"Strukturen durchbrechen" - Woidke ruft zum Einsatz gegen Rassismus auf

So 14.03.21 | 14:18 Uhr
  5
Die Anti-Rassismus-Losung "Figt Racism" an einer Wand (Quelle: Imago Images)
Audio: rbb | 14.03.2021 | Lisa Steger | Bild: www.imago-images.de

Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat zu mehr Widerstand der Gesellschaft gegen rassistische Gewalt in seinem Bundesland aufgerufen. "Rassismus geht jeden von uns an", sagte der Regierungschef am Sonntag in Potsdam.

"Wir alle müssen uns für unsere Mitmenschen einsetzen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion", sagte er weiter und verwies auf die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die am Montag starten.

Woide sieht Belege für ein Klima der Angst

Die Anschläge von Halle und Hanau hätten "auf grausame Weise vor Augen geführt, wie verankert Rassismus zum Teil in unserer Gesellschaft ist", sagte Woidke. Beunruhigt äußerte er sich über die Ergebnisse des jüngsten Jahresberichts der Beratungsstelle Opferperspektive in Brandenburg, wonach knapp 40 Prozent der Opfer rechter und rassistischer Gewalt im Jahr 2020 Minderjährige waren. Dies schaffe ein Klima der Angst. "Diese Strukturen müssen wir durchbrechen", sagte Woidke.

Während der "Wochen gegen Rassismus" vom 15. bis 28. März sind bundesweit mehr als 1.200 Aktionen geplant. Die von den Vereinten Nationen ausgerufenen Aktionswochen setzten unter dem Motto "Solidarität. Grenzenlos" ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Hass und
Diskriminierung, erklärte der Geschäftsführer der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus, Jürgen Micksch, am Sonntag in Darmstadt. Sie werden am Montag digital mit dem CDU-Bundesvorsitzenden Armin Laschet als Hauptreferenten eröffnet.

Sendung: rbbkultur, 14. 3. 2021, 13 Uhr

5 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 5.

    Tja, die Dummen sterben eben leider nie aus. Welch beklagenswerter Mangel an Menschlichkeit doch immer wieder zu Tage tritt. Keine Macht den Faschisten & Extremisten!

  2. 4.

    Kleine Kinder gehen mit anderen Menschen, und insbesondere mit Kindern unbefangen und wertfrei um.
    Ja, aber warum behalten sie dieses Vehalten öfter nicht bei?
    Kinder nehmen sich Beispiel an Verhalten und Worten der Erwachsenen, insbesondere der Eltern.
    Leider ist das Abgrenzen und Ausgrenzen aller ART eher die genginge Praxis, und die jeweils Betroffenen sind austauschbar. Ich glaube, da liegt die Wurzel des Übels.
    Aktionen sind Zeichen, die eigentlich nichts ändern

  3. 3.

    Schön, dass für das Thema sensibilisiert werden soll, nur klingt, 'geht jeden von uns an' schon wieder nach halber Selbstentlastung. Mit konzertiertem Aktionismus wird man jedenfalls keine ausreichenden Mittel für Sozialarbeitende, Lehrende und andere mehr organisieren. Stattdessen bewegt man sich gerade im Punkt Beratungsnetzwerke, ob persönlich wie Opferperspektive oder organisatorisch wie die Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus, in der Stagnation: Man gibt sehr wenig aus und ändert das auch nicht. Wenn es jede*n von uns angeht, dann sollte Politik auch entsprechend handeln. Verantwortung wird individualisiert, Mitverantwortung ignoriert.

    Dass es sich in der Tat um Selbstentlastung und -inszenierung handelt, lässt sich auch daran ablesen, dass ein Laschet, dem schonmal Kopftuchverbote einfallen anstatt ordentlicher Politik, das Ganze eröffnen möchte, in "gewohnter" Bescheidenheit und Bodenständigkeit. Er wird aus der politischen Bedeutungslosigkeit nie herauskommen.

  4. 2.

    Viel mehr sollten einen ausländischen Freund oder Bekannten haben. Hier gibt es mehrere vietnamesische Geschäfte; die Inhaber freundlich und nett. Sehnen uns so in unsere Lieblingsgaststätte zu gehen. Begrüßen uns mit Umarmung.

  5. 1.

    Hat Herr Woidke nicht früher „getönt“: er werde nicht zulassen, dass die Rechten in den Landtag kommen? Und nun? Hat seine Politik zur weiteren Polarisierung beigetragen? Offensichtlich ist das so. Wo bleibt der „Woidkschke Antirassismusgipfel“, wenn schon der „Woidschke Wahlkampfimpfgipfel“ gescheitert ist.

Nächster Artikel