Eine Passantin fährt am frühen Morgen am Brandenburger Tor über den noch leeren Platz 18. März. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Audio: Inforadio | 29.04.2021 | Jan Menzel | Bild: dpa/Kay Nietfeld

Machbarkeitsstudie zur "Ost-Route" - Radschnellweg führt nicht durch das Brandenburger Tor

Die Fußgänger haben sich mit ihrer Kritik durchgesetzt: Die "Ost-Route" des Radschnellwegs, der Marzahn mit Spandau verbinden soll, führt nach rbb-Informationen nun doch nicht durch das Brandenburger Tor. Bis gebaut wird, könnten auch noch Jahre vergehen.

Die geplante "Ost-Route" des Berliner Radschnellwegs, der in ein paar Jahren die Bezirke Spandau und Marzahn miteinander verbinden soll, wird einen Bogen um zwei zentrale Plätze machen: Nach geballter Kritik von Fußgängern soll die Strecke nicht, wie zunächst angedacht, durch das Brandenburger Tor und über den Alexanderplatz führen.

Radfahrer sollen vielmehr beide Orte umfahren, wie aus der entsprechenden Machbarkeitsuntersuchung der Verkehrsverwaltung hervorgeht. Die Studie liegt dem rbb vor.

Ein paar Fragezeichen im östlichsten Bereich

Die Routenführung war insbesondere am Nadelöhr Brandenburger Tor umstritten. In der jetzt vorlegten Variante wird empfohlen, das Tor zu umfahren, um Konflikte mit Fußgängern zu vermeiden. In östlicher Richtung soll der Radverkehr über Behrend- und Wilhelmstraße auf die Straße Unter den Linden geführt werden. Radfahrer mit Fahrtziel Westen werden über die Wilhelm- und die Dorotheenstraße um das Brandenburger Tor und den Pariser Platz geführt.

Beim Alexanderplatz ist eine Umfahrung über die Karl-Liebknecht-Straße geplant. Eine zweite soll über Spandauer Straße und Molkenmarkt führen.

Im östlichsten Bereich des Radschnellwegs werden noch mehrere Varianten für die Trassenführung geprüft. Als "Vorzugsvariante" der Planer gilt derzeit die Strecke über die Allee der Kosmonauten bis zur Hellersdorfer Straße in Richtung Hönow.

Geplante Radschnellverbindungen:

Priorisierte Radschnellverbindungen im Berliner Stadtgebiet (Quelle: SenUKV)

Kosten liegen bei 36 Millionen Euro

In die Machbarkeitsstudie sind auch die Ergebnisse einer Bürgerinformationsveranstaltung eingeflossen. Die Machbarkeitsstudie ist eine wichtige Grundlage für das erforderliche Planfeststellungsverfahren. Erst wenn dieses abgeschlossen ist, steht der Verlauf der Route endgültig fest.

Die Kosten für die "Ost-Route" werden in der Machbarkeitsstudie auf 36 Millionen Euro geschätzt. Mit einem Baubeginn rechnet die zuständige Landesgesellschaft Infravelo frühestens Ende 2024.

Die "Ost-Route" kommt zusammen mit der "West-Route", die von Spandau bis nach Tiergarten führen soll, auf eine Länge von 38 Kilometern. Sie wäre damit eine der längsten Radschnellverbindungen Deutschlands. Neben der "Ost-Route" und der "West-Route" sind auch noch andere Radschnellwege in Berlin geplant, die insgesamt eine Länge von 100 Kilometern ausmachen sollen. Auch hier wird erst in ein paar Jahren mit der Realisierung gerechnet.

Sendung: Abendschau, 29.04.2021, 19:30 Uhr

22 Kommentare

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  1. 22.

    Genau so. Alles Weitere ist von der Geschwindigkeit zu hoch. Es sei denn, Radfahrende sehen in der Verringerung auf Fußverkehrsgeschwindigkeit keine persönliche Niederlage.

  2. 21.

    Sie meinen mit den 20kmh wohl die Durchschnittgeschwindigkeit. 20kmh fahre ich locker auch ohne Motorhilfe.

  3. 20.

    Radfahrer wurden auf die Straßen gedrängt, weil man die bestehenden Radwege nicht gepflegt und repariert hat, sondern lediglich die benutzungspflichtigen blauen Schilder abmontiert hat, um so nicht mehr verantwortlich für die Instandhaltung zu sein. Die Räder werden immer besser und damit auch schneller. deshalb gehören Räder auf die Straße. Nur der Raum auf der Straße muss neu verteilt werden. Meiner Meinung nach zugunsten von Rädern. Eine autofreie Innenstadt ist als ideal vielleicht zu extrem, aber ein weiter wie bisher geht gar nicht.

  4. 19.

    Allein die Tatsache, dass ursprünglich so geplant wurde, zeigt mir, es geht um Verdrängung all jener, welche nicht Rad fahren. Ich hoffe, dass die Vernunft doch siegt.

  5. 18.

