Stromzähler in einer Wohnhausanlage (Quelle: dpa/Herbert P. Oczeret)
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Audio: Inforadio | 22.03.2021 | Annette Miersch | Bild: dpa/Herbert P. Oczeret

Datenauswertung Berlin und Brandenburg - Wer die meiste Energie in der Region verbraucht

Berlin und Brandenburg setzen vermehrt auf erneuerbare Energien. Beim Klimaziel, den Energie- und Stromverbrauch zu senken, fallen die Bilanzen allerdings sehr unterschiedlich aus. Von Götz Gringmuth-Dallmer und Annette Miersch

Wenn vom Energie-Verbrauch die Rede ist, zählt dazu mehr als nur der Strom. Vielmehr werden alle Träger von Energie in die Rechnung einbezogen, die den Verbrauchern zu Verfügung stehen. Also neben dem Strom auch Fernwärme, Kohle, Gas, Erdöl, Erdölprodukte und erneuerbare Energie-Träger wie Wasser oder Biomasse.

Deren Nutzung nach Sektoren oder Branchen aufgeschlüsselt zu vergleichen, ist nicht einfach. Die statistischen Methoden der Bundesländer sind teils sehr unterschiedlich.

Brandenburg beim Energie-Verbrauch Spitzenreiter

Einen zumindest groben Vergleich liefern die Datenreihen des deutschlandweiten "Länderarbeitskreises Energiebilanzen". Hier wird schnell klar: Während Brandenburg und Berlin beim reinen Stromverbrauch recht nahe beieinander liegen – ist Brandenburg beim Energie-Verbrauch deutlich Spitzenreiter:

Mit etwa 320.000 Terajoule im Jahr verbraucht das Land derzeit rund ein Drittel mehr Energie als die Hauptstadt. Berlin hat 234.000 Terajoule auf dem Tacho.

Mehr Schwerindustrie in Brandenburg

Die Gründe für den höheren Energieverbrauch in Brandenburg liegen auf der Hand: Das Land hat viel mehr Schwerindustrie als Berlin, also Metallerzeugung und -verarbeitung, Tagebaue, dazu große Petro-Chemie- und Logistik-Unternehmen.

Dementsprechend verbraucht die Industrie in Brandenburg fast ein Drittel der ganzen Energie im Land. Ein richtig fetter Brocken. Dicht gefolgt vom Verkehr sowie privaten Haushalten. Der Energiebedarf aller drei Bereiche steigt.

In Berlin dagegen fällt die Industrie in der Energie-Gesamtbilanz fast unter den Tisch: Gerade mal fünf Prozent schlagen bei ihr aktuell zu Buche. Den weitaus größten Posten macht die Gruppe "Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und private Haushalte" aus. 60 Prozent schluckt dieser Bereich.

Berlin führt beim Flugverkehr, Brandenburg auf der Straße

Beim Energieverbrauch im Verkehr sind sich beide Länder dicht auf den Fersen: Rund 77.000 Terajoule verpufft derzeit Berlin, rund 87.000 Brandenburg. Berlin führt beim Flugverkehr, Brandenburg auf der Straße.

Schauen wir noch auf den Entwicklungs-Trend: Seit zehn Jahren sinkt der Energieverbrauch in Berlin – in kleinen Schritten, aber kontinuierlich. In Brandenburg dagegen steigt er an, besonders stark in Industrie und Haushalten.

Das heißt, beim Verbrauch ist Brandenburg vom Erreichen seines Klimaziels weit entfernt. Lichtblick: Der Anteil an Erneuerbaren Energien wächst in beiden Ländern deutlich.

Steigender Verbrauch in Brandenburg

Während Berlin in den vergangenen zehn Jahren beinahe kontinuierlich in kleinen Schritten den Energie-Verbrauch vielen Bereichen senken konnte, ist der Verbrauch in Brandenburg gestiegen.

Auffällig hoch ist dabei der Anstieg des Energie-Bedarfs bei den Privathaushalten. Aber: Allein am Strom-Verbrauch kann das nicht liegen. Denn der geht nach einem Hoch 2015 wieder zurück.

Die aktuellen Zahlen des Amtes für Statistik Berlin Brandenburg aus dem Jahr 2018 zeigen: Die Privat-Haushalte jeweils in Berlin beziehungsweise Brandenburg verbrauchen fast die gleiche Menge Strom: Berlin 4.167 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Brandenburg: 3.591 Millionen Kilowattstunden. Für die gesamte Region also ein Verhältnis von rund 54 Prozent zu 46 Prozent.

Spannend, da Berlin fast doppelt so viele Haushalte hat, rund zwei Millionen, Brandenburg dagegen hat nur rund 1,3 Millionen. Und die sind verstreut übers Flächenland. Eine mögliche Erklärung dafür, dass Brandenburger die mit Abstand meiste Energie fürs Heizen nutzen, gefolgt von warmem Wasser.

Unterm Strich lässt sich zusammenfassen, dass ein Brandenburger Haushalt im Durchschnitt fast ein Drittel mehr Strom verbraucht als ein Berliner Haushalt.

Beitrag von Götz Gringmuth-Dallmer und Annette Miersch

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