Archivbild: Ein ausgebrannter Transporter eines Internet-Anbieters steht an der Treptower Straße in Neukölln
Bild: dpa/Paul Zinken

Anschlagsserie in Berlin-Neukölln - Neonazi Sebastian T. bleibt weiter in Untersuchungshaft

Der Neonazi Sebastian T., der in Verbindung mit der Brandanschlagsserie in Berlin-Neukölln tatverdächtig ist, bleibt weiter in Untersuchungshaft. Das teilte der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Mittwoch im Rechtsausschuss des Abgeordnetehauses mit. Demnach hat das Landgericht noch nicht über die Beschwerde gegen eine Haftverschonung von T. entschieden.

T. befindet sich seit dem 23. Dezember In Untersuchungshaft. Er war mit dem ebenfalls unter Verdacht stehenden und als Neonazi bekannten Tilo P. festgenommen worden. Der Haftrichter bestätigte damals den dringenden Tatverdacht, zweifelte aber an der Fluchtgefahr und ordnete für beide Männer eine Haftverschonung an. Die Generalstaatsanwaltschaft legte dagegen Beschwerde ein.

Daraufhin verfügte der Haftrichter, dass Sebastian T. bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Beschwerde in Untersuchungshaft bleiben sollte. Tilo P. kam dagegen auf freien Fuß und muss sich seitdem regelmäßig bei der Polizei melden.

T. und P. sollen mehrere Anschläge verübt haben

T. und P. werden verdächtigt, im Februar 2018 zwei Anschläge auf die Autos eine Linken-Politikers und eines Buchhändlers verübt zu haben. Die Betroffenen engagieren sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus.

Die Polizei hielt T. und P. bereits unmittelbar nach den Anschlägen für tatverdächtig. Die Staatsanwaltschaft hatte damals jedoch keinen Haftbefehl erwirken können, weil die Beweise zur Begründung eines dringenden Tatverdachts nicht ausgereicht hätten. Nach der Übernahme der Ermittlungen durch die Generalstaatsanwaltschaft wurden T. und P. Ende des letzten Jahres schließlich festgenommen. Neben dem Verdacht der Beteiligung an den Anschlägen ging es im Fall Sebastian T. auch um Betrugsverdacht.

Sendung: Inforadio, 13.01.2021, 17:40 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    "Der Neonazi Sebastian T., der in Verbindung mit der Brandanschlagsserie in Berlin-Neukölln tatverdächtig ist, bleibt weiter in Untersuchungshaft."

    Lesen hilft.

  2. 5.

    "Die Brandanschläge sind Peanuts." - Wahrscheinlich auch, wenn Ihr Fahrzeug "mal in Rauch aufgeht"? Das wäre nur konsequent.

  3. 4.

    Sebastian T. sitzt wegen Subventionsbetrug ein. Die Brandanschläge sind Peanuts.

  4. 3.

    So lange der Täter nicht verurteilt ist, gilt der Täterschutz nun mal auch für die Feinde unserer Demokratie. Dem RBB ist daraus kein Vorwurf zu machen. Im Gegenteil könnte er sich juristisch sogar angreifbar machen, da dies als Vorverurteilung und Unterstützung von Gewalt gegen den Verdächtigen ausgelegt werden kann. Da das Gewaltmonopol jedoch korrekterweise ausschließlich beim Staat liegt, ist alles zu unterlassen, was dem entgegenwirken könnte - selbst wenn es an sich schwer zu verstehen ist, dass ein Gewalttäter vor eventueller Gewalt geschützt werden muss. Über den Verdächtigen in anderen Zusammenhängen mit vollem Namen zu berichten, ist angesichts der Vorgeschichte dagegen legitim. Nur eben nicht im Zusammenhang mit der mutmaßlichen (Mit)Täterschaft bei den Anschlägen.

  5. 2.

    Liebe RBB-Redaktion, warum wird Tilo P. nicht mit vollem Namen genannt? Schliesslich war P. früherer Neuköllner Bezirksvorstand der AfD und wird namentlich auch im aktuellen Gutachten des Bundesamts für Verfassungsschutz genannt. Damit ergibt sich ein legitimes Informationsinteresse der Öffentlichkeit nicht nur an dem berichteten Vorgang, sondern auch an der Identität dieser Person. Zumal andere Presseerzeugnisse, wie etwa 'Welt' bereits über P. mit kompletten Namen berichteten. So hat die Nichtnennung ihrerseits den faden Beigeschmack eines Täterschutzes.

  6. 1.

    Neonazis, die stark im Verdacht stehen, Brandanschläge verübt zu haben, sollten mMn. in U-Haft bleiben. "Einschlägige Erfahrungen" sollten als Argumentation ausreichen. Man muß einen "NSU 2.0" ja nun nicht erzwingen.

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