Ein Kormoran sitzt auf einem Holzpfahl am Ufer des Großen Zeschsee (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Bild: dpa-Zentralbild

Bislang 30.000 Hektar - Wildnis-Fläche in Brandenburg soll verdoppelt werden

Rund 30.000 Hektar in Brandenburg gelten als Wildnisgebiete - und damit ein Prozent der Fläche. Das teilte das Land am Sonntag mit. Nun will Brandenburg das vom Bund ausgegebene Ziel von zwei Prozent anpacken.

Brandenburg will mit Mitteln des Bundes seine Wildnis-Fläche verdoppeln. Mit insgesamt rund 30.000 Hektar gelten aktuell ein Prozent der Fläche Brandenburgs als Wildnisgebiete. Dies habe das Bundesumweltministerium jetzt bestätigt, teilte das Landesumweltministerium am Sonntag mit. Nun können Mittel des Bundes aus dem sogenannten Wildnisfonds für den Erwerb weiterer Flächen beantragt werden, erklärte das Ministerium.

Im Koalitionsvertrag hätten sich SPD, CDU und Grüne verpflichtet, auf insgesamt zwei Prozent der Landesfläche dauerhaft Wildnisgebiete zu entwickeln, in denen sich die Natur frei entfalten könne, so das Ministerium.

Vogel: Freilandlabore für Klimaforschung

"Wildnisgebiete sind ein wichtiger Baustein, um die biologische Vielfalt zu erhalten und zu entwickeln", sagte Landesumweltminister Axel Vogel (Grüne). Sie seien Rückzugsräume für Arten, die in der genutzten Kulturlandschaft nicht mehr leben könnten. "In diesen Freilandlaboren können wir erforschen, wie der Klimawandel die Entwicklung von Pflanzen- und Tiergesellschaften beeinflusst und wie bedeutend die Gebiete im landesweiten Netz für den Verbund der Lebensräume sind", erklärte der Minister.

Grundgerüst der Wildnisgebiete in Brandenburg sind naturnahe Wälder, ehemalige Truppenübungsplätze und Bergbaufolgelandschaften. Brandenburgs größte Wildnisgebiete liegen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog und im Nationalpark Unteres Odertal jeweils mit mehreren tausend Hektar.

Sendung: Inforadio, 28.02.2021, 13 Uhr

30 Kommentare

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  1. 30.

    Auf meinem Weg zur Arbeitsstelle bin ich 28 Jahre an einem gelben Schild mit schwarzer Eule vorbei gegangen. Das Schild war nie beschmiert oder zerstört. So geht Naturschutz mit anständigen Menschen. Was wäre heute da alles passiert. ?

  2. 29.

    Zerschreddern sie hier nichts. Alle LPG-Bauern lebten gut und niemand hungerte hier. ( Ist doch gerade polit. Neusprech geworden ). Ich mag lieber standardisiertes Nutzvieh ( aus LPG Tierproduktion ) als aus Jaucheställen der Neuzeit. Damals schrumpften auch 500g Fleisch zu 200g zusammen. Mich interessiert hier nicht Niedersachsen sondern was hier auf dem Lande geschehen ist. Bleiben sie doch endlich bei ihren Teslastümperkutschen.

  3. 28.

    Sie unterschlagen wieder einmal, dass bei Ihnen vor der Haustür die Tram 88 ebenso hält wie vor einigen anderen Supermärkten. Aber so ist halt das überzogene Anssruchsdenken: Jedem seinen persönlichen Supermarkt vor der Haustür.

  4. 27.

    Na, Wildnis ist und wird all das wo keine oder fast keine Menschenhand rumfummelt. Habe mir aber heute Wildnis und Kiefernbestände angesehen. Abgebrochene Bäume in der Laubwaldwildnis hängen an gesunden Bäumen und schädigen diese. Es wäre sinnvoll diese sachgemäß zu zersägen und auf den Erdboden zu legen. So schräg verwittern die in 20-30 Jahren. Die Wipfel der Kiefern sehen nicht übel aus. Was hat uns die Klöckner da nur für Stuss erzählt. Berichte über Strausberg, Erkner, Woltersdorf u. Rüdersdorf.

  5. 26.

    Ihr Heimatland hat doch mit den LPGs in Deutschland industrielle Landwirtschaft mit hunderten Hektar Betriebsgröße im großen Stil eingeführt, bei denen Hecken nur die Arbeit der übergroßen Mäddrescher behindert hatte. Zur Wiedervereinigung teilte sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche in den neuen Ländern weitgehend auf gerade einmal rd. 4.500 LPG auf, wobei der Ackerbau z.B. übergreifend auch noch von den teils Kreisgröße erreichende Kooperativen Abteilungen Pflanzenproduktion gesteuert wurde. Das Nutzvieh wurde standardisiert etc. Zum Vergleich: 2020 gab es allein in Niedersachsen noch über 35.000 landwirtschaftliche Betriebe bei allerdings stark abnehmender Tendenz. Die heutigen Großbetriebe gerade in den neuen Ländern sind eine direkte Folge der sozialistisch geprägten agrarindustriellen Monostruktur.

  6. 24.

    Das Ortszentrum von Rüdersdorf liegt auch in der Wildnis. Hier gibt es nicht mal einen Discounter. Platz ist aber da. Diese Bürgermeisterin ist für mich nun unwählbar geworden. Die wollte sogar auf der Straße das Gespräch mit den Bürgern suchen.

  7. 23.

