Rummelsburger Bucht - 300 Menschen demonstrieren gegen Räumung von Obdachlosencamp

Mo 08.02.21 | 10:17 Uhr
  43
Rummelsburger Bucht Demo 07.02.2021 Lichtenberg (Quelle: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Die Räumung des Obdachlosencamps in der Rummelsburger Bucht durch den Berliner Bezirk Lichtenberg hat Proteste in der linken Szene ausgelöst. Am Sonntagabend setzte sich ein Protestzug aus der Rigaer Straße in Bewegung.

Gegen die Räumung eines Obdachlosencamps an der Rummelsburger Bucht in Berlin-Lichtenberg haben am Sonntagabend mehrere hundert Menschen demonstriert. Darunter waren auch einige Personen aus der linksautonomen Szene.

Wie die Polizei rbb|24 am Montagmorgen mitteilte, blieb die Demonstration mit bis zu 300 Teilnehmern friedlich. Sie stand unter dem Motto "Friede den Hütten - Krieg den Palästen". Der Protestzug war auf dem "Dorfplatz" der Szene in der Rigaer Straße in Friedrichshain gestartet.

Kritik an Durchführung der Räumung

Am Freitagabend war das von etwa 100 Menschen bewohnte Obdachlosencamp vom Bezirk Lichtenberg geräumt worden. Wegen des Kälteeinbruchs habe man nicht mehr gewährleisten können, dass Leib und Leben der Menschen gesichert sei, sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Kevin Hönicke (SPD). Der Bezirk stellte Busse bereit, um sie in Notunterkünfte zu bringen. 47 Obdachlose seien zu einem Friedrichshainer Hostel gebracht worden, teilte die Sozialverwaltung mit.

Bereits am Samstag hatten vor Ort einige Dutzend Menschen gegen die Räumung des Camps protestiert. Sie warfen dem Bezirk vor, mit der Aktion Obdachlose um ihre Habe und zusätzlich in Gefahr zu bringen. Hönicke hatte den Campbewohnern zugesagt, ihre Habseligkeiten in den nächsten Tagen noch abholen zu können. Allerdings war auf Bildern bei Twitter zu sehen, dass die Behausungen der Obdachlosen nach und nach abgerissen werden.

Auf dem Gelände an der Rummelsburger Bucht soll demnächst gebaut werden. Neben Hunderten Wohnungen soll dort auch die umstrittene Touristenattraktion Coral World entstehen.

Die Kommentarfunktion wurde am 08.02.2021, 20:13 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

43 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 43.

    Niemand BRAUCHT so einen, nur auf Profit für die elenden Spekulanten aus seienden, Wasserpark! Eltern mit kleinen Kindern haben wohl auch genug andere Freizeitmöglichkeiten... Was für eine Wortwahl überhaupt "brauchen"...tztztz... Menschen BRAUCHEN Möglichkeiten der freiend Entfaltung, auch in Hinsicht auf alternative Lebensstile - aber das wurde ja jetzt zerstört!
    gez. eine Steuerzahlerin, die ganz sicher niemals einen Fuß in dieses Wasserpark setzen wird!

  2. 42.

    Die zelte Rucksäcke matten und anderes sind eventuell corona verseucht.. Gut dass der Senat zum Wohl der obdachlose reagiert.. Diesen sogenannten Aktivisten geht es um anderes..

  3. 40.

    Ja, das würde richtig gemacht. Die Leute haben auf der Straße nichts zu suchen. Soll man ihnen es auch noch bequem machen? Du regst dich auf, dass angeblich nichts getan wird und dann, wenn was getan wird. Beides geht nicht.

  4. 39.

    Ich darf daran erinnern, dass den Bewohnern schon vor längerer Zeit angeboten wurde, warm und trocken unterzukommen. Es gab dazu eine Initiative, diese in Karlshorst unterzubringen. Letztlich wohnten dort zwei Hände voll osteuropäische Menschen, die mit Rummelsburg nicht wirklich viel zu tun hatten. Es gab also schon einige Versuche....

  5. 38.

    Ich finde es krank, dass es Menschen gibt die gegen die Räumung demonstrieren. Sehen Sie, so unterschiedlich kann es sein. Ich gehe mal davon aus,dass sie über kein Eigentum ( Wohnug,Haus, Grundstück) verfügen.
    Wenn doch, was würden Sie tun,wenn sich Obdachlose, Penner oder sonstige Hausierer auf ihrem Eigentum niederlassen und nicht mehr gehen wollen... ???
    Ich warte auf ihre Antwort. Danke

  6. 37.

    Klar, immer die Anderen. Die sind ja auch an allem schuld. Böse, böse (kapitalistische) Welt.

  7. 36.

    Womöglich können einige der Obdachlosen demnächst öfters eine warme Mahlzeit und ein warmes Bett erhalten, evtl. etwas Körperpflege machen und mit etwas Glück vielleicht einen Weg raus aus Alkohol und Müll finden.
    Möglich durch die vielen Helfer und nicht zu vergessen: den Steuerzahler!
    Dagegen zu protestieren, ist einfach nur peinlich!

