Berlin-Köpenick : Demonstration in der Wuhlheide gegen den Weiterbau der Tangentialverbindung Ost TVO und der Autobahn A 100. (Quelle: imago images/Bernd Friedel)
Video: rbb|24 | 25.04.2021 | Material: Abendschau | Bild: imago images/Bernd Friedel

Tangentialverbindung Ost - Protest gegen Schnellstraßenbau durch die Berliner Wuhlheide

Eine neue Straßenverbindung im Osten Berlins führt zu Protesten. Umweltschützer demonstrieren gegen den Bau der sogenannten Tangentialverbindung Ost. Wann der Lückenschluss zwischen Marzahn und Köpenick erfolgen soll, ist allerdings weiterhin unklar.

Gegen den geplanten Bau der neuen Schnellstraße Tangentialverbindung Ost (TVO) durch die Wuhlheide im Berliner Osten haben am Sonntag mehrere Initiativen protestiert. Demonstranten waren auf Fahrrädern und zu Fuß in der Gegend unterwegs. Die Veranstalter, darunter Klima-, Umwelt- und Verkehrsverbände, sprachen von mehreren Hundert Teilnehmern.

Baubeginn war ursprünglich 2016 festgesehen

Gegner des Projekts kritisieren unter anderem die Kosten des Vorhabens und dass dafür "viele Tausend Bäume abgeholzt und fast 15 Hektar Wald vernichtet" werden soll. "Die Planungen für die TVO sind ein Relikt der autogerechten Stadt", kritisierte der Verein Naturfreunde Berlin. Mehrere Initiativen erklärten, eine Verkehrsentlastung werde es nicht durch neue Autostraßen geben, sondern durch Busse und Bahnen sowie Fahrrad- und Fußwege.

Grafik: Kreisverkehr für Radfahrer und Fußgänger an der Tangentialverbindung Ost. (Quelle: Kolb Ripke/Architekten GmbH)

Die geplante gut sechs Kilometer lange Schnellstraße entlang einer Bahnstrecke würde die Märkische Allee und die B1 in Biesdorf mit der Spindlersfelder Straße und der Straße An der Wuhlheide in Oberschöneweide verbinden. Der Senat argumentiert, dass die vierspurige Straße Wohngebiete vom Verkehr entlasten werde und Gewerbestandorte besser anbinde.

In seiner Zeit als Berliner Bausenator hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) noch einen Baubeginn für 2016 in Aussicht gestellt. Das Planfeststellungsverfahren hat jedoch auch heute noch nicht begonnen.

Sendung: Abendschau, 25.04.2021, 19:30 Uhr

94 Kommentare

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  1. 93.

    Für das FEZ habe ich am Sonntag demonstriert.
    Unzählige schöne Tage konnten Hunderttausende Kinder und ihre Eltern dort verbringen. Fragt doch mal Eure eigenen Kinder (auch die größer gewordenen), was die davon halten, dass da nun Autos durchrasen sollen.

    Arme, arme Autos, sind überall entrechtet, müssen unbedingt durchs FEZ rasen, weil sonst in ganz Biesdorf alles zusammenbricht. >> Motor aus, Hirn an!

    Also mal ehrlich, dass Vorortbewohner solche Perlen wie ihr eigenes FEZ ruinieren wollen: Fürs Auto gehn sie über Leichen. Aber meine Steuern, um Euer Autofahren zu subventionieren, auf die glaubt Ihr, ein Anrecht zu haben.

  2. 92.

    Es ist dasselbe laute Geplärr wie vor dem Bau des 1. TVO-Abschnitts. Als unmittelbarer Anlieger plärrte ich damals als einziger nicht mit weil ich wusste, dass all die Horrorszenarien um Lärm und Staub nicht eintreffen werden. Genau so kam es. Nun genieße ich die hochwertige (grüne) Gestaltung des gesamten Umfeldes, die Ruhe dank des Schallschutzes, leide nicht unter Feinstaub und schätze die gute Verkehrsanbindung zum Adlergestell und vorerst bis zur Wuhlheide.

  3. 91.

