Das Baufeld der neuen Synagoge in der Schloßstraße, Potsdam am 20.02.2021 (Bild: imago images/Martin Müller)
Bild: imago images/Martin Müller

Warnung vor neuem Streit - Landtag unterstützt Einigung zum Bau der Potsdamer Synagoge

Der Brandenburger Landtag wird den Bau einer neuen Synagoge in Potsdam unterstützen. Die Abgeordneten stellten sich am Donnerstag mit großer Mehrheit hinter die jüngst von Kulturministerin Manja Schüle (SPD) vorgestellten Pläne für ein Synagogen- und Gemeindezentrum. Gleichzeitig warnten sie angesichts des jahrelangen Zwists um den geplanten Bau vor neuem Streit.

Die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen, Linken und Freien Wählern forderten die Landesregierung am Donnerstag dazu auf, die geplante Vereinbarung mit der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) abzuschließen und mit dem Bau zu beginnen. Zugleich betonten sie: "Der Landtag erwartet, dass das Synagogenzentrum nach Fertigstellung allen jüdischen Gemeinden in der Landeshauptstadt offensteht."

Linke lobt Kulturministerin Schüle

Die Kulturministerin erneuerte im Landtag ihr Angebot an "alle jüdischen Gemeinden in Potsdam", sich aktiv an dem Synagogen-Neubau zu beteiligen. Unterstützung bekam Schüle aus der oppositionellen Linksfraktion. Deren religionspolitischer Sprecher Andreas Büttner sagte, seit 15 Jahren gebe es Streit zwischen den jüdischen Gemeinden über die Architektur des Baus. Schüle sei nun die "Quadratur des Kreises" gelungen.

Pläne für den Bau lagen jahrelang auf Eis, weil die jüdischen Gemeinden in Potsdam unterschiedliche Vorstellungen vor allem zur Architektur der Synagoge hatten. Da die Potsdamer Gemeinden keinen Kompromiss erzielten konnten, wurden die Verhandlungen zunächst auf die Ebene der Landesverbände gehoben und schließlich mit dem Zentralrat und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland geplant.

Die Kulturministerin hatte vergangene Woche die Pläne für ein Synagogen- und Gemeindezentrum in Potsdam vorgestellt. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr starten. Das Land finanziert den Bau mit rund 13,7 Millionen Euro. Die ZWST übernimmt dem Kulturministerium zufolge als jüdischer Kooperationspartner die Begleitung des Planungs- und Bauprozesses. Der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) übernimmt die Bauausführung. Die Eröffnung ist für 2024 geplant.

Sendung: Brandenburg aktuell, 25.02.2021, 19:30 Uhr

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