Blick auf die Schienen der U-Bahn und der Straßenbahn in Friedrichshain am U-Bahnhof Warschauer Straße am 24.03.2021. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Video: Abendschau | 13.04.2021 | K. Breinig | Bild: dpa/Jens Kalaene

M10-Verlängerung durch den Görlitzer Park - Berliner Straßenbahnnetz soll weiter ausgebaut werden

Die Berliner Tram-Linie M10 soll 2,9 Kilometer länger werden und künftig Friedrichshain und Neukölln verbinden, eine weitere Trasse soll künftig bis zum S- und U-Bahnhof Pankow verlängert werden. Bis die ersten Bahnen rollen, dauert es aber noch.

Das Berliner Straßenbahnnetz soll weiter ausgebaut werden. Der Senat beschloss am Dienstag, die Planungen zweier Trassen voranzutreiben.

Zum einen handelt es sich um die Verlängerung der Straßenbahn-Linie M10 von der Warschauer Straße in Friedrichshain durch den Görlitzer Park bis zum Hermannplatz in Neukölln. Zum anderen sollen die Tram-Gleise vom Pasedagplatz in Weißensee über den S-Bahnhof Heinersdorf bis zum S- und U-Bahnhof Pankow verlängert werden.

Für die Trassenführung beider Projekte wurden nach Angaben der Verkehrsverwaltung sogenannte "Vorzugsvarianten" festgelegt, die nun genauer untersucht und vorbereitet werden. Bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme der beiden Trassen wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. Auf beiden Verbindungen werden Straßenbahnen "frühestens" 2028 unterwegs sein, wie es hieß.

Geplante Tramlinie M10 durch den Görlitzer Park. (Quelle: rbb|24)
Die geplante Verlängerung der Tramlinie M10 durch den Görlitzer Park. | Bild: rbb|24

Inbetriebnahme soll 2026/2027 sein

Bislang war die Warschauer Straße Endhaltestelle der M10. Aus der Beschlussvorlage, die rbb|24 vorliegt, geht hervor: Der neue Streckenabschnitt soll die Oberbaumbrücke passieren, von dort führt die Strecke entlang der Straße. Heißt: Die Tram fährt künftig entlang der Falckensteinstraße, dann quert sie den Görlitzer Park, führt weiter entlang der Glogauer Straße und der Pannierstraße und biegt dann Richtung Sonnenallee ab.

Von dort fährt die M10 dann Richtung Hermannplatz. Dort sollen die Bahnen allerdings nicht direkt halten. Stattdessen soll die neue Endstation an der Urbanstraße liegen, heißt es. In dem Papier wird 2026/2027 als Datum für die Inbetriebnahme der neuen Trasse genannt.

Die Verkehrsbehörde betont in der Vorlage ausdrücklich den Nutzen der verlängerten Strecke: "Die Anbindungen an die U-Bahnlinien U7 und U8 am Hermannplatz sowie an die S-Bahn an der Warschauer Straße würde zu einer besseren Netzanknüpfung und einer deutlich besseren Anbindung des östlichen Kreuzbergs und des nördlichen Neuköllns an den ÖPNV-Schienenverkehr führen."

Die Kosten für den 2,9 Kilometer langen Trassenbau betragen laut Beschlussvorlage 62 Millionen Euro netto. In dem Schriftstück heißt es auch, dass das Land Berlin Verhandlungen mit dem Bund bezüglich Bezuschussung aufnehmen möchte. In den vergangenen Jahren sind verschiedene Trassenverläufe geprüft worden. Die Entscheidung fiel nun für die direkteste Verbindung.

Neubaustrecke bis zum S- und U-Bahnhof Pankow

Auch die weitere Planung zur Straßenbahn-Neubaustrecke von Weißensee über Heinersdorf bis zum S- und U-Bahnhof Pankow wurde am Dienstag vom Senat beschlossen. Damit könne die Senatsverkehrsverwaltung in die Vorplanung der Vorzugsvariante einsteigen, heißt es in einer Presseerklärung.

