Auf Fahrrädern nehmen Demonstranten an einer Protestaktion der Initiative MyGruni im Villenviertel Grunewald teil. (Quelle: dpa/Riedl)
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Video: rbb|24 | 01.05.2021 | Material: rbb|24 | Bild: dpa/Riedl

Demonstration in Berlin-Grunewald - Rund 10.000 Teilnehmer ziehen im Rad-Korso durch Villenviertel

Etwa 10.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben am Samstag in Berlin-Grunewald für die Umverteilung von Wohlstand demonstriert. Auf dem Weg zurück in die Innenstadt wurde für sie die Autobahn gesperrt. Laut Polizei verlief der Protest störungsfrei.

Mit einem kilometerlangen Fahrradkorso sind am Samstagnachmittag rund 10.000 Menschen durch Berlin-Grunewald gezogen. Die Radler versammelten sich am Großen Stern und fuhren von dort in das Villenviertel. Die Demonstration am Mai-Feiertag stand unter dem Motto "Grunewald noch lahmer legen".

Für den Radkoroso wurde ein Abschnitt der Stadtautobahn 100 zeitweise gesperrt. Die Auffahrt Kaiserdamm Richtung Süden wurde von Streifenwagen blockiert. Der Fahrradkorso führte ab Hohenzollerndamm über die A100.

Deutlich mehr Teilnehmer als erwartet

Die Demonstration im Grunerwald verlief trotz des unerwartet großen Andrangs störungsfrei und friedlich, sagte eine Polizeisprecherin. Für die Demonstration waren zunächst 2.500 Teilnehmer angemeldet worden. Corona-Regeln und Maskenpflicht seien eingehalten worden, hieß es. Am Ende der Demo wurden Teilnehmer an der Boddinstraße in Neukölln von der Polizei allerdings gebeten, nicht zum Herrmannplatz zu fahren. Dort hatten sich ab dem Nachmittag Tausende zur sogenannten "Revolutionären Mai-Demo" eingefunden.

Unter den Teilnehmenden im Grunewald herrschten Partystimmung und gute Laune, wie Beobachter berichteten. Teilweise schoben die Teilnehmer ihre Räder, weil der Zug nur langsam vorankam; der Korso erstreckte sich laut Polizei zeitweise über mehr als vier Kilometer.

Zu dem antikapitalistischen Protest "MyGruni" hat das selbsternannte Quartiersmanagement Grunewald aufgerufen. Auf einem Plakat stand beispielsweise "Faire Miete statt Profite". Teilnehmer sangen "Besteuern, Enteignen, Umverteilen". Auch in den letzten Jahren hatte es bunte und satirische Demonstrationen am 1. Mai in Grunewald gegeben; in einem Jahr wurden dabei aber auch Autos bemalt oder zerkratzt. Im vergangenen Jahr war wegen der Corona-Pandemie nur ein kleiner Autokorso erlaubt worden.

Fahrrad-Korsos und Flammen zum 1. Mai

Ähnlich wie in den Jahren vor der Corona-Pandemie waren auch in diesem Jahr Dutzende Protestveranstaltungen zum 1. Mai in Berlin geplant. Am Samstagmorgen fand unter anderem die traditionelle Demonstration des DGB statt.

Sendung: Abendschau, 01.05.2021, 19.30 Uhr

20 Kommentare

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  1. 20.

    Klar, alle Verantwortlichen leben in Villen im Grunewald.
    Eventuell leben dort auch Ärzte und Menschen die zum Wohl dieser Gesellschaft mit beitragen, im Gegensatz zu den Sozial Neidern.
    Aber seitens der SPD, allen voran K. Kühnert stachelt man das Volk ja geradezu an, sich die falschen auszusuchen, anstatt auf eine jahrelang verfehlte Wohnungspolitik in den eigenen Reihen hinzuweisen.

  2. 18.

    @Elisabeth: von Randale war bei mir auch nicht die Rede. Verabscheue ich auch. Blockierte Autobahn ist keine Randale. Außerdem-> am 1. Mai lasse ich mein Auto generell stehen

  3. 17.

    Da muss ich Ihnen Recht geben, dass ist nicht das Niveau einer Hauptstadt, dass sich dort Leer- und Linkshirne austoben können, zumal diese Typen zumeist noch nicht einmal Berliner sind.

  4. 16.

    Demonstration als Fahrradausflug mit der Familie zu Andersverdiendenden und Anderslebenden als Ausdruck der politischen Willensäußerung? Toleranz in einer bunten Stadt in der jeder nach seinem Willen, seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten leben kann, stelle ich mir anders vor. Wäre eine Sternfahrt nach Friedrichshain, Kreuzberg, Pankow und Mitte zu den Eigentumswohnungen zum Millionenpreis nicht einfacher gewesen um den Besserverdienenden und Gentrifiziererenden auf die Bude zu rücken? Die Grunewalder wohnen dort seit längerem und haben Berlins Mietenproblematik wohl nicht stellvertretend zu verantworten. Die vielen Stolpersteine und Gedenktafeln im Grunewald, einschließlich Gleis 13, lassen bei mir unangenehme Bilder entstehen, wenn sich der "bürgerliche" Unmut auf bestimmte Mitmenschen fokussiert.