    Nein aber die noch immer mächtige Betonlobby lechzt nach neuen Aufträgen, schließlich hat man ja Ausgaben durch Schmier... pardon, Parteispenden, die man wieder hereinholen muß.

  4. 90.

    Ist Nachts um 3 so viel Verkehr, dass man extra neue Straßen bauen muss?

  5. 89.

    Mit den Beispielen die ich aufgeführt hatte wollte ich versinnbildlichen, dass schon oft in der Geschichte der Stadt versprochen wurde, dass der Neubau von Straßen "Entlastung" bringt, Verkehrsprobleme löst und Wirtschaftswachstum schafft. Der größte Teil dieser "Versprechen" hat sich nicht erfüllt.
    Wer glaubt man könne Verkehrsprobleme mit dem Betonmischer "lösen" der glaubt wohl auch, das Zitronenfalter Zitronen falten!
    Interessant übrigens, dass alle Protestler_innen am 25. April die gleichen Schrifttafeln mit der Forderung des Ausbau der TVO dabei hatten. Woher die wohl alle herkamen?
    Das sich jetzt die CDU und die FDP "plötzlich" für die berechtigten Anliegen der verkehrsgeplagten Anwohner_innen interessieren ist wohl eher dem Wahlkampf geschuldet.
    Welche Partei hat im übrigen in den 90er Jahren lange Zeit den Verkehrssenator gestellt? Herwig Haase CDU?

  6. 88.

    Anscheinend kennen Sie die Situation in Biesdorf nicht. Es gibt noch keine Hauptstaße. Die TVO wäre die erste in Nord-Süd-Richtung. Eine S-Bahn und U-Bahn existiert in Nord-Süd-Richtung auch nicht!

  7. 87.

    Kiefern wurden doch auch für Tesla gefällt und um Wohnungsbauverdichtung ( könnte man auch Hinterhöfe nennen) im Kiezerfeld wurden über 50 Jahre alte Bäume gefällt. Bei der TVO würde viel Stau vermieden. Lkw würden auch schneller nach Marzahn kommen.

  8. 86.

    Hallo man sieht ja wie die S-Bahn fährt am Abend und in der Nacht mehrere Wochenenden Bauarbeiten nachts kein Verkehr da S-Bahn Fahrer fehlen in den Außenbezirken braucht man als Schichtarbeiter einfach ein PKW. Ich kann nachts nicht um 3 Uhr morgens zur arbeiten fahren mit ÖPNV ;-) Jetzt die Straße bauen auf Geländer der sowieso schon freigehalten wird dafür.

  9. 85.

    Die Illustration der Kreuzung an der TVO ist wohl nur ein schlechter Witz. Radfahren im Motorenlärm und Abgasen, umgeben von "totgestalteter Landschaft". "Tolle Aussicht" vom Rondell auf bunte Blechkisten. ...sehr erholsam!
    Bezüglich der "Entlastung" durch die TVO sollte man sich mal andere Straßenbauprojekte, die in der Vergangenheit realisiert wurden, und wo auch eine "Entlastung" von Stadtstraßen versprochen wurde genauer ansehen. Hier: A100-Silbersteinstraße, A113neu-Adlergestell. bei beiden Projekten wurde erhebliche "Entlastungen" der entsprechenden Straßen versprochen, die aber tatsächlich nicht eingetreten sind. (Silbersteinstraße-heute die Schmutzigste Straße Berlins, Adlergestell- versprochender Rückbau nach der Eröffnung der A113 nicht erfolgt)
    Bei mir in Steglitz ist dass beste Beispiel, dass Straßenbau keine Enlastung bringt gut zu sehen.
    Trotz parallel verlaufender Stadtautobahn ist keine größere Entlastung von Stadtstraßen wie Hauptstr, Rheinstr. usw. zu erkennen.

  10. 84.

    Wette angenommen! Wir vereinbaren uns zum Plausch darüber hier ca. 3 Jahre nach Fertigstellung der TVO und der daneben geplanten S-Bahnstrecke.

  11. 82.