    Radschnellwege werden ja auch gebaut,damit Radfahrer schnell vorwärts kommen und somit ist es für mich selbstverständlich,dass das Brandenburger Tor umfahren und nicht mit Speed durchfahren wird. Auch zum Schutz des Denkmals an sich ,abgesehen von Füßgängern.

  6. 17.

    Die ach so guten Charlies schreiben heute aber besonders viel Mumpitz, oder?

  7. 16.

    Die Straßenbahn über den Alexanderplatz (seit 1998) verdanken wir dem Senat Diepgen IV. Also CDU/SPD (Verkehrssenator: CDU; Stadtentwicklung: SPD), wobei die Planungen älter sind, also eher Senat Diepgel III (ebenfalls CDU/SPD; Stadtentwicklungssenator: CDU, Verkehr: CDU).

  8. 15.

    Sehr gut. Das Tor sollte nur zu Fuß passierbar sein.

  9. 13.

    Die Strecke, wo sich ein stark frequentierter Fußgängerbereich und schnell fahrende Radler voneinander entfernen, ist doch klar bezeichnet worden. Lenker einschlagen ist keine Zumutung - weder beim Auto und auch nicht beim Fahrrad.
    Das Brandenburger Tor und der Pariser Platz ist viel zu bedeutend zum schnellen Durchfahren.

  10. 12.

    Radfahrende werden nicht deshalb vom Gehweg auf die Fahrbahn "verbannt", weil sie sich ungehörig verhalten haben, Radwege werden begleitend zur Fahrbahn angelegt, damit Radfahrende beim Abbiegen von Kfz. nicht überfahren werden. Das ist nämlich die weitaus größere Gefahr, als beim Geradeausfahren entlang der Fahrbahn überfahren zu werden.
    Dass Radfahrende sich ungeboten verhalten, liegt zum einen an einer unzureichenden Infrastruktur - jz. langes Zusammenzwingen selbst auf engsten Gehwegen -, zum anderen u. das wird leider oft auch übersehen, infolge einer angebotenen Modellpalette, die vor Aggressivität "nur so schreit". Das wollen dann auch die einschlägigen Charaktere ausfahren.
    Es gibt kein Verkehrsmittel, das sich so gut mit dem Fußverkehr verträgt, wie die Straßenbahn. Sie ist leise, ihr Fahrweg ist durch Schienen u. Oberleitung klar erkennbar und als elektrisches Verkehrsmittel kann sie sich stufenlos schalten lassen. Die Schienen sind bevölkert. Ein beredtes Zeichen.

  11. 11.

    Was sollen diese Radschnellwege? Unfallträchtig ohne Ende. Wenn jemand rasend schnell durch Berlin fahren möchte sollte die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen. Dieses wird von den so verhassten Autofahrern dich auch verlangt.

  12. 10.

    Mit welcher brachialen Geschwindigkeit sind denn die "Tonnenteile" am Alex unterwegs, dass sie eine Gefahr darstellen?

  13. 9.

    Mit welchem Speed manche Radfahrer durch das Tor heizen. Wie die SUV Fahrer durch die Invalidenstrasse. Es wurde zum Glück vor 30 Jahren durch Senator Strieder, eines der wenigen guten Taten der SPD in den letzten 50 Jahren, für den Autoverkehr geschlossen. Viele Fahrradfahrer haben diesen Teil der Stadt jetzt für ihr Fitnissprogramm beschlagnahmt. Hoffentlich werden diese Ironman Hedonisten irgendwann mal geblitzt.

  14. 8.

    Ich finde das völlig richtig- der schnellere verkehr muss von dem langsameren getrennt werden. Radwege also weg von Gehwegen und Autostraßen weg von Radwegen.
    Dafür ist Platz nötig und etwas mehr Aufwand und Gehirnschmalz bei den Planungen. Platz ist genügend da, wenn man die Privilegierung des Autoverkehrs endlich auf die Müllhalde der Geschichte wirft, beim Gehirnschmalz bin ich mir nicht so sicher, ob das vorhanden ist.

  15. 7.

    Mir egal, fahr eh durch...

  16. 6.

    Fahr ich dann noch Fahrrad, bis jeder Fahrradbremser seinen Sermon dazu gegeben hat, und danach,im Unterschied zu Tesla, Jahrzehnte gebaut wird???

  17. 5.

    Radfahrer wurden auf Die Straßen verbannt weil sie rabiat sind und keine Rücksicht nehmen, da sollte man sie auch nicht durch Fußgängerbereiche schleusen und dann noch als Schnellweg. Bei den heutigen eBikes die mit ca 20 kmh durch die Gegend brettern und es nicht wenige Fahrer gibt, die damit völlig überfordert sind. Gut so. Ich möchte nicht von so einem umgenietet werden.
    Jetzt müsste man nur noch die Tram mitten über den Alexanderplatz stillegen. Wer sich sowas nur einfallen lässt, solch ein Tonnenteil durch Menschenmassen fahren zu lassen.

  18. 4.

    Die ach so guten Radler werden trotzdem durchfahren! Haben doch Narrenfreiheit.

  19. 3.

    Nein, das glaub ich ja nicht. Es gibt tatsächlich noch andere Menschen als Fahrradfahrer ;-)

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