Eine Demonstration und der Start der Unterschriftensammlung für den Volksentscheid "Berlin autofrei" findet auf der für den Autoverkehr gesperrten Leipziger Straße statt. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

"Volksentscheid Berlin autofrei" - Initiative sammelt Unterschriften für autofreie Berliner Innenstadt

Die Initiative "Volksentscheid Berlin autofrei" will den privaten Autoverkehr innerhalb des S-Bahn-Rings weitgehend verbieten. Bis September will sie mindestens 20.000 Unterschriften sammeln, um ein Volksbegehren dafür einzuleiten.

Für ein weitgehendes Verbot von Autoverkehr in der Berliner Innenstadt sammelt eine Initiative seit Sonntag Unterschriften. Sie will einen Gesetzentwurf durchsetzen, der nahezu
alle Straßen innerhalb des S-Bahn-Rings zu autoreduzierten Bereichen erklärt. Bürger sollen demnach nur bis zu zwölfmal im Jahr ein Kraftfahrzeug privat nutzen dürfen - und zwar zum Transport schwerer oder sperriger Güter oder für Urlaubsfahrten. Ausnahmen soll es für Busse und Taxen, Wirtschafts- und Lieferverkehr, Polizei und Feuerwehr und mobilitätseingeschränkte Menschen geben.

Initiative will 20.000 Unterschriften sammeln

Einige hundert Unterstützer demonstrierten am Sonntag auf der Leipziger Straße für die Forderungen. Zwei Stunden lang war die Fahrbahn zwischen Charlottenburger und Jerusalemer Straße deshalb für den Autoverkehr gesperrt.

Der Autofahrerclub ADAC hatte zuvor kritisiert: "Diese Initiative ist ein Schritt in Richtung Abschaffung bürgerlicher Freiheitsrechte." Die Forderungen seien realitätsfern, ihre Umsetzung erfordere viel Bürokratie. Der Radfahrerverein ADFC dagegen unterstützt die Initiative.

Die Initiative "Volksentscheid Berlin autofrei" will bis September mindestens 20.000 Unterschriften sammeln, um ein Volksbegehren einzuleiten. Sollte sich das Abgeordnetenhaus das Anliegen nicht zu eigen machen, soll 2022 das Volksbegehren folgen. Kommen dabei die erforderlichen gut 170.000 Unterschriften zusammen, wären in einem Volksentscheid 2023 alle Berlinerinnen und Berliner aufgerufen, über den Gesetzentwurf wie bei einer Wahl abzustimmen.

Sendung: Inforadio, 25.04.2021, 19:00 Uhr

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63 Kommentare

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  1. 63.

    Ich unterschreibe sofort! Die täglichen Blechlawinen sind einfach nicht mehr ertragbar.

  2. 62.

    Das glaube ich nicht, weil viele Radfahrer sehr lange in der Bahn bleiben und nicht nur einige wenige Stationen! Somit wäre dann ja die ganze Strecke "überbrückt".

  3. 61.

    Wenn dann aber bitte auch diese ganzen Carsharing-Fahrzeuge, E-Scooter usw. sowie den Radverkehr in der Innenstadt verbieten. Das wäre dann konsequent.

  4. 60.

    Korrektur eines Finnen: In Helsinki ist die Innenstadt NICHT autofrei!

  5. 59.

    Ist das eine neue Regelung: Seit wann kann man bei einem Volksentscheid mit NEIN stimmen. Und wo kann man das tun? Ich stimme dagegen, bin für mehr Freiheit und Selbstbestimmung - weniger Verbote für alle!

  6. 58.

    Aktuell ohne Umsteigen Südkreuz nach Gesundbrunnen 16min (Bahn) oder 19min (S-Bahn); Ostkreuz nach Westkreuz mit der Ringbahn (geht auch schneller mit umsteigen) 27min, S41 verkehrt alle 2-5 min. Das geht mit dem Auto im Stau nicht schneller ;) Mit einem berlinweiten E-Tramnetz auf eigener Trasse lassen sich viele nähere Ziele noch schneller und bequemer erreichen; nur der politische Wille zum schnellen Ausbau fehlt leider. Stattdessen werden überdimensionierte Autobahnen mitten durch die Stadt neugebaut (A100) oder 'erneuert' (Charlottenburg) und auch in den Außenbezirken durch den 'Wald' angrenzend an Tierpark und durch die Wuhlheide geplant (TVO Ost).

  7. 57.

    Realistisch betrachtet ist das Auto (nicht nur) in der Innenstadt als Verkehrsmittel gescheitert. Jährlich tausende Schwerverletzte, überall stehen Autos "illegal" im Weg... Die meisten mit dem Auto in der Stadt zurückgelegten Wege sind weniger als 3km lang. Mit 70 km/h wird vor Schulen in Nebenstraßen gerast, um als erster im nächsten Stau zu stehen. Auf den "Schleichwegen" durch ehemals ruhige Wohnstraßen herrscht im Berufsverkehr Dauerstau. Ohne eine massive Reduzierung des Autoverkehrs geht auf den Straßen im Zentrum bald gar nichts mehr, denn die Anzahl der angemeldeten Autos nimmt in Berlin weiterhin zu. Zweit-, Dritt-, Viertwagen?! Wo sollen die alle hin? Wo doch jetzt schon kein Platz mehr ist, und z.B. neue Schulen, Bibliotheken und Museen im Zentrum auf Grünanlagen gebaut werden sollen.

