Tesla-Fabrik in Grünheide (Bild: imago images/Christian Thiel)
Video: Brandenburg Aktuell | 23.11.2020 | Michel Nowak | Bild: imago images/Christian Thiel

BrandenburgTrend - Mehrheit in Brandenburg erwartet weitere Industrie-Ansiedlungen durch Tesla

Wird die E-Autofabrik von Tesla in Grünheide ein Job- und Konjunktur-Motor für Brandenburg? Ja, sagt die Mehrheit der Menschen im Land: Zwei Drittel glauben an weitere Industrieansiedlungen im Sog der Tesla-Fabrik, wie der BrandenburgTrend zeigt.

Zwei Drittel der Brandenburgerinnen und Brandenburger rechnen nach dem Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide mit weiteren Industrieansiedlungen im Land. Das geht aus einer infratest-dimap-Umfrage im Auftrag von Brandenburg aktuell und Antenne Brandenburg hervor. 67 Prozent der Befragten glauben demnach, dass sich das Tesla-Werk, in dem ab 2021 E-Autos produziert werden sollen, positiv auf die Ansiedlung anderer Industrieunternehmen auswirken wird.

Brandenburg Trend. Tesla (Quelle: rbb/Infratest Dimap)
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Mehr Männer als Frauen erwarten Sogeffekt

Diese Sicht wird in allen Altersgruppen geteilt. Die Anhänger der im Landtag vertretenen
Parteien rechnen überwiegend mit einem positiven Effekt. Eine Ausnahme bilden die Anhänger der AfD, von denen weniger als die Hälfte (47 Prozent) positive Effekte erwartet, eine knappe Mehrheit (53 Prozent) jedoch skeptisch ist.

Insgesamt optimistischer als Frauen (60 Prozent) sehen Männer (74 Prozent) den Tesla-Effekt. Befragte mit einem höheren Schulabschluss haben mit 79 Prozent deutlich höhere Erwartungen für Brandenburgs Industrie als der Durchschnitt.

Für die Umfrage wurden im Rahmen des BrandenburgTrends vom 12. bis 17. November 1.000 Wahlberechtige im Alter ab Jahren repräsentativ befragt.

Brandenburg Trend. Tesla (Quelle: rbb/Infratest Dimap)
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Steinbach rechnet mit "Riesen-Sogwirkung"

Der US-Autobauer Tesla plant in dem neuen Werk in Grünheide bis zum kommenden Sommer rund 7.000 unbefristete Vollzeitstellen, wie die Arbeitsagentur Frankfurt (Oder) kürzlich mitteilte. Bis Anfang kommenden Jahres sollen zunächst rund 200 Personen als Lagermitarbeiter(innen) vermittelt werden. Tesla will demnach auch Mitarbeiter einstellen, die längere Zeit ohne Job waren oder nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen.

Der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) geht von einem "Domino-Effekt" für die Region durch Tesla aus, wie er im Januar sagte.
Tesla mache den Standort auch für andere Unternehmen und Branchen attraktiv. Tesla habe "Signalkraft weit über Brandenburg hinaus", sagte auch Bernd Becking, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit in Berlin-Brandenburg. Der Tech-Konzern werde als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen und Fachkräfte anziehen.

BASF investiert in Schwarzheide

Als eines der ersten Unternehmen hatte BASF neue Pläne für seinen Standort Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) angekündigt, nachdem die Tesla-Nachricht bekannt geworden war. In dem Werk sollen ab 2022 Grundstoffe zur Batteriefertigung hergestellt werden. Dafür sollen 200 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Im November wurde der erste Spatenstich für das Werk gesetzt.

Zudem will das US-Unternehmens Microvast in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) Batteriesysteme für Transporter und Lkw sowie für Sportwagen oder Geländewagen herstellen.
Der Bau des Werks soll im Dezember abgeschlossen werden, bis zu 250 Arbeitsplätze sollen entstehen. Microvast will auch die Leitung seines Europageschäfts dorthin verlegen.

Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat bereits angedeutet, dass es zahlreiche weitere Unternehmen gibt, die ebenfalls in dem Land, dabei vor allem in der Lausitz, investieren wollen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 23.11.2020, 19:30 Uhr

21 Kommentare

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  1. 21.

    Lieber Herr Neumann, schaun Sie mal genau hin, was alles zum Berliner Naherholungsgebiet Seenlandschaft Oder Spree gehört. Die Idee GVZ zur Versorgung von Berlin wurde leider nie verwirklicht, obwohl Herr Vogelsä damals soooo geworben hatte. Per Bahn, Schiff, Flugzeug, Groß/Giga-LKW u. ä. sollte das GVZ beliefert werden, um dann Berlin auf kurzen LKW-Wegen (vielleicht auch Elektro-LKW)zu versorgen. Keine schlechte Idee Herr Neumann!

  2. 20.

    Ein Prozent von was...? Im Karten interpretieren waren sie offensichtlich noch nie gut... Hier wird ein großer zusammenhängender Wald am Naturschutzgebiet und umgeben von Landschaftsschutzgebieten zerstört, platt gemacht und gegen eine Betonwüste ausgetauscht. Und immer das gleiche Thema, Wasser, welches im Garten landet bleibt im Kreislauf der Region, wird nicht mit Chemikalien verseucht und kubikmeterweise über vorfluter und Flüsse ins Meer geleitet. Und ob sie Tiere mögen oder nicht, sollte den Bewohnern des Waldes doch die Möglichkeit der Flucht gelassen werden bevor wieder fünfzig Harvester über Nacht und in kürzester Zeit einhundert Hektar Wald vernichten incl. der sich im Winterschlaf befindenden Kriech und Säugetiere.

  3. 19.

    Der Tourismus boomte vor Corona und meldete 2019 Rekordzahlen:
    https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/panorama/2020/02/tourismus-rekord-brandenburg-oder-spree.html

  4. 18.

    Noch besser wäre es wenn wir Bürger nur noch einwandfreie und gesunde Lebensmittel zu kaufen bekämen. Gestern sah ich mir auf NDR eine Sendung über Ekelwurstproduktion an. ( Die Tricks mit Wurst und Schinken ) . Massentierhaltung und Betrug der Bürger ist letztlich kriminell. Listerien in der Wurst kann man verhindern; macht es aber nicht. Man faselt hier, dass der Kunde nur billig will; glatte Rechtfertigung für den Mist, den man uns hier anbietet. Es wird unendlich viel Geld verschludert, Natur zerstört und da reden die Journis von Umweltschutz ? Was steckt wirklich dahinter ? Wir lieben das Warum.

  5. 17.

    Diesen Sommer war die Trauer noch nicht vorhanden. Die privaten WSE-Kunden haben sich wieder mit einem so hohen Wasserverbrauch hervorgetan, dass der Versorger erneut die Presse eingeschaltet hatte. Die Verbrauchszahlen belegen, dass das Wasser nur ein vorgeschobenes Argument ist, zumal Tesla bedeutend weniger Wasser verbraucht als die Rasenflächen in den Vorgärten oder andere Industriebetriebe wie die PCK, die viele gerne möglichst lange in Betrieb sehen wollen.

  6. 16.

    Gerade wurde uns mitgeteilt wie der Zustand von Brücken, Autobahnen und Straßen in Deutschland eingestuft wird; welch Milliardenkosten da jährlich anfallen. Daraus lässt sich aber ableiten, dass der Privat-PKW allenfalls klein und sparsam zu sein hat und nur für dringliche Beschaffungen benutzt werden sollte. Es ist also sinnlos große Tonnenteslas zu bauen. Für Reisen ist die Bahn zu benutzen. D.h. man muss in die Infrastruktur investieren, die aus Gleisen besteht.

  7. 15.

    Wer den Waöd dort kennt, weiß, dass seit vergangen Winter angekündigte Rodung nur rd. 1% des Waldgebietes ausmacht. Die Wildtiere sind Ihnen dabei völlig egal und werden nur als Vehikel genutzt, um gegen die Energiewende vorzugehen.

  8. 14.

