U-Bahn-Ausbau (Quele: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Öffentlicher Nahverkehr - Berliner SPD fordert konkreten Fahrplan für U-Bahn-Ausbau

Der mögliche Ausbau des U-Bahnnetzes ist am Dienstag Thema im Berliner Senat: Für Verkehrssenatorin Günther hat offenbar die Verlängerung der U7 bis zum BER Priorität - die SPD will aber auch über Pläne für andere Linien sprechen.

Nach Bekanntwerden erster konkreter Überlegungen von Verkehrssenatorin Regine Günther zum Ausbau des Berliner U-Bahn-Netzes fordert die SPD von der Grünen-Politikerin einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung. "Wir brauchen einen Fahrplan, was wann passieren soll", sagte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Tino Schopf, am Montag. "Die Pläne dürfen jetzt nicht in irgendeiner Schublade landen."

U7-Ausbau hat bei Günther offenbar Priorität

Günther plant offenbar, die U-Bahnlinie 7 zu verlängern - in die eine Richtung bis zum Flughafen BER und in die andere bis zur Heerstraße in Spandau, wie die "Berliner Morgenpost" berichtete. Die Zeitung beruft sich auf eine Besprechungsunterlage der Verkehrsverwaltung zur Auswertung von vier Machbarkeitsstudien zum U-Bahnbau. Der U7-Ausbau soll die besten Bewertungen erhalten haben, weil er unter anderem die meisten Fahrgäste generiert, Einsparungen im Busverkehr bringt und der Bau vergleichsweise wenig kostet.

Der Fahrplan sollte aus Sicht der SPD nicht nur die U7-Verlängerung enthalten, die Günther prioritär angehen will. Auch etwa die Verlängerung der U3 von der Krummen Lanke zum Mexikoplatz sowie eine Verlängerung der Linien U2 in Pankow und U9 nach Pankow müssten dabei eine Rolle spielen.

Der Berliner Senat will sich am Dienstag mit den Ergebnissen der vier Machbarkeitsstudien befassen.

35 Kommentare

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  1. 35.

    Im Grunde genommen haben die Vorschläge einen recht irrationalen Kern. Statt der besagten sparsamen Haushaltsführung, definierte Zwecke mit geringstmöglichem Mittelaufwand zu erreichen, wird die umgekehrte Devise ausgeben: sie mit maximalem Aufwand zu erreichen.

    Da geht es um den Nachweis finanzieller Potenz. Was im Fußball behaupteterweise funktioniert, dass erst dreistellige Millionengagen für einzelne Balltreter eine Mannschaft nach vorne bringe, so könne nur ein maximal großes U-Bahn-Netz Berlin in die vordere Liga der Weltstädte katapultieren.

    Mit vernünftiger, bodenständiger Anbindung hat das nichts mehr zu tun - weder in den Uralt-Planungen der 1960er und 1970er Jahre und auch heute nicht. Niemand bleibt in der Schlängel-U-Bahn von der westl. Heerstraße sitzen, sondern steigt in Richtung Berlin-Zentrum am Bhf. Spandau eben um. Das geht auch bei zwei Minuten längerer Fahrzeit mit der Tram.

  2. 34.

    Planen sollte eigentlich schon fast fertig sein. Enstprechendes über Streckenverläufe gibt es seit 1955, 1972, 1977, 1995.
    Letztere übrigens mit U7 nach Schönefeld - also BER. Seit 1977 ist die Strecke Richtung Heerstr. Nord grundsätzlich in Sack und Tüten.
    Die Streckenplanung über die jetzt wieder gelabert wird, ist Stand 1995. Einfach "200 km Planung" in eine Suchmaschine reintunneln.
    In den Plänen von 1977 war bei der U7 die Strecke bis U-Rohrdamm "im Bau". 1984 wurde dann U-Rathaus Spandau geöffnet. In der Abendschau heute war am Rande von einem Baubeginn nicht vor Ende dieses Jahrzehnts die Rede.

  3. 33.

    Mich wundert es zugegebenermaßen, dass es oftmals die gleichen Menschen sind, die einerseits dem Staat Geldverschwendung vorwerfen, andererseits aber das Gebot sparsamer Haushaltsführung gröblichst missachten.