  5. 15.

    Erstaunlich, dass es kaum jemanden stört, dass sich "mygruni" explizit gegen eine bestimmte Bevölkerungsschicht richtet - würden wir es auch so lustig finden, wenn man gegen demographisch oder ethnisch definierte Schichten demonstrieren würde? Ich wage mal kurz an Fackelaufmärsche in Wannsee zu erinnern - kann dann noch jemand über diese sog. "satirische" Demo lachen?

  6. 14.

    Wenn man statt jahrelang zu studieren, einer geregelten Arbeit nach geht, kann man sich auch die eine oder andere Wohnung leisten. Wenn dann noch ohne grünen Wahn mehr Wohnungen gebaut werden dann sieht es viel besser aus. Dann kann man sich auch die eine oder andere Demo sparen

  7. 13.

    Dieses Verhalten entspricht eher dem Gestrigen ! Eine Grossstadt muss keine Randale anbieten, um attraktiv zu sein. Außerdem ist Berlin zwar Hauptstadt aber grossstadt. Nein. Ha,ha. Ein großes Dorf mit diesen brüllendem Provinzlern. Diese Zerstörer haben eben keine anderen Argumente!

  8. 12.

    Wow 10 000 Teilnehmer. Prima!

  9. 11.

    Ihr lebt in einer Großstadt. Hauptstadt noch dazu. Da muss man auch mal mit ner Demo leben. Erst recht an einem Tag wie dem 1. Mai.
    Wo kommt ihr den her. Möchte mal erleben, das ihr bei den bekloppten "Nichtdenkern" genauso reagiert.

  10. 10.

    Is ja alles gut und schön. Aber bei der Autobahn hört der Spaß auf. Freie Fahrt für freie Bürger und so.
    Wo kommen wir denn sonst hin?

  11. 9.

    An den hohen Mieten, sind die Grünen schuld"
    Und die exorbitanten Profite der Wohnungskonzerne haben so rein gar nix damit zu tun.

  12. 8.

    Das die Loehne in Berlin zu niedrig sind, wie im ganzen
    Osten da gebe ich Ihnen recht. Wegziehen ist aber nicht die Lösung, ein teil des Problems geht vom Arbeitsamt aus, das Facharbeiter nach kurzer zeit unter Tarif vermittelt und zwingt. Dazu kommt eine Arbeitgeberschaft die das vollzu nutzen weiss.
    Es sollte kein Facharbeiter, aber auch keine angelernte Kraft untereinklagbarem auskoemmlichen Einkommen arbeiten müssen.

  13. 7.

    Ein Ansatz für unsere Zukunft und friedlich, so muss es sein!

  14. 6.

    Warum können Radfahrende noch mit Öffis (S/U-Bahn)fahren?

  15. 5.

    Was ist das denn Bitteschön? Glauben die ernsthaft die Villen im Grunewald sind der Grund für derzeitige die Situation im Wohnungsbau???
    Ich verrate Euch mal ein Geheimnis, diese Villen dort, die stehen zum Teil schon über 100 Jahre.......aber keinem weiter erzählen.......!

  16. 4.

    An den hohen Mieten, sind die Grünen schuld, durch immer mehr grüne Anforderungen bzw Behinderungen wegen grüner Spinnerei.
    Beim Strom ist es das selbe.
    Darüber sollten die Demonstranten mal nachdenken, bevor Sie auf die Straße gehen. Wer gerne zum Spaß Radfahren will, kann das gerne im Umland machen, das muss nicht in Berlin sein.

  17. 3.

    Wer sich nicht selbst kümmert, der solte auch nicht von anderen verlangen, dass die es mit ihrem Geld für einen tun. Ich finde das ist genau der richtige Druck für die bequemen Menschn endlich den Allerwertesten zu erheben. Nicht zur Demo sondern um ihr Problem zu beseitigen und Eigentum zu bilden. Wer zu spät kommt den bestraft das Leben hat mal jemand gesagt. Diese Demonstranten sind nicht nur zu spät sondern sie wollen auch gar nicht "aufbrechen". Dann sollen sie auch die Konsequenzen tragen.
    Das Problem sind auch nicht die Mieten sondern die Gehälter. Deutschland ist ein Billiglohnland.
    20% Arbeitslosigkeit in Friedrichshain/XBerg aber niemand sieht sich bemüßigt woanders nach Arbeit und Wohnung zu suchen. Die Vermieter sollen für solche Lebenseinstellungen nun ihr Eigentum hergeben.

  18. 2.

    Wieso werden hier wieder öffentliche Straßen für Radfahrer gesperrt? Mit welchem Recht müssen Autofahrer Umwege in Kauf nehmen, Im Stau stehen und unnütz Benzin verfahren und mehr als notwendig Abgase in die Luft blasen.

  19. 1.

    Was hat die Autobahn mit steigenden Mieten zu tun? Die Leute sind unverschämt , sie wollen provozieren und spalten .

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