    Der Rüdersdorfer fährt nicht jeden Tag 100 km und kutschiert auch nicht sinnlos rum. Uns wurde doch allen klar gemacht, dass man in der heutigen Zeit ein Auto zu haben hat. Warum baute man denn hier das große Einkaufszentrum ortsfern auf dem Gelände eine Obstplantage aus DDR-Zeiten ? Es ging doch sogar soweit, dass der, der kein Auto hatte schon als asozial angesehen wurde. ( Verbürgt ). Ich bleibe dabei, dass es ein großer Fehler war dort einer US-Firma alle Tore zu öffnen und Waldfläche in z.T. Trinkwasserschutzgebiet zu verhökern. Hier aber verächtlich über die "Kistenschieber" im GVZ herziehen ist psychotisch. Gerade Berliner, die sonst verhungern würden, sollten den "Kistenschiebern" mehr Achtung entgegenbringen. Einen solchen Betonhaufen in den Wald zu setzen bringen nur Menschen fertig, die zwar viel über Klima und CO2 reden aber mit Dickschlitten und Luxusfliegern in andere Staaten reisen. Sie, Herr Neumann , machen mich wütend !

  9. 13.

    Warum die Abfällige Bemerkung über die Mitarbeiter im GVZ? Zumindest sind die Mitarbeiterzahlen moderat und passen zur Infrastruktur. Es werden keine Chemikalien verarbeitet, produziert, noch transportiert. Und sie gefährden das Grundwasser nicht. Die nächsten einhundert Hektar sind durch Tesla schon eingezäunt und drohen gerodet zu werden. Was übrigens eine Flucht der Wildtiere kaum möglich macht. Ihre Darstellung von einem kleinen Gebiet an der Autobahn passt nicht zu der Waldvernichtung, die dort schon geschehen ist und in noch vielfach geschehen wird.

  10. 12.

    Es gibt offenbar eine zweigeteilte Realität:
    1. Die Welt der Konzepte, die auf einem bekundeten Willen beruhen,
    2. die Welt der Mitnahme winkender Fördergelder und des faktischen Hinterherhechelns, wenn ein Investor sich ansiedeln will.

    In Potsdam gab es einen Masterplan zum Luftschiffhafen, der aus dem völlig zerstückelten Gelände wieder ein strukturiertes und augenscheinlich fassbares gemacht hätte. Dann winkte seinerzeit das Konjunkturpaket II der Bundesregierung, Potsdam hob die Hand und bekam den Zuschlag für eine Mehrzweckhalle, die genau diesen Masterplan schon an dessen Eingang konterkarierte.

    So ist es mit Tesla und anderen Großprojekten auch. Ich will allerdings auch nicht verhehlen, dass etliche Konzepte sehr wohl auch greifen.

  11. 11.

    Das Elektro SUV von Tesla in 20 Jahren rumfahren und alles so weiterläuft das kann man nur glauben wenn man die Realität nicht anerkennt. Warscheinlich werden die Brandenburger bald jedem Tropfen Wasser nachtrauern den diese Fabrik ihnen entzogen hat.

  12. 10.

    Warum soll Tesla Bezug auf den Ausbau der Infrastruktur anders behandelt werden als die Kistenschieber im GVZ? Da Sie angeblich aus Erkner kommen, müssten Sie eigentlich wissen, dass das Industriegebiet noch ein gutes Stück von der Seenlandschaft entfernt ist. Es ist nichts neues, dass dazwischen u.a. noch ein vielbefahrene Eisenbahnstrecke liegt wie auch gerade an dieses Industriegebiet sehr verkehrsgünstig liegt. So wird z.B. erwartet, dass wesentlich mehr Menschen mit dem ÖPNV zur Arbeit pendeln als in WOB. Wie ich Ihnen bei Ihrer wiederholten Aussage zu VW schon mal mit auf den Weg gegeben hatte, bezieht der Vergleich auf die Fertigungskapazität. Die Frage zur Lösung der Verkehrsprobleme ist fast so als wie die Standortentscheidung. So lange es Menschen gibt, die nicht auf den PKW verzichten können, ist das E-Auto das kleinere Über. Andere wollen nicht auf die Bequemlichkeit verzichten, die die der MIV bringt, egal ob der z.B. Invalidenstraßenaktivist oder der Rüdersdorfer.