    Sparsame und effiziente Haushaltsführung heißt nichts anderes, als mit einem bestimmten Betrag den höchstmöglichen Nutzen erwirtschaften oder - umgekehrt - einen spezifischen Nutzen mit den geringstmöglichen Mitteln zu erreichen.

    Folglich muss eine Abschätzung vorgenommen werden, wieviel Fahrgäste mittel- und langfristig überhaupt zu erwarten sind. Wenn diese mit einem Verkehrsmittel der Kapazität einer Straßenbahn aufgefangen werden können, dann selbstverständlich das, denn die Tram benötigt bei der Hälfte der U-Bahn-Kapazität nur ein Sechstel von deren Kosten. Wenn das Fahrgastpotenziel nicht mehr mit der Tram aufgefangen werden kann, dann selbstverständlich per U-Bahn. Das sehe ich bei keiner der Verlängerungen.

    Nüchtern rechnen ist nicht zu viel verlangt.

  4. 32.

    Von "vor allem" habe ich indes nicht geschrieben, geehrter Alfred Neumann, allerdings bin ich neben sehr vielen anderen der Auffassung, dass eben- und oberirdische Strecken direkt zugänglicher sind und als willkommenen Nebeneffekt dann auch noch zusätzlich eine Aussicht bieten.

    Mich wundert immer wieder, wieso Befürwortende von voreilig propagierten unterirdischen Bauten deren Handycap einfach übergehen: Jede technische Anlage fällt einmal aus und zehnmal mehr trifft dies bei vernachlässigter Instandhaltung zu, die ihren Namen nicht mehr recht verdient. BVG, S-Bahn und deren Mutter, die Deutsche Bahn AG, vereint eine Politik der Wiederinbetriebsetzung entlang einkalkuliertem Ausfall.

    Die Folgen: Die Barrierefreiheit erweist sich all zu oft als Papiertiger.

    Zuallererst oben bleiben. Nur wenn es nicht mehr anders geht, kann und soll dann nach unten gegangen werden.

  5. 31.

    Auch eine Verlängerung um eine Station kostet mehrere Millionen Euro. Da muss man schon erklären, wie man dies finanzieren möchte. Es ist ja auch nicht so, als wäre das MV nicht an U- und S-Bahn angebunden. Anders als die Großwohnsiedlung Heerstraße, die dei Grünen an dei U-Bahn anbinden wollen, wenn es denn ein gutes Finanzierungskonzept gibt.

  6. 30.

    Schon vor der Wende hatte das MV (Märkische Viertel) eine Randlage im alten West-Berlin und bereits Mitte der 80er gingen sämtliche Anwohner im MV auf die Barrikaden, weil die U8 im Zuge ihres damaligen Ausbaus nicht um eine läppische U-Bahnstation von Wittenau weiterführend ins MV verlängert wurde.
    Die Menschen im MV (ich selbst wohne nicht dort, bin also nicht voreingenommen) haben nun über 30 Jahre darauf gewartet, daß endlich einmal Pläne für eine nördliche Verlängerung der U8 auf den Tisch kommen. Und in diesem lang ersehnten Moment gibt es tatsächlich irgendwelche Spezialisten, die sich ernsthaft mit dem Argument "ein Ausbau von [U-Bahn-]Linien sollte aber nur dort vorangetrieben werden, wo er wirklich sinnvoll ist" gegen eine solche Verlängerung stellen?
    Wenn also rund 50.000 Einwohner im MV einem Ausbau der U8 um eine weitere Station keine Sinnhaftigkeit verleihen, dann macht aus verkehrstechnischer Sicht in dieser Stadt wirklich nichts mehr einen Sinn.

  7. 29.

    Für die Fertigstellung des BER kann man vielen Danken aber auf keinen Fall den Grünen. Auf den Auf Geschäftsführer Daldrup haben sich die drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund verständigt. Das nach vielen Pleiten dann endlich der Sozialdemokrat Daldrup der Richtige war, sollten Sie schon gar nicht den Grünen zurechnen. Die Grünen hätten doch bei ihrer CO2 Phobie am liebsten gar keinen Flughafen für Berlin und Brandenburg zugelassen. Denn für die Grünen gilt Fliegen immer noch als ganz schlimme Sünde und jeder der fliegt müsste nach den Grünen eine tiefe Flugscham empfinden. Bitte keine Gerüchte in die Welt setzen.

  8. 28.

    Geplant ist doch noch nicht genehmigt und gebaut. Warum heute schon an 2060 denken? Bis dahin geht man wieder zu Fuß.

  9. 27.

    Aber natürlich wird von den Grünen der Straßenbahnausbau aus rein ideologischen Gründen so vehement vertreten. Gegenüber der U-Bahn ist die Straßenbahn langsamer, befördert weniger Fahrgäste und ist, da nicht immer auf separaten Gleisen fahrend entschieden anfälliger als die Witterungs- und Verkehrsunabhängigen U-Bahnen. Zudem wollen die Grünen den Autoverkehr so viel wie möglich behindern und auch unmöglich machen und dazu eignet sich eine Straßenbahn hervorragend. Hier wird ein Verkehrsmittel zu dem Verkehrsmittel fremden Zwecken benutzt. Die Kosten sind ebenfalls bei einer oberirdischen Streckenführung wie z.B. zum BER entschieden geringer.
    Insbesondere am Beispiel Märkisches Viertel zeigt sich der Unsinn eine Straßenbahn zu bauen deutlich. Hier müsste nur eine Verlängerung der U8 um einige Hundert Meter vorgenommen werden und die Menschen kommen schnell und ohne Umsteigen in die Berliner City, Ost wie West. Bei einer langsamen Straßenbahn länger und mit mehrmaligen Umsteigen.

  10. 26.

    Ich werde in diesen Leben nicht mehr verstehen, warum Sie immer noch glauben, dass die Berliner vor allem der Aussicht wegen von A nach B fahren. Die Verkehrsteilnehmern sind hier doch erheblich grösser als in Ihrer Heimatstadt. Allein Spandau hat schon bedeutend mehr Einwohner als Potsdam. Die Wege sind zudem bedeutend länger als in ihrer Heimatstadt.

    Dabei geht es zudem nicht um ein " entweder oder" sondern um ein "sowohl als auch".

    Aber keine Angst: Die SED-Nachfolger wie auch die in Kiez-Dimensionen denkende AL werden schon dafür sorgen, dass keine U-Bahn gebaut wird. Dazu kommen noch die NIMBYs wie am Ostkreuz, die in Berlin ihre Ruhe haben wollen oder die Bedenkenträger, die um die Ruhe der Dealer im Görli fürchten, weswegen auch neue Tram-Strecken nur dort gebaut werden, wo kaum jemand wohnt. Legendär die Dame, die zu einer Zeit an die Berliner Alle zog, als man sich in Berlin noch die Wohnung aussuchen durfte und sich vor einiger Zeit im RBB über die Tram schwert hatte.

  11. 25.

    Was für ein Unsinn! Wer Autos "mag", sollte mal zum Arzt gehen und wer seine Bildung aus der Bild hat täte gut daran sie für sich zu behalten. Sowas ist echt peinlich.

  12. 24.

    Klasse Kommentar, sehe ich auch so. Der BER braucht keine U-Bahn aus Rudow.

  13. 23.

    @10 Wolfi: Das ist riesengroßer Quatsch, was du den Grünen unterstellst. Die Grünen bevorzugen die Tram, weil sie nur 1/10 soviel kostet und viel weniger CO2-verursachenden Beton benötigt, wie eine gleichlange U-Bahn, und wegen einfacheren Zugangs zumindest bei klürzeren Entfernungen nicht wesenliich langsamer ist.
    @12 Heike: Die Tram ist nicht überflüssig, weil im Winter die Weichen vereisen. Sie ist ein sehr wichtiges Verkehrsmittel für Verkehrsströme, die für eine U-Bahn zu wenig und für Busse zuviel sind.
    @17 Abcde: In Lichtenrade ist kein Regionalbahnhalt geplant. Ich las bei RBB24 mal von Marienfelde als R-Halt. Ich finde die Idee S2 zum BER sehr gut, weil sonst ein Umsteigezwang und Rückfahrzwang zum nächsten R-Halt entsteht. Das wäre unattraktiv.
    @22: Das Bautempo lag nicht an RRG, sondern ist bei U-Bahnen normal und lag auch an Vorgängerregierungen. Wir sollten RRG für den Einsatz von Engelbert Lütke-Daldrup danken, der den BER zu Ende brachte.