  8. 56.

    Oder weil es plötzlich wie im Wetterbericht angesagt regnet, der Weg zu weit ist oder oder oder. Und wenn es dann kälter ist, bleibt das Rad laut Verkehrsbefragung von Frau Günther oft gleich ganz zu Hause. Wenn es zu warm, wird laut ADFC auch weniger zur Demo geradelt etc.

  9. 55.

    Die Webseite der Aktion hat mehr Informationen dazu: http://volksentscheid-berlin-autofrei.de/

  10. 54.

    Ich habe einen Arbeitsweg von 22 KM pro Strecke innerhalb von Berlin und stehe oft in der Öffentlichkeit.
    1. Es gibt keine Dusche auf Arbeit und ich bin mir sicher, dass sich alle freuen, wenn ich verschwitzt 9 Stunden auf Arbeit bin.
    2. Ich bin über 50 und habe kaputte Knie (Arthrose)... krank genug für eine Ausnahme? Und muss ich mich dann jeden Tag erklären?
    3. Mit dem Auto brauche ich zwischen 45 und 55 Minuten pro Strecke. Mit der Bahn wäre ich, wenn alle Verbindungen klappen, pro Strecke schon 1 Stunde und 20 Minuten unterwegs (zu den Öffis laufen, dann 3 mal umsteigen). Das bedeutet schon 1 Stunde weniger von meiner Lebenszeit.
    4. Wegen den Einschränkungen der Regierung aufgrund von Corona meckern alle, dass ihre Grundrechte eingeschränkt werden. Und was wollt Ihr?

    In Berlin, einer Millionenstadt, gab es schon immer Autos... Wichtig für die Mobilität und viele Geschäfte. Nicht jeder hat eine Haltestelle vor der Tür (und aufgrund der Lärmbeeinträchtigung möchte das auch kaum einer) oder kann die täglichen Wege mit dem Fahrrad erledigen. Wenn ihr es grün haben wollt, zieht in die Randbezirke oder Speckgürtel... Und dann könnt Ihr auch gerne mit dem Fahrrad nach Berlin fahren;-)

  11. 53.

    Freiwillig bekommt man halt die Autonarren nicht aus den Innenstädten, also braucht man solche Aktionen / Kampanien.
    Auch wenn man durch die ganze Stadt fahren muss, um zur Arbeit zu kommen. Das geht auch mit Bus / U-S. Bahn.
    Da muss natürlich auch die Fahrzeit angepasst sein. Und die Fahrverbindungen erhält man auch über das Handy. Ich weiß ja z.b. auch wenn ich mit den Auto täglich losfahren muss, das ist dann mit den ÖPNV nicht anders. Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Gehalten wird an Bushaltestellen, im Halteverbot, oder in zweiter Reihe. Das ist für alle Kinder gefährlich. Und auch vor vielen Schulen herrscht morgens Verkehrschaos. Im übrigen verzögern Sie auch durch Überbehüten die Entwicklung ihres Nachwuchses zu selbstständigen Verkehrsteilnehmern.
    Im Einzelfall kann aber auch das Elterntaxi eine vertretbare Alternative zum Zu-Fuß-Gehen sein.

  12. 52.

    Mit welchem Recht soll dieser Volksentscheid durchgeführt werden ? Hallo, Berlin ist eine Großstadt - kein Luftkurort und kein Fahrradparadies ! Wen das stört, sollte aufs Land ziehen.
    Einfach auch mal überlegen, was Autos für die Wirtschaft bedeuten.
    Ich frage mich sowieso schon die ganze Zeit, warum gerade Radfahrer auf irgendwelche Rechte pochen und utopisches fordern - ohne dafür einen einzigen Cent zu zahlen.
    Es wird Zeit, dass mal die Autofahrer was fordern und die Stadt lahm legen .

  13. 51.

    Ab heute stehen Menschen mit blauen Westen und Klemmbrettern auf den Straßen rum

  14. 50.

    Starke Argumente gegen ein Kreuz bei den Grünen im September. Kann ich mir den Wahlomat diesmal sparen.

  15. 49.

    Auto ist doch eher ein ländliches Phänomen? In der Stadt hat es wenig Rechtfertigung, steht im Weg (u.a. von Bauland) und hält den Verkehr auf.

  16. 48.

    Aus diesem Grund sollte jeder beim Radfahren einen Helm zum Schutz des Kopfes tragen.

  17. 47.

    Genau

    Volksentscheid für ein radfahrerfreies Berlin. Da bin ich dabei

    Wenn autofrei will - ziehe in die Wüste.

  18. 46.

    Oh man
    Was gibt es für kranke Ideen

  19. 45.

    Ja, ich freue mich auch, wenn den ganzen Tag über auf den Straßen herum geschrien wird. Das Tollste aber sind die Skateboard- Typen, deren krachenden Ganzkörpereinsatz man noch hunderte Meter weiter hört und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit:
    Winterfeldtplatz, am Wochenende ab 23 Uhr, Sonntags ganztags. Ist das schön!
    „Wir erobern uns die Stadt zurück.„ Ich wußte gar nicht, dass Berlin früher in den Händen von asozialen Egomanen lag.

  20. 44.

    Da unterschreibe ich sofort!
    Der Initiative kann man nur wünschen, dass Hirn vom Himmel fällt.

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