Archivbild: Meuterei-Demo für Kneipenkollektiv Meuterei. Mehrere hundert Menschen demonstrieren in Berlin für den Erhalt des linken Kneipenkollktivs Meuterei in der Reichenberger Strasse 58 in Kreuzberg. (Quelle: imago images/C. Mang)
Bild: imago images/C. Mang

Berlin-Kreuzberg - Kneipe Meuterei soll in der kommenden Woche geräumt werden

Die Kneipe Meuterei in Berlin-Kreuzberg soll voraussichtlich in der kommenden Woche geräumt werden. Das geht aus einer Polizeimitteilung hervor, nach der in der Umgebung für den 24. März und 25. März öffentliche Versammlungen untersagt werden. Eine Sprecherin der Polizei teile auf Nachfrage von rbb|24 mit, es solle ein "Amtshilfersuchen eines Gerichtsvollziehers ausgeführt werden zur Räumung eines Objekts, die sogenannte Meuterei." Die Maßnahme beginne am 25. März um 8 Uhr.

Demnach sollen sich nur Anrainerinnen und Anrainer zwischen MIttwoch (24.) 15 Uhr und Donnerstag (25.) 23.59 Uhr in einem abgesperrten Gebiet aufhalten dürfen. Dieses reiche von der Reichenberger Straße 61 bis zur Kreuzung der Lausitzer Straße, sowie für die Lausitzer Straße von der Reichenberger Straße bis zur Kreuzung an der Wienerstraße. In dieser Zeit dürfen keine Fahrzeuge in den abgesperrten Bereichen geparkt sein, so die Polizei.

Seit 2019 besetzt

Das Verhältnis zwischen den Nutzerinnen und Nutzern und dem Eigentümer ist bereits seit längerer Zeit zerrüttet. Vor zwölf Jahren wurden die Räume angemietet, 2019 lief der Mietvertrag aus, das Kneipenkollektiv weigerte sich allerdings die Räume zu verlassen und hält die Kneipe seither besetzt.

Der Fall erinnert an die Kneipe "Syndikat" im Schillerkiez. Auch dieses Objekt war zeitweise besetzt, nachdem der Mietvertrag ausgelaufen war, und wurde später unter Protest geräumt.

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Räumung solle bereits am 24. März stattfinden. Auf Nachfrage teilte die Polizei mit, dass die eigentliche Räumung erst am Morgen des 25. beginnen solle.

 

Die Kommentarfunktion wurde am 18.03.2021,, 20:08 Uhr Uhr geschlossen

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11 Kommentare

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  1. 11.


    entnommen von der Homepage der Meuterei

    "Wir sind ein seit 2009 bestehendes Kneipenkollektiv in der Reichenbergerstrasse in Kreuzberg. Seit circa 10 Jahren bemühen wir uns alle anfallenden Aufgaben gemeinsam und möglichs hirachiefrei zu erledigen. Alle Entscheidungen werden im wöchentlichen Plenum im Konsens getroffen. Die Meuterei vesteht sich als Teil einer Kiezstruktur von unten und hat den Anspruch ein Ort zu sein, an dem sich Menschen mit geringem Einkommen wohlfühlen. Wir bieten Räume für Treffen und politische Veranstaltungen an. Ausserdem finden monatliche Aktivitäten wie Mal- und Spielsonntag statt. Darüber hinaus organisieren wir das jaehrliche Reichenberger-Strassenfest. Wir verstehen uns als Teil einer linken Szeneinfrastruktur und als Treffpunkt/ Wohnzimmer im Reiche-Kiez. Unsere Gäste kommen aus den verschiedensten Spektren und wir versuchen einen Ort der Begegnung und des Austauschs zu schaffen. Dabei lehnen wir jegliches diskriminierendes Verhalten ganz klar ab."

  2. 10.

    Wir leben in einer (sozialen) Marktwirtschaft, in einer Demokratie, in Berlin, Deutschland, der EU, in 2021 usw. - geht alles gleichzeitig. Niemand hat behauptet, dass man nur in einer Staatsform leben kann oder die Marktwirtschaft eine solche wäre.

    Und einen unregulierten Markt haben wir in Deutschland gar nicht, insbesondere nicht im Bereich der Wohnimmobilien. Und das ist auch gut so.
    Eine Planwirtschaft oder (regelmäßige) Enteignungen haben wir zum Glück genauso wenig.

    Deutschland ist schon sehr lebenswert - ein Glück ist vieles so, wie es ist!

  3. 9.

    Sie lassen es sich natürlich nicht nehmen, anderen vorzuhalten, was Sie für nützlich und erhaltenswert halten. Was andere Willkür und Selbstgerechtigkeit nennen, werden Sie wohl Meinung schimpfen. Wenn andere aus ihren bezahlten Wohnungen und Geschäften herausgedrängt werden kümmert Sie das nicht. Warum auch? Erst wenn Sie unmittelbar persönlich betroffen sein sollten, würden Sie über andere Positionen nachdenken. Nichts zu sehen, hören oder zu sagen - der Konsens des Autoritären. Solidarität aber ist Bestandteil unserer Verfassung und wir leben nicht in einer Marktwirtschaft, das ist keine Staatsform, sondern in einer Demokratie. Was unregulierter Markt anrichten kann, sieht man an großen Städten, nicht nur in Deutschland. Einer von Gentrifizierung zerfressenen Innenstadt tut solch eine Räumung jedenfalls nicht gut. Man macht die Innenstadtbezirke zu Schlafstädten, ganz unabhängig von Corona, und befeuert die Immobilienblase in Betongold.

