Mitarbeiter stehen in einem Atomendlager (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)
Bild: dpa/Julian Stratenschulte

Registrierung erforderlich - Öffentliche Beratung zu möglichen Atommüll-Endlager in Brandenburg

Die Suche nach einem möglichen atomaren Endlager auch auf Brandenburger Gebiet geht weiter. Vom 5. bis 7. Februar findet dazu der erste öffentliche Beratungstermin statt, wie das brandenburgische Verbraucherschutzministerium am Dienstag in Potsdam ankündigte.

Ziel sei es, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen und Gebietskörperschaften aktiv in das Verfahren einbringen. Die Beratungen fänden digital statt und könnten per Livestream verfolgt werden. Wer sich an der Diskussion beteiligen möchte, müsse sich bis zum 29. Januar im Internet unter endlagersuche-infoplattform.de registrieren.

Drei Beratungstermine

"Wer mitredet, kann mitgestalten", erklärte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne): "So können Ihre Hinweise, Bedenken und Einwendungen ins Verfahren eingebracht werden." Die Beratung sei die erste von drei Beratungsterminen im ersten Halbjahr 2021. Nach Abschluss und Auswertung dieser Veranstaltungsreihe, würden sich Regionen herauskristallisieren, die dann in anschließenden Regionalkonferenzen weiter diskutiert werden.

Der Standort für ein Endlager soll bis 2031 gefunden sein, 2050 soll die Lagerung beginnen. Es soll rund 20.000 Tonnen hoch radioaktiver Abfälle aufnehmen. Laut der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) haben 90 Gebiete in Deutschland dafür günstige geologische Voraussetzungen. In Brandenburg gelten Gebiete im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, in der Prignitz, im Havelland, in Potsdam-Mittelmark als geologisch geeignet. Auch Teile von Elbe-Elster, Teltow-Fläming, der Lausitz und Berlin kämen als möglicher Standort infrage.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.01.2021, 12 Uhr

16 Kommentare

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  1. 16.

    Cool, auch dabei gewesen. Hätte ich ihnen garnicht zugetraut. Wie fanden sie denn das WAAhnsinnfestival ganz am Ende?
    Rio Reiser mit "Somewhere over the Rainbow" - nicht schön aber Gänsehaut. Campino war noch 'n junger Hüpfer.

  2. 15.

    Ich weis nicht, ob es schon angedacht ist. Jedes Bundesland sollte ein Endlager bereitstellen. Mehrere Standorte mindern dasRisiko eines "SuperGAU". Niemand kann wissen ob das was wir heute Wissen ausreicht um ein Risiko in der Zukunft auszuschließen. Der Verweis auf Wissenschaftler egal welcher Couleur ist angesichts der Fehlleistungen Irrtümer und Unbekannten nicht Zielführend. Zumal wir hier nicht von 200 Jahren Risikozeiträumen ausgehen dürfen.

  3. 14.

    Und ging Stendal jemals ans Netz? Nein! Ihre Kommentare lesen sich als wären diese von einem Altbundesbürger in jetziger gehobener Position in einem ostdeutschen Ministerium. Fehlt nur noch der Satz: Die Ostdeutschen sollten dankbar für die Chance auf ein Endlager sein.

  4. 13.

    Da kämen in Frage: Bayern mit seiner überdurchschnittlichen Anzahl von AKWs politisch ungebrochen vertreten bis ungefähr 2011, Hamburg mit seinen geplanten sechs AKWs, politisch nahezu ungebrochen vertreten bis 1986, Länder auf dem Gebiet der DDR, wo diese im Begriff war, in Stendal mit 4 x 1.000 MW das größte deutsche Atomkraftwerk zu bauen.

  5. 12.

    Mit Zeitungen und durch Verbindungen vor Ort hin geht es auch. Die geplante Wiederaufbereitungsanlage haben die Bayern nicht gewollt "weil sie das nicht von den Preußn übergezogen habn wolltn", obwohl gerade im Freistaat Bayern mehr AKWs standen als im vergleichsweisen Rest der Republik. Johannes Rau zog 1986 nach endlosen Protesten und innerer Einsicht die Notbremse in Kalkar. Die Einsicht, dass die Atomkraft kein Perpetuum Mobile der Energieerzeugung sei, hatte sich auch beim ihm durchgesetzt.

    Die WAA in Gorleben war ab dem Zeitpunkt nicht mehr umzusetzen, als der Landkreis zum Landkreis mit der höchsten Polizeidichte in ganz Deutschland aufrückte und selbst 14-Jährige von Treckern geholt wurden, die 300 Meter von einem Flurstück zum anderen auf der Landstraße unterwegs waren.

  6. 11.

    Die Bundesländer, die am vehementesten die Atomkraft verteidigt haben und diese eher weiter ausbauen als aufgeben wollten, sollten meiner Meinung nach als Endlagerstandorte bevorzugt werden.

    You want it - you get it!

  7. 10.

    Bei der WAA Wackersdorf und dem schnellen Brüter in Kalkar hat der Protest aber was gebracht und beim Veto zum Nato-Doppelbeschluss war die interessierte Öffentlichkeit auch nicht gänzlich unbeteiligt. Nun kann man zusätzlich noch das Internet nutzen um sich zu informieren, sich mal "umzuhören" u.v.m.
    Also warum nicht?

  8. 9.

