"Housing First Berlin" - Bereits 70 Wohnungen für Obdachlose gefunden

Ein Wohnblock in der Friedrichstraße in Berlin-Kreuzberg (Bild: imago images/Christian Ditsch)
Bild: imago images/Christian Ditsch

In dem Modellprojekt "Housing First Berlin" haben die Partner bereits rund 70 Wohnungen für Obdachlose gefunden. Aus Sicht der Organisatoren und der Sozialverwaltung ist das Projekt so erfolgreich, dass es weitergeführt werden soll. "Housing First ist geeignet, um Obdachlosigkeit zu beenden. Unsere Verwaltung will die Mittel dafür ab 2022 auf 1,3 Millionen Euro pro Jahr verdoppeln", sagte Sprecher Stefan Strauß der Deutschen Presse-Agentur.

Ende September läuft das Modellprojekt nach drei Jahren aus. Wie die Zukunft aussieht, hängt vom Willen der Berliner Abgeordneten ab - im September stehen Wahlen an. Danach wird über den Haushalt für 2022/23 entschieden. "Wir sind optimistisch, dass es weitergeht", sagte Wohnraumkoordinator Sebastian Böwe vom Verein "Neue Chance", der mit der Berliner Stadtmission zusammenarbeitet.

Bei "Housing First" bekommen Menschen ohne Vorbedingungen einen unbefristeten Mietvertrag und sozialpädagogische Unterstützung. Allerdings müssen sie die Wohnung selbst finanzieren können, etwa mit Hilfe des Jobcenters, durch eine Rente oder Arbeit. Sie sollen erst zur Ruhe kommen und dann ihr Leben organisieren können. Zuvor mussten sie viele Voraussetzungen erfüllen, um eine Wohnung zu erhalten, etwa mögliche Schulden oder eine vorhandene Sucht in den Griff bekommen. Daran scheiterten aber viele.

19 Kommentare

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  1. 19.

    Was heißt selbst finanziert ? Jobcenter heißt nicht selbst ständig. Die frage die allerdings im Raum steht ist ob diese Leute bereit sind sich einzufügen. Sie wollen ja ihre Freiheit eigentlich haben. ( Nicht alle).
    Jeder sollte eine zweite Chance haben wenn diese aber nicht nutzt dann sind sie selbst schuld

  2. 18.

    Im Rahmen meines Jobs habe ich mit diesem Projekt zu tun und kann dem Artikel nur beipflichten. Die Menschen in dieser Stadt finden schwer Wohnraum. Obdachlose mit ihren komplizierten Vorgeschichten und manchmal nicht einfachen Persönlichkeiten erst recht nicht. Die Obdachlosen, die sich dafür entscheiden, sind in der Regel gewillt, ihrem Leben wieder eine Richtung zu geben. Und die Kosten sind im Vergleich zur Unterbringung im Wohnheim, wo der Tagessatz locker um die 30 Euro!!! liegen kann, definitiv geringer. Erst wenn die Menschen wieder ein Dach über dem Kopf haben, können sie sich auch um evtl. Schulden und Gesundheitsversorgung kümmern und langsam wieder in „ normale“ Strukturen zurückfinden. Eine sozialpädagogische Unterstützung muss hier angeboten werden und ist auch notwendig.

  3. 17.

    Ohne Vorbedingungen??

    Bei "Housing First" bekommen Menschen ohne Vorbedingungen einen unbefristeten Mietvertrag und sozialpädagogische Unterstützung. Allerdings müssen sie die Wohnung selbst finanzieren können, etwa mit Hilfe des Jobcenters, durch eine Rente oder Arbeit. Sie sollen erst zur Ruhe kommen und dann ihr Leben organisieren können. Zuvor mussten sie viele Voraussetzungen erfüllen, um eine Wohnung zu erhalten, etwa mögliche Schulden oder eine vorhandene Sucht in den Griff bekommen. Daran scheiterten aber viele."

  4. 16.

    Sie haben keine Ahnung! So einfach wie sie das beschreiben ist es in der Realität nicht. Und ich kann dies sagen , weil ich berufsbedingt Kontakt mit dem Thema habe

  5. 15.

    Staatlich subventionierte Projekte sind zunächst einmal alle zeitlich befristet - hier steht mit keinem Wort, dass die Absicht besteht das Projekt einzustellen. Es wird lediglich erwähnt, dass im Herbst eine neue Legislaturperiode beginnt und anschließend neu abgestimmt wird (Haushalt 2022/23). Darüber hinaus wird das Projekt auch von der Senatsverwaltung für Soziales ausdrücklich unterstützt. Richtig lesen & Hintergründe checken, dann braucht man sich auch nicht unnötig aufzuregen.

  6. 14.

    Abgesehen davon: Menschen in Not ist zu helfen. Genau dafür zahlt "der Steuerzahler".

  7. 13.