    Geplant ist vieles, die Frage ist ob auch je gebaut wird. Zur TVO gibt es erste Bebauungspläne, zur Nahverkehrstangente ist nicht Mal das Verkehrsmittel (U-Bahn, S-Bahn, Tram oder doch nur zusätzlicher Regiohalt), geschweige Dingen wie Anschluss (wohin am Biesdorfer Kreuz, Grünauer Kreuz?, Karower Kreuz) oder etwaiger Haltestellen auch nur in der Diskussion. Was es gibt sind Wortmeldungen einiger Politiker, aber keine (öffentlichen) Pläne

  12. 81.

    Hallo Anni, ich empfehle den Umzug nach Marzahn Hellersdorf. Da ist es schön grün und die Kinder können gefahrlos auf den Innenhöfen oder vielen Spielplätzen spielen, auf dem Wuhlewanderweg spazieren oder die Gärten der Welt besuchen.
    Mit S- und U-Bahn ist man in kurzer Zeit in der Innenstadt. Viel Natur nahe der Innenstadt.
    Dass bei der urbanen Planung in der Innenstadt die Bäume absichtlich vergessen werden da sie die Architektur stören, kann darf nicht den Biesdorfern zu Nachteil werden.

  13. 80.

    Und ich ergänze mal bevor wieder darauf hingewiesen wird, dass Radfahrer für die Kosten der Autofahrer zahlen. Die Steuern welche durch Radfahrer und allen anderen Bürgen bezahlt werden treffen aber auch den Autofahrer. Radfahrer zahlen aber keinen Cent zusätzlich für den Bau und deren Benutzung von Radwegen.

  14. 79.

    Eine S-Bahn-TVO ist nach Wikipedia-Artikel möglich, aktuell aber nicht vorangetrieben. Für die Rühl-Allee kann ich mich erinnern, dass es eine Planung zur Verlegung am Union-Stadion entlang gab ... noch eine Strasse durch den Wald.

    Da bleibt nichts übrig hinsichtlich Förderung Nahverkehr in diesem Projekt. Eine völlig falsche politische Richtung, derzeit zumindest.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tangentiale_Verbindung_Ost

  15. 78.

    Vielleicht sollte man von Bürgerinitiativen zu Gladiatorenkämpfen wechseln ...
    Befürworter der TVO (ja, auch die gibt es!) und Gegner werden mit ausreichend Knüppeln versorgt und in eine große Halle gesperrt, um die Frage Bau oder nicht Bau der TVO endgültig zu klären ...
    Von welcher Seite die meisten überleben, darf bestimmen!

  16. 77.

    Wo sind die mutigen Demo Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die die Strecke im Selbstversuch einmal in der Rush Hour und einmal im dunkeln mit dem Fahrrad abzufahren oder auch zu Fuß abzulaufen?
    Kinder bitte nicht mitbringen. Es ist zu gefährlich.
    Für das Teilstück Rudolf Rühl Allee bitte Taschenlampen mitbringen, falls die Fahrradbeleuchtung nicht hell genug ist.
    Es gibt in der Rudolf Rühl Allee keine Straßenbeleuchtung und auch keine Fuß- und Radwege.

  17. 76.

    Ich bin ein Berliner Mädel und ich will nicht, dass meine Kinder so grau und laut aufwachsen müssen wie ich. Doch vertreiben lasse ich mich auch nicht. Deswegen will ich es mir in meiner Stadt schön machen. Und Berge an Autos gehören da definitiv nicht dazu.
    Aufs Dorf möchte ich niemals ziehen. Das wäre A weit weg von meiner Familie und B müsste ich mir dann ein Auto anschaffen, statt wie gewohnt Arbeit und Freunde in der unmittelbarer Nähe zu haben.

  18. 75.

    Es ist ein wenig erschreckend wie viel Unwissen hier herrscht. Selbstverständlich ist eine Nahverkehrstrasse/ S Bahn neben der Vollendung der TVO geplant. Und es wird danach sogar Straße zurück gebaut. Nämlich die Rudolf Rühl Allee. Hat sich denn jemand mal damit beschäftigt wie die Probleme der Anwohner in Biesdorf, in einem Nadelöhr, gelöst werden können? Man könnte ja Richtung Süden nach Köpenick einfach zumachen, es handelt sich ja größtenteils um Durchgangsverkehr und dann?

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