Landgericht bestimmt Entlassung - Verdächtiger bei Neuköllner Anschlagsserie kommt auf freien Fuß

Der Angeklagte Sebastian T. im Amtsgericht Tiergarten am 31.08.2020 (Quelle: imago images/Olaf Wagner)
Audio: Inforadio | 22.01.2021 | Jo Goll | Bild: imago images/Olaf Wagner

Auch der zweite Verdächtige im Fall der mutmaßlich rechtsextremistischen Brandanschläge in Berlin-Neukölln kommt frei. Wie die Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, kann Sebastian T. nach einer Entscheidung des Landgerichts die U-Haft verlassen.

Im Fall der Neuköllner Anschlagsserie muss die Berliner Staatsanwaltschaft einen Rückschlag hinnehmen. Der Hauptverdächtige, der Neonazi Sebastian T., kommt wieder auf freien Fuß. Entsprechende Informationen von rbb24 Recherche und die "Berliner Morgenpost" bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft am Freitagmittag auf Twitter.

Das Berliner Landgericht entschied demnach, dass T. aus der Untersuchungshaft zu entlassen sei. Damit lehnte das Gericht eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft vom 23. Dezember 2020 gegen die von einem Ermittlungsrichter angeordnete Haftverschonung ab.

Mutmaßliche Anschläge auf Autos

T. steht im Verdacht für Anschläge auf die Autos von zwei Neuköllnern, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, verantwortlich zu sein. Dabei handelt es sich um die Fahrzeuge des Linken-Politikers Ferat Kocak und des Buchhändlers Heinz Ostermann.

Die Fahrzeuge waren am 1. Februar 2018 in Flammen aufgegangen. Die Polizei identifizierte Sebastian T. und seinen mutmaßlichen Mitstreiter, den ebenfalls als Neonazi bekannten Thilo P., als Tatverdächtige. Der Verdacht ließ sich aber zunächst nicht erhärten.

Am 23. Dezember gelang es der Staatsanwaltschaft dann doch, einen Haftbefehl gegen die beiden Rechtsextremisten zu erwirken. T. kam in Untersuchungshaft, P. bleib dagegen auf freiem Fuß.

Sendung: Abendschau, 22.01.2021, 19:30 Uhr

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39 Kommentare

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  1. 39.

    n.b.: meine Frau ist "one of" the "canadian double-bladed axe thrower"... ich habe da sozusagen einen "schützenden Hintergrund"...

  2. 38.

    Während meiner Hochzeit "hier" wurden wir Brautpaar von der Standesbeamtin indirekt gefragt, ob "eine Scheinehe überhaupt Sinn macht"... die komplette "Hochzeitsgesellschaft" (mit angereisten Schwiegereltern) war geschockt. Ich habe die "Standesbeamtin" "nur deshalb" nicht aus dem Fenster geschmissen, weil ich endgültig verheiratet werden wollte.

    Ich sag's mal so: mein Toleranz-Kontingent *für das "hier"* ist aufgebraucht.

  3. 37.

    Nein, rechtsextrem ist genau definiert. Müßten sie am besten wissen. Und nur weil man GEZ bezahlt darf man noch lange nicht seine rechte Gesinnung hier breittreten. Dafür haben sie doch genug andere Kanäle.

    Und sonst... getroffene Hunde bellen...

  4. 36.

    Vor 1,5 Wochen wurde ich von einem "Miet-SUV" - "EU-?? ???" - auf meinem Fahrrad "umgefahren". Die "Zeugin" war deutlich länger geschockt als ich. Fahrrad kaputt, ich diverse "Blessuren". - Es wird Zeit...

  5. 35.

    Nachdem ich "hier" darüber gesprochen habe, wird es für mich immer ... "natürlicher", von hier "wegzuziehen".

  6. 34.

    Der "frivol komische" Zufall: ich habe in letzter Zeit mit daran gearbeitet, Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, einen besseren Zugang zu ihrem unverzichtbaren Werkzeug zu ermöglichen.

    Und das hat meiner "atheistischen Seele" besser getan als alles, was ich vorher getan habe.
    "Das Beste" daran: meine Arbeitsergebnisse kann ich digital übertragen.

  7. 32.

    Der RBB teilt möglicherweise nicht Ihre großzügige Auslegung des Begriffs "extrem". Und solange Meinungen bloß "rechts" sind, sei daran erinnert: Auch Rechte zahlen an die GEZ.

  8. 31.

    Das "weitere Verfahren" gegen "den Tatverdächtigen" ... ist schwer zu verdauen!


    Er stand im "dringenden Tatverdacht", einen Rollstuhlfaher erstochen zu haben.

  9. 30.

    "Man bietet Rechtextremen eine Plattform."
    Schmerzliche Wahrheit - gelassen ausgesprochen! Chapeau!

  10. 29.

    Das tut mir leid, das konnte ich nicht wissen. Sie haben so recht, deswegen bin ich so vom RBB enttäuscht. Auch und gerade ein Sender der ÖR muß"Gesicht zeigen", was stattdessen hier los ist können Sie ja leider nachlesen. Man bietet Rechtextremen eine Plattform. Was die hier verbreiten hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun.

  11. 28.

    "Demokratie leben" heißt für mich "Gesicht zeigen"... und das auch, nachdem mir vor Jahren wortwörtlich "das Gesicht zertreten" wurde... das waren "wegen Nichtnachweis(s)barkeit" keine "rechten Spinner", sondern "nur" "Spinner"! Wahrscheinlich eine Verwechselung. Das Strafverfahren "um mein Gesicht" wurde fallengelassen, da ... "das Strafmaß eines weiteren Verfahrens gegen den Tatverdächtigen durch die Verfolgung dieses Verfahrens nicht ***wesentlich*** beeinflußt werden würde."

    Punkt.

    Wenn ich dann ein gewisses "Treiben" hier "nur leicht nachverfolge", wächst in mir die Gewissheit, daß eine andere Umgebung nötig ist, damit ich wieder vertrauensvoll "Gesicht zeigen" will.

  12. 27.

    Das, was einen dann wirklich zur "Aufgabe seiner Heimat" veranlaßt, wird dann in Teil 10/10 nochmal deutlich angesprochen.

  13. 26.

    https://www.rbb-online.de/rbbkultur/podcasts/wer-hat-burak-erschossen.html
    Teil 5/10 - eindrucksvoll!

  14. 25.

    Ich danke für die, wenn auch von Ihnen ungewollte, Bestätigung meines Kommentars. Sie haben in einem Punkt fast recht: im Artikel steht nicht ob der Richter ihn für tatverdächtig hält- aber auch nicht das er ihn für nicht tatverdachtig hält.

  15. 24.

    Wenn ich meine Heimat von "hier" an einen anderen Ort verlegt habe, dann habe ich davor meine "alte Heimat" aufgegeben. Das nicht aus persönlicher Angst, sondern aus der Angst um meine Familie.

  16. 23.

    Und wie immer sind sie ganz weit vorne dabei, wenn es darum geht die Taten ihrer Gesinnungsgenossen zu verteidigen und zu verharmlosen.

  17. 22.
    Antwort auf [Wolfgang Menge] vom 22.01.2021 um 18:17

    Sie lassen außer Acht, dass die Verdächtigen, unter den Augen der observierenden Beamten, den Anschlag auf Ferat Kocak verüben konnten.

  18. 21.

    Solange, bis man von diesem dumpfen Treiben lässt und sich endlich wie ein erwachsener Mensch aufführt. Und sich natürlich seinen Taten stellt und sich entschuldigt.

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