Für die neue Strecke wurden verschiedene Trassenführungen untersucht. Die planerisch zu bevorzugende Variante folgt von der bisherigen Endhaltestelle der Straßenbahnlinien 12 und 27 am Pasedagplatz zunächst der Rennbahnstraße und der Romain-Rolland-Straße. In Heinersdorf wird die Strecke die künftige Verlängerung der Straßenbahn M2 in Richtung Entwicklungsgebiet Blankenburger Süden kreuzen.

Jenseits der Sleipnerstraße zweigt die Strecke nach Westen zum S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf ab, führt unter der Brücke der Prenzlauer Promenade hindurch und nach einem Südschwenk parallel zur Granitzstraße bis zum S- und U-Bahnhof Pankow entlang. In Pankow ist die Einbindung in die Bestandsstrecken der Straßenbahn vorgesehen.

Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) verwies am Dienstag darauf, dass beide Neubaustrecken Bestandteil einer "beispiellosen Straßenbahnoffensive" seien, um die Mobilitätswende voranzutreiben: 15 neue Strecken innerhalb von 15 Jahren seien schon beschlossen. Derzeit umfasst das Tramnetz in Berlin laut Verkehrsverwaltung 194 Kilometer, es gehöre damit zu den größten der Welt. Innerhalb von 15 Jahren kämen weitere 70 Kilometer dazu.

Sendung: Inforadio, 12.04.2021, 11:30 Uhr

134 Kommentare

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  1. 134.

    Die Verlängerung der M1 bringt auch eine deutliche Verbesserung für die Lübarser*innen, die nach vielen Jahren endlich eine Busverbindung ins Märkische Viertel haben. Sie könnten in der Quickborner Straße direkt in die M1 steigen, um nach Pankow zu kommen.

  2. 133.

    Weil ihnen einfachstes Wissen fehlt kommen Sie jetzt mit Unterstellungen. Wenn Sie schon fabulieren über die Straba auf dem Alex dann informieren Sie sich bitte über die gefahrene Geschwindigkeit. Wenn Sie eine Werkstatt nicht von einem Bahnhof unterscheiden können sagt dies auch viel über ihre Qualifikation.

    In Wannsee gibt es viele Möglichkeiten. Eine Möglichkeit wäre gewesen die DB-Gleise beim Neubau weiter von der Werkstatt zu bauen, um später die Möglichkeit der S-Bahn zu haben dort. Weitere wäre der Umbau der Werkstatt. Das Problem an der Strecke ist ein ganz anderes und zwar ein bahnbetriebstechnisches. Damit haben Sie es nicht so wie sie selber zu geben.

  3. 132.

    Wenn ich mich recht erinnere gab es da vor langer Zeit einen tödlichen Unfall auf dem Alex. War die Eröffnung der Strecke nicht so 1998?

  4. 131.

    Ja, leise sind sie. Bei mir draußen fahren noch ältere Straßenbahnen, die lauter sind. Aber auch daran kann man sich gewöhnen. Gerade, wenn man in der Nähe des BER wohnt...;)

  5. 130.

    In der Tat würde eine M 1 - Verlängerung zugleich symbolisieren, dass die jz. lange Teilung Berlins auch an dieser Stelle überwunden wäre. Es kann ja nicht gerade davon ausgegangen werden, dass sich die Bewohner des Märkischen Viertels mit dem hintersten Winkel glücklich abgefunden hätten, um dieses Dasein noch drei, vier, fünf Jahrzehnte lang weiter zu praktizieren. Kurzum: Ja, es gibt eine Welt östlich des Märkischen Viertels. Und da fährt bekanntlich schon seit unendlicher Zeit eine Straßenbahn in Richtung Pankow und zur Schönhauser Allee.

  6. 129.

    Das spricht ja nur dafür, dass die Bahn sehr leise ist und nicht aber das laute Ungetüm, von dem Einschlägige am Görlitzer Park reden. Aufgepasst werden muss ja immer, auch bspw., wenn jemand gerade dabei ist, ein Loch zu buddeln und mithin eine Absperrung übersehen werden kann.