  14. 22.

    das die Günther keine Autos mag,ist ja wohl hinreichend bekannt,besser ist wenn RRG nicht mehr gewählt wird.Denn bei dem Tempo wie heute gebaut wird,ist die U7 in zwanzig Jahren noch nicht fertig.Man denke da nur an den BER und an die U5 da brauchte man auch etliche Jahre,und nach in Betriebnahme war nach kurzer Zeit(Ca.2Tage) schon Technische Probleme da.

  15. 21.

    Ich will mich mal ganz bewusst ins Spekulieren begeben:
    Es ist ja gemeinhin bekannt, dass Olaf Scholz als Kanzlerkanditat der SPD den Nahverkehr vor allem dann gefördert sieht, wenn Fahrgäste im wahrsten Wortsinne in die Röhre schauen. Oberirdisch soll selbstredend der motorisierte und nichtmotorisierte Individualverkehr walten.

    Das ist im Grunde genommen 1960er und 1970er Jahre-Autoverkehrspolitik zuzüglich der Variation Radverkehr.

  16. 20.

    Nicht einmal der größte deutsche Flughafen - Frankfurt am Main - ist mit einer U-Bahn angebunden, die FfM in vergleichbarer Weise zumindest auf Stadtbahnniveau und Tunnelbauweise unterhalb dem Main ja auch hat. S-Bahnen, Eisenbahn-Regionalverkehr und IC(E)s reichen da vollkommen aus.

    So auch in Berlin.

    Der Terminus Hauptstadtflughafen ist nirgends belegt, er ist eine rein verbale Phantasieakrobatik. Entweder sind die Passagierzahlen da oder sie sind in einer Weise nicht da. Berlin + Umland ist nicht bevölkerungsreicher als Frankfurt am Main + Umland.

    Nicht nur die Corona-Pandemie, auch der ökologische Umbau spräche dagegen, dass Passagierzahlen weiter wie bisher zunehmen. Tendenziell wäre es sogar gut, wenn sie abnähmen.

  17. 19.

    FEX, RE7, RB14, RB22, RB24, S9, S45 sowie die Busse X7, X71, 162, 263, 734, 735, 736, 743, BER1, BER2
    Jetzt noch eine U-Bahn finde ich übertrieben. Bei Tegel hat man sich da nicht so ins Hemdchen gemacht, da gabs nur Bus oder Taxi

  18. 18.

    Also die Fertigstellung des BER hat uns ja nun alle nicht unbedingt überrascht, weil sie so plötzlich kam.
    Warum wird erst jetzt geplant, die U7 entsprechend zu verlängern? Hätte man das nicht schon bei der Planung des BER machen sollen, oder während der endlosen Bauzeit ?
    Eine der wenigen Konstantanten, die man Berlins Politkern seit min. 30 Jahren zusprechen muss, ist eine tiefverwurzelte Unfähigekeit Dinge zu planen.

  19. 17.

    Na ja. Da in diesem Abschnitt sowieso irgendwann einmal die Regionalbahn zum Flughafen BER fahren wird und dieser sehr wahrscheinlich im Bahnhof Lichtenrade, dem letzten Bahnhof vor der Stadtgrenze halten wird, scheint eine langsamere S-Bahn im gleichen Bereich keinen so großen Sinn machen.

  20. 16.

    Also ich finde den Vorschlag, die U7 zum BER zu verlängern ganz gut. Aber abgesehen davon finde ich auch Ihren Vorschlag (die S-Bahn betreffend) gut. Wenn man einen Hauptstadtflughafen will, sollte dieser auch entsprechend an den ÖPNV angebunden sein. Von mir aus auch noch mit Straßenbahnen und Bussen.

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