Enthüllung des Lucy-Lameck-Straßenschildes in der ehemaligen Wissmannstraße in Berlin Neukölln. (Quelle: rbb)
Video: rbb|24 | 24.04.2021 | Material: Abendschau | Bild: rbb

Koloniales Erbe - Neuköllner Wissmannstraße in Lucy-Lameck-Straße umbenannt

Die Wissmannstraße nahe des Neuköllner Hermannplatzes heißt seit Freitag Lucy-Lameck-Straße. An der Umbenennung nahmen Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) sowie der Botschafter Tansanias, Abdallah Saleh Possi, teil.

Die Straße war zuvor nach dem deutschen Kolonialoffizier Hermann von Wissmann (1853 – 1905) benannt, der Reichskommissar und Gouverneur von damals Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi und Ruanda) war. Wissmann war an der gewaltsamen Kolonialisierung der Region beteiligt. Seine Kriegsführung wurde selbst von anderen Kolonialoffizieren als äußerst barbarisch beschrieben.

Erste Abgeordnete im Parlament Tansanias

Lucy Lameck war als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias. Zunächst wurden die Parlamentsmitglieder vom Regierungschef Julius Nyerere benannt. Bei den Wahlen 1965 und 1970 gewann sie dann ihren Sitz. Lameck war unter anderem stellvertretende Ministerin für Kommunalentwicklung und Gesundheit.

Die Namensänderung war von der Bezirksverordnetenversammlung nach einer Beteiligung der Anwohner beschlossen worden. Zusammen mit der Umbenennung veranstaltet das Bezirksamt eine Reihe von Online-Diskussionen über Lamecks Persönlichkeit und den Kolonialismus.

Sendung: Abendschau, 23.04.2021, 19:30 Uhr

49 Kommentare

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  1. 49.


    "Sie haben sich doch ihre Frage schon selbst beantwortet. Ihre indirekte Forderung die Initiatoren sollten die Kosten übernehmen finde ich ungeheuerlich."
    Das finde ich nicht. ICH habe mich nämlich informiert,
    Sie sich offensichtlich nicht. Neukölln ist einen Sonderweg gegangen:
    "Schnelle Straßenumbenennung in Berlin: „Unser Herz brennt für Lucy“ - taz.de
    Cordula Klein: Weil wir eine gute Strategie angewandt haben. Wir haben schon im Vorfeld das Bezirksamt eingebunden, und das hat wunderbar mitgemacht. Etwa der Stadtrat für BürgerInnendienste, der angeboten hat, für die AnwohnerInnen Timeslots einzurichten, damit sie ihre Dokumente umschreiben lassen können. Übrigens wird sie das nichts kosten, hat das Bezirksamt beschlossen! Das war uns wichtig, weil wir die Akzeptanz der AnwohnerInnen für die Umbenennung wollen."
    https://taz.de/Schnelle-Strassenumbenennung-in-Berlin/!5731548/

  2. 48.

    Keine S** weiß wer Wissmann war. War der nicht mal Verkehrsminister oder sowas? Wann benennen wir den Reichstag um oder das Olympiastadion? Erinnert doch alles an Nazis. Vielleicht sollte man lieber Tier- und Pflanzennamen nehmen als wenn wir mit jedem politischen Machtwechsel versuchen die Geschichte, die uns nicht gefällt auszuradieren.
    Solche Straßennahmen sind nicht nur Ehrung sondern auch Erinnerung und Mahnung.
    Was ist eigentlich wenn man selber Wissmann heißt? Bekommt man dann keinen Job und keine Wohnung mehr?
    Für mich ist ein Straßennahme nur eine Kennung um sich zu orientieren. Ich werde auch nie wissen bzw es vergessen, wer Lucy Lameck war. Is mir auch total Wurst.

  3. 47.

    Sie haben sich doch ihre Frage schon selbst beantwortet. Ihre indirekte Forderung die Initiatoren sollten die Kosten übernehmen finde ich ungeheuerlich.

  4. 46.

    "Die Namensänderung war von der Bezirksverordnetenversammlung nach einer Beteiligung der Anwohner beschlossen worden."
    Ja das habe ich im Artikel gelesen.
    Das beantwortet aber nicht automatisch meine Frage nach der Kostenübernahme für Anwohner und Firmen
    (Änderungen der Personalausweise, Visitenkarten, Briefpapier und KfZ-Papiere etc. der Anwohner Firmen?"

  5. 45.

    "Die Namensänderung war von der Bezirksverordnetenversammlung nach einer Beteiligung der Anwohner beschlossen worden."

  6. 44.

    "Bis vor kurzem haben sich Millionen von Einwohnern generationsübergreifend so gar nicht für die jetzt in geradezu hysterische Art und Weise angegriffenen Straßennamen interessiert."

    Ich bedanke mich für das hervorragende Beispiel was Alltagsrassimus ist. Das der Einwand ausgerechnet von ihnen kommt verdeutlicht das nur noch.

  7. 43.

    Wer trägt eigentlich die Kosten für die Änderungen der Personalausweise, Visitenkarten, Briefpapier und KfZ-Papiere etc. der Anwohner Firmen?"
    Die Initiatoren jedenfalls nicht.
    Straßenumbenennung: Ihre Rechte als Anwohner
    Die persönliche Bindung der Anwohner zum alten Straßennamen, entstehende Kosten oder zu befürchtende Probleme bei der Nutzung von Navigationsgeräten sind ebenfalls keine Hinderungsgründe (Verwaltungsgericht Stuttgart, AZ 7 K 139/08). Ob und in welchem Umfang sich die Kommune an entstehenden Gebühren beteiligt, ist unterschiedlich.
    https://www.advocard.de/streitlotse/mieten-und-wohnen/strassenumbenennung-ihre-rechte-als-anwohner/

  8. 42.

    "So zeigt sich alltäglicher Rassismus, sie stört der alte Straßennamen natürlich nicht."
    Man kann es auch übertreiben mit der Rassismuskeule. Bis vor kurzem haben sich Millionen von Einwohnern generationsübergreifend so gar nicht für die jetzt in geradezu hysterische Art und Weise angegriffenen Straßennamen interessiert.

  9. 41.

    Ihr Kommentar erinnert an den Witz mit dem Falschfahrer. Einer? Hunderte! Das ist ja das perfide an Rassisten, sie meinen nämlich meist keine zu sein, sondern nur den "gesunden Volksempfinden" zu entsprechen oder welche Ausrede sie auch sonst für ihre Ausfälle hier benutzen.

    So zeigt sich alltäglicher Rassismus, sie stört der alte Straßennamen natürlich nicht.

  10. 40.

    Sie sehen offenbar alles durch die falsche Brille. Ich finde es sehr interessant, dass Sie mich als rassistisch bezeichnen. Sicherlich haben Sie kein anderes Hobby. Wenn diese Behauptungen Sie glücklich machen, nun ja, warum nicht.

  11. 39.

    Konsequent weiter gedacht, muß auch das Maxim-Gorki-Theater umbenannt werden, das Thälmann-Denkmal abgetragen werden und überall müssen die Ernst-Thälmann-Straßen umbenannt werden. Thälmann hat mit seiner Übernahme der Sozialfaschismustheorie viele, viele Leben zerstört.

  12. 38.

    Gesinnungspolizei? Ach wenn man ihre Gesinnung eindämmen könnte wäre das nicht verkehrt. Aber so oder so sinken die Umfragewerte der rechtsextremen AfD.

  13. 37.

    Ich finde solche Umbenennungen gut. Aber ... Warum wird an dem Thema festgehalten? Soll es ein Stachel im Fleisch bleiben? Warum wurde nicht eine Frau aus Neukölln bedacht? Die UmbenennerInnen wollen unbedingt, daß wir auf ewig an das koloniale Erbe denken.

  14. 36.

    Nein aber Rassisten haben ein Problem mit der Umbenennung der Straße. Es gibt noch viel mehr Straßen, die umbenannt werden müssen. Treitschkestraße z.B. Aber damit haben sie sicherlich auch ein Problem. Wie alle Ewiggestrigen.

  15. 35.

    Sehr geehrter Herr "Hans Wurst",
    der Einfall mit Regine Hildebrandt ist sehr gut. Nur wird es wieder einige geben die sagen werden was Frau Hildebrandt mit Berlin zu tun hatte. Sie war ja in Brandenburg.
    Mit freundl. Grüßen

  16. 34.

    Sehr geehrter Herr Paul,
    Sie haben den berühmten Nagel auf den Kopf getroffen. Vor allem wenn jetzt die Bürgerämter geschlossen haben. Wenn die dann in eine Kontrolle kommen und ein Dokument vorzeigen mit einer ungültigen Meldeadresse, Straße existiert ja nicht mehr, einen ordentlichen Bußgeldbescheid bekommen. Dazu noch die Kosten für sämtliche Änderungen. Dann sind die Befürworter diejenigen die sich am lautesten Aufregen.
    Mit freundl. Grüßen

  17. 33.

    Muss man deshalb daraus so einen Akt machen? In der Abendschau hatte man den Eindruck, die Menge steht kurz davor, auf dem Wissmannstraßenschild herumzutrampeln. Befremdlich.

  18. 32.

    Ja, logisch, Neukölln hat wahrlich keine anderen Probleme als die Umbenennung einer Straße.

  19. 31.

    Die Gesinnungspolizei zieht durch die deutschen Städte. Und wenn die deutsche Geschichte komplett geschliffen ist, fühlen sich die Menschen wohl. Und der GRÜNEN Vorsitzende hat ja mal gesagt, dass er mit dem Begriff "Heimat" und Deutschland nichts anfangen kann. Das spiegelt sich dort wieder. Die SPD ist auf den gleichen Zug mit aufgesprungen und vergisst dabei die deutschen Arbeitnehmer*Innen. Darum auch diese sinkenden Wahlerfolge.

  20. 30.

    Wissmann weg ist ok. Lameck hin ist Blödsinn. Was hat die Neuköllner Straße mit der Dame zu tun und haben wir nicht genügend Frauen der deutschen Geschichte, die eines eigenen Straßennamens würdig wären? Das ist ideologische Politik a la DDR.

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