  13. 9.

    Es wäre schön, wenn sich die Industrie- und Tourismusbranche gleichermaßen in Brandenburg entwickeln würden.
    Man sollte das Augenmerk nicht auf einen Bereich legen, wenn es darum gehen soll, die Gesellschaft im Ganzen mitzunehmen. Ein landesweites Konzept wäre natürlich hilfreich, wenn jeder Landkreis nur sein eigenes Süppchen kocht, ist es ungleich schwieriger ein ausgewogenes Ergebnis zu erhalten.

  14. 8.

    Bezahlt E. M. Tesla auch den Ausbau der Infrastruktur im Naherholungsgebiet Seenlandschaft Oder Spree oder nimmt er als reichster Mann dieser Erde Fördergelder gern mit? Bitte die Bilder der Teslafabriken in USA und China ansehen. Herr Prof. Steinbach will Freienbrink als Wolfsburg plus X sehen. Lösen wir mit neuen Autofabriken unsere Verkehrsprobleme? Schaun ma mal!

  15. 7.

    Das ist für mich beileibe keine Ja-/Nein-Entscheidung. Offenbar ist es "Mode" geworden, alles darauf zu reduzieren: Der eingetretene "Erfolg" allein gäbe Recht.

    Bei nahezu allen Fragen mit einer dermaßen großen Tragweite geht es um den Preis im übertragenen Sinne, den etwas hat. Hier sind das natürlich Umweltbelange, doch auch die Einschätzung des E-Autos im umfassenden Sinne, quasi von A bis Z des Herstellungsprozesses, doch auch des Umstandes, dass ein E-Auto keinen Quadratmeter weniger Platz beansprucht wie alle anderen Autos. Das soll nicht gegen E-Autos sprechen, nur gegen den Hype darum.

    Eine weitere Dimension ist schließlich der kurze oder lange Zeithorizont. Umso schneller etwas gekommen ist, umso schneller vergeht etwas auch. Die Gewerbeansiedlung an der BAB-Anschlußstelle Potsdam-Nord spricht Bände.

  16. 6.

    Und wenn Herr Woidke sich äußert, geht es wahrscheinlich um die Lausitz. Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung konnten die Lausitzer mit Tausenden Kumpel ganze Landstriche verwüsten. In der gleichen Zeit wurden in anderen Regionen von Brandenburg alle Arbeitspläze vernichtet. Daher meine Frage, für welche Projekte setzt sich Herr Woidke persönlich in der Uckermark, Prignitz oder dem Fläming ein? Leider höre ich nur Strukturwandel in der Lausitz. Aber da ist vielleicht der Wahlkreis?

  17. 5.

    Es ist schon erstaunlich, es gibt zwar geheime Wahlen in Brandenburg, aber jeder Angerufene gibt sein Wahkverhalten Preis. Und so kommen die Kritiker wieder einmal von der AFD? Und Herr Woidke verkündet wieder einmal stolz die weitere Unternehmensansiedlung in der Lausitz. Frage an den MP: Mit welcher Höhe an Steuermitteln wird das vom Land unterstützt? Zahlt Tesla nach Inbetriebnahme in Brandenburg Steuern? Und keiner braucht eine Glaskugel, um die weitere Ansiedlung zu sehen. Der "Sog" fängt bei der Infrastruktur an und geht bis zum Handwerksbetrieb der Reparaturen usw. ausführt.

  18. 4.

    Wie viel Prozent der Brandenburger wissen, welcher Umweltfrevel für ein unsinniges Produkt dort angerichtet wurde?
    A. Neumann übernehmen.....

  19. 3.

    Man könnte fast Parallelen zum Solarboom in der deutschen Industrie vor ca. 15 Jahren ziehen. Hoffentlich diesmal mit besserem Ende.

  20. 2.

    Was für eine Berichterstattung "Was denken die Menschen, könnte passieren". Es wird immer professioneller.

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