    Tobi, da können wir uns beide den Mund wässrig reden; die machen so weiter. Warum gibt es keine Berlin-Sperre ? Es dauert doch länger von Spandau zum Ostbahnhof als die 20 min. mit dem RE-1 ab Erkner. Man kann Berlin doch nicht die grünen Inseln nehmen. Das Mikroklima dort braucht die Stadt. Wissen das die Grünen nicht ?

  8. 22.

    Ludwigsfelde war mal so schön. Habe damals im IWL gelernt. Halle 9 und Prüfstandwaren am lehrreichsten. Halle 4 wurden Motorroller Berlin u. TROlL gebaut und am WE gings ab Genshagener Heide nach hause. Wohnheim war in Birkengrund Süd. Toll-mit Sportplatz. Damals war vieles schöner. Stimmt.

  9. 21.

    Da kann man mal sehen wie fleißig die Land-ja gerade- frauen früher waren. Papa auf dem LPG-Acker und die Frau im Haushalt und bei den Tieren. Von früh bis spät- aber gesund wie eben auf dem Lande. Habe zufällig Kenntnis dieses Landlebens durch eine ehem. Kollegin, die dann aber Physik studierte. Fuhr man auf s Land zu Besuch war dann z.Hause die Tiefkühltruhe voll mit Flugenten-alles nur BIO-Ware in echt. Problem sind heute die Großlandaufkäufer aus dem Westen, die nur mit wenigen Beschäftigten und massig Technik "Landwirtschaft" betreiben. Fahren sie mal zum Stechlin. Den kennen sie doch aus der Literatur.

  10. 20.

    Wenn ich das lese kann ich das leider nicht glauben. Denn allein in den letzten 5 Jahren ist in und um Ludwigsfelde Wildnis vernichtet worden um zig... Lager -und Produktion Hallen zu bauen.
    Die Hallen hier sprießen wie Pilze aus der Erde.einfach erschreckend was wir mit der Natur anrichten .
    Wichtig ist nur noch Profit. Einfach nur traurig.

  11. 19.

    Passt.. es ziehen ja eh alle nach Berlin wo kein Platz ist, es keine Wohnungen oder Kitaplätze gibt. Und dann rufen alle nach Enteignungen, abschaffen von Kleingärten und man wundert sich wenn die Innenhöfe zugebaut, verdichtet und Spielplätze abgewickelt werden.

  12. 18.

    Wenn eine wirkliche Leistung dahintersteckt, ist dies i.O. Wenn das linksgrüne Selbstverständnis vom "fremdem Geld abgreifen" bedient wird um anschließend nichts zu machen, dann ist es am Ende so wie immer. Vielleicht erhalten wir noch mehr Informationen.

  13. 17.

    Ja, aber das sind viel zu wenig! Ich sehe diese Höfe, ich fotografiere viele sogar. Ich taste mich vor in Orte wie Schlalach oder Deutsch Bork. Dennoch sterben mehr weg und verfallen mehr Höfe als Leute da sind, sich das ans Bein zu binden und zu übernehmen. Ich tu es ja auch nicht.... :-(

  14. 16.

    Das ist eine der besten Nachrichten dieses Jahres. Allerdings ist das Ziel zu bescheiden.

  15. 15.

    Da kann man es sich ja leicht machen und die riesen Baggerlöcher einfach als Wildnis definieren.

  16. 14.

    Passiert auch demnächst mitten in der City von Berlin , wenn wir die Gruenen machen lassrn.
    Keine Autos, zerfallene Straßen und Gehwege, wie Gueter von a nach b kommen interessiert sie doch eigentlich auch nicht. Warum renaturieren wir nicht dann nicht gleich hanz Berlin. Huetten und Zelte sind auch ganz schön. Nur die Hunde sind dann größer, laufen überall rum und nennen sich Woelfe. Leinenzwang ade, sel avi.

  17. 13.

    Schön, auch mal was positives zu lesen. Klar, es gibt auch die „guten“ Hundehalter, aber es muss noch an vielen Köpfen gearbeitet werden ;-)
    Wenn ich bei uns im Wald spazieren gehe oder laufe, brauch ich manchmal fast mein Nofallspray, wenn die Hundesitter mit 5 und mehr Hunden ihre Lieben loslassen. Ich bin durchaus Tierfreund, aber wenn diese wildgewordene Herde durch den Wald rast, bekomme ich Herzrasen :-) Abgesehen davon sollen Hunde doch wohl angeleint im Wald geführt werden, oder?

  18. 12.

    Sie als "Alt-Westberlinerin" kennen Brandenburg nicht. Seltsamerweise zieht es immer mehr Großberliner - gemeint aus der ganzen Stadt-nach Brandenburg. Hier ist zwar der Speckgürtel aber wer mal ein bissel ins Land fährt, der sieht plötzlich jüngere Berliner, die einen ehemaligen Bauernhof umkrempeln - völlig restaurieren- um dort zu wohnen. Künstler waren die ersten. Aber; staunen sie weiter. Am Kindermangel hätte man schon längst etwas ändern können. Fam. mit Kindern sollte es nie schlecht ergehen. Kinder sind Zukunft; die dürfen aber nicht dumm sein. Schon sind wir bei einem anderen Thema.

  19. 11.

    Dann sollte auch bitte ganz dringend das Odertal davor bewahrt werden, ausgebaggert zu werden, wie die polnische Regierung das jetzt vorhat. Ungeheuerlich, sowas. Die letzte intakte Flussaue weit und breit soll für wirtschaftliche Interessen kaputt gemacht werden...

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