  8. 35.

    Würde ein Obdachloser im öffentlichen Raum angetroffen werden, so kann darf und soll gerne die Kältehilfe oder Rettungsdienst gerufen werden. Wenn sich dieser Obdachloser gegen eine Hilfeleistung entscheidet, so dürfen keine Zwangsmaßnahmen ergriffen werden.

  9. 34.

    R2G spricht von Kältehilfe und lässt Zelte,Wohnwagen, Schlafsäcke und warme Klamotten vernichten...von anderen persönlichen Gegenständen garnicht zu reden...
    Pfui Teufel sind die verlogen...
    Aber die haben ja schon die halbe Stadt an ihre Immobielenfreunde verkauft...

  10. 33.

    Ich als unmittelbare Bewohnerin, kann die Räumung nur begrüßen.
    Soviel Dreck, Ratten und Ungeziefer, was sich da, in laufe der Zeit, ansammelt, wurde immer unerträglicher.
    Monatelange Gespräche mit den Bezirksamt, mit Sozialhilfe zeigten Intresseen- und Hilflosigkeit der handelnden Personen. Ich hoffe, dass das geräumte Aral bald bebaut wird, damit eine neuerliche Besetzung verhindert wird.

  11. 32.

    Finds schon echt krank das es Menschen gibt die diese Vorgehensweise verteidigen, der Zweck heiligt die Mittel oder was?
    Den Leuten wurde versprochen das Sie Ihr Hab und Gut noch abholen können, trotzdem wird schon abgerissen und die Bauarbeiten für das umstrittene Projekt am Ostkreuz werden vorbereitet.
    Wieder mal ganz toll was das Bezirksamt (Bezirksbürgermeister) da leistet!
    "Wir wollen ja nur Helfen".. ja ja, ganz bestimmt!
    Was ist mit den anderen Obdachlosen in Berlin die nicht in dem Camp leben?

  12. 31.

    Also lieber die Obdachlosen in unisolierten Zelten erfrieren lassen?
    Wie groß wäre der Aufschrei, wenn dort nur ein Mensch aufgrund der Wetterbedingungen zu Tode gekommen wäre?
    Es mag Ihnen nich aufgefallen sein, aber es ist eisig kalt, und die Unterkünfte ohne Heizung, können tödlich sein.
    Da schläft ein Mensch ein und erfriert, einfach so.

  13. 30.

    Protest wegen der Räumung zum Schutz von Leib und Leben der Betroffenen? Da lässt man offenbar lieber Menschen erfrieren, nur um nicht von der eigenen Ideologie abzuweichen. Wie abgebrüht ist das denn?

  14. 29.

    „Wo kommen wir denn da hin?“
    In eine soziale Welt, wo jeder so leben kann wie er will. Frei von nationalem Gedankengut und Klassenbewußtsein.
    Blöd ist vor allem, dass weder Staat noch Stadt dafür Möglichkeiten schafft, sondern Privatgrundstücke dafür herhalten müssen. Blöd wird es auch, wenn die Lebenform des Einen, für den Anderen Stress bedeutet wie Lärm, Dreck und Kriminalität. Das ist großer Mist, aber darüber wird nicht gesprochen sondern beide Seiten, gut situierte Bürger und wild lebende Mitmenschen werden alleingelassen und gegeneinander ausgespielt. Viele schwingen Rede, Wenige tun etwas.

  15. 28.

    Da bin ich voll bei Ihnen. Leider instrumentalisieren diese Linksautonomen die Obdachlosen nur für den Kampf gegen den Staat.

  16. 27.

    Gegen was sind Sie denn genau, gegen einen Investor überhaupt oder gegen einen fremdlaendischen Investor. Bei Letzterem wuerden Sie keine linke Position, sondern eine nationalistische Position vertreten. Dann stellt sich allerdings die Frage, was Sie auf einer Demo von den Linken wollen

  17. 26.

    Die beiden Dinge schließen sich nicht aus: Ich habe über 10 Jahre lang in der Kältehilfe gearbeitet und ich bin trotzdem gegen die Räumung, vor allem unter diesen Witterungsbedingungen. Ich verstehe nicht, warum Sie versuchen, diese zwei Gruppen gegeneinander auszuspielen. Sie könnten genauso verlangen, dass Vorstandsmitglieder, Bänker und co. diese Menschen aufnehmen sollten, die haben schließlich die finanziellen Kapazitäten und genug Wohnraum...

  18. 25.

    Wie soll denn da ein Riegel vorgeschoben werden, wenn die hier in Berlin sogar in der Regierung hocken?

  19. 24.

    Also wer an solch einer Demo teilnimmt und sich unter linksautonomen untermischt ist für mich auch ein linksautonomer. Ich wäre auch froh, wenn ich als Obdachloser endlich nicht mehr bei minus Graden dort hausen müsste und schließlich ist dies ein privates Grundstück und kein öffentlicher Park. Moralisch ist der Grundstückseigentümer verpflichtet sich ums Grundstück zu kümmern, ob nun Luxuswohnungen dort gebaut werden ist seine Sache, es ist sein Grundstück.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren