19.03.2021, Berlin: Aktivisten von Fridays for Future haben den Schriftzug «ANOTHER WORLD IS POSSIBLE" an der Oberbaumbrücke gemalt (Quelle: Fridays for Future)
Video: Abendschau | 19.03.2021 | Gespräch mit Hannah Pirot | Bild: Fridays for Future Deutschland

Proteste in Berlin und Brandenburg - "Fridays for Future" streiken mit Kunstaktion und "Bootsdemo" für das Klima

Erstmals seit einem halben Jahr sind die Klimaschützer von "Fridays for Future" am Freitag in einen Klimastreik getreten: In Berlin hatten Aktionen zu Wasser und auf der Straße stattgefunden. Auch in Brandenburg wurde für mehr Klimaschutz demonstriert.

Die "Fridays for Future"-Bewegung hat am Freitag zum siebten Mal global gegen den Klimawandel protestiert und gestreikt. Auch in Berlin und Brandenburg haben unter dem Motto "#AlleFür1Komma5" zahlreiche Aktionen stattgefunden.

Die Teilnehmerzahlen waren aufgrund von Corona vielerorts beschränkt. "In Zeiten einer globaler Pandemie ist es uns an vielen Stellen nicht möglich, gemeinsam auf die Straße zu gehen. Trotzdem werden wir präsent sein", erklärte die Bewegung vor dem Streik. Geplant waren "vielseitige, coronakonforme Aktionen".

Kunstaktion an der Oberbaumbrücke

Teils im dichten Schneetreiben bemalten am Freitagvormittag "Fridays for Future"-Aktivistinnen und -Aktivisten die Straße vor der Berliner Oberbaumbrücke. Das Motto lautet "Another world is possible" (Eine andere Welt ist möglich). An der Malaktion hätten sich wegen der Corona-Beschränkungen nur 250 Menschen vor Ort beteiligen können, sagte Karla Wiegmann vom FFF-Presseteam.

Die Oberbaumbrücke wurde bis 17:30 Uhr in beide Richtungen gesperrt, wie die Verkehrsinformationszentrale auf Twitter mitteilte. Verkehrsteilnehmer wurden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Auch der Schienenersatzverkehr der U-Bahnlinie 1 wurde wegen der Aktion zwischen den Stationen Warschauer Str. und Schlesisches Tor eingestellt. Die BVG warnte auf Twitter vor Verspätungen.

Bootsfahrt und Fahrraddemos

In Berlin waren neben der Malaktion auf der Oberbaumbrücke unter anderem eine "Bootsdemo" auf der Spree geplant. Endpunkt war die Oberbaumbrücke. Alle Aktionen waren unter strengen Hygienevorgaben geplant und wurden live gestreamt.

Es gab drei Fahrraddemonstrationen, eine davon in Spandau. Eine vom Alexanderplatz zum Potsdamer Platz, wo auch eine Abschlusskundgebung stattgefunden hatte. Die dritte Fahrraddemo startete um 12 Uhr am Rathaus Steglitz und ist zum Rathaus Schöneberg sowie danach zum Rathaus Neukölln gefahren. Am Abend wird vor dem Bundesverkehrsministerium in Berlin-Mitte zum Open-Air-Fahrradkino unter dem Motto "Bitte wenden" eingeladen. Den Strom für den Beamer müssen die Zuschauer per Muskelkraft erstrampeln.

Erster Klimastreik seit September

Auch in Brandenburg waren in mehreren Städten Aktionen vorgesehen. In Oranienburg (Oberhavel) gab es eine Online-Demo. Außerdem Kundgebungen und Aktionen in Templin (Uckermark), Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin), Eberswalde (Barnim), Strausberg (Märkisch-Oderland), Cottbus und Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz). In der Landeshauptstadt Potsdam wurde ab 16 Uhr in der Breiten Straße eine Menschenkette gebildet.

Demonstriert wurde im Zentrum von Eberswalde, auf der Friedrich-Ebert-Wiese.. Zudem gab es einen Fahrradkorso durch die Innenstadt. Nach Angaben von Veranstalter und Polizei nahmen rund 200 Menschen an dem Protest teil.

In Luckau hat die Polizei mehrere Graffittis und Schiemereien festgestellt. Darin wurde zum Klimastreik aufgerufen. Unter anderem wurde auch die Fassade des Gymnasiums besprüht. Die Schäden liegen bei mehreren tausend Euro, so die Polizei.

Das Motto "#AlleFür1Komma5" [fridaysforfuture.de] mahnt die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens von 2015 an. Der Vertrag setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Vergangenen September war die Bewegung nach monatelanger Corona-Pause erstmals wieder auf die Straße gegangen. In Berlin und Brandenburg beteiligten sich damals zehntausend Menschen am sechsten globalen Klimastreik unter dem Motto "Kein Grad weiter!".

Sendung: Abendschau, 18.03.2021, 19:30 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 18.03.2021, 20:15 Uhr geschlossen

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20 Kommentare

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  1. 20.

    "Muss ich endlich nicht mehr so weit Auto fahren bis zur Küste."

    Zudem wären die Böden in Brandenburg dann nicht mehr so trocken, die Mangrovenwälder nicht waldbrandgefährdet, und die Bauern könnten umsatteln auf Fish Farming.

  2. 19.

    Gute Idee! Dannn schalten sie doch mal gleich ihr Smartphone, ihren Laptop und ihren PC aus.

  3. 18.

    gerne mache ich das, wenn man damit Stilblüten wie z.b.“Approbo“ verhindern kann.

  4. 17.

    Genauso ist es . Rot-rot-grün ist katastrophal für Berlin. Greenwashing in der Politik. Aber es guckt ja keiner mehr Nachrichten, daher haben es alle quaksalber extrem leicht ein Haufen Mist zu verbreiten.

  5. 16.

    Diejenigen ohne eigene Nachkommen tun am meisten für das Klima, indem sie keine Nachkommen haben. Das will allerdings mal wieder niemand wahrhaben.

  6. 15.

    Approbo Energieverschwendung. Vielleicht schaffen sie doch erstmal alle Akku betriebenen Geräte ab.

  7. 14.

    https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article228646411/IAB-Studie-Die-Zukunftsangst-unter-Jugendlichen-waechst.html......auch die Jugend hat schon andere Sorgen.

  8. 13.

    Möge Gott oder wer auch immer eine rein Grüne Regierung verhindern. Die Auftritte von Herrn Habeck und Frau Baerbock in der letzten Zeit haben mich von ihrer Unfähigkeit zu regieren überzeugt.

  9. 12.

    Es ist auch erlaubt "coronakonform" allein z.B. in der nahegelegenen Grünanlage mit einem Schild oder ähnlichem zu demonstrieren: wikipedia.org/wiki/Meinungsfreiheit Viel Erfolg und bleibt gesund.

  10. 11.

    Bitte dann bei den gemeldeten Teilnehmerzahlen ehrlich bleiben. Bin gespannt auf die Zahlen, ekliges Wetter und kalt!

  11. 10.

    Nein, Sie müssen den Tatsachen ins Auge schauen.
    Corona hat uns einiges abverlangt, ja, aber jetzt müssen wir alle gemeinsam ranklotzen. Die nächsten 10 Jahre werden schwer, aber es wird sich auszahlen !
    Helfen sie mit !!

  12. 9.

    ich halte mich seit Monaten an die Vorsichtsmassgaben bzgl Corona und fühle mich sehr einsam. und dann dürfen tausende zusammenkommen. kein Wunder, dass die Ansteckungen immer wieder steigen. Auch fff hats noch nicht kapiert

  13. 8.

    Und das entscheiden solche Leute wie Sie, die hier ihre überflüssigen geistigen Ergüsse von sich geben? Oder gleich solche, die "werde mit meinem V8 Diesel 4.0Li im erste Gang mal ein paar Extrarunden drehen" wollen?

  14. 7.

    Mir egal, ich wohne auf dem Prenzlauer Berg. Muss ich endlich nicht mehr so weit Auto fahren bis zur Küste. Wenn RRG weiter so die Stadt tötet, muss sich keiner wundern, dass alle im Stau und Stopandgo stehen und bis auf die grüne Wiese und riesen Umwege fahren müssen.
    RRG ist eigentlich ein absolutes Klimadesaster nicht auf den ersten, oberflächlichen Blick aber auf den zweiten, genaueren und die Folgen.
    Deren undruchdachte Maßnahmen, machen das Problem nur noch größer.
    RRG ist nicht Teil der Lösung sondern Teil des Problems.
    Da wo das Fahrrad steht, könnte auch ein Fußgänger gehen.

  15. 6.

    Die Belastungsgrenze der Menschen dürfte hinsichtlich ständig weiterer apokalyptischer Drohszenarios erreicht sein.

  16. 5.

    Das ist nur der Anfang !
    In diesem Jahr werden alle aufrichtigen Menschen auf die Strasse gehen müssen, um den Weg für eine Kehrtwende in der Klimapolitik herbeizuführen.
    Wichtig wird dabei, dass sowohl in Berlin als auch auf Bundesebene die Grünen das Mandat bekommen.
    Und es sieht gut dafür aus !
    Weg mit der grenzenlosen Energieverschwendung im Individualverkehr, weg mit den Autos aus der Stadt !!
    Dies wird auch in Hinblick auf die Klimapolitik eines der wichtigsten Ziele für die nahe Zukunft.
    Dafür auf die Strasse zu gehen ist eine Bürgerpflicht, erst recht auch für Schüler*innen !

  17. 4.

    "Wieder eine Demo die kein Mensch braucht , bleibt bitte zu Hause Kinder , die Umwelt kommt auch ohne Euch klar ! Ihr nervt nur noch ."

    gar nicht wahr! Nerven tun nur die, die meinen sie wären gute Eltern und Großeltern aber mit ihrem Verhalten die Zukunft ihrer Kinder, Engeln und nachfolgender Generationen zerstören. Wobei es auch ganz ohne eigene Nachkommen anscheinend nur nach dem Motto geht: Hauptsache ich und nach mir die Sintflut.

    Danke an dieser Stelle all diejenigen, die sich hier engagieren und mehr im Sinn haben als ihr eigenes kleines Leben- Kleingeister gibt es schon genug, wie man hier in den Kommentaren eindrucksvoll lesen kann.

  18. 3.

    Wieder eine Demo die kein Mensch braucht , bleibt bitte zu Hause Kinder , die Umwelt kommt auch ohne Euch klar ! Ihr nervt nur noch .

  19. 2.

    Ich finde es sehr bedenklich, wenn überall erwogen wird, die sogenannten „Lockerungen“ wieder zurück zu nehmen und Demos verboten werden sollen, dass ausgerechnet diese Kinder wieder auf die Straße wollen. Schule, falls die noch ein paar Tage offen ist, wäre doch momentan wesentlich wichtiger, oder irre ich mich da?

  20. 1.

    Das ist ja schön.

    Ich mache mit, und werde mit meinem V8 Diesel 4.0Li im erste Gang mal ein paar Extrarunden drehen.

    Um es irgendwie zu ermöglichen, dass da am Fahrrad endlich der Meeresspiegel steht.

    Moinsen denne

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