DGB, ADFC und linke Szene - Mehrere Demos für den 1. Mai in Berlin angemeldet

Teilnehmer einer Bild-Aktion des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Tag der Arbeit halten vor dem Brandenburger Tor am 01.05.2020 (Bild: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Das traditionelle Kreuzberger Myfest wurde zwar abgesagt, doch zum Tag der Arbeit sollen in Berlin verschiedene Demonstrationen stattfinden. Der DGB und der Fahrradclub ADFC planen Fahrraddemos und auch die linke Szene macht mobil.

Für den 1. Mai sind bereits zahlreiche Demonstrationen und Kundgebungen geplant und bei der Berliner Polizei angemeldet. Die vor der Corona-Pandemie üblichen Straßenfeste und Partys fallen allerdings nach der bisherigen Planung aus.

Schon am Abend vor dem Tag der Arbeit wollen linke und linksradikale Gruppen und Demonstranten unter dem Motto "Von der Krise zur Enteignung" durch Wedding ziehen. 2.000 Teilnehmer sind bei der Demonstration gegen den Kapitalismus am 30. April laut Polizei angemeldet. Die Strecke verläuft vom Leopoldplatz zum S-Bahnhof Gesundbrunnen.

DGB und Fahrrad-Club ADFC planen Protestfahrten

Der 1. Mai beginnt dann mit einer kleinen Kundgebung des DGB am Brandenburger Tor, wie der Gewerkschaftsbund rbb|24 am Freitag mitteilte. Daneben sind zwei Fahrraddemos geplant: eine der Lehrergewerkschaft GEW sowie eine der DGB-Jugend. Beide Protestfahrten führen zum Tempelhofer Feld. Angemeldet sind ab 10 Uhr 2.500 Teilnehmer. "Ein fröhliches Beisammensein auf dem Maifest wird es leider auch in diesem Jahr nicht geben. Aber klar ist auch: Ein Tag der Arbeit ohne sichtbare Präsenz der Gewerkschaften wird es nicht geben", betonte der DGB in einem Aufruf.

Mittags wollen Clubbesucher und -betreiber, Musiker, DJs sowie Unterstützer "Für die Wiederbelebung der Kultur- und Clubszene durch die kreative Nutzung des Öffentlichen Raumes" demonstrieren. Die Strecke führt vom Hermannplatz in Neukölln, über Görlitzer Park in Kreuzberg und die Oberbaumbrücke über die Spree nach Friedrichshain zum Markgrafendamm. Der Polizei wurden 500 Teilnehmer mitgeteilt.

Im Laufe des Tages sind außerdem zahlreiche kleinere Kundgebungen und Demonstrationen mit wenigen bis ein paar Dutzend Teilnehmern aufgelistet.

1.000 Teilnehmer für "Revolutionäre 1.-Mai-Demo" angemeldet

Am Abend folgt die "Demonstration zum revolutionären 1. Mai". In diesem Jahr geht es vom Hermannplatz durch Nord-Neukölln und Kreuzberg zum Oranienplatz. Im Vordergrund sollen Migrantengruppen stehen als "Ausdruck der Solidarität", hieß es. Auf Twitter schrieben die Veranstalter: "Der Mietendeckel fehlt, stattdessen ist unsere Wut vorhanden. Wir werden sie bei nächster Gelegenheit erneut auf die Straße tragen. Zum Beispiel am 1. Mai, 17 Uhr, Hermannplatz, Berlin-Neukölln." Bisher sind laut Polizei 1.000 Demonstranten angemeldet. Es könnten aber auch einige Tausend werden.

Im vergangenen Jahr hatte die Polizei wegen der damals geltenden Corona-Beschränkungen versucht, die übliche große linksradikale Demonstration am Abend des 1. Mai zu verhindern. Laut Innensenator Andreas Geisel (SPD) waren mehrere tausend Menschen zusammengekommen.

14 Kommentare

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  1. 14.

    Achter Mai ... ganz schön was los ...
    1429 Die Engländer werden von Jeanne d'Arc aus Orleans vertrieben.
    1886 Im US-amerikanischen Atlanta erfindet der Apotheker John Pemberton den Coca-Cola-Sirup.
    1945 Das Deutsche Reich kapituliert bedingungslos.
    1993 Der Hogwarts-Quidditchpokal wird abgesetzt.
    Noch 237 Tage bis zum Jahresende.


  2. 13.

    Und was passiert am 8. Mai?

  3. 12.

    Pressemitteilung: Polizei verzichtet auf Pfefferspray
    Die Story: https://www.der-postillon.com/2019/04/pfeffer-roll-on.html

  4. 11.

    "Die ehemaligen Chaoten sind die Authoritätshörigen von heute."
    Was für ein "WAAhnsinnsspruch". Na dann, no pasaran. Jetzt hole ich mir den Lachträneneimer und kippe den zusammen mit meinen Nachbarn in der Nebenstrasse aus - Anarchie pur - jepp.

  5. 10.

    "Die ehemaligen Chaoten sind die Authoritätshörigen von heute." Ein Satz wie ein Hieb. Wo kaufst du dein Papier?

    Nicht von mir... ;-)

  6. 9.

    Die Wut wird ordentlich zwischen 20:30Uhr und 22Uhr entladen. Die ehemaligen Chaoten sind die Authoritätshörigen von heute.

  7. 8.

    "nicht vorsätzlich die entsprechenden Auflagen missachten" >wie denn? zufällig oder gezwungenermaßen?

  8. 7.

    Sowohl die Gewerkschaften als auch der ADFC haben wohl bislang am wenigstens gegen Gesetze und Auflagen verstoßen.

  9. 6.

    "Erstens enden die meisten Demos vor 22 Uhr und
    zweitens ist davon auszugehen, dass die Teilnehmer nicht vorsätzlich die entsprechenden Auflagen missachten."

    Teilweise ist das richtig. Die Demos werden wohl vor 22 Uhr enden, und MNS wurde von der Klientel der Revoluzzer-Demo schon vor Corona getragen. Insofern ist zu vermuten, dass die "Wut", die man tagsüber bei der Demo nicht ungehindert "auf die Straße tragen" kann, sich erst in der Sperrstunde in einer After-Demo-Party entlädt.

  10. 5.

    Ja so eine 1.Mai Demo ist natürlich unverzichtbar . Das ist ja durch das Grundgesetz geschützt . Komisch das gerade die , die sich sonst an nichts halten , auf einmal auf das Grundgesetz bestehen . Dann bitte alle Gesetze und Verträge einhalten .

  11. 4.

    Ein Blick in unser GG und Sie hätten sich nicht so echauffieren müssen. Oder warum geht es Ihnen wirklich?

  12. 3.

    Erstens enden die meisten Demos vor 22 Uhr und
    zweitens ist davon auszugehen, dass die Teilnehmer nicht vorsätzlich die entsprechenden Auflagen missachten (im Gegensatz zu den sogenannten Quer"denkern").

  13. 2.

    Auch die Gewerkschaftsbosse haben nichts begriffen.
    Gestern waren es noch 7 heute über 70 erkannte Fälle der gefährlichen Doppelmutation.
    Die vierte Welle wird mit Demos nicht aufzuhalten sein.

  14. 1.

    Da gilt dann die NOTBREMSE nicht. Bravo Bravo Ein Hoch auf die Politik.Denkt an die Sperrstunde liebe Demonstranten, 22.00 alles in die Heia.

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