. Im Sommer somit für alle sichtbar.

  4. 10.

    Wozu sollen sich Jüd*innen nicht provozieren lassen? Also doch nur eine Insinuierung, Jüd*innen seien an Antisemitismus selbst schuld?

    Die Kommentare bisher kann man nur mit gemischten Gefühlen betrachten, geben statistische Erhebungen zu antisemitischen Einstellungen doch regelmäßig preis, dass Antisemitismus sehr weit verbreitet ist in der gesamten Gesellschaft. Ergo, kann man davon ausgehen, dass manche der Empörungsbekundungen wahrhaftig, andere nur aufgesetzt und ritualisiert sind. Wo bleibt denn der Aufschrei der sich hier Empörenden, wenn Antisemitismus durch RIAS, Reachout, Hagalil oder dem Zentralrat der Juden in Deutschland thematisiert wird? Speziell, wenn von den "Empörten" üblicherweise Rechtsextremismus verharmlost oder mit Linksextremismus gleichgesetzt wird. Glaubwürdig ist das nicht. Mehr Sensibilisierung nicht nur für Straftaten, sondern alltägliche jüdische Lebenswelten wäre wünschenswert.

  5. 9.

    Die Welt, für die diese besagten "Hausprojekte" eintreten, ist genau so "tolerant", wie die Weltvorstellung der braunen Brut. Beides ein Spiel mit dem Feuer. Judenfeinde sind im Übrigen auch beide, nur aus verschiedenen Gründen. Um Juden in diesem Staat zu schützen, muss daher jeglicher Extremismus bekämpft werden.

  6. 8.

    Furchtbar. Es tut mir so leid.
    Doch solange Berlin und Deutschland lieber linke Hausprojekte räumt, welche für eine offene tolerante Welt kämpfen, solange wundern mich Hakenkreuze auf Friedhöfen, an Straßenmauern, in Chatgruppen und in den Köpfen der Bürger nicht.

  7. 7.

    Deshalb habe ich seit Jahren keine Mesusa mehr an meiner Tür.

  8. 6.

    Ich möchte mich den Kommentaren meiner Vorredner anschließen und mein Bedauern über solch ein schäbiges und feiges Handeln ausdrücken. Lassen Sie sich bitte nicht provozieren und pflegen Sie weiter Ihre Religion - hier in Berlin.

  9. 5.

    Da kann und will ich mich nur anschließen. Einfach nur widerlich.

  10. 4.

    Der Jüdische Gott ist auch der Christliche Gott, ist auch der Gott des Profeten Mohamed.
    - Unendschuldbar. -
    Da kommt man sich vor wie im Mittelalter.
    Also doch neben dem Roten Rathaus einen Galgenhügel aufschütten und Schandpfäle aufstellen. Zur gemeinschaftlichen Resozialisierung der ewig Dummen.

  11. 3.

    Wenn dies eine Bitte um Entschuldigung an die Juden dieser Stadt war, schließe ich mich Ihnen von ganzem Herzen an. Die Tat ist einfach nur widerlich und unfassbar dumm.

  12. 2.

    Das ist so eine Schande und so entsetzlich. Es ist unentschuldbar und somit kann ich die Gemeinde für Taten von Nazis nicht um Entschuldigung bitten. Aber die Gemeinde soll wissen, dass es noch genug Menschen gibt, die so eine Tat nicht übersehen und abtun, sondern mit ihren Worten in Gesprächen mit anderen Menschen dazu Stellung nehmen und das verurteilen .

  13. 1.

    Beschämend ...
    Entschuldigung...

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