    Wer seinerzeit glaubte, den Zauberstab der Energieversorgung gefunden zu haben, brauchte sich über solche "Kleinigkeiten" ja nicht unbedingt den Kopf zu zerbrechen. Es ist nahezu unglaublich, welche "Denke" damals sowohl in Ost wie in West geherrscht hat. Den einen Fortschritt als unablässige Fortführung eines einmal eingeschlagenen Weges, den anderen verheißene Fortentwicklung der Produktivkräfte.

    Nach dem Ende ausgebrüteter Träume in Kalkar, nach dem augenblicklichen Niederhauen der Protestierenden und deren spätere Anerkennung geht es jetzt um die Frage: Wohin, wo das Unverantwortliche nun einmal da ist und ab 2023 um kein Gramm mehr vergrößert wird?

    Auch eine Beerdigung will wohlorganisiert sein.

  9. 8.

    Sie sehen das falsch. Die Ministerin MUSS auch in Brandenburg die Möglichkeit eines Endlagers prüfen. Deutschland wurde gerichtlich dazu verdonnert, neutral im gesamten Bundesgebiet nach der geeignetsten Stelle für ein Endlager zu suchen. Also auch in Brandenburg. Gleichzeitig ruft die Ministerin aber auch auf, zahlreich Einwände und Bedenken von möglichst vielen Bürgern, Kommunen und Gebietskörperschaften vorzubringen. Das klingt für mich nicht nach Befürwortung des Lagers in Brandenburg.

  10. 7.

    Vor den Atomausstiegen 1999 und 2011 war die Benennung eines atomaren Endlagers nichts anderes als ein Weg, die Sackgassentechnologie namens Atomkraft am Laufen zu halten. Denn der so bezeichnete "Entsorgungsnachweis" gehörte schon damals dazu, wenngleich auch gegen den recht unverhohlenen Willen der Betreiber.

    Jetzt ist die Lage anders. Brokdorf, gegen das sich die damaligen Proteste v. a. richteten, ist das einzige von ursprünglich sechs Atomkraftwerken, die in der Elbregion um Hamburg seinerzeit geplant waren und nach und nach aus den Plänen verschwanden, die Bestehenden dann auch nach und nach abgeschaltet wurden.

    Das ungeliebte und im Prinzip unverantwortliche Zeugs muss irgendwo hin. Auch das Land Brandenburg kann sich da nicht grundsätzlich sperren. Ich hoffe auf eine möglichst sichere Einlagerung, nicht auf einen politischen Kuhhandel.

    Gorleben war seinerzeit zynisch. Faktisch abgeriegelt im Norden, Osten und Süden von der DDR. Nur im Westen war dicht zu machen ...

  11. 6.

    Nun, dass mit den Wasserwerfern ist in Vergessenheit geraten, bis sie am 18.11.2ü wieder aktiviert wurden. Hat sich also nichts geändert, wenn es um die Meinung der Bürger geht.
    Nun, der Ostbeauftragte Wanderwitz oder Treppenwitz(CDU) hat ja schon ausgemacht, dass in Gegenentwurf, wo die AfD das Sagen hat, die Corona-Krise am Schärfsten ist. Dann wäre es doch anzudenken, warum nicht generell die Atomentlager in den Ost-Ländern eingerichtet werden. Die Undankbaren. Nehmen nochnicht einmal Corona ernst und zweifeln an den hervorragenden und durchdachten Maßnahmen unserer Bundesregierung.
    Das wäre doch eine Maßnahme, mit der sich der Ungeimpfte von den Geimpften unterscheidet.

  12. 5.

    Brandenburg hat ein Kernkraftwerk. Und daher sollte es auch verpflichtet sein für seinen Müll zu sorgen.
    Und solange es immer noch Befürworter für Kernkraftwerke gibt, sollten diese mal schön jeder eine Kiste Atommüll bei sich zuhause endlagern.

  13. 4.

    Es ist schon erstaunlich wie eine Ministerin von den Grünen überhaupt auf die Idee kommt über so ein Endlager nachzudenken. Allerdings ist dieser Regierung in Brandenburg mittlerweile alles willkommen was Geld bringt, ohne Rücksicht auf Verluste. Mit der Verpressung von CO2 wurde es ja schon einmal versucht. Alle Brandenburger sind zum Widerstand aufgerufen !

  14. 3.

    Wir brauchen jetzt erst mal ein Endlager für die CORONA-Viren. Das geht mit Impfstoffen woanders beachtlich gut. Nicht falsch verstehen sondern LEBEN retten. Aber mit Nachdruck. Nicht mit Friedhöfen verwechseln. Biontech ist doch wohl eine deutsche Einrichtung und hat viel Steuergeld bekommen.

  15. 2.

    Jede kleine Klitsche muss nachweisen, dass sie ihren Müll sicher entsorgt, nur die großen Atomkonzerne produzieren seit Jahrzehnten Müll, den (logischerweise) keiner haben will und für den bis heute und auch in naher Zukunft keine sichere Entsorgung bzw. Endlagerung gewährleistet ist ...

  16. 1.

    Als nur Zugereister aus den alten Bundesländern kenne ich die sogenannte Mitsprache zur Genuege Gorleben Brockdorf scheinen in Vergessenheit geraten zusein. Meiner Generation aber nicht, auch nicht die dazu gehörenden Polizeieinsetze, Wasserwerfer(damals noch gerne und auch noch oft verwendet)
    Es wird doch nur wieder ueber unsere Köpfe hinweg bestimmt, beste Beispiele die letzten Buerger...
    Also sinnlos.

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