Luftaufnahme über Berlin (Quelle: dpa/Robert Schlesinger)
Bild: dpa/Robert Schlesinger

Stadtentwicklung - Berlin vergibt landeseigene Grundstücke an soziale Organisationen

Der Berliner Senat will sozialen Trägern mehrere Dutzend landeseigene Grundstücke für Bauvorhaben zur Verfügung stellen. Auf den Arealen, die eigentlich für Einfamilienhäuser vorgesehen waren, sollen unter anderem Projekte für betreutes Wohnen entstehen, wie Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) am Dienstag mitteilte. Nach seinen Worten wurden bislang rund 40 unbebaute und vergleichsweise kleine Grundstücke als geeignet für eine solche gemeinwohlorientierte Nutzung identifiziert. Weitere Areale würden geprüft.

Voraussichtlich im Februar 2021 startet das Vergabeverfahren für die ersten zehn Pilotgrundstücke, die sich größtenteils in Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf befinden. Da Berlin landeseigene Liegenschaften schon seit geraumer Zeit nicht mehr verkauft, sind Erbbauverträge für die Dauer von 90 Jahren geplant.

Scheel: "Optimale Ausnutzung von Landesgrundstücken"

"Soziale Träger haben es am angespannten Grundstücksmarkt besonders schwer, bezahlbare Grundstücke beispielsweise für betreutes Wohnen zu finden", erklärte Scheel. "Ich freue mich, dass es nun gelungen ist, gemeinsam eine Lücke in der optimalen Ausnutzung von Landesgrundstücken zu schließen und auch sehr kleine Landesgrundstücke gemeinwohlorientiert zu nutzen."

Auch die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (LIGA Berlin) äußerten sich positiv. Soziale Organisationen unterstützten Obdachlose oder Menschen mit Behinderungen oft in betreuten Wohnformen. Aber: "Es wird immer schwieriger, dafür Wohnungen zu finden", erklärte Gabriele Schlimper, die für das Projekt bei der LIGA die Federführung hat. "Die sozialen Organisationen haben schon lange darauf hingewiesen und begrüßen es deshalb außerordentlich, dass das Land Berlin nun Grundstücke dafür zur Verfügung stellt."

Sendung: Inforadio, 26.01.2021, 11 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Wie auch die öffentlichen Wohnungsunternehmen Grundstücke zu Spottpreisen auf Kosten der Allgemeinheit bekommen und dann damit trotzdem noch horrende Schulden "erwirtschaften" und damit bisher Phantasie-Vergleichsmieten fern jeder Realität erzeugten. Auch ohne Deckel haben sich dort Schulden in Höhe von rund 10 Milliarden Euro angesammelt was eine öffentliche pro Wohnungsverschuldung von rund 30.000 Euro bedeutet.
    Kann ja jeder für sich nachdenken, wie viele Jahre das noch, jetzt zusätzlich mit Deckel, gut geht.

  2. 2.

    Die sich bewerbenden Projekte müssen nachweisen, dass sie im sozialen Bereich angesiedelt sind. Wie beispielsweise betreute Wohnprojekte. Ob die anderen von Ihnen genannten Kriterien da mit reinspielen, wissen wir derzeit nicht.

  3. 1.

    @rbb Was heißt denn "soziale Träger oder Organisationen"? Ist das neudeutsch für "gemeinnüztig" registriert, anerkannt und nicht Profit orientiert? Oder gelten für diese andere Kriterien?

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