Symbobild: Ein Schwamm liegt am 11.02.2.019 liegt an einer Schultafel in Berlin. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Bild: dpa/Annette Riedl

Rechtsextremismus-Verdacht - Verfassungsschutz beobachtet Freie Schule in Mahlsdorf

Eine Freie Schule in Berlin-Mahlsdorf (Marzahn-Hellersdorf) ist nach Berichten über Kontakte zu Rechtsextremisten ins Visier des Verfassungsschutzes gerückt. Nach Medienberichten geht es um die "Freie Schule am Elsengrund", die von 160 Kindern und Jugendlichen in den Klassen eins bis zwölf besucht wird. Das Lehrerkollegium umfasst demnach 30 Personen.

Zuerst hatte der WDR berichtet [ardmediathek.de]. Auch der "Tagesspiegel" berichtete.

Scheeres: "Probleme seit langem bekannt"

"Wir hatten Hinweise darauf, dass zwei Personen der rechtsextremistischen beziehungsweise Holocaustleugner-Szene Kontakte in diese Schule haben sollten", sagte Verfassungsschutz-Chef Michael Fischer am Mittwoch im Fachausschuss des Abgeordnetenhauses. Seine Behörde sei den Hinweisen nachgegangen und habe die Erkenntnisse an die Senatsschulverwaltung weitergegeben. Welche Erkenntnisse der Verfassungsschutz konkret gewonnen hat, sagte Fischer nicht öffentlich, sondern nur in einem geheimen Teil der Ausschusssitzung.

Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) erklärte im Ausschuss, warum die Probleme mit der Schule seit langem bekannt sind, aber noch keine konkreten Konsequenzen gezogen wurden. "Wenn wir substanzielle Dinge finden, um der Schule die Genehmigung zu entziehen, dann werden wir dieses auch tun." Man prüfe alle rechtlichen Möglichkeiten, um zu intervenieren.

Nach anonymen Beschwerden von Eltern von Anfang 2020 sei die Schulaufsicht der Sache nachgegangen und habe um Stellungnahme von der Schule gebeten, berichtete Scheeres. Man habe das Personal auf Eignung überprüft, und es habe Gespräche mit der Eltern- und der Schülervertretung gegeben. Nach Medienberichten in diesem Januar sei die Schulleitung zu einem Gespräch gebeten worden, habe aber wegen Krankheit abgesagt.

Holocaustleugner zu Gast in der Schule

Nach einem "Tagesspiegel"-Bericht hatte der "Bund der Waldorfschulen" die Zusammenarbeit mit der Schule bereits 2013 wegen Kontakten zu Rechtsextremisten beendet und das auch dem Senat mitgeteilt.

In den folgenden Jahren sollen bekannte Vertreter der rechtsextremistischen Szene Veranstaltungen der Schule besucht haben, darunter der Holocaustleugner, Rechtsextremist und Antisemit Bernhard Schaub. Sein Kind sei dort zur Schule gegangen, schreibt der Tagesspiegel. Auch der sogenannte Volkslehrer, Nikolai Nerling, sei dort aufgetreten. Ihn hatte das Land Berlin als Lehrer entlassen, weil er über seinen Youtube-Kanal rechtsextreme Positionen vertrat.

Sendung: Fritz, 17.02.2021, 14:30 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Ich finde, es wird generell weggesehen. Deutschland hat nicht nur ein Problem mit rechts,sondern auch mit links. Besonders in Berlin gibt es große Probleme damit, etwas anzusprechen und zu lösen,wenn es um Familien,insbesondere jungen Mannern, mit Migrationshintergrund geht. Es wird zum Tabu gemacht und das schadet allen. In bildungsarmen Kreisen mangelt es an Sozialverhalten und Respekt für Frauen und das ist nicht in Ordnung. Da muss man drüber reden dürfen.

  2. 3.

    Was ist denn in diesem Land noch nicht extrem ? Sogar das Wetter hat es auch schon erwischt. Ob Links, ob rechts, ob blond, ob braun, überall wird raufgehau'n ! Wo bleiben denn die vielbeschworenen Werte ?

  3. 2.

    Unglaublich. Passt jedoch zu dem Totalversagen der Bildungsverwaltung. Sie ist nicht nur vielleicht auf dem rechten Auge blind sondern vielmehr in Gänze an Bildung, Kindern und Schülern UNINTERESSIERT.

  4. 1.

    Das Problem mit der Schule ist also schon seit 2013 bekannt und es hat bislang keine Konsequenzen gegeben? Ohne Worte! Motto: Auf dem rechten Auge blind.

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