Amtsinhaber abgewählt - Nico Ruhle wird neuer Bürgermeister von Neuruppin

Nico Ruhle (SPD), Bürgermeisterkandidat in Neuruppin. (Bild: Dustin Gottschalk)
Bild: Dustin Gottschalk

Neuruppin bekommt einen neuen Bürgermeister: Nico Ruhle (SPD) setzte sich bei der Stichwahl gegen Amtsinhaber Jens-Peter Golde durch. Dieser war 16 Jahre im Amt. Auch in Friedland gibt es einen Führungswechsel im Rathaus.

Nach 16 Jahren gibt es im Rathaus von Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) einen Machtwechsel: Der SPD-Kandidat Nico Ruhle setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag überraschend gegen Amtsinhaber Jens-Peter Golde von der Wählergruppe "Pro Ruppin" durch.

Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt Ruhle 56,7 Prozent der Stimmen. Golde, der Anfang 2005 das Amt des Bürgermeisters in der Fontanestadt übernommen hatte, kam auf lediglich 43,3 Prozent.

Golde bei erstem Wahlgang noch klar vorn

Im ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl am 8. November hatte Amtsinhaber Golde nach dem vorläufigen Ergebnis klar mit 39,6 Prozent der Stimmen vor Ruhle mit 21,9 Prozent geführt. Der Bürgermeister, der seit 2005 im Amt ist, war auch von CDU und Grünen unterstützt worden. Sechs Kandidaten hatten sich zur Wahl gestellt.

Ruhle war vor 14 Jahren nach Neuruppin gezogen. Er ist gebürtig aus Dessau in Sachsen-Anhalt. Der Rechtspfleger wurde bei der Kommunalwahl 2014 zum Stadtverordneten gewählt. Von 2011 bis 2013 war er Chef der Brandenburger Jusos, der Jugendorganisation der SPD.

Woidke zeigt sich auf Wahlwerbung

Im Bürgermeisterwahlkampf hatte sich der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in den vergangenen Tagen auf einer Wahlwerbung mit Ruhle gezeigt, wie die Berliner "B.Z." am Sonntag berichtete. SPD-Generalsekretär Erik Stohn sagte, dies sei übersehen worden und nach Hinweisen umgehend aus dem Netz genommen worden. Im Brandenburger Koalitionsvertrag hatten SPD, CDU und Grüne erklärt, Regierungshandeln und Wahlwerbung klar zu trennen.

Wahl unter besonderer Beobachtung der Polizei

Wie schon der erste Wahlgang vor drei Wochen fand die Stichwahl unter besonderer Beobachtung der Polizei statt. Im Vorfeld hatte es Drohungen gegen Golde gegeben. Am 21. Oktober hatten Unbekannte das Auto des Kommunalpolitikers vor seiner Wohnung in Brand gesteckt. Einen Tag später war bekannt geworden, dass ein Drohschreiben in Goldes Briefkasten steckte. Auch eine Drohung per Mail ging bei ihm ein. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt zu den Hintergründen. Um den Bürgermeister zu schützen, laufen polizeiliche Maßnahmen.

Wenig später hatte es einen weiteren Vorfall gegeben: Ein Wahlplakat des Kandidaten Michael Güldener (BVB/Freie Wähler) soll nach seinen Angaben durch mehrere Einschusslöcher beschädigt worden sein. Ob es sich dabei tatsächlich um Schüsse handelt, bestätigte die Polizei nicht. Die Löcher könnten auch durch einen spitzen Gegenstand herbeigeführt worden sein, sagte Sprecherin Dörte Röhrs.

Maik Koschack (parteilos), Bürgermeisterkandidat in Friedland. (Bild: privat)
Maik Koschack wird neuer Bürgermeister von Friedland. | Bild: privat

Wahl auch in Friedland

Auch in Friedland (Oder-Spree) fand am Sonntag eine Stichwahl statt. Hier setzte sich Maik Koschack (parteilos) gegen Marco Schwadke (WIR in Friedland/WIR) durch. Koschack kam lauf vorläufigem Endergebnis auf 58,3 Prozent der abgegebenen Stimmen, Schwadke auf 41,7 Prozent.

Der amtierende Bürgermeister Thomas Hähle (parteilos) hatte sich nicht noch einmal zur Wahl gestellt.

Sendung: Inforadio, 29.11.2020, 19:20 Uhr

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