Eine Schülerin verstaut in einem Klassenraum ein Tablet in einem Schulranzen
Audio: rbb | 03.03.2021 | Kirsten Buchmann | Bild: dpa/Arne Dedert

Zwischenlösung in Berlin - Mobile Router sollen für schnelles Internet an Schulen sorgen

Mobile Router sollen nun für die Berliner Schulen beschafft werden. Mit diesen kleinen - aber insgesamt für die Verwaltung sehr teuren - Geräten soll die Netzabdeckung an den Schulen verbessert werden. Der Landeselternat begrüßt diese teuren Anschaffungen.

Berliner Schulen sollen über mobile Router Zugang zu schnellem Internet erhalten können. Das hat die Bildungsverwaltung der Stadt in einem Rundschreiben angekündigt. Die Schulen sollen demnach bis Freitag ihren Bedarf anmelden.

Befristete Lösung bis zur Ausstattung mit Internet per Glasfaser

Die Router werden mit einer SIM-Karte betrieben und erzeugen Wlan in dem Raum, in dem sie aufgestellt werden. Sie werden von der Bildungsverwaltung beschafft und ausgeliefert. Diese bezahlt die Verträge und die Router, weist allerdings zugleich darauf hin, dass aus Kostengründen nicht alle Räume damit ausgestattet werden können. Die Kosten liegen bei rund 100 Euro in der Anschaffung und bei zehn Euro pro Monat für die Unterhaltung der Geräte. Bislang geht die Bildungsverwaltung von rund 10.000 Geräten aus, die benötigt werden. Die Anschaffungskosten für den Bildungssenat lägen damit bei rund einer Million Euro und ewa 1,2 Millionen Euro jährlich für den Unterhalt.

Die Schulen sollen ihren Bedarf angeben, die Bildungsverwaltung trifft eine Auswahl. Befristet sei das schnelle Internet per Router, bis die Schulen mit Breitband über Glasfaser angebunden sind.

Landeselternausschuss begrüßt die Entscheidung

Die Leiterin der Schule an der Jungfernheide, Karin Stolle, betont, dass es wichtig sei für die Schulen, möglichst flächendeckend im Wlan zu sein: "Damit wir alle Schülerinnen möglichst flächendeckend auch beschulen können." Sie zählt vor, dass sie für ihre Schule rund 60 solcher Router benötigt.

Norman Heise, Vorsitzender des Landeselternausschusses, begrüßt die Entscheidung zur Anschaffung der Geräte, die insbesondere wichtig seien für Videokonferenzen und Live-Unterricht: "Und zwar so, dass auch die Schülerinnen und Schüler, die zuhause bleiben, nicht erst mit Aufgabenblättern versorgt werden müssen, sondern wirklich am Unterrichtsgeschehen teilnehmen können."

Sendung: Inforadio, 03.03.2021, 11:40 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    10 Jahre sind nicht weit genug gedacht. Es gibt Schulen wo aus Denkmalschutzgründen keine Leitungen verlegt werden. Diese Schulen bekommen dann so lange kein Breitband solange sie existieren.
    Das zeigt sehr schön, wie wichtig wir Bildung und die nächsten Generationen finden. Dann doch lieber an uns und vergangene Zeiten erinnern!

  2. 6.

    Ich hab den Eindruck, dass die Meldung den gleichen Wert hat, wie die Berliner Impfstoffproduktion.
    60 Router am einer Schule, und dann ist das Internet schnell? Da wird die Funkzelle an ihre Grenzen stoßen. Die einzelnen WLANs überlagern sich gegenseitig, Jeder Router mit 20 Clients, da glaube ich nicht, dass ein 100 Euro Router mitspielt. Wer konfiguriert die Unmengen an Routern sicher?
    Außerdem sind Mobilfunkverbindungen asynchron, das bedeutet, dass das Senden langsamer als der Empfang ist. Wenn Videokonferenzen aus der Schule gesendet werden, verschärft sich das Bandbreitenproblem.
    Kurz gesagt : Da wird viel Hoffnung gemacht und vermutlich enttäuscht.

  3. 5.

    Da stelle ich mir die Frage wieso erst jetzt gehandelt wird. Hat da mal wieder einer in der Bildungsverwaltung ausgeschlafen.

  4. 4.

    Kosten sin jetzt DER Grund ? 4zügige Schule ? (Vorschule, Klasse 1-6 ) x 4 = 28 + Fachräume, Lehrerzimmer, Rektorat, Aula ~ 40 Räume ? x 500 Bildungsstandorte 20tausend Router, 20tausend Simkarten ? Da wird sich doch ein privater Anbieter finden der der Bildungssenatorin Potjemkinsche Dörfer verkauft. Vielleicht findet sich auch in unserem Länderparlament der für 300tausend steuerfreie Euro die unverantwortliche Vermittlung übernimmt. Und für den Strom kriegen die Nachbarhäuser Solarzellen. Damit auch jeder an der Unseren Kindern, unserer Staatszukunft mitverdient. Denkt auch an den Schutz der Nutzerdaten. 20tausend mobile Router x 33 Schüler erzeugen 660.000 Datenlecks.

  5. 3.

    Vor 10 Jahren hat der BM Reichelt verkündet: alle Schulen haben durch ein Telekomprojekt Internet, wurde erfolgreich beendet, und sind Vorreiter im Bundesgebiet bei der Einführung von Emailadressen? Jetzt 10 Jahre später hat Brg. was geschafft? Und ist für was Vorreiter? Letzter in allen (Bildungs-)Rankings - fast allen. Aber vielleicht erster in der Büroausstattung der Schulverwaltungen mit großen Bildschirmen und Lüftern für "besonders Gefährdete" oder "Ansichzuerstdenkende"? Wo bleibt dafür der "Woidschke Digitalmittel-Kontrollgipfel"?

  6. 2.

    Wunderbar! Das wäre eine richtig, richtig gute Sache und ein riesiger Schritt in die richtige Richtung (Interimslösung). Hoffentlich werden hierbei auch konsequent die beruflichen Schulen uns Oberstufenzentren bedacht.

  7. 1.

    "Befristet sei das schnelle Internet per Router, bis die Schulen mit Breitband über Glasfaser angebunden sind." OMG! 10-Jahres-Verträge für die SIM-Karten! *lol*

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