Demo gegen die AfD in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) am 28.02.2021 (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: rbb|24 | 28.02.2021 | Material: Brandenburg aktuell | Bild: dpa/Patrick Pleul

Kalbitz kandidiert nicht - 250 Menschen demonstrieren in Senftenberg gegen AfD

Vor der Wahlversammlung der AfD-Kreisverbände Elbe-Elster und Oberspreewald Lausitz am Sonntag haben mehr als 250 Menschen in Senftenberg gegen die Veranstaltung demonstriert.

Nach dem Verzicht des Landtagsabgeordneten Andreas Kalbitz auf eine Bewerbung bei der Bundestagswahl ist Silvio Wolf als Direktkandidat für die AfD in Südbrandenburg gewählt worden. Der Kreischef der AfD Oberspreewald-Lausitz habe sich in der Stichwahl gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Norbert Kleinwächter durchgesetzt, teilte die stellvertretende Landesvorsitzende der Partei, Birgit Bessin, als Versammlungsleiterin mit.

Insgesamt hatte es neun Bewerber für die Direktkandidatur der AfD im Bundestagswahlkreis 65 (Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz II) gegeben. Darunter waren auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kortré und Leyla Bilge, die 2018 zu zwei rechten "Frauenmärschen" in Berlin aufgerufen hatte.

Kalbitz verzichtet auf Kandidatur

Der Protest des Bündnisses "Demokratisches Senftenberg" hatte sich ursprünglich gegen eine mögliche Kandidatur des aus der AfD ausgeschlossenen Landtagsabgeordneten Andreas Kalbitz richten sollen. Der 48-Jährige hatte aber am Samstag seinen Verzicht auf eine Kandidatur zum Bundestag erklärt.

"Wir demonstrieren trotzdem, weil diese AfD aus unserer Sicht insgesamt als verfassungsfeindliche und undemokratische Partei einzustufen ist - das hängt nicht nur an Herrn Kalbitz", sagte die Sprecherin des Bündnisses, Lore Seidel. Nach einem Marsch zum Versammlungsort der AfD solle die Demonstration mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz beendet werden.

Sendung: Brandenburg aktuell, 28.02.2021, 19:30 Uhr

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15 Kommentare

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  1. 15.

    Häh? Prognosen beziehen sich immer auf die Zukunft, sonst wäre es keine. Sie können es der Klarheit halber auch in "Erwartung" übersetzen. Die können bei gleicher Faktenlage durchaus fachlich und sachlich voneinander abweichend ausfallen, je nach dem, welche Annahmen man berücksichtigt und gewichtet. Gerade in Bezug auf Wahlergebnisse sind Prognosen wegen der Corona-Maßnahmen derzeit kaum verlässlich zu treffen. Momentan profitiert (noch) die CDU/CSU am meisten, dieser Trend scheint aber gebrochen und rückläufig. Es kann sehr gut sein, dass wegen der zu erwartenden wirtschaftlichen Auswirkungen auf der einen Seite Die Linke und auf der anderen Seite die AfD wieder stärker profitieren. Ich wage weder den Untergang der einen, noch der anderen Partei vorher zu sagen, weil dies einfach unrealistisch ist. Da ändert auch die ständige Kategorie "Nazi" nichts dran, weil das weite Teile der Wählerschaft längst nicht mehr jucken dürfte.

  2. 14.

    Meine Prognosen "
    Prognosen sind immer unsicher. Besonders wenn sie sich auf die Zukunft beziehen.
    Und in diesem Fall besonders, da sie aus einem "Ich bin ja kein aber-Bauch" kommen.

  3. 13.

    Von "übernehmen" habe ich nichts geschrieben. Sondern davon, dass die AfD gute Chancen hat, Nr. 1 in Brandenburg zu werden.
    So kann ich durchaus auch RBB mal loben. Für den hervorragenden und journalistisch ausgewogenen Beitrag zur Provinzposse der Abwahl des Bürgermeisters von Königs-Wusterhausen. Da da einiges aus dem Ruder gelaufen ist, kann ich sogar verstehen, dass der RBB dazu keine Kommentare zuläßt.

  4. 12.

    "Meine Prognosen beruhen [...] auf der Extrapolation von vergangenen Wahlen" - dass die ganzen Wahlforschungs- und -prognoseinstitute noch nicht auf diese hypergenaue Methode gekommen sind! Wow. Ich - unbedeutendes kleines Licht - wuerde dennoch vor dem Selbstextrapolieren, åhm, -denken die Lektuere eines guten Mathebuchs empfehlen. Sonst prognostizieren sie der AfD extrapolationstechnisch zur ueberuebernaechsten Wahl noch 105%...