  4. 8.

    Die Antwort wird ihnen nicht gefallen, aber ja das ist gesetzlich richtig. Vielleicht nicht moralisch, aber das spielt vor dem Gesetz keine Rolle.
    Wenn man sie aus der WG schmeißt bleiben sie auch nicht drinnen oder? Sie sehen zu eine neue WG zu bekommen. Was ist daran so schwer sich an die Gesetze zu halten?

  5. 7.

    Sie leben in einer Traumwelt die heißt Kommunismus. Im realen Leben schützt das Grundgesetz Eigentum. Wollen Sie Ihr Gemeinwohl über jeden Immobilienbesitzes stülpen? Wenn ich was erwerbe dann ist das vorrangig mein Eigentum und gemeinwohlorientiert ist da erst einmal zweitrangig. Befristeter Mietvertrag ist wie der Name schon sagt befristet. Noch Fragen ?

  6. 6.

    Was wollen Sie eigentlich? Darüber bestimmen, was ein Eigentümer mit dem von ihm bezahlten Eigentum machen darf? Wir leben zum Glück in einer Marktwirtschaft und wenn der Eigentümer mit einem anderen Mieter mehr Geld verdienen kann, dann ist das sein gutes Recht und auch nicht unmoralisch. Im Gewerberecht sind befristete Mietverträge nun mal nicht ungewöhnlich. Dass der Vertrag beidseitig nicht verlängert werden kann, ist jedem Gewerbemieter bei Vertragsabschluss schon klar. Wer nicht dagegen vorsorgt, ist selbst schuld. Wem das nicht passt, der hat tatsächlich die Freiheit, sich einen Vermieter zu suchen, der unbefristet vermietet oder selbst ein Geschäftslokal käuflich zu erwerben. Wenn das Geschäftsmodell tragfähig ist, werden Banken das auch gern finanzieren. Aber dauerhaft billig auf Kosten Anderer mieten zu wollen, funktioniert halt nicht. Zudem ist eine Kneipe nicht lebensnotwendig. Für mich ist die Schließung vielleicht traurig, aber kein Weltuntergang.

  7. 5.

    Ja, das ist gerecht!
    Oder anders herum: Es soll gerecht sein, einfach jemand anderes Eigentum gegen seinen Willen zu nutzen? "Fragender" hat recht, wenn er von einem gestörten Verhältnis zu anderem Eigentum spricht.

  8. 4.

    Sie können fabulieren und seufzen wie sie wollen. Der Eigentümer entscheidet über sein Eigentum....und nicht der Mieter....und ja, das ist gerecht.

  9. 3.

    Es wird alles vernichtet was nicht ins Bild passt und klar is ja vor der Wahl was erwarten diese Politiker eigentlich das man sie dankbar wählt? Ich finde es unfair und was kommt dafür rein? Sicher ein sau teurer Laden für die Reichen die da wohnen. Kreuzberg war mal cool aber es stirbt. Anstatt zu versuchen sowas zu erhalten und eben ein vernünftigen Vertrag zu machen. Aber räumen macht eben mehr Spass. :(

  10. 2.

    Ich frage mich, was Sie sich eigentlich einbilden? Das Eigentum feststeht und unveränderbar ist? Dass die Interessen von Immobilienfirmen dem Gemeinwohl dienen und ihr "Eigentum" daher schützenswert ist? Wohl kaum.. Sie bezeichnen Menschen die sich nicht einfach mit einer fremdbestimmten Räumung zufrieden geben als "Diese Leute" und werfen Ihnen aus Ihrer doch recht kleinbürgerlichen Blase vor, sie sollen sich doch einfach etwas kaufen.. Alleine diese Aussage zeugt schon von fehlender Empathie und dem unbedingten Unwillen, mal zu hinterfragen ob es denn eigentlich gerecht und gemeinwohlorientiert ist, dass Immobilienkonzerne Häuser kaufen und allein bestimmen wie darin gewohnt und gearbeitet wird. Diese Kneipe war dort sehr viele Jahre lang und wollte sicher auch weiter an diesem Standort bleiben (und Miete zahlen) nur wollte das der EIgentümer nicht und deswegen muss sie weg. Ist das gerecht?

  11. 1.

    Ich frage mich immer,was bilden sich diese Leute ein ?
    Der Mietvertrag lief 2019 (!!) aus,und diese Leute besetzen immer noch den Laden.....wahrscheinlich ohne auch nur einen Cent zu zahlen. Das ist doch ein gestörtes Verhältnis zu fremden Eigentum, sollen sich was kaufen, dann können sie tun und lassen was sie wollen.

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