    10 km/h ist eine akzeptable Geschwindigkeit, um bei Gedankenverlorenheit anderer noch reagieren zu können. Da gibt es doch bei Autofahrenden glatt die Beteuerung, derartige Geschwindigkeiten garnicht fahren zu können.

  7. 128.

    Mein Bruder fährt Straßenbahn und meinte zu mir, dass ihm schon oft Leute beinahe in die Bahn gelaufen wären. Ich habe es dort allerdings auch einmal geschafft: Nach links geguckt, es kam nichts und wollte weitergehen und hab erst in letzter Sekunde geschnallt, dass von rechts eine Bahn kommt. Zum Glück sind da nur 10 km/h erlaubt. War mir etwas peinlich...

  8. 127.

    Auf jeden Fall! Allerdings sollte eine Tramverlängerung nicht zu Lasten dringender U-Bahnprojekte gehen.

    Die Verlängerung der M1 zur Quickborner Straße würde für viele Bewohner des MV einen Direktanschluss zur U2 und den S-Bahnen zur Landsberger oder Frankfurter Allee , sowie der östlichen Ringbahn bringen.

  9. 126.

    Ich stimme Ihnen da vollkommen zu.

    Das Grundproblem sehe ich allerdings in Berlin wie auch in Potsdam weniger im fehlenden Engagement der städtischen und staatlichen Stellen, sondern weit mehr in der Klagefreudigkeit vermeintlich zu kurz gekommener Bürger. Bevor die Bahn kommt, werden juristisch alle Register gezogen, wenn sie dann ist, will niemand jemals dagegen gewesen sein. Selbst im französischen Strasbourg war das so, als die Innenstadt-Geschäftsleute seinerzeit gegen sie wetterten und sich heute vor Enthusiasmus ihr gegenüber förmlich überschlagen.

    Sie finden solches in Berlin-Marienfelde und in Berlin-Zehlendorf gegenüber dem Wiederaufbau der Bahn, in Potsdam-Eiche gegenüber der Tram, von anderswo ganz zu schweigen. Stadtseitig wurde in Potsdam allerdings unter dem Vorgänger-Beigeordneten mehr das Rad als die Tram favorisiert. Nicht verwunderlich ist es (deshalb) in Bln-Kreuzberg ein Teil der bündnisgrünen Wählerklientel, die zu den NIMBYs zählen.

  10. 125.

    Ich kann auch mit dem Fahrrad zu U-S-Bahn und Tram kommen - da brauche ich nicht zwangsläufig n Auto - nicht im MV bei den kurzen Wegen ;-)

  11. 124.

    Die Konfliktlosigkeit finden Sie auch in allen anderen Fußgängerbereichen überall auf der Welt. In Frankreich ebenso wie in Polen, am Berliner Alexanderplatz ebenso wie am Erfurter Anger oder in der Kasseler Unteren und Oberen Königsstraße, wo Bahnen im Zwei-Minuten-Takt durch den Fußgängerbereich fahren und die Schienen fast genauso bevölkert sind wie der Rest des Fußgängerbereichs.

    Das hängt eben damit zusammen, dass ein elektrisch betriebenes Fahrzeug, wie es die Straßenbahn schon immer war, sich stufenlos und ohne dabei lauter zu werden, schalten lässt und durch seine Größe doch direkt sichtbar ist, gleich so der vorgezeichnete Fahrweg. Dagegen sind alle anderen Verkehrsmittel und Fortbewegungsarten tendenziell uneinschätzbar.

    Im Grunde genommen ist das also eine ideale Kombination. Und der "Fahrzeitverlust" von zwei Minuten ist gut zu verkraften - außer von einer Handvoll Übereiliger und Getriebener, für die auch sonst jede Sekunde zusätzlich zur unendlichen Qual wird.

  12. 123.

    Nicht nur zu Ihrem Beitagsanfang: Ich werde mich an dem von Ihnen persönlich gefärbten Streit nicht beteiligen.

    Wie es bahnbetriebstechnisch heißt, ist völlig unerheblich, wenn in Wamnsee nur ein Gleis an der sichtbaren Abstellanlage vorbeiführt und auf der anderen Seite der Bismarckstraße nicht in das Straßenland eingegriffen werden kann.

  13. 122.

    70 km in 15 Jahren sind durchschnittlich nur eine Strecke mit durchschnittlich nur 4 und 2/3 km/Jahr. Das ist zwar mehr als in den letzten 31 Jahren, aber trotzdem wenig. Vor allem, weil das Westberliner Tramnetz wieder aufgebaut werden muß, welches wesentlich länger war, als 70 km. Vierl mehr Tramstrecken müssen gebaut werden.

  14. 121.

    Erstaunt hat mich der Eiwsand der einen interviewten Frau, die meinte, dass die Straßenbahn im Park so gefährlich sei wegen der vielen Fußgänger: Seit 1993 fährt die Straßenbahn durch die Fußgängerzone Alexanderplatz. Mir ist aus der ganzen Zeit kein Unfall zwischen Strab und Fußgänger dort bekannt. Nicht zuletzt auch wegen der Umsichtigkeit der Strab-Fahrer/innen. Verwunderlich auch, dass dieses Argument gegen die Straßenbahn immer noch nicht totzukriegen ist.

  15. 120.

    Warum kein Wort dazu: ""Helmut Krüger" ist da leider entfallen wie schnell die Straba am Alex fährt".
    Es gäbe mehrere Möglichkeiten dass in Wannsee zu lösen. In Potsdam wurde die Sache verschlafen. Aber lieber werden Millionen für das unsinnige Stammbähnle verpulvert. Eine Verlängerung der S-Bahn zum alten Hbf oder Werder auch verpennt. Potsdam ist banhntechnisch kaum besser als ein Dorf in der Mark. Da Potsdam unfähig ist ein attraktive Verbindung im ÖPNV nach Berlin zu schaffen, ist für viele eben das Auto die bessere Wahl.

    Wannsee ist zudem auch kein Betriebsbahnhof wie Sie meinen.

  16. 119.

    Danke.
    Mir geht es mit etlichen Beiträgen so, soweit die Nutzenden nicht nur etwas niedermachen, sondern auch etwas beisteuern wollen. Das lässt sich dann so oder so gewichten.



  17. 118.

    Und, zudem: Kein anderes Verkehrsmittel ist so gut geeignet, gerade das Grün mit der eigenen Fahrmöglichkeit zu verbinden. Beim Autofahren findet sich das allenfalls beim Einparken in Form von Rasengittern, mehr aber auch nicht.

  18. 117.

    Zu spät ist es nie, wenn das Denken der Menschen in der Veränderung begriffen ist. Und das ist es ja auf jeden Fall. So gut wie niemand würde heute mehr so bauen wie in den 1960ern und 70ern, was den Straßenzuschnitt anbetrifft.

  19. 116.

    "In 30 Jahren haben dies es nicht hinbekommen dass die S-Bahn wieder 2-gleisig fährt."

    Auch wenn es bezüglich des Beitrages ein Abschweifen sein mag: Das Problem der nur eingleisigen und damit verspätungsanfälligen Verbindung Wannsee <-> Potsdam liegt sowohl in Berlin als auch in Potsdam. Auf Berliner Seite ist es der in den 1980ern getätigte Umbau des Wannseer Betriebsbahnhofes. Zu einer Zeit, als "alle" glaubten, dahinter wäre die Welt zu Ende und das eine Gleis, was da noch vorbeiführte, wäre eigentlich sowieso überflüssig.

    Da gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die sich in der Zweiteilung Berlins und der Abschottung des Westteils von Berlin vom Umland eingerichtet haben. Nicht nur die BVG als seinerzeitiger S-Bahn-Betreiber, auch diejenigen entlang der früheren Stammbahn in Kleinmachnow.

    Grenzen überwinden oder sie verbarrikadieren, so lautet die Antwort nicht nur zwischen Berlin und Potsdam, sondern auch links und rechts der Oberbaumbrücke in Berlin.

  20. 115.

    Wenn man Auto fährt, haben Sie recht.... . Bus fahren ist keine adäquate Alternative. Macht keine Freude.

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