    Wenn man Kostenargumente bemühen möchte:
    Die dauerhafte Unterbringung im Wohnheim ist bereits teurer. Das perspektivlose Leben in prekären Verhältnissen - nebenbei auch immer mal wieder begleitet mit sozialarbeiterischer und therapeutischer Unterstützung - verursacht auch zusätzliche Kosten im Gesundheitssystem. Im Grunde macht "Housing first" auch lediglich aus, dieses Hilfesystem vom Kopf auf die Füße zu stellen. Der Hilfeanspruch ist ja so oder so da. Er wird auch außerhalb von "Housing first" befriedigt, mit dem Ziel einer eigenen Wohnung. Die andere Reihenfolge (wie auch im Beitrag ausdrücklich benannt)kann sich lediglich als effektiver - und damit letztlich auch als effizienter erweisen.
    Die Kostenfrage ist insoweit recht engstirnig gestellt, wenn man mit ihr letztlich die Vermutung ausdrückt, dass im anderen Fall der Steuerzahler nicht belastet wäre.

  8. 12.

    Ich muss ihnen Recht geben,nun müssen die Obdachlosen wieder warten bis auch für sie was getan wird. Denn man muss ja erst abwarten was die Wahlen bringen. In Deutschlan muss man sich wahrscheinlich als Asylbewerber melden,damit auch diese Gruppe eine warme Unterkunft bekommt. Es wird aber jedenfalls Zeit für diese Menschen was zu unternehmen.

  9. 11.

    Da ist so ein super Verein der sich um Obdachlose kümmert und nun soll im September Ende sein wenn das Abgeordneten Haus keine weiteren Gelder genehmigt FÜR MICH EINE GROßE SAUEREI. Für das Millionen Grab BBR ist Geld ohne Ende da aber für die Armen dieser Gesellschaft ist kein Cent übrig. Von diesem Unfähigen Abgeordneten im Senat habe ich auch gar nichts anderes ERWARTET. Hauptsache die Abgeordneten haben jeden Monat Ihr Gehalt pünktlich auf dem Konto und bei jedem Wetter ein Dach über Ihren Köpfen.

  10. 10.

    Ich habe auch in Interviews/Befragungen o.ä. mit Obdachlosen gehört, dass einige garnicht aus ihrer Freiheit in geschlossene Räume wollen, dass muss man auch bedenken.

  11. 9.

    Warum aufregen, wenn Obdachlose eine Wohnung bekommen und das Jobcenter zahlt? Wir armen Steuerzahler? Ich bin froh, dass ich solidarisch mitverantwortlich dafür bin, dass die obdachlosen Menschen einen Lichtblick im Leben bekommen, auch wenn das "nur" ein Dach über dem Kopf ist.

  12. 8.

    Klar ist es nicht leicht in Berlin Zentrum eine Sozialwohnung zu finden aber ich denke Obdachlose die wirklich eine Wohnung jetzt wollen dürfte es egal sein wo sie liegt und da dürfte es auch mit bereits vorhanden Strukturen möglich sein eine Wohnung vom Amt bezahlt zu kriegen. Diese Maßnahme ist daher Geldverschwendung, für die Kosten hätte bzw. kann man auch noch paar mehr Obdachlosen die Wohnung bezahlen .

  13. 7.

    Das ist doch ein Widerspruch in sich. Selbst finanzieren über das Jobcenter. Also doch über den Steuerzahler.

  14. 6.

    Weniger als ein neues Fußballstadion. Viel weniger als ein Stadtschloss. Und unglaublich viel weniger als ein Flughafen.
    Was kosten Sie mich als Steuerzahler denn so?

  15. 5.

    Ein gutes Zeichen.

  16. 4.

    Wer lesen kann etc.: "Bei "Housing First" bekommen Menschen ohne Vorbedingungen einen unbefristeten Mietvertrag und sozialpädagogische Unterstützung. Allerdings müssen sie die Wohnung selbst finanzieren können, etwa mit Hilfe des Jobcenters, durch eine Rente oder Arbeit." - also läuft das ganz genau wie in der restlichen Bevölkerung auch.

  17. 3.

    Wer sagt denn das es in Berlin keinen bezahlbaren Wohnraum gibt. Das Jobcenter zahlt und schon sind 70 Wohnungen gefunden. Also immer dieses Gejammere von Wohnungsknapheit.

  18. 2.

    Was kostet den Steuerzahler eine Einzimmerwohnung im Rahmen des Modellprojekts "Housing First Berlin", einschließlich der Kosten für Wohnraumkoordinator und den Personalkosten für sozialpädagogische Unterstützung?

  19. 1.

    Lieber RBB, diese Projekt ist eine Supersache und hilft den Betroffenen ganz bestimmt ihr Leben in andere Bahnen zu lenken! Aber, wenn das Jobcenter die Miete bezahlt ist es nicht selbst finanziert. Da zahlt der Steuerzahler. Oder?

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