  5. 11.

    Zitat: "Meine Prognosen . . ."

    Und aufgrund dessen kommen Sie zu der Konklusion, dass die AfD demnächst das Land Brandenburg übernimmt? Ich bittte Sie, märker.

  6. 10.

    "Ich hinterfrage auch vieles bei der AfD und habe mir auch dann das Denken nicht abgewöhnt."

    Da mußte ich doch eben sehr breit grinsen, danke. Herrlich.

  7. 9.

    Da liegen Sie falsch. Nicht zuletzt wegen Coroa bewegen ich mich in überhaupt keinen "Kreisen" und so eine Art Politparty Mensch war ich vorher auch nicht. Ich hinterfrage auch vieles bei der AfD und habe mir auch dann das Denken nicht abgewöhnt. Meine Prognosen beruhen nicht auf bestellten Gutachten und bestellten Umfragen, sondern auf der Extrapolation von vergangenen Wahlen, insbesondere solcher hier in Brandenburg.

  8. 8.

    Zitat: "Ich tippe mal, bei den nächsten Wahlen in ganz Brandenburg wird die AfD Nr. 1 werden."

    Und ich tippe mal, Sie bewegen sich vornehmlich in Kreisen, welche Sie dies glauben machen. Was dieser "gärige Haufen" in drei Jahren in Brandenburg reißt, steht mehr als in den Sternen. Die aktuellen Umfragen zumindest sind jedenfalls nicht so dolle: https://dawum.de/Brandenburg/

  9. 7.

    Ok - 31% sind 'ne Hausnummer, heisst aber auch das mehr als 2/3 kein Nasenbärtchen tragen. Stärkste Kraft - naja - bei 'ner Minderheitsregierung reicht das irgendwie nicht wirklich. Oder ist da ein Kopulationspartner im Gespräch?
    Schätze mal, die Brötchen werden kleiner, als du sie darstellst.

  10. 6.

    Auch wenn sich die Sympathisanten der rechtsextremen AfD schon feiern, bundesweit ist dieser rechtsextreme Haufen auf dem Rückzug. Warum ausgerechnet in Brandenburg die AfD so stark ist hat einen einfachen Grund. Genau wie in Teilen von Thüringen und Sachsen waren hier Neonazis und andere Rechtsextremisten schon immer stark, sogar schon von der Wende.

    In allen drei Ländern beherrscht zudem der faschistische, völkische und nationale Flügel die AfD dort in Gänze. In Brandenburg wird die AfD von einem Rechtsextremisten angeführt, wie der VS festgestellt hat. In Thüringen darf man Höcke gerichtsfest einen Faschisten nennen und Urban, der auch dem Flügel zugerechnet wird, will Transferempfängern das Wahlrecht entziehen.

    „Was für mich durchaus noch anspruchsvoll ist, wo wir als Partei auch noch dran arbeiten müssen, das Wahlrecht nur für die Leistungsträger und nicht für die Transferempfänger. Das wird nicht einfach, gerade hier bei uns im Osten".

  11. 5.

    Mal sehen, was die nächsten Wahlen noch ergeben.

  12. 4.

    Witzige Umschreibung für einen Haufen Rechtsradikaler, der grundsätzlich gegen quasi alles ist...

  13. 3.

    Solange die Vorfeldorganisationen der Linkspartei ruhig bleiben, können sie natürlich dagegen demonstrieren, dass die AfD in Senftenberg die meisten Stimmen bei den Landtagswahlen eingefahren hat. Ich tippe mal, bei den nächsten Wahlen in ganz Brandenburg wird die AfD Nr. 1 werden. Sie hat sich jetzt mit ihren aktuellen Beschlüssen gut sortiert, und wenn der Genosse Trend anhält gibt es eine großartige Zukunft in Brandenburg für die AfD.
    Die Linkspartei hatte ja bei den letzten Wahlen fast die Hälfte ihrer Wählerschaft verloren und ist dort jetzt einstellig. Da wäre ich als Demonstrant im Umfeld der Linkspartei auch unruhig.

    https://www.niederlausitz-aktuell.de/oberspreewald-lausitz/79126/landtagswahl-brandenburg-2019-afd-staerkste-kraft-in-oberspreewald-lausitz.html

  14. 2.

    Das ist leider wahr. Aber muss das so sein?
    Sie sind offensichtlich noch ein jüngerer
    Mensch. Machen sie weiter und suchen sie
    Gleichgesinnte. Ich bin zwar schon 68 Jahre
    Alt aber im Kopf noch fit.Weg mit den Nazis.

  15. 1.

    Ja und sollen sie doch!
    Die AFD ist die einzige wirkliche Opposition!

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