Wahl 2021 - Lederer als Spitzenkandidat der Linken nominiert

Archivbild: Klaus Lederer (Die Linke), Berliner Kultursenator, hält bei der Pressekonferenz nach der Sitzung des Berliner Senats eine Maske mit der Aufschrift "ASAP" in den Händen. (Quelle: dpa/B. Jutrczenka)
Audio: Inforadio | 08.12.2020 | Sebastian Schöbel | Bild: dpa/B. Jutrczenka

Wer die Berliner Linke im kommenden Jahr in den Wahlkampf führt, galt bisher als offenes Geheimnis. Nun wurde Kultursenator und Vize-Regierungschef Klaus Lederer als Spitzenkandidat nominiert. Auf die Landesliste wird er allerdings erst im April 2021 gewählt.

Berlins Kultursenator Klaus Lederer tritt offiziell als Spitzenkandidat der Linken bei der Wahl im kommenden Jahr an. Der Landesvorstand der Partei nominierte den 46-Jährigen am Dienstagabend, wie eine Sprecherin mitteilte. Seine endgültige Wahl soll beim Parteitag im April stattfinden.

Lederer zählt zu beliebtesten Politikern Berlins

Dass die Wahl auf Lederer fällt, ist nicht überraschend. Der promovierte Jurist gehört zu den erfahrensten, profiliertesten und bekanntesten Politikern der Linken. Lederer zählt laut Umfragen zu den beliebtesten Politikern des Berliner Senats. Er sprach sich zuletzt offen für die Fortsetzung der rot-rot-grünen Koalition aus. In aktuellen Umfragen liegt die Linke bei rund 15 Prozent.

Bereits mit 29 Jahren zog der gebürtige Schweriner 2003 ins Abgeordnetenhaus ein, dem er bis 2017 angehörte. Von 2005 bis 2016 war er Landesvorsitzender seiner Partei, die zunächst noch PDS hieß.

Corona-Hilfe, Mietendeckel und der "Fall Knabe"

Lederer hatte sich in der Corona-Pandemie erfolgreich für Soforthilfen für Kulturbetriebe eingesetzt, allerdings auch immer wieder Kritik an den Verlängerungen des Lockdowns geübt. Die Maßnahmen würden vor allem selbstständige Künstler und kleine Kulturbetriebe in große Probleme stürzen, so Lederer.

Ein zentrales Wahlkampfthema der Linken wird die Mietenpolitik sein, befeuert auch durch den Volksentscheid zur Enteignung großer Immobilienkonzerne, über den bei der Wahl voraussichtlich ebenfalls abgestimmt wird.

Kritik hatte Lederer zuletzt vor allem für die Entlassung des Leiters der Stasiopfer-Gedenkstätte Hubertus Knabe geerntet: Die Opposition wirft ihm vor, Knabe aus politischen Gründen aus dem Amt gedrängt zu haben.

2 Kommentare

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  1. 2.

    Herr Lederer mag einer der Vernünftigen einer Partei sein, die mit ihrer Mischung aus SED-Ewiggestrigen, Antifa-Sympathisanten und Enteignungsphantasten aber letztlich nicht wählbar ist. Frau Giffey ist ja bereits unter Verweis auf die abschreckende Wirkung an Investoren auf Distanz zum Mietendeckel gegangen. Und wenn das Bundesverfassungsgericht diesen kippt, wird die Linke ziemliche Probleme bekommen, dem Wähler klarzumachen, wofür sie eigentlich steht.

  2. 1.

    Lederer erinnert mich stets an meine strickende Mutter: eine Masche links, eine rechts, eine fallen lassen. Dabei laut klappern...

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