Protest auf der Stadtautobahn - Tausende Fahrrad-Demonstranten fordern Stopp des A100-Ausbaus

Mo 24.05.21 | 16:54 Uhr
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Mehrere Radfahrer fahren auf der Stadtautobahn A100 und protestieren gegen deren Ausbau (Quelle: rbb/Schöbel)
Video: rbb|24 | 24.05.2021 | Material: Sebastian Schöbel & Abendschau | Bild: rbb/Schöbel

In Berlin ist am Pfingstmontag auch wieder auf der Stadtautobahn demonstriert worden. Mehrere tausend Radfahrerinnen und Radfahrer forderten, die A100 nicht weiter auszubauen. Dafür musste die Autobahn gesperrt werden.

Eine Fahrrad-Demonstration hat am Montagnachmittag über einen abgesperrten Teil der Berliner Stadtautobahn geführt. Mehrere Tausend Teilnehmer durchfuhren auf dem Abschnitt zwischen Tempelhofer Damm und Buschkrugallee den Britzer Tunnel.

Um 14:00 Uhr waren nach Polizeiangaben etwa 1.500 Menschen am Invalidenpark in der Nähe des Hauptbahnhofs gestartet. rbb-Reporter vor Ort schätzten die Zahl der Teilnehmer auf mehrere Tausend.

Nach der Fahrt über die Autobahn fand die Abschlusskundgebung am Hermannplatz in Neukölln statt.

ADFC: Mehr Platz für klimafreundlichen Verkehr

Hinter dem Protest steht das Aktionsbündnis A100 stoppen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Berlin, Fridays for Future und Changing Cities unterstützen den Protest. Gemeinsam fordern sie, die Stadtautobahn nicht weiter zu verlängern. Sie halten das Konzept für veraltet und angesichts des Klimawandels für nicht mehr zeitgemäß. Sie fordern stattdessen Geld in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Fahrradstraßen oder Fußgängerzonen zu investieren.

ADFC-Sprecherin Lisa Feitsch forderte bei der Demonstration mehr Platz für Menschen, die klimafreundlich unterwegs sind. Die Flächen, die bereits der Autobahn-Erweiterung zum Opfer gefallen seien, sollten zu diesem Zweck umgewidmet werden, sagte sie im Gespräch mit rbb|24.

Die Stadtautobahn A100 wurde am 24.05.2021 für eine Fahrraddemonstration gegen ihren Ausbau gesperrt. (Quelle: rbb|24/Sebastian Schöbel)Die Stadtautobahn A100 wurde für die Demonstration gesperrt.

Die wahrscheinlich teuerste Autobahn Deutschlands

Derzeit wird am 16. Abschnitt der A100 gebaut, der die bestehende Strecke bis in die Nähe des Treptower Parks verlängern soll. Nach den Plänen des Bundesverkehrsministeriums soll außerdem noch ein 17. Abschnitt folgen. Dieser soll die A100 auf Höhe der Elsenbrücke über die Spree führen, anschließend in einem Tunnel unter dem Bahnhof Ostkreuz durchgeführt werden und nach einer weiteren Brücke über das Ring-Center in Lichtenberg an der Storkower Straße enden.

Der 16. Abschnitt sollte ursprünglich 2022 eröffnet werden, verzögert sich aber voraussichtlich um zwei Jahre. Die etwa 3,2 Kilometer lange Strecke soll schätzungsweise 700 Millionen Euro kosten. Der etwa 4,2 Kilometer lange 17. Abschnitt könnte laut "Spiegel" zur teuersten Autobahnstrecke Deutschlands werden und eine Milliarde Euro verschlingen.

Sendung: Inforadio, 23.05.2021, 23 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 24.05.2021 um 13:25 Uhr geschlossen

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62 Kommentare

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  1. 62.

    Wann werden diese Leute, die nicht anderes als Demotourismus kennen, mit den Kosten der Sicherungsmaßnahmen belegt. Und wann kommt endlich eine Steuerpflicht für Radfahrende? Ausschluß von der Nutzung des Öffis, haben ja Fahrräder und können fahren.

  2. 61.

    "Sie selber lässt sich aber in einer Luxuslimousine von einem Chauffeur durch die Stadt kutschieren."
    Und nicht zu vergessen: sie nutzt den Dienstwagen auch privat!
    https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/anti-auto-senatorin-guenther-faehrt-auch-privat-mit-dem-auto
    Rein rechtlich ist das ok, sie darf das. Aber der "normale" Bürger soll auf sein Auto verzichten.

  3. 60.

    . Man kann jetzt natürlich alle Verstöße von Radfahrer"
    Natürlich kann man. Man kann aber auch die Gehwegbelästigungen gegen die Tausenden Toten und Hunderttausenden Schwerverletzten durch den Straßenverkehr aufrechnen. Kann man. Sollte man aber nicht. Denn merke: Fanatiker sind immer die anderen. Und die bösen Fanatiker hindern die guten am pfingstlichen Ommabesuch.

  4. 59.

    Weiterbauen!
    Die Idee, auf Straßenbau könne verzichtet werden, ist absurd. Wie sollen dann andere Straßen zurück gebaut werdende? Die Alternative wäre, dass sich der Verkehr durch die engen Straßen drückt, wie es auf Fotos Berlins von vor 100 Jahren zu sehen ist. Wer denkt, das könne funktionieren, hat die Arbeitsteilung in der globalisierten Welt nicht verstanden. Übrigens, die Alternative Bahn hat man sich in Berlin selbst vernagelt. Die großen Bshnflächen, auf denen Güterverkehr innerstädtischen umgehauen wurde, ist längst durch Parks und Bebauung anders genutzt.

  5. 58.

    Die Autos werden nicht weniger werden, nur andere Antriebe erhalten.

  6. 57.

    Der Stadtring muss endlich vollendet werden, um die Innenstadt von der Autoflut zu entlasten. Durch den Elektroauto-Boom steigt die Fahrzeuganzahl noch mehr und niemand möchte vermutlich Zehntausende Autos vor seiner Tür fahren haben.

  7. 56.

    Ich fahre auch Fahrrad und zahle Steuern. Eine extra Fahrrad-Steuer? Mit welcher rechtsgültigen Begründung? Mal davon abgesehen, dass die Kosten die Einnahmen vermutlich übersteigen würden...
    Und wenn ich mit meinem Fahrrad einen Schaden verursache, komme ich selbstverständlich dafür auf. Entweder durch meine Haftpflichtversicherung oder aus eigener Tasche. Also wo liegt Ihr Problem?

    Ich fahre übrigens auch Auto...

  8. 55.

    Sie haben so Recht. Zumal ein Bündnis, das mit Freitag für Verschwörungen demonstriert, nicht mehr ernst genommen werden kann. Der Ausbau der A100 ist teuer und nicht notwendig. Was notwendig ist, sind Verkehrskonzepte, die Pkw, Lkw, ÖPNV, Fahrrad und Fuss vereinbaren und sinnvoll verknüpfen. Fahrrad Kennzeichen und Pflichthaft Pflicht Versicherung für Rad und Roller gehören selbstverständlich dazu.
    Statt der A100 sollte ein Tunnel die bestehende Autobahn mit dem Adlergestell verbinden. Hier muss geprüft werden, ob hier ein Abzweig der U 7 mit verbunden werden kann. Zusätzlich sind Strassenbahnen, s und U Bahn zu erweitern und finanziert wird das alles mit einer Reform der Gewerbesteuer und der Grundsteuer. Vor allem sind e Commerce zu besteuern und Quellensteuern wieder einzuführen.
    Mit der Digitalisierung können endlich auch Radfahrer verfolgt und bestraft werden.

  9. 54.

    Es braucht ein Verkehrskonzept ,das alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und keine Aktionen,sie gegeneinander auszuspielen.
    Ich frage mich auch,wie eigentlich die Güter des tgl. Lebens in die Supermärkte und andere Waren in die Stadt geliefert werden sollen,die auch von Radfahrenden gebraucht werden. Mit dem Lastenfahrrad ? Autobahnen sollten schon immer den innerstädtischen Verkehr entlasten,sowohl den Lieferverkehr wie auch die Pendler.
    Nur gegen etwas sein,macht die Welt nicht besser und radikale Lösungen schon gar nicht. Leider haben auch in der Pandemie viele Leute noch immer nicht gelernt,dass wir miteinander leben müssen und dazu braucht man Kompromisse und keine Brechstangen.

  10. 53.
    Antwort auf [Ben] vom 24.05.2021 um 11:09

    Bitte nicht vergessen, Autofahrer sind auch Menschen! Soviel zu " wieder den Menschen... in den Fokus zu stellen".
    Auch die Autofahrer (und das ist ein großer Teil der Bevölkerung) haben genauso Anspruch auf das, was sie als Lebensqualität empfinden. Leben und Leben lassen, und nicht alles, was der eigenen Ideologie nicht entspricht, verdammen.

  11. 52.

    Ne, aber man könnte ja mal durch ein schlaues Verkehrskonzept den privaten Verkehr verringern. War gestern wieder einmal in der Gropiusstadt, wo von der Inanspruchnahme der Parkplätze jeder ein Auto zu haben scheint. Und jetzt werden Baulücken auch noch zugepflastert und es kommen noch mehr Anwohner mit noch mehr Autos. Nach Ihrer Ausführung reduziert zusätzlicher Straßenbau die Belastung respektive den Verkehr. Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Ich wäre unser Auto, was wir so 2-3x die Woche benötigen gern los. Aber es gibt eben keine Alternativen an Angeboten für den individuellen Verkehr (selbst car-sharing gibt's hier nicht). Und solange solchen Schwachsinnsprojekte Tür und Tor geöffnet ist, wird sich daran auch nichts ändern. Der Individualverkehr so wie er bei uns betrieben wird ist weder zweckmäßig noch zukunftssicher. Und wenn vor allem chinesische "Firmen" in Sachen digitaler Infrastruktur und Automobile in 10-20 Jahren den Ton angeben, gibt's hier ein böses Erwachen. Aber immer schön in der Vergangenheit leben und von der Substanz ehemaliger Wirtschaftserfokge zehren. Für unseren Nachwuchs wird da nicht mehr viel übrig bleiben...

  12. 51.

    Das ist keine Fahrraddemo sondern ein entspannter Ausflug Gleichgesinnter. Auf glattem Straßenbelag kan man wunderbar bequem fahren ,auch mehrere nebeneinander. Sie werden von keiner Ampel gestoppt und müssen auf keine anderen Verkehrsteilnehmer achten,nur auf sich selbst. Nicht mal Fußgänger stören.
    Wäre das eine Demo gegen die A100, müssten sich die Teilnehmer vor dem Verkehrsministerium versammeln und dort mit Fahrradklingeln,Transparenten und Sprechchören auf sich aufmerksam machen. Sinnvoller Weise an einem Wochentag,wenn dort auch Herr Scheuer anwesend ist. SO bleibt die Aktion nur ein Feiertagsausflug in entspannter Freizeitlaune.
    Übrigens ist es m E. ziemlich unsinnig den Weiterbau der A100 JETZT verhindern zu wollen,nachdem er schon Millionen gekostet hat.

  13. 50.

    Wenn ich Ihren Beitrag lese, sind alle Autofahrer Gesetzes Brecher und all Radfahrer leiden ständig unter diesen Schlechtmenscheb. Alle Radfahrer sind dagegen Engel und begehen keine Verkehrsdelikte. Hören Sie auf zu pauschalieren.

  14. 49.

    Welcher normal denkende Mensch ist denn an Pflingsten in der City von Berlin mit seinem Auto unterwegs. Sollen die Fahrradspinner doch auch mal Autobahn fahren dürfen, wogegen sie ja demonstrieren, tut das nicht ein bisschen weh?

  15. 48.
    Antwort auf [Ben] vom 24.05.2021 um 11:09

    Die Stadtautobahn ist eine der wichtigsten Verbindungen in Berlin, um von einem Ende zum anderen zu gelangen, ohne mitten durch die City zu müssen. Sie entlastet damit den Innenstadtverkehr enorm und sorgt damit für eine verbesserte Lebensqualität von hunderttausenden Einwohnern dieser Stadt. Der weitere Ausbau müsste aus Umweltschutzgründen daher sogar Priorität haben. Im Gegenzug dürfte dann die direkte Durchfahrt durch die Innenstadt gerne unterbunden werden. Es geht den Gegnern aber eben nicht um eine Verbesserung des Verkehrs in der Innenstadt sondern um Verhinderung von individueller Mobilität. Diese Einstellung gilt aber fast immer nur für die Anderen, man selbst will stets freie Fahrt. Diese extremen Einstellungen sind aber keine Lösung, sie spalten nur und bilden niemals die besten Alternativen.

  16. 47.

    Welcher Radfahrer hält sich an die STVO? Wenige! Keine Steuern zahlen und alles für sich beanspruchen. Bin übrigens nur Beifahrer und kann es täglich beobachten. Anschließend werden die Räder irgendwo angeschlossen, gern auch da, wo Fußgänger langlaufen. Mieträder werden einfach hingestellt. Sieht z.B. am Alex meist aus wie Schrotthaufen.

  17. 46.

    Wenn die VP mit ihren Rädern über die Autobahn fahren und somit die Autofahrer mit Umwegen durch die Stadt zwingen, haben noch nicht verstanden was Umweltschutz und Klimaschutz bedeutet. Mit dieser Aktion werden die Bürger in der Stadt mit mehr CO2 belastet.

  18. 45.

    Beide Vereine sind arrogant und Blender in meinen Augen.
    Ich als Fahradfahrer finde mich nicht ernst genommen denn ich suchte den Dialog und keine von den beiden hat ernsthaft auf meine Mail geantwortet oder auf Telefonat Zeit gehabt.
    Lügner und nicht wirkliche Fahrradfreunde.
    Bis heute fordere ich als Fahrradfahrer Kenntnisse der Straßenverkehrsordnung.
    Warnwestenpflicht,Kennzeichnung der Fahrräder um Fahrradfahrer die sich nicht an Gesetze halten auch entsprechend Maßregeln zu können.
    Nichts von diesen wirklich wichtigen Themen gehen diese Verbände an.
    Genauso wäre ich als Fahrradfahrer bereit auch eine pauschale Abgabe zu entrichten so wie es KFZ Nutzer auch tun!
    Das ist die Wahrheit und wäre den anderen Verkehrsteilnehmer gerecht.
    Mfg Fahradfahrer der ehrlichen Art Christian

  19. 44.

    Ich finde es richtig, dass die A100 verlängert wird. Berlin ist eine Metropole und braucht daher entsprechende Verkehrsinfrastruktur.

    Wir können ja die Euro-Paletten und Paketsendungen nicht alle mit dem Lastenfahrrad transportieren, dafür braucht man schon Kraftfahrzeuge.

  20. 43.

    Warum lassen wir uns eigentlich gefallen,dass immer die gleiche Minderheit die Autobahn und andere wichtige Straßen blockiert ? Wann gehen wir ( die Mehrheit) endlich mal auf die Straße und wehren uns gegen diese Berufsdemonstranten??? Ich